Umschulung Optiker - Quereinstieg über das Arbeitsamt

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DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

  • Eine Umschulung zum Optiker meint die verkürzte Zweitausbildung zum staatlich anerkannten Augenoptiker beziehungsweise zur Augenoptikerin und dauert in der Regel zwei Jahre.
  • Sie schließt mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer ab und führt zum gleichen Berufsabschluss wie die reguläre dreijährige Ausbildung.
  • Bei arbeitslosen oder von Arbeitslosigkeit bedrohten Personen kann die Agentur für Arbeit die Kosten über einen Bildungsgutschein vollständig übernehmen.
  • Eine formale Vorbildung ist nicht zwingend nötig; gefragt sind naturwissenschaftliches Verständnis, handwerkliches Geschick und Freude an der Kundenberatung.
  • Nach dem Abschluss stehen Weiterbildungen bis zum Augenoptikermeister oder ein Studium der Augenoptik/Optometrie offen.
2 JahreDauerVollzeit / je nach Lehrgang
24.000-36.000 €Verdienstbrutto/Jahr
HWK-GesellenprüfungAbschlussAnerkannte Qualifikation
BildungsgutscheinFörderung§ 81 SGB III, AZAV-Träger

Eine Umschulung zum Optiker führt Berufswechsler in zwei Jahren zum anerkannten Abschluss als Augenoptiker beziehungsweise Augenoptikerin und öffnet damit den Quereinstieg in ein gefragtes Gesundheitshandwerk. Wer in seinem bisherigen Beruf keine Perspektive mehr sieht, findet in der Augenoptik eine Tätigkeit, die Handwerk, Technik und persönliche Beratung verbindet. Die Agentur für Arbeit unterstützt eine solche Neuorientierung unter bestimmten Voraussetzungen finanziell und mit umfassender Beratung.

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Inhaltsverzeichnis

Augenoptikerin berät eine Kundin bei der Auswahl einer Brillenfassung im Fachgeschäft

Berufsbild Optiker: Aufgaben und Verdienst

Interessierte an einer Laufbahn als Optiker sollten sich zunächst eingehend mit dem Berufsbild befassen. Augenoptiker und Augenoptikerinnen fertigen Brillen an, passen sie an und reparieren sie. Sie führen umfassende Kundenberatungen durch, bestimmen mit modernen Messgeräten die Sehstärke und sind für den Verkauf von Brillenfassungen, Gläsern, Kontaktlinsen und weiteren Sehhilfen samt Zubehör zuständig.

Der Berufsalltag ist dadurch sehr abwechslungsreich und fordert die Fachkräfte auf mehreren Ebenen. Beschäftigung finden Augenoptiker vor allem in folgenden Bereichen:

Je nach Einsatzbereich, Region und Position fallen die Verdienstmöglichkeiten unterschiedlich aus. Zur groben Orientierung liegt das Bruttojahresgehalt vielfach zwischen rund 24.000 Euro und 36.000 Euro. Mit dem Meistertitel oder in einer Filialleitung sind spürbar höhere Einkommen erreichbar. Weitere geförderte Qualifizierungswege stellt unser Überblick zur Umschulung über das Arbeitsamt vor.

So läuft die Umschulung zum Optiker ab

Optiker durchlaufen für gewöhnlich eine dreijährige duale Berufsausbildung, die sich unmittelbar an die Schulzeit anschließt. Wer aber bereits einen anderen Weg eingeschlagen hat und den Quereinstieg als Augenoptiker anstrebt, kann stattdessen eine Umschulung beginnen. Diese kann betrieblich in einem Optikbetrieb oder außerbetrieblich bei einem Bildungsträger stattfinden und führt ebenfalls zum anerkannten Abschluss als Augenoptiker.

Die Umschulung greift die zentralen Lernfelder der Ausbildung auf und vermittelt sie in verkürzter Form. Behandelt werden dabei folgende Inhalte:

Der praktische Teil findet in einer Werkstatt und im Verkaufsraum statt, wo angehende Augenoptiker das Anfertigen und Anpassen von Brillen unter realen Bedingungen üben. Eine allgemeine Einordnung geförderter Lehrgänge bietet unser Ratgeber zur Weiterbildung über das Arbeitsamt.

Voraussetzungen, Dauer und Kosten im Überblick

Die Konditionen der Umschulung zum Optiker hängen von der Umschulungsform und vom jeweiligen Anbieter ab. Interessierte sollten sich der Unterschiede bewusst sein und mehrere Angebote vergleichen. Zur ersten Orientierung fassen wir die wesentlichen Eckpunkte zusammen:

Wichtig ist, dass der gewählte Bildungsträger nach der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV) zugelassen ist. Nur dann lässt sich die Umschulung über einen Bildungsgutschein finanzieren. Passende, AZAV-zugelassene Anbieter finden sich über KURSNET, die Weiterbildungsdatenbank der Bundesagentur für Arbeit.

Förderung über das Arbeitsamt

Für viele Interessierte ist die Finanzierung die entscheidende Frage. Wer arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht ist, kann bei der Agentur für Arbeit oder beim Jobcenter einen Bildungsgutschein beantragen. Damit übernimmt der Kostenträger in der Regel die Lehrgangsgebühren vollständig und bezuschusst zusätzlich Fahrt- und Betreuungskosten.

Ob ein Bildungsgutschein bewilligt wird, entscheidet die zuständige Vermittlungsfachkraft im persönlichen Gespräch. Grundlage ist, dass die Umschulung die Chancen auf dem Arbeitsmarkt nachweislich verbessert und der Beruf des Augenoptikers gute Einstellungsaussichten bietet. Ein Rechtsanspruch besteht nicht, deshalb lohnt sich eine gute Vorbereitung des Beratungstermins. Wer bereits einen Betrieb für eine betriebliche Umschulung gefunden hat, verbessert seine Aussichten zusätzlich.

Betriebliche und außerbetriebliche Umschulung im Vergleich

Für die Umschulung zum Optiker gibt es zwei grundsätzliche Wege, die sich in Ablauf und Alltag deutlich unterscheiden. Bei der betrieblichen Umschulung lernen die Teilnehmenden direkt in einem Optikbetrieb und besuchen ergänzend die Berufsschule. Der Vorteil liegt im hohen Praxisanteil und in der Chance, nach dem Abschluss übernommen zu werden. Zudem zahlt der Betrieb häufig eine Vergütung.

Die außerbetriebliche Umschulung findet dagegen überwiegend bei einem Bildungsträger statt, der Theorie und Praxis in eigenen Werkstätten und Lehrräumen vermittelt und Praktika in Betrieben organisiert. Diese Form eignet sich für alle, die keinen passenden Ausbildungsbetrieb finden oder eine straff organisierte Vollzeitform bevorzugen. Beide Wege führen zur selben Gesellenprüfung und zum gleichen anerkannten Abschluss; welcher besser passt, klärt man am besten im Beratungsgespräch mit der Agentur für Arbeit.

Alternativen zur Optiker-Umschulung

Interessierte sollten sich ausreichend Zeit für die Entscheidung nehmen und auch verwandte Berufe in Betracht ziehen. Nennenswert sind vor allem folgende Ausbildungsberufe, die thematisch nahe an der Augenoptik liegen:

Wer eher eine beratende oder therapeutische Richtung im Gesundheitsbereich sucht, findet in der Umschulung zum Physiotherapeuten eine Alternative. Einen breiteren Überblick über die Chancen im Gesundheitswesen sowie im Handwerk bieten unsere thematischen Übersichtsseiten.

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Eignung und persönliche Stärken

Wer sich nach der Auseinandersetzung mit den Alternativen für die Umschulung zum Optiker entscheidet, sollte die persönliche Eignung prüfen. Augenoptiker verbinden feinmotorisches Arbeiten am Werkstück mit einer serviceorientierten Beratung im Verkaufsraum. Als Augenoptiker sollte man daher folgende Kriterien mitbringen:

Ebenso hilfreich sind Geduld im Kundengespräch und ein ruhiges Auftreten, da viele Kundinnen und Kunden mit einer Sehschwäche oder Unsicherheiten in den Termin kommen. Wer gerne mit Menschen arbeitet und zugleich technisches Interesse mitbringt, ist im Beruf gut aufgehoben.

Der Berufsalltag als Augenoptiker

Der Arbeitstag eines Augenoptikers wechselt zwischen Verkaufsraum und Werkstatt. Im Kundengespräch klärt die Fachkraft zunächst den Bedarf, führt eine Sehstärkenmessung durch und berät zu passenden Fassungen, Gläsern und Kontaktlinsen. Dabei spielen sowohl medizinische Aspekte als auch modische Vorlieben eine Rolle.

In der Werkstatt schleift und zentriert der Augenoptiker die Brillengläser, setzt sie in die Fassung ein und richtet die fertige Brille millimetergenau an. Moderne Geräte wie automatische Refraktometer, Scheitelbrechwertmesser und computergestützte Zentriersysteme gehören zum Alltag. Hinzu kommen Reparaturen, die Verwaltung des Warenbestands und die Pflege der Präsentationsflächen. Diese Mischung aus Präzisionsarbeit, Technik und persönlichem Kontakt macht den besonderen Reiz des Berufs aus.

Berufsaussichten und Arbeitsmarkt

Die Aussichten für Augenoptiker gelten als stabil. Der Bedarf an Sehhilfen wächst, weil die Bevölkerung altert und die Zahl der Fehlsichtigen durch häufige Bildschirmarbeit zunimmt. Fachbetriebe und Filialketten suchen kontinuierlich qualifiziertes Personal, sodass ausgebildete Fachkräfte gute Einstellungschancen haben.

Nach einigen Jahren Berufserfahrung eröffnen sich Wege in die Filialleitung, in den technischen Innendienst der Industrie oder in die Selbstständigkeit mit einem eigenen Fachgeschäft. Für die Eröffnung eines eigenen Betriebs im zulassungspflichtigen Augenoptiker-Handwerk ist in der Regel der Meistertitel erforderlich. Auch die Spezialisierung auf Kontaktlinsen, Kindersehhilfen oder Vergrößerungshilfen für sehbehinderte Menschen kann die berufliche Position stärken.

Ein wichtiger Trend ist die zunehmende Verbindung von Handwerk und Digitalisierung. Betriebe setzen verstärkt auf digitale Zentriersysteme, videogestützte Anpassung und Onlineberatung. Wer sich in diesen Feldern fortbildet, macht sich für Arbeitgeber besonders interessant. Zugleich bleibt der persönliche Kontakt zum Kunden der Kern des Berufs, weshalb der Beruf auch langfristig als vergleichsweise sicher vor Automatisierung gilt. Für Berufswechsler bedeutet das eine solide Grundlage, um sich nach der Umschulung dauerhaft im Arbeitsmarkt zu behaupten.

So läuft die Abschlussprüfung ab

Die Umschulung endet mit der Gesellenprüfung vor der zuständigen Handwerkskammer. Sie gliedert sich in einen schriftlichen und einen praktischen Teil. Im schriftlichen Teil werden Kenntnisse in Augenoptik, Optometrie, Werkstoffkunde sowie Wirtschafts- und Sozialkunde abgefragt.

Im praktischen Teil fertigen die Prüflinge eine Brille nach Vorgabe an, führen eine Refraktionsbestimmung durch und zeigen in einem simulierten Beratungsgespräch ihre fachliche und kommunikative Kompetenz. Wer die Prüfung besteht, darf die Berufsbezeichnung Augenoptiker beziehungsweise Augenoptikerin führen. Der Abschluss ist deutschlandweit anerkannt und dem Abschluss der regulären Ausbildung gleichgestellt.

Gut vorbereitet in die Prüfung

Nutzen Sie Prüfungsvorbereitungskurse und die Übungsaufgaben Ihres Bildungsträgers. Viele Kammern stellen zudem alte Prüfungsaufgaben zur Verfügung, mit denen sich der Ablauf realistisch trainieren lässt.

Weiterbildung und Aufstieg

Nach der Umschulung zum Optiker verfügt man über einen Berufsabschluss mit vielen Anschlussmöglichkeiten. Wer sein berufliches Potenzial ausbauen möchte, sollte den Weiterbildungsmöglichkeiten Beachtung schenken. Seminare zu folgenden Themen eignen sich als Anpassungsqualifizierung:

Eine Aufstiegsfortbildung führt zu einem höheren beruflichen Abschluss. Zur Auswahl stehen unter anderem folgende Qualifikationen:

In Zeiten zunehmender Akademisierung ist auch ein Studium eine Option, das sich per Fernstudium oder Teilzeitstudium berufsbegleitend absolvieren lässt. Besonders anschlussfähig sind folgende Fachrichtungen:

Häufige Fragen zur Optiker-Umschulung

Wie lange dauert die Umschulung zum Optiker?
Die Umschulung zum Augenoptiker dauert in der Regel zwei Jahre in Vollzeit und ist damit ein Jahr kürzer als die reguläre dreijährige Ausbildung. Die Verkürzung ergibt sich daraus, dass Umschüler bereits berufliche Vorerfahrung und Lebensreife mitbringen. Der Abschluss ist mit dem der regulären Ausbildung gleichwertig.

Zahlt das Arbeitsamt die Umschulung zum Optiker?
Ja, unter bestimmten Voraussetzungen. Wer arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht ist, kann bei der Agentur für Arbeit oder beim Jobcenter einen Bildungsgutschein beantragen. Damit werden die Lehrgangskosten meist vollständig übernommen. Voraussetzung ist ein AZAV-zugelassener Träger und eine positive Einschätzung durch die Vermittlungsfachkraft.

Welche Voraussetzungen gelten für die Umschulung?
Eine einschlägige Vorbildung ist nicht erforderlich. Viele Bildungsträger erwarten mindestens einen Hauptschulabschluss und ein Mindestalter. Gefragt sind vor allem naturwissenschaftliches Verständnis, handwerkliches Geschick, Sorgfalt und Freude an der Kundenberatung. Ein Beratungsgespräch beim Arbeitsamt hilft, die persönliche Eignung realistisch einzuschätzen.

Wie hoch ist das Gehalt als Augenoptiker?
Das Bruttojahresgehalt liegt zur groben Orientierung häufig zwischen rund 24.000 und 36.000 Euro. Es hängt stark von Region, Betrieb, Berufserfahrung und Position ab. Mit dem Meistertitel, in einer Filialleitung oder in der Selbstständigkeit sind deutlich höhere Einkommen möglich.

Womit schließt die Umschulung ab?
Die Umschulung endet mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer. Sie besteht aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil, in dem unter anderem eine Brille angefertigt und eine Refraktionsbestimmung durchgeführt wird. Nach bestandener Prüfung darf man die geschützte Berufsbezeichnung Augenoptiker führen.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es nach der Umschulung?
Nach der Umschulung stehen mehrere Wege offen. Über eine Aufstiegsfortbildung erreicht man den Augenoptikermeister, der zur Betriebsleitung und Ausbildung berechtigt. Ein berufsbegleitendes Studium der Augenoptik und Optometrie ist ebenfalls möglich. Wer sich spezialisiert, etwa auf Kontaktlinsen, kann seine Position im Betrieb weiter stärken.
Kann die Dauer der Umschulung zum Optiker je nach Bundesland unterschiedlich ausfallen?
Die Umschulung zum Optiker dauert üblicherweise zwei Jahre in Vollzeit, doch die konkrete Ausbildungsdauer kann je nach Bildungsträger und Bundesland variieren, etwa wenn einschlägige Vorkenntnisse angerechnet werden. Auch die Prüfungstermine der zuständigen Handwerkskammer richten sich nach dem jeweiligen Bundesland. Wie lange die Dauer der Umschulung in Ihrem Fall ausfällt, klären Sie am besten direkt mit dem augenoptischen Ausbildungsbetrieb oder dem Träger.
Ist ein Quereinstieg bei Fielmann oder anderen Optikerketten möglich?
Große Optikunternehmen wie Fielmann bilden regelmäßig aus und bieten Berufswechslern teils eigene Programme an, sodass ein Quereinstieg bei Fielmann grundsätzlich in Betracht kommt. Ob dabei eine reguläre Ausbildung zum Augenoptiker oder eine verkürzte Umschulung Optiker angeboten wird, erfragen Sie am besten direkt beim jeweiligen Unternehmen. So führen verschiedene Wege und Umwege in den Beruf, ohne dass eine bestimmte schulische Vorbildung zwingend vorausgesetzt wird.
Wo finden Sie offene Stellen und Informationen zu Fördermöglichkeiten?
Offene Stellen im augenoptischen Handwerk schreiben Betriebe unter anderem in der Jobbörse der Agentur für Arbeit aus, die zugleich zu Fördermöglichkeiten wie dem Bildungsgutschein berät. Fachliche Auskünfte zum Berufsbild bietet daneben der Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen. Da der Beruf viel Umgang mit Menschen erfordert, lohnt es sich, vor einer Bewerbung ein Praktikum oder ein Beratungsgespräch zu nutzen.

Achtung! Tipp aus der Redaktion

All diejenigen, die an einer Umschulung zum Optiker interessiert sind, sollten diese Entscheidung vorab hinterfragen. Eine Beratung beim Arbeitsamt kann sehr aufschlussreich sein. Zudem kann man sich in das Thema einlesen oder sich mit erfahrenen Augenoptikern über ihren Beruf unterhalten.

So gewinnt man einen guten Eindruck, der als Grundlage für den Berufswechsel dient. Weiterhin tun angehende Berufswechsler gut daran, sich frühzeitig mit den Weiterbildungsmöglichkeiten für Augenoptiker zu befassen, um den eigenen Karriereweg von Anfang an mitzudenken.