Umschulung Tischler - Quereinstieg über das Arbeitsamt
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
- Die Umschulung zum Tischler beziehungsweise zur Tischlerin dauert in Vollzeit meist 24 Monate und endet mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer (HWK).
- Als anerkannter Ausbildungsberuf lässt sich die Umschulung über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters komplett finanzieren.
- Möglich sind eine betriebliche Umschulung mit Praxis im Betrieb sowie eine außerbetriebliche Variante bei einem AZAV-zugelassenen Bildungsträger.
- Formale Zugangsvoraussetzungen gibt es keine; wichtiger sind handwerkliches Geschick, Genauigkeit und körperliche Belastbarkeit.
- Ausgebildete Tischlergesellen verdienen im Schnitt rund 2.800 Euro brutto im Monat, je nach Region, Betrieb und Berufserfahrung.
Die Umschulung zum Tischler beziehungsweise zur Tischlerin dauert in Vollzeit in der Regel 24 Monate und schließt mit der anerkannten Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer ab. Sie richtet sich an Menschen, die ihren bisherigen Beruf nicht mehr ausüben können oder wollen und einen Neustart im Holzhandwerk suchen. Über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit lässt sich die Qualifizierung in vielen Fällen vollständig fördern.
Für viele ist der Berufswechsel Zwang und Chance zugleich: Einerseits erzwingen gesundheitliche Gründe oder ein weggefallener Arbeitsplatz die Umorientierung, andererseits lässt sich die Leidenschaft für das Arbeiten mit Holz so zum Beruf machen. Wer diesen Schritt plant, sollte sich gründlich informieren und die Beratungsangebote des Arbeitsamtes nutzen. Auf dieser Seite finden Interessierte die wichtigsten Fakten zu Ablauf, Voraussetzungen, Kosten und Förderung.

Umschulung oder Weiterbildung per Fernstudium
Viele Umschulungen und Weiterbildungen lassen sich flexibel per Fernstudium absolvieren - bei Förderung bis zu 100 Prozent über den Bildungsgutschein. Fordern Sie kostenloses Infomaterial direkt bei den Anbietern an und vergleichen Sie in Ruhe: Die Lehrgänge unterscheiden sich in Dauer, Service und Preis.

SGD Studiengemeinschaft Darmstadt
Staatlich zugelassen (ZFU) · seit 1948
- Umschulungen, Weiterbildungen & Abschlüsse
- 4 Wochen kostenloses Probestudium
- Förderung per Bildungsgutschein möglich

Fernakademie für Erwachsenenbildung
Staatlich zugelassen (ZFU) · Klett-Gruppe
- Über 100 Fernlehrgänge zur Wahl
- 4 Wochen kostenloses Probestudium
- Berufsbegleitend von zu Hause lernen

ILS Institut für Lernsysteme
Staatlich zugelassen (ZFU) · größte Fernschule
- Deutschlands größte Fernschule
- 4 Wochen kostenloses Probestudium
- Über 200 Fernkurse im Angebot
Die vorgestellten Fernschulen sind Werbepartner. Wenn Sie über einen dieser Links Infomaterial anfordern, erhalten wir unter Umständen eine Provision - für Sie bleibt es kostenlos und unverbindlich.
Inhaltsverzeichnis
- Berufsbild Tischler/in - Aufgaben und Verdienst
- So läuft die Umschulung zum Tischler ab
- Voraussetzungen, Dauer und Kosten im Überblick
- Für diese Menschen eignet sich die Tischler-Umschulung
- Fördermöglichkeiten über das Arbeitsamt
- Alternativen und verwandte Berufe
- Weiterbildung und Studium für Tischler/innen
- Der Berufsalltag als Tischler/in
- So läuft die Gesellenprüfung ab
- Häufige Fragen zur Tischler-Umschulung
Berufsbild Tischler/in - Aufgaben und Verdienst
Als Tischler/in widmet man sich der Herstellung von Türen, Fenstern und Möbeln aus Holz. Auch der Innenausbau fällt in das typische Aufgabengebiet der Tischlerei. Die Arbeit mit Holz und Holzwerkstoffen ist das prägende Element des Tischlerhandwerks. In vielen Regionen wird der Beruf auch Schreiner/in genannt - gemeint ist derselbe Ausbildungsberuf.
Insbesondere in den folgenden Bereichen erwarten Tischler/innen gute Beschäftigungsmöglichkeiten:
- Tischlerei und Schreinerei
- Innenausbau und Ladenbau
- Bauwesen und Bauelementehandel
- Möbelbau und Möbelindustrie
Die Arbeit mit Holz wird von vielen Menschen als sehr erfüllend empfunden. Nach der Umschulung liegt das durchschnittliche Einkommen eines Tischlergesellen bei rund 2.800 Euro brutto im Monat, was etwa 34.000 Euro brutto im Jahr entspricht. Je nach Region, Tarifbindung, Betriebsgröße und Berufserfahrung kann das Gehalt spürbar abweichen. In Betrieben mit Tarifvertrag orientiert sich die Bezahlung an festgelegten Stundenlöhnen.
So läuft die Umschulung zum Tischler ab
Die Umschulung zum Tischler beziehungsweise zur Tischlerin führt Berufswechsler/innen an das Tischlereihandwerk heran und vermittelt die notwendigen Kenntnisse und Kompetenzen für einen anerkannten Berufsabschluss. Da die Umschulung die reguläre dreijährige Ausbildung verkürzt abbildet, ist der Lehrplan dicht gepackt. Für den späteren Beruf ausschlaggebend ist der Gesellenbrief der Handwerkskammer.
Zu den zentralen Inhalten des Lehrgangs gehören:
- Mathematik und technisches Zeichnen
- Werkstoffkunde (Hölzer und Holzwerkstoffe)
- Umgang mit Hand- und Maschinenwerkzeugen
- Holzverbindungen
- Holzschutzmaßnahmen
- Möbelbau
- Innenausbau
- Montage und Demontage
- Behandlung und Veredlung von Oberflächen
- Arbeitssicherheit
- Kommunikation und Kundenberatung
- Organisation und Arbeitsplanung
Bei einer betrieblichen Umschulung wechseln sich Praxis im Ausbildungsbetrieb und Unterricht in der Berufsschule ab, ähnlich wie in der dualen Ausbildung. Die außerbetriebliche Umschulung findet dagegen überwiegend in der Werkstatt eines Bildungsträgers statt und wird durch Praktika ergänzt. In beiden Fällen legen die Teilnehmenden am Ende die Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer ab.
Voraussetzungen, Dauer und Kosten im Überblick
Wenn es eine Umschulung zur Tischlerin beziehungsweise zum Tischler sein soll, lohnt ein genauer Blick auf den Ablauf. Bei der Recherche zeigt sich schnell, dass außerbetriebliche Lehrgänge häufig sind. Es gibt aber auch die Möglichkeit einer betrieblichen Umschulung, die die Praxis stärker in den Vordergrund stellt.
Unabhängig von der Umschulungsform gelten folgende Rahmenbedingungen:
- Voraussetzung: keine formalen Zugangsvoraussetzungen; ein Schulabschluss ist von Vorteil
- Dauer: in der Regel 24 Monate in Vollzeit, in Teilzeit entsprechend länger
- Abschluss: Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer (HWK)
- Kosten: bei Förderung über den Bildungsgutschein für Teilnehmende kostenfrei
Die konkreten Konditionen können je nach Lehrgang und Anbieter variieren. Angehende Tischler/innen tun daher gut daran, mehrere Angebote zu vergleichen und sich vorab beim Arbeitsamt beraten zu lassen. Passende Lehrgänge lassen sich über KURSNET, die Weiterbildungsdatenbank der Bundesagentur für Arbeit, finden.
Für diese Menschen eignet sich die Tischler-Umschulung
Die Umschulung zum/zur Tischler/in ist nicht jedermanns Sache. Man sollte bereit sein, einen neuen Beruf von Grund auf zu erlernen. Außerdem sind bestimmte Eigenschaften hilfreich, um im Tischlerhandwerk Fuß zu fassen:
- handwerkliches Geschick
- Freude an der Be- und Verarbeitung von Holz
- körperliche Belastbarkeit
- Einsatzbereitschaft und Zuverlässigkeit
- Genauigkeit und räumliches Vorstellungsvermögen
Unter diesen Voraussetzungen kann der Quereinstieg als Tischler/in gelingen. So markiert die Umschulung den Wendepunkt in der beruflichen Laufbahn und eröffnet neue Perspektiven. Wer unsicher ist, ob der Beruf zu ihm passt, kann vorab ein Praktikum in einer Tischlerei absolvieren und den Arbeitsalltag kennenlernen.
Fördermöglichkeiten über das Arbeitsamt
Viele angehende Umschüler/innen können ihren bisherigen Beruf aus gesundheitlichen oder wirtschaftlichen Gründen nicht mehr ausüben und sind auf Unterstützung angewiesen. Die Kosten einer Umschulung zum/zur Tischler/in übersteigen die finanziellen Möglichkeiten oft deutlich. Neben den Lehrgangsgebühren muss auch der laufende Lebensunterhalt gesichert sein.
Das Arbeitsamt kann eine Förderung gewähren. Wird die Umschulung als notwendig anerkannt, stellt die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter einen Bildungsgutschein aus, der die Lehrgangskosten übernimmt. Der Lebensunterhalt läuft über Arbeitslosengeld weiter. Voraussetzung ist, dass der Bildungsträger AZAV-zugelassen ist. Zusätzlich sind nach aktueller Rechtslage ein monatliches Weiterbildungsgeld von 150 Euro sowie Erfolgsprämien für bestandene Zwischen- und Abschlussprüfung möglich. Über die konkreten Ansprüche entscheidet die zuständige Beraterin oder der Berater im Einzelfall.
Mehr zu Förderwegen und weiteren Berufen bündelt unsere Übersicht zur Umschulung über das Arbeitsamt. Wer sich statt einer kompletten Umschulung zunächst weiterbilden möchte, findet Hinweise im Bereich Weiterbildung über das Arbeitsamt.
Alternativen und verwandte Berufe
Wer nach dem Schulabschluss eine andere Richtung eingeschlagen hat und nun doch Tischler/in werden möchte, weiß die Möglichkeit einer Umschulung sehr zu schätzen. Anstelle einer klassischen Umschulung kommt vielleicht auch eine berufsbegleitende Ausbildung in Betracht. Die Teilnehmenden absolvieren die Tischler-Ausbildung so in Teilzeit und müssen den Abschluss nicht zwingend über einen außerbetrieblichen Lehrgang nachholen.
Diejenigen, die einen Quereinstieg planen, sich aber noch nicht auf den Tischlerberuf festlegen möchten, sollten verwandte Berufe als Alternativen im Hinterkopf haben. Da Tischler und Schreiner denselben Beruf bezeichnen, lohnt der Blick eher auf angrenzende Gewerke:
- Zimmerer/Zimmerin und andere Bauberufe wie Zimmermann
- Parkettleger/in und Bodenleger/in
- Holzmechaniker/in in der Möbelindustrie
- Raumausstatter/in im Bereich Raumausstattung
Die Arbeit mit Holz findet nicht nur im klassischen Tischlerhandwerk statt. Wer sich dessen bewusst ist, hat auf der Suche nach neuen Perspektiven eine ganze Reihe an Möglichkeiten. Beim beruflichen Neuanfang sollte man die Qualifizierung mit Bedacht wählen. Eine Beratung beim Arbeitsamt hilft, schlussendlich erfordert die Entscheidung aber auch eigene Recherche.
Wer das Tischlerhandwerk erlernen möchte, obwohl private Verpflichtungen einer Ausbildung oder Umschulung in Vollzeit im Wege stehen, muss nicht verzagen. Berufsbegleitende Ausbildungen in Teilzeit sind seit geraumer Zeit auf dem Vormarsch und kommen auch für angehende Tischler/innen infrage. So lässt sich der Beruf unabhängig von der jeweiligen Lebenssituation erlernen und die Basis für eine Laufbahn im Tischlerhandwerk schaffen.
Weiterbildung und Studium für Tischler/innen
Nach einer Ausbildung oder Umschulung zum/zur Tischler/in hat man den Berufsabschluss in der Tasche, sollte aber auch an weitere Qualifizierungen denken. Lebenslanges Lernen lässt sich durch regelmäßige Weiterbildungen umsetzen. Seminare sind eine gute Möglichkeit, um sich einzelnen Themen intensiver zu widmen.
Ein höherer Abschluss winkt im Rahmen einer der folgenden Fortbildungen:
- Techniker/in - Holztechnik
- Tischlermeister/in beziehungsweise Schreinermeister/in
- Techniker/in - Bautechnik
- Techniker/in - Baudenkmalpflege und Altbauerneuerung
Auch auf Tischler/innen hat die zunehmende Akademisierung Auswirkungen. Wer nachhaltig aufsteigen möchte, hat mit einem Studienabschluss oft bessere Karten. Aus diesem Grund kann nach der Umschulung ein Studium neben dem Beruf zum Bachelor oder Master eine gute Wahl sein. Infrage kommt beispielsweise ein Fernstudium, Abendstudium oder anderes Teilzeitstudium in einer der folgenden Disziplinen:
- Holztechnik
- Architektur
- Innenarchitektur
- Produktdesign
- Restaurierung
Der Berufsalltag als Tischler/in
Der Arbeitsalltag im Tischlerhandwerk ist abwechslungsreich und verbindet Kopf- und Handarbeit. Am Anfang eines Auftrags stehen häufig ein Kundengespräch und die Planung: Maße werden aufgenommen, Materialien ausgewählt und Zeichnungen erstellt. In der Werkstatt geht es anschließend an das Zuschneiden, Fräsen, Hobeln und Verleimen der Werkstücke. Moderne Tischlereien arbeiten dabei sowohl mit klassischen Handwerkzeugen als auch mit computergesteuerten Maschinen.
Neben der Werkstattarbeit gehört oft auch die Montage beim Kunden vor Ort zum Beruf, etwa der Einbau von Einbauschränken, Türen oder Treppen. Tischler/innen tragen dabei Verantwortung für ein sauberes und maßhaltiges Ergebnis. Körperliche Belastbarkeit ist wichtig, da viel im Stehen gearbeitet wird und schwere Werkstücke bewegt werden. Wer gerne sichtbare Ergebnisse schafft und mit dem Werkstoff Holz arbeitet, findet in diesem Beruf viel Zufriedenheit.
So läuft die Gesellenprüfung ab
Die Umschulung endet wie die reguläre Ausbildung mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer. Sie besteht aus einem praktischen und einem theoretischen Teil. Im praktischen Teil fertigen die Prüflinge in der Regel ein Gesellenstück oder eine Arbeitsprobe an und dokumentieren die einzelnen Arbeitsschritte. Bewertet werden Maßhaltigkeit, Verarbeitung und die fachgerechte Ausführung.
Der theoretische Teil prüft schriftlich Fachwissen aus Bereichen wie Werkstoffkunde, Technologie, Technische Mathematik und Wirtschafts- sowie Sozialkunde. Wer beide Teile besteht, erhält den Gesellenbrief der Handwerkskammer und darf die Berufsbezeichnung Tischler/in beziehungsweise Schreiner/in führen. Zur Vorbereitung bieten viele Bildungsträger gezielte Prüfungsvorbereitung an, die in den Lehrgang integriert ist.
Häufige Fragen zur Tischler-Umschulung
Wie lange dauert die Umschulung zum Tischler?
Welchen Abschluss erhält man nach der Umschulung?
Zahlt das Arbeitsamt die Umschulung zum Tischler?
Welche Voraussetzungen brauche ich für die Tischler-Umschulung?
Was verdient man als Tischler nach der Umschulung?
Was ist der Unterschied zwischen Tischler und Schreiner?
Menschen, die ihren Berufswechsel nutzen möchten, um mit dem Werkstoff Holz zu arbeiten, treffen mit der Tischler-Umschulung eine gute Wahl. Zunächst sollten sie sich aber umfassend informieren und dabei den folgenden Tipp aus unserer Redaktion beherzigen.
Nehmen Sie Kontakt mit Anbietern und dem Arbeitsamt auf!
Interessierte an einer Tischler-Umschulung sollten nach geeigneten Bildungseinrichtungen recherchieren und diese kontaktieren. AZAV-zugelassene Anbieter lassen sich über KURSNET der Bundesagentur für Arbeit finden.
Zudem sollten sie einen Beratungstermin beim Arbeitsamt vereinbaren und dort ihr Vorhaben besprechen. So hat man mehrere Ansprechpartner und erhält einen umfassenden Eindruck von der Qualifizierung zum/zur Tischler/in.