Umschulungen im Handwerk

Ein altes Sprichwort besagt, Handwerk habe goldenen Boden. Dass diese Weisheit einen wahren Kern hat, zeigt sich immer wieder aufs Neue, denn qualifizierte Handwerker/innen werden stets gebraucht. In vielen Bereichen herrscht gegenwärtig ein akuter Fachkräftemangel, der nicht nur zu langen Wartezeiten auf Seiten der Kunden führt, sondern langfristig die Existenz vieler Handwerksbetriebe gefährdet.

Menschen, die nach neuen beruflichen Perspektiven suchen und sich umorientieren wollen oder müssen, sollten über eine Umschulung im Handwerk nachdenken. So können sie sich für eine handwerkliche Tätigkeit qualifizieren und die exzellenten Aussichten für Handwerker/innen nutzen. Die Vielfalt an Handwerksberufen sowie die Besonderheiten einer Umschulungsmaßnahme dürfen dabei nicht außer Acht gelassen werden.

Angehende Handwerker/innen, die per Umschulung den Gesellenbrief anstreben, sollten sich beim Arbeitsamt beraten lassen. Außerdem lohnt es sich, vorab eine individuelle Recherche durchzuführen. Im Folgenden finden Interessierte weiterführende Informationen rund um die Umschulungsmöglichkeiten im Handwerk.

Tätigkeitsfeld Handwerk – Karrierechancen und Verdienstmöglichkeiten

Handwerker/in ist kein Beruf, sondern ein Oberbegriff für Fachkräfte im Handwerk. Wer an einer solchen Laufbahn Interesse hat, sollte um die Vielfalt der Handwerksberufe wissen.

Es gibt folglich kein einheitliches Tätigkeitsfeld, sondern die folgenden Tätigkeitsfelder:

  • Bau- und Ausbau
  • Textil
  • Elektronik
  • Metall
  • Holz
  • Gesundheit
  • Reinigung
  • Körperpflege
  • Lebensmittel
  • Glas
  • Keramik
  • Papier

Die unterschiedlichen Berufe zeichnen sich durch unterschiedlichste Aufgaben und Einsatzbereiche aus. Auch die Verdienstmöglichkeiten können stark variieren.

In all diesen Punkten kann es somit keine allgemeingĂĽltigen Angaben geben. Trotz aller Unterschiede eint die Tatsache, dass es im Handwerk um die Herstellung von Produkten oder Erbringung handwerklicher Dienstleistungen geht, alle Berufe des Handwerks.

Umschulungsmöglichkeiten im Handwerk

Die Vielfalt des Handwerks ergibt sich aus den unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern, die nach qualifizierten Fachkräften verlangen. Daher haben sich zahlreiche Handwerksberufe etabliert, die typischerweise mit einer dualen Berufsausbildung einhergehen. Alternativ dazu kann auch eine entsprechende Umschulung absolviert werden.

Nachfolgend gibt es eine Auswahl typischer Handwerksberufe, die auch fĂĽr eine UmschulungsmaĂźnahme in Betracht kommen:

  • Tischler/in
  • Friseur/in
  • Kfz-Mechatroniker/in
  • Raumausstatter/in
  • Ă„nderungsschneider/in
  • Feinoptiker/in
  • Buchbinder/in
  • Glaser/in
  • Bäcker/in
  • Fleischer/in

Rahmenbedingungen von handwerklichen Umschulungen

Obwohl vielfältige Möglichkeiten für eine Umschulung im Handwerk existieren und beispielsweise hinsichtlich der Inhalte keine allgemeingültigen Angaben gemacht werden können, herrscht im Bereich der Rahmenbedingungen weitestgehend Einheitlichkeit. Dies veranschaulicht die folgende Übersicht:

  • Voraussetzungen
    keine besondere Vorbildung, aber abgeschlossene Ausbildung in einem beliebigen Beruf
  • Dauer
    zwei Jahre
  • Kosten
    unterschiedlich, je nach Anbieter und Umschulungsform

Insbesondere die Finanzierung einer handwerklichen Umschulung muss vorab geklärt werden. Teilweise fallen hohe Lehrgangsgebühren an, die mehrere Tausend Euro betragen können.

AuĂźerdem muss der laufende Lebensunterhalt gesichert werden. Das Arbeitsamt ist hier gerne behilflich und kann die folgenden UnterstĂĽtzungsangebote bewilligen:

  • Bildungsgutschein
  • Hilfen zum Lebensunterhalt

Wer ist besonders geeignet fĂĽr eine Umschulung im Handwerk?

Die formalen Voraussetzungen für eine Umschulung im Handwerk sind überaus gering und somit keine ernstzunehmenden Hürden. Entscheidend ist lediglich, dass man bereits einen anderen Beruf erlernt hat und nun umsatteln möchte.

Im Handwerk kommt es allerdings auf weitaus mehr an. So sollten Interessierte die folgenden Punkte selbstkritisch hinterfragen:

  • handwerkliches Geschick
  • technisches Verständnis
  • Belastbarkeit
  • Interesse am Handwerk

Wer diese Kriterien erfĂĽllt, kann im Handwerk seine ErfĂĽllung finden und nach einer entsprechenden Umschulung Karriere machen.

Wo werden Umschulungen in handwerklichen Berufen angeboten?

Menschen, die einen anderen Beruf gelernt haben und nun einen Handwerksberuf ergreifen möchten, können sich auf unterschiedliche Art und Weise umschulen lassen.

Grundsätzlich gibt es hier die folgenden Optionen:

  • AuĂźerbetriebliche Umschulung – Lehrgang bei einem speziellen Bildungsanbieter
  • Betriebliche Umschulung – Umschulung in einem Handwerksbetrieb

Auf der Suche nach dem richtigen Anbieter sollten angehende UmschĂĽler/innen daher gleichermaĂźen an Bildungseinrichtungen und Betriebe denken. Das Arbeitsamt kann im Zuge der Recherche behilflich sein und oftmals den Kontakt herstellen.

Wie geht es nach einer handwerklichen Umschulung weiter?

Der erfolgreiche Abschluss einer handwerklichen Umschulung fĂĽhrt zum ersehnten Gesellenbrief der Handwerkskammer und sorgt fĂĽr gute Berufsaussichten.

Langfristig sollten versierte Handwerker/innen aber auch an Weiterbildungen teilnehmen, um auf dem Laufenden zu bleiben und ihre Qualifizierung auszubauen. Einzelne Seminare sind dazu zwar gut geeignet, aber eine der folgenden Fortbildungen sorgt für einen höheren beruflichen Abschluss:

  • Meister/in
  • Techniker/in
  • Technische/r Fachwirt/in
  • Fachmann/-frau fĂĽr kaufmännische BetriebsfĂĽhrung HwO

Die zunehmende Akademisierung geht auch am Handwerk nicht spurlos vorbei und kann Anlass dazu geben, anstelle einer Weiterbildung ein Studium zu absolvieren.

Indem Handwerker/innen ein berufsbegleitendes Studium aufnehmen, können sie parallel dem Beruf nachgehen und so die handwerkliche Praxis mit der wissenschaftlichen Theorie verbinden.

Die folgenden Studienformen sind dazu bestens geeignet:

  • Abendstudium
  • Fernstudium
  • Teilzeitstudium