Umschulung Industriemechaniker - Quereinstieg ĂĽber das Arbeitsamt
DAS WICHTIGSTE IN KĂśRZE
- Die Umschulung zum Industriemechaniker dauert in der Regel zwei Jahre und endet mit der AbschlussprĂĽfung vor der Industrie- und Handelskammer (IHK).
- Der Abschluss ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf und gilt unabhängig davon, ob er über eine duale Ausbildung oder eine Umschulung erreicht wurde.
- Eine bestimmte Vorbildung ist keine Pflicht; meist wird eine bereits abgeschlossene Erstausbildung in einem anderen Beruf vorausgesetzt.
- Die Kosten einer außerbetrieblichen Umschulung lassen sich häufig über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters vollständig finanzieren.
- Passende, AZAV-zugelassene Anbieter finden sich ĂĽber KURSNET, die Weiterbildungsdatenbank der Bundesagentur fĂĽr Arbeit.
Der Umschulungswunsch zum Industriemechaniker entsteht vor allem bei Menschen, die in ihrem bisherigen Job Perspektivlosigkeit erleben und einen Berufswechsel vollziehen möchten. Die Industriemechanik ist ein technisch anspruchsvolles Tätigkeitsfeld mit guten Beschäftigungsaussichten in der Metall- und Elektroindustrie. Wer über das Arbeitsamt umschulen möchte, absolviert einen zweijährigen Lehrgang, schließt mit der IHK-Prüfung ab und erhält denselben anerkannten Berufsabschluss wie über die duale Ausbildung.
All diejenigen, die einen Quereinstieg als Industriemechaniker ins Auge fassen und nach passenden Umschulungen suchen, sollten einen gewissen Rechercheaufwand betreiben. So finden sie nicht nur passende Umschulungen, sondern können sich auch ein Bild von dem Beruf machen. Zusätzlich lohnt sich die Beratung durch das Arbeitsamt. Die Berufsberaterinnen und Berufsberater kennen viele Bildungseinrichtungen und prüfen, ob eine Förderung über einen Bildungsgutschein in Betracht kommt.
Karrierechancen und Verdienstmöglichkeiten als Industriemechaniker
Unabhängig davon, ob man eine duale Ausbildung, berufsbegleitende Ausbildung oder Umschulung absolviert hat, verfügt man als Industriemechaniker anschließend über den anerkannten Berufsabschluss. Daraus ergeben sich gute Karrierechancen. Industriemechaniker werden mit der Herstellung von Bauteilen und Baugruppen für Maschinen und Anlagen betraut.
Auch die Einrichtung, Überwachung sowie der Umbau können zu ihren Aufgaben gehören. Das Tätigkeitsspektrum reicht von der Prozessoptimierung bis hin zur Wartung und Reparatur. An Aufgaben mangelt es Industriemechanikern somit nicht.
Auch hinsichtlich der Karrierechancen sieht es für Industriemechaniker vielversprechend aus. Durch ihre breite fachliche Ausbildung finden sie in allen produzierenden Bereichen der Industrie Beschäftigung. Es können sich somit sehr unterschiedliche Einsatzgebiete ergeben. Das wirkt sich auch auf die Verdienstmöglichkeiten aus. Zur groben Orientierung liegt das durchschnittliche Bruttojahresgehalt je nach Region, Branche und Tarifbindung meist zwischen rund 30.000 Euro und 45.000 Euro; in tarifgebundenen Betrieben der Metall- und Elektroindustrie kann es höher ausfallen.
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Die Umschulung zum Industriemechaniker
Die Industriemechaniker-Umschulung ist eine solide Wahl fĂĽr einen Quereinstieg mit anerkanntem Abschluss. Anstelle einer dualen Ausbildung absolvieren die Teilnehmenden einen auĂźerbetrieblichen Lehrgang und lernen so alles, was sie fĂĽr den beruflichen Alltag als Industriemechaniker wissen mĂĽssen. In der UmschulungsmaĂźnahme geht es vor allem um die folgenden Inhalte:
- Werkstoffkunde
- Maschinen- und Anlagenbau
- Produktionstechnik
- Feingerätebau
- Herstellung, Montage und Demontage von Bauteilen, Baugruppen und Systemen
- Steuerungstechnik
- Umweltschutz
- Arbeitssicherheit
- Kommunikation
Erwähnenswert ist außerdem, dass auch eine betriebliche Umschulung zum Industriemechaniker möglich ist. Diese ist an das Konzept der dualen Berufsausbildung angelehnt und schult die Teilnehmenden in Theorie und Praxis. Wer sich für die Finanzierung interessiert, findet einen Überblick über passende Maßnahmen im Ratgeber zur Umschulung über das Arbeitsamt.
Voraussetzungen, Dauer und Kosten des Quereinstiegs
Angesichts der unterschiedlichen Umschulungsformen variieren auch die Bedingungen der Industriemechaniker-Umschulung. Interessierte sollten sich dessen bewusst sein und mit verschiedenen Anbietern in Kontakt treten, um sich ein genaues Bild zu machen. Die folgenden Angaben dienen der groben Orientierung.
- Voraussetzung: Wer sich zum Industriemechaniker umschulen lassen möchte, muss keine bestimmte Vorbildung nachweisen. In der Regel wird aber vorausgesetzt, dass bereits eine abgeschlossene Ausbildung in einem anderen Beruf vorliegt.
- Dauer: Im Gegensatz zur dualen Industriemechaniker-Ausbildung dauert die Umschulung nicht 3,5 Jahre, sondern in der Regel zwei Jahre. Je nach Lehrgangsform kann es Abweichungen geben.
- Kosten: Bei der außerbetrieblichen Umschulung über einen privaten Anbieter können Lehrgangsgebühren von mehreren Tausend Euro anfallen. Diese lassen sich häufig über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters vollständig übernehmen. Zusätzlich muss für den laufenden Lebensunterhalt gesorgt werden, was ebenfalls gefördert werden kann.
- logisches Denkvermögen
- technisches Verständnis
- mathematische Begabung
- handwerkliches Geschick
- Belastbarkeit
- Anpassungsfähigkeit
- Genauigkeit
Weiterbildungsmöglichkeiten für Industriemechaniker
Nach einer Umschulung, dualen oder berufsbegleitenden Ausbildung sind Industriemechaniker gut fĂĽr den beruflichen Alltag gerĂĽstet. Gleichzeitig sollten sie das lebenslange Lernen ernst nehmen und beispielsweise an Seminaren teilnehmen. Ambitionierte Industriemechaniker sollten zudem die folgenden Fortbildungen im Hinterkopf haben:
- Industriemeister/in – Metall
- Techniker/in – Maschinentechnik
- Feinwerkmechanikermeister/in
- Technische/r Fachwirt/in
Einen breiteren Überblick über geförderte Aufstiegs- und Anpassungsfortbildungen bietet der Ratgeber zur Weiterbildung über das Arbeitsamt.
Alternativen zur Industriemechaniker-Umschulung
Berufswechsler, die sich hinsichtlich ihres weiteren Werdegangs noch nicht sicher sind, sollten sich ausfĂĽhrlich vom Arbeitsamt beraten lassen. Wer Gefallen an der Industriemechaniker-Umschulung findet, wird unter anderem auf die folgenden verwandten Umschulungen aufmerksam:
- Mechatroniker/in
- Zerspanungsmechaniker/in
- Werkzeugmechaniker/in
- Anlagenmechaniker/in
- Feinwerkmechaniker/in
Die Anerkennung der Industriemechaniker-Umschulung
Da es sich um einen anerkannten Ausbildungsberuf handelt, steht die Anerkennung der dualen Industriemechaniker-Ausbildung außer Frage. Wer jedoch einen Berufswechsel vollziehen und sich umschulen lassen möchte, hat teilweise Zweifel an der Anerkennung.
Diese sind aber unbegrĂĽndet, denn auch entsprechende UmschulungsmaĂźnahmen enden mit der PrĂĽfung vor der Industrie- und Handelskammer und fĂĽhren so zum offiziellen Berufsabschluss. Auf dem Zeugnis ist nicht erkennbar, ob der Abschluss ĂĽber eine Ausbildung oder eine Umschulung erreicht wurde.
Die berufsbegleitende Ausbildung zum Industriemechaniker
Die Umschulung ist nicht die einzige Alternative zu einer klassischen dualen Ausbildung zum Industriemechaniker. Es gibt ebenfalls noch die Möglichkeit, eine berufsbegleitende Ausbildung zu absolvieren.
Dabei handelt es sich üblicherweise um eine Teilzeitausbildung, die sich mit familiären Verpflichtungen vereinbaren lässt. Neben Kindererziehung oder Angehörigenpflege ist somit der Abschluss als Industriemechaniker möglich.
Berufsbegleitendes Studium fĂĽr Industriemechaniker
Nicht nur die Industriemechaniker-Ausbildung, sondern auch die eine oder andere Weiterbildung kann in berufsbegleitender Form absolviert werden. Angesichts der zunehmenden Akademisierung bietet ein Studium neben dem Beruf eine gute Aufstiegsperspektive.
Per Fernstudium, Abendstudium oder anderem Teilzeitstudium kann man eines der folgenden Fächer studieren, um den grundständigen Bachelor oder weiterführenden Master zu erlangen:
- Maschinenbau
- Wirtschaftsingenieurwesen
- Mechatronik
- Produktionstechnik
- Automatisierungstechnik
Der Berufsalltag als Industriemechaniker
Der Arbeitsalltag von Industriemechanikern spielt sich überwiegend in Produktionshallen, Werkstätten und an Fertigungsanlagen ab. Zu Beginn eines Auftrags werden technische Zeichnungen und Konstruktionsunterlagen gelesen, Werkstoffe ausgewählt und die einzelnen Arbeitsschritte geplant. Anschließend werden Bauteile durch Drehen, Fräsen, Bohren oder Schleifen gefertigt und zu funktionsfähigen Baugruppen montiert.
Ein weiterer großer Teil der Tätigkeit betrifft die Instandhaltung. Industriemechaniker prüfen Maschinen und Anlagen regelmäßig, tauschen Verschleißteile aus, stellen Störungen fest und beheben sie. Dabei arbeiten sie eng mit anderen Fachkräften zusammen, etwa mit Mechatronikern, Elektronikern oder der Arbeitsvorbereitung. Sorgfalt, Präzision und ein gutes Verständnis für technische Zusammenhänge sind im Tagesgeschäft entscheidend, weil bereits kleine Abweichungen im Bereich von Zehntelmillimetern zu Problemen führen können.
Je nach Betrieb und Einsatzgebiet kann die Arbeit im Schichtbetrieb organisiert sein. Industriemechaniker in der Fertigung arbeiten häufig im Zwei- oder Dreischichtsystem, während Kolleginnen und Kollegen in der Instandhaltung teils auch Bereitschaftsdienste übernehmen. Die körperliche Belastung ist moderat, dennoch sind Stehen, gelegentliches Heben und Arbeiten in unterschiedlichen Körperhaltungen üblich.
Berufsaussichten und Arbeitsmarkt
Industriemechaniker gehören zu den gefragtesten Fachkräften der Metall- und Elektroindustrie. Da nahezu jeder produzierende Betrieb auf funktionierende Maschinen und Anlagen angewiesen ist, verteilen sich die Beschäftigungsmöglichkeiten auf viele Branchen, darunter Maschinenbau, Fahrzeugbau, Anlagenbau und die Zulieferindustrie. Der anhaltende Fachkräftemangel in technischen Berufen sorgt dafür, dass qualifizierte Industriemechaniker gute Chancen auf eine unbefristete Anstellung haben.
Für Umschülerinnen und Umschüler ist das eine gute Ausgangslage. Wer den anerkannten Abschluss über eine Umschulung erwirbt, bringt zudem häufig Berufs- und Lebenserfahrung aus dem vorherigen Beruf mit, was von Arbeitgebern durchaus geschätzt wird. Wer bereit ist, sich über Fortbildungen wie den Industriemeister oder den staatlich geprüften Techniker weiterzuqualifizieren, kann Führungsaufgaben übernehmen und das Einkommen deutlich steigern.
Auch die zunehmende Automatisierung und Digitalisierung der Produktion verändert das Berufsbild, ohne es überflüssig zu machen. Industriemechaniker richten moderne, computergestützte Fertigungsanlagen ein, überwachen sie und halten sie instand. Wer sich mit Steuerungstechnik und digitalen Systemen auskennt, ist auf dem Arbeitsmarkt besonders gut aufgestellt.
So läuft die Abschlussprüfung ab
Die Umschulung zum Industriemechaniker endet mit der Abschlussprüfung vor der zuständigen Industrie- und Handelskammer. Die Prüfung ist in zwei Teile gegliedert. Teil 1 wird bereits nach etwa der Hälfte der Umschulung abgelegt und geht mit einem festen Anteil in das Gesamtergebnis ein. Teil 2 findet am Ende der Maßnahme statt und schließt die Umschulung ab.
Die Prüfung besteht aus einem praktischen und einem schriftlichen Teil. Im praktischen Teil fertigen die Prüflinge in einer festgelegten Zeit ein Arbeitsprodukt an oder bearbeiten einen betrieblichen Auftrag und dokumentieren ihr Vorgehen in einem Fachgespräch. Der schriftliche Teil umfasst die Prüfungsbereiche Fertigungstechnik, Instandhaltungstechnik sowie Wirtschafts- und Sozialkunde.
Wer die Umschulung über einen AZAV-zugelassenen Anbieter absolviert, wird gezielt auf beide Prüfungsteile vorbereitet. Sollte ein Prüfungsteil nicht bestanden werden, besteht die Möglichkeit der Wiederholung. Nach bestandener Prüfung erhalten die Absolventen das IHK-Zeugnis und dürfen die anerkannte Berufsbezeichnung Industriemechaniker führen.
Häufige Fragen zur Umschulung zum Industriemechaniker
Interessierte an einem beruflichen Neuanfang als Industriemechaniker setzen groĂźe Hoffnungen in den Berufswechsel. Damit dieser gelingt, sollten sie den folgenden Tipp beherzigen.
Informieren Sie sich grĂĽndlich ĂĽber den Quereinstieg
Angehende UmschĂĽlerinnen und UmschĂĽler sollten einen gewissen Rechercheaufwand betreiben, um alle wichtigen Informationen zusammenzutragen.
Zu diesem Zweck sollten sie mit verschiedenen Anbietern in Kontakt treten und zudem einen Beratungstermin beim Arbeitsamt vereinbaren.






