Umschulungen im Gesundheitswesen
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
- Das Gesundheitswesen sucht wegen des Fachkräftemangels dauerhaft Personal - für Umschüler/innen ergeben sich dadurch gute Einstiegschancen.
- Klassische Umschulungsberufe sind unter anderem Pflegefachmann/-frau, Medizinische/r Fachangestellte/r, Altenpfleger/in sowie Physio- und Ergotherapeut/in.
- Eine Umschulung dauert in verkürzter Form meist zwei Jahre und endet mit einem staatlich anerkannten Berufsabschluss.
- Über einen Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit kann die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter die Kosten vollständig übernehmen.
- Voraussetzung ist in der Regel eine abgeschlossene Erstausbildung; für Pflegeberufe kommen ein mittlerer Schulabschluss und ein gültiges Gesundheitszeugnis hinzu.
Umschulungen im Gesundheitswesen führen Berufswechsler/innen über eine verkürzte Zweitausbildung in einen staatlich anerkannten Gesundheitsberuf - etwa in der Pflege, in der Praxisassistenz oder in der Therapie. Weil im gesamten Sektor Fachkräfte fehlen, sind die Einstiegs- und Übernahmechancen nach dem Abschluss überdurchschnittlich gut. Wer über einen Wechsel nachdenkt, sollte sich frühzeitig bei der Agentur für Arbeit beraten lassen, denn über einen Bildungsgutschein lassen sich die Kosten oft komplett fördern.
Das Gesundheitswesen ist die Basis der Krankenversorgung und Gesunderhaltung und somit systemrelevant. Verschiedene Einrichtungen und Organisationen bilden zusammen das vielschichtige Gesundheitssystem, das auch viel berufliches Potenzial bietet. Wer nach neuen Perspektiven sucht und dabei an einen Job im Gesundheitsbereich denkt, kann nicht nur selbst vorankommen, sondern auch einen Beitrag zum Funktionieren der Versorgung leisten.
Im Gesundheitsbereich fehlt es vielfach an Fachkräften. Daher ist auch immer wieder von einem Pflegenotstand die Rede. Die Gesundheitsversorgung muss dennoch sichergestellt werden, weshalb Fachkräfte händeringend gesucht werden. Für Berufswechsler/innen ergeben sich daraus Chancen auf einen erfolgreichen beruflichen Neustart. Per Umschulung kann man im Gesundheitswesen Fuß fassen und eine zweite Karriere beginnen.
Wer darüber nachdenkt, sich für das Gesundheitswesen umschulen zu lassen, sollte sich vorab eingehend informieren, schließlich soll die zweite Chance richtig genutzt werden. Daher ist es ratsam, das Arbeitsamt mit ins Boot zu holen und sich dort beraten zu lassen. Möglicherweise können Umschüler/innen zudem eine Förderung erhalten. Einen breiteren Überblick über alle Wege in einen neuen Beruf bietet unsere Übersicht zur Umschulung über das Arbeitsamt.
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Inhaltsverzeichnis
- Berufsfeld Gesundheitswesen: Perspektiven und Verdienst
- Umschulungsberufe im Gesundheitswesen im Überblick
- Förderung über Bildungsgutschein und Arbeitsamt
- Der Berufsalltag im Gesundheitswesen
- Berufsaussichten und Arbeitsmarkt
- So läuft die Abschlussprüfung ab
- Häufige Fragen zur Umschulung im Gesundheitswesen

Berufsfeld Gesundheitswesen: Perspektiven und Verdienst
Das Gesundheitswesen umfasst verschiedene Einrichtungen und Organisationen, die gemeinsam die Krankenversorgung und Gesundheitsfürsorge sicherstellen. Dementsprechend ergeben sich hier unterschiedliche berufliche Perspektiven. Dies wird vor allem anhand der folgenden Einrichtungen deutlich, die als Arbeitsplätze im Gesundheitswesen in Betracht kommen:
- Arztpraxen
- Kliniken und Krankenhäuser
- Reha-Einrichtungen
- Medizinische Versorgungszentren
- Krankenkassen
- Pflegeeinrichtungen
- Altenheime
- Pflegedienste
- Apotheken
Unterschiedliche Einsatzbereiche und verschiedene Berufsbilder machen die Vielfalt des Gesundheitswesens als Tätigkeitsfeld aus. Zugleich lassen sich dadurch keine pauschalen Angaben zu den Verdienstmöglichkeiten machen. Das durchschnittliche Gehalt hängt stark vom jeweiligen Beruf, von der Einrichtung und vom geltenden Tarifvertrag ab. Als grobe Orientierung liegt das Einstiegsgehalt einer examinierten Pflegefachkraft nach Tarif häufig zwischen rund 3.000 und 3.700 Euro brutto im Monat, während Medizinische Fachangestellte je nach Tarifgruppe eher im Bereich von 2.400 bis 3.000 Euro brutto starten. Zuschläge für Schicht-, Nacht- und Wochenenddienst kommen in vielen Bereichen hinzu.
Umschulungsberufe im Gesundheitswesen im Überblick
Wer die guten Aussichten im Gesundheitswesen zu schätzen weiß und außerdem einen Beruf ausüben möchte, der anderen Menschen zu mehr Lebensqualität verhilft, ist mit einer Umschulung im Bereich Gesundheitswesen gut beraten. Auf diese Weise kann man der Perspektivlosigkeit des alten Berufs entkommen und den Quereinstieg in den Gesundheitsbereich schaffen.
Ohne Umschulung als solide Basis haben Quereinsteiger/innen im Gesundheitswesen zwar durchaus Chancen, doch ihre Perspektiven sind dann stark eingeschränkt. Wer langfristig etwas erreichen und sich im Gesundheitsbereich verwirklichen möchte, wird mit einer reinen Hilfstätigkeit auf Dauer selten zufrieden sein. Eine Umschulung führt dagegen zum offiziellen Abschluss mit allen Entwicklungsmöglichkeiten - vom Berufseinstieg bis zu späteren Fach- und Leitungsfunktionen.
Dass es sinnvoll ist, sich für eine zweite Karriere im Gesundheitsbereich umschulen zu lassen, steht außer Frage. Interessierte haben dabei die Qual der Wahl und sollten sich einen Überblick über die verschiedenen Berufsbilder verschaffen. Hier sind vor allem die folgenden Ausbildungsberufe zu nennen:
- Pflegefachmann/-frau (generalistische Pflegeausbildung seit 2020)
- Altenpfleger/in (heute Teil der generalistischen Pflege)
- Medizinische/r Fachangestellte/r
- Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r
- Ergotherapeut/in
- Physiotherapeut/in
- Pharmazeutisch-kaufmännische/r Angestellte/r
- Pharmazeutisch-technische/r Assistent/in
- Medizinische/r Technologe/-technologin für Radiologie
- Anästhesietechnische/r Assistent/in
- Kaufmann/-frau im Gesundheitswesen
Ein wichtiger Hinweis: Die früheren Berufe Gesundheits- und Krankenpfleger/in, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in sowie Altenpfleger/in wurden mit dem Pflegeberufegesetz zum generalistischen Beruf Pflegefachfrau/Pflegefachmann zusammengeführt. Wer heute eine Pflegeumschulung beginnt, erwirbt in der Regel diesen generalistischen Abschluss, der in der gesamten EU anerkannt ist. Detailseiten zu einzelnen Berufen findest du unter anderem für Pflegefachkraft, Altenpfleger/in, Medizinische Fachangestellte, Physiotherapeut/in und Ergotherapeut/in.
Voraussetzungen, Dauer und Kosten von Umschulungen im Gesundheitswesen
Neben der Berufswahl spielen auch die Rahmenbedingungen der jeweiligen Umschulungsmaßnahme eine nicht zu unterschätzende Rolle. In vielen Fällen erfolgt die Umschulung außerbetrieblich und somit als Lehrgang bei einem Bildungsträger, teils auch als betriebliche Umschulung in Klinik oder Praxis. Grundsätzlich gelten dabei die folgenden Bedingungen:
- Voraussetzung
in der Regel abgeschlossene Erstausbildung; für Pflegeberufe zusätzlich mittlerer Schulabschluss und gesundheitliche Eignung - Dauer
verkürzt meist zwei Jahre (Vollausbildung drei Jahre) - Kosten
je nach Anbieter unterschiedlich, bei Förderung über Bildungsgutschein für Teilnehmende kostenfrei
Die Umschulungsanbieter setzen auf Flexibilität und kommen Berufswechslern entgegen. Die Kosten können sich ohne Förderung dennoch auf mehrere Tausend Euro belaufen. Eine Förderung vom Arbeitsamt ist daher wichtig und kann aus einem Bildungsgutschein sowie Hilfen zum Lebensunterhalt bestehen.
Förderung über Bildungsgutschein und Arbeitsamt
Die zentrale Fördermöglichkeit ist der Bildungsgutschein nach dem Dritten Sozialgesetzbuch (SGB III). Stuft die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter eine Umschulung als notwendig ein - etwa weil der bisherige Beruf keine Perspektive mehr bietet oder gesundheitlich nicht mehr ausgeübt werden kann -, übernimmt sie in der Regel die kompletten Lehrgangskosten. Dazu zählen auch Prüfungsgebühren, notwendige Fahrtkosten und gegebenenfalls Kosten für die Kinderbetreuung.
Während der Umschulung wird der Lebensunterhalt in vielen Fällen weiter über Arbeitslosengeld oder Grundsicherungsgeld (Bürgergeld) gesichert. Wer eine betriebliche Umschulung in einer Klinik oder Praxis absolviert, erhält zusätzlich eine Ausbildungsvergütung vom Betrieb. Voraussetzung für die Förderung ist ein Beratungsgespräch beim zuständigen Vermittler und die Wahl eines nach der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV) zugelassenen Trägers. Passende AZAV-zugelassene Anbieter lassen sich über KURSNET der Bundesagentur für Arbeit finden. Neben der Umschulung fördert die Agentur auch kürzere Qualifizierungen - einen Überblick gibt unsere Seite zur Weiterbildung über das Arbeitsamt.
Der Berufsalltag im Gesundheitswesen
Der Arbeitsalltag unterscheidet sich je nach gewähltem Beruf deutlich. In der Pflege stehen die Betreuung, Versorgung und Beobachtung von Patient/innen im Mittelpunkt: Medikamente verabreichen, Vitalwerte kontrollieren, bei der Körperpflege unterstützen und die Behandlung dokumentieren. In Kliniken wird häufig im Schichtdienst gearbeitet, also auch nachts, an Wochenenden und Feiertagen. Dafür gibt es entsprechende Zuschläge.
Medizinische Fachangestellte in einer Praxis kombinieren dagegen Verwaltung und Patientenkontakt: Sie organisieren Termine, bereiten Behandlungen vor, assistieren dem Arzt oder der Ärztin, nehmen Blut ab und rechnen Leistungen ab. Therapeutische Berufe wie Physio- und Ergotherapie arbeiten eng am Menschen und begleiten Patient/innen über längere Zeit bei der Wiederherstellung ihrer Beweglichkeit und Selbstständigkeit.
Allen Gesundheitsberufen gemeinsam ist ein hohes Maß an Verantwortung, der direkte Kontakt zu Menschen und die Bereitschaft, sich fachlich weiterzubilden. Wer Empathie mitbringt, körperlich belastbar ist und sorgfältig arbeitet, findet im Gesundheitswesen einen sinnstiftenden Beruf mit sicherer Perspektive.
Berufsaussichten und Arbeitsmarkt
Kaum ein Wirtschaftszweig sucht so beständig Personal wie das Gesundheitswesen. Der demografische Wandel sorgt dafür, dass immer mehr ältere Menschen versorgt werden müssen, während gleichzeitig viele Fachkräfte in den Ruhestand gehen. Pflegeberufe zählen zu den Engpassberufen, für die die Bundesagentur für Arbeit einen dauerhaften Fachkräftebedarf feststellt. Für Umschüler/innen bedeutet das: Wer den Abschluss in der Tasche hat, findet in aller Regel schnell eine Anstellung.
Auch die Entwicklungsmöglichkeiten sind gut. Nach einigen Jahren Berufserfahrung stehen Fachweiterbildungen offen, etwa in der Intensivpflege, der Anästhesie oder im OP-Dienst. Über Weiterbildungen zur Fachwirtin oder zum Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen oder ein berufsbegleitendes Studium lassen sich Leitungs- und Managementpositionen erreichen. Die Umschulung ist damit oft nur der erste Schritt einer längeren Laufbahn im Gesundheitswesen.
Ein weiterer Vorteil ist die regionale Unabhängigkeit: Krankenhäuser, Praxen, Apotheken und Pflegeeinrichtungen gibt es in jeder Stadt und in ländlichen Regionen gleichermaßen. Wer einen Gesundheitsberuf erlernt, ist dadurch nicht an einen einzigen Arbeitsort gebunden und kann bei einem Umzug meist ohne lange Suche eine neue Stelle finden. Auch ein Wechsel zwischen Klinik, ambulantem Dienst und Verwaltung ist mit wachsender Erfahrung möglich, sodass sich der Beruf gut an die eigene Lebenssituation anpassen lässt.
So läuft die Abschlussprüfung ab
Umschulungen im Gesundheitswesen enden mit einer staatlichen oder kammerrechtlichen Abschlussprüfung. Bei den dualen Ausbildungsberufen wie Medizinische/r Fachangestellte/r nimmt die zuständige Ärztekammer beziehungsweise Landesärztekammer die Prüfung ab. Sie besteht aus einem schriftlichen Teil zu Behandlungsassistenz, Betriebsorganisation und Abrechnung sowie einer praktischen Prüfung mit Fachgespräch.
In der Pflege regelt das Pflegeberufegesetz die Prüfung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann. Sie umfasst einen schriftlichen, einen mündlichen und einen praktischen Teil, der direkt an Patient/innen abgenommen wird. Wer besteht, erhält eine staatlich anerkannte Berufsurkunde, die zur Führung der Berufsbezeichnung berechtigt. Bei außerbetrieblichen Umschulungen bereitet der Bildungsträger gezielt auf die Prüfung vor und begleitet die praktischen Einsätze in Kliniken, Praxen oder Pflegeeinrichtungen.