Umschulung Zimmermann - Quereinstieg über das Arbeitsamt

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DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

  • Die offizielle Berufsbezeichnung lautet Zimmerer beziehungsweise Zimmerin, umgangssprachlich spricht man weiterhin vom Zimmermann.
  • Die Umschulung dauert in Vollzeit meist zwei Jahre und endet mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer (HWK).
  • Über einen Bildungsgutschein kann die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter die Lehrgangskosten vollständig übernehmen.
  • Eine schulische Vorbildung ist nicht zwingend vorgeschrieben; handwerkliches Geschick, Schwindelfreiheit und körperliche Belastbarkeit sind wichtiger.
  • Zimmerleute sind im Holz- und Dachbau stark gefragt, das Gehalt liegt je nach Region und Erfahrung meist zwischen rund 24.000 und 40.000 Euro brutto im Jahr.
2 JahreDauerVollzeit / je nach Lehrgang
24.000-40.000 €Verdienstbrutto/Jahr
HWK-GesellenprüfungAbschlussAnerkannte Qualifikation
BildungsgutscheinFörderung§ 81 SGB III, AZAV-Träger

Wer sich per Umschulung zum Zimmermann qualifizieren möchte, sollte zunächst wissen, dass die offizielle Berufsbezeichnung Zimmerer beziehungsweise Zimmerin lautet. Die Zweitausbildung eröffnet einen fundierten Quereinstieg in ein gefragtes Bauhandwerk. Wenn der alte Job keine Perspektiven mehr bietet, kann ein Berufswechsel der richtige Schritt sein. Mithilfe der Agentur für Arbeit lässt sich als Quereinsteiger/in eine anerkannte Qualifikation erlangen und nach der Zimmermann-Umschulung neu durchstarten.

Die Umschulung zum Zimmerer beziehungsweise zur Zimmerin will gut überlegt sein. Interessierte sollten nicht vorschnell eine Berufswahl treffen, sondern sich eingehend mit dem Berufsbild befassen. Ein Beratungstermin beim Arbeitsamt rund um die Möglichkeiten eines Berufswechsels ist ebenfalls dringend anzuraten.

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Inhaltsverzeichnis

Zimmerer bei der Holzbearbeitung auf einer Dachkonstruktion aus Holz

Berufsbild Zimmerer und Zimmerin - Karrierechancen und Verdienstmöglichkeiten

Menschen mit ernsthaftem Interesse an einem beruflichen Neuanfang als Zimmerer beziehungsweise Zimmerin sollten dem Berufsbild auf den Grund gehen. Grundsätzlich sind Zimmerleute für die Herstellung von Bauten und Konstruktionen aus Holz zuständig. Dabei kann es sich um Bauelemente, Dämmstoffe oder auch Bauteile handeln. Darüber hinaus fallen die Sanierung und Restauration von Gebäudeteilen aus Holz sowie der Bau und die Instandsetzung von Holzdächern in ihren typischen Aufgabenbereich.

Überall dort, wo Holz professionell ver- und bearbeitet wird, ergeben sich Beschäftigungsmöglichkeiten für Zimmerleute. Sie finden vor allem in den folgenden Bereichen eine Anstellung:

Wer gerne mit Holz arbeitet und einem handwerklichen Beruf nachgehen möchte, findet als Zimmerer eine erfüllende Tätigkeit. Zugleich sind die Verdienstmöglichkeiten von großem Interesse. Diese können regional und je nach Betrieb variieren, doch besteht die Aussicht auf ein durchschnittliches Gehalt zwischen rund 24.000 Euro und 40.000 Euro brutto im Jahr. Mit Meisterbrief oder Spezialisierung sind höhere Bezüge möglich.

So läuft die Zimmermann-Umschulung ab

Die Qualifizierung zum Zimmerer beziehungsweise zur Zimmerin erfolgt in der regulären Erstausbildung im Rahmen einer dualen Berufsausbildung. Die Auszubildenden werden betrieblich ausgebildet und besuchen zugleich die Berufsschule. Durch das duale System werden sie in Theorie und Praxis geschult und so auf die Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer vorbereitet.

Die HWK-Prüfung müssen auch Umschüler/innen ablegen, obgleich ihre Qualifizierung anders abläuft. In den meisten Fällen nehmen sie an einem außerbetrieblichen Umschulungslehrgang bei einem AZAV-zugelassenen Anbieter teil und absolvieren begleitende Betriebspraktika, um praktische Erfahrung im echten Baustellenalltag zu sammeln.

Die Zimmermann-Umschulung richtet sich an Quereinsteiger/innen aus anderen Branchen, die einen beruflichen Neuanfang planen. Unabhängig von der Lehrgangsform stehen die folgenden Inhalte auf dem Plan, um angehenden Zimmerleuten die notwendigen Kenntnisse und Kompetenzen zu vermitteln:

Voraussetzungen, Dauer und Kosten der Zimmermann-Umschulung

Berufswechsler/innen, die als Zimmerleute durchstarten möchten, müssen für den Quereinstieg die entsprechende Umschulung absolvieren. Diese kommt in der Regel als außerbetrieblicher Lehrgang daher und unterscheidet sich damit teilweise erheblich von der dualen Ausbildung.

Zum besseren Verständnis gibt es nachfolgend eine Übersicht über die üblichen Konditionen:


Finanzierung der Zimmermann-Umschulung über das Arbeitsamt

Die Lehrgangsgebühren und die laufenden Lebenshaltungskosten sorgen während einer Umschulung für finanziellen Druck. Das Arbeitsamt kann hier Abhilfe schaffen und den beruflichen Neuanfang unterstützen.

Einerseits kann eine Kostenübernahme per Bildungsgutschein erfolgen, andererseits können Leistungen zum Lebensunterhalt gewährt werden. So wird die Umschulung zum Zimmerer auch für Arbeitssuchende ohne eigenes Einkommen möglich. Ausführliche Hinweise finden sich in unserem Überblick zur Weiterbildung über das Arbeitsamt.


Alternativen zur Umschulung zum Zimmermann

Als Quereinsteiger/in Zimmerin beziehungsweise Zimmerer zu werden, übt auf viele Menschen eine Faszination aus. Neben einer Umschulung kann auch eine berufsbegleitende Ausbildung diesen Berufswechsel ermöglichen. Es existieren allerdings auch einige Umschulungsalternativen, die im Zuge der Entscheidungsfindung beachtet werden sollten.

Hier sind beispielsweise die folgenden verwandten Bauhandwerksberufe zu nennen:

Einen umfassenden Überblick über weitere Berufe bietet unsere Übersicht zur Umschulung über das Arbeitsamt. Wer sich eher zur Möbelfertigung hingezogen fühlt, findet zudem im eng verwandten Beruf des Schreiners eine Alternative.

Weiterbildungsmöglichkeiten für Zimmerleute

All diejenigen, die sich als Zimmerleute qualifizieren, sollten das lebenslange Lernen ernst nehmen. Dementsprechend empfiehlt es sich, regelmäßig an Seminaren teilzunehmen und auch die folgenden Fortbildungen ins Auge zu fassen:

Nicht zu vergessen sind außerdem die Möglichkeiten eines berufsbegleitenden Studiums. Per Fernstudium, Abendstudium oder anderem Teilzeitstudium lässt sich nebenbei studieren und so ein akademischer Grad mit internationaler Anerkennung erlangen. Es winkt beispielsweise der Bachelor oder Master in Bauingenieurwesen, Holztechnik oder Architektur.


Stellenangebote für Zimmerer

Die Aussicht auf bessere Berufschancen veranlasst viele Menschen dazu, sich zum Zimmermann umschulen zu lassen. Im Vorfeld der Maßnahme sollte man sichergehen, dass sich durch den Abschluss tatsächlich bessere Perspektiven ergeben.

Eine Beratung beim Arbeitsamt kann hier aufschlussreich sein. Darüber hinaus lohnt es sich, aktuelle Stellenangebote für Zimmerer und Zimmerinnen über die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit herauszusuchen. So bekommt man ein Gefühl für die Lage auf dem Arbeitsmarkt und wird auf potenzielle Arbeitgeber aufmerksam.


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Stellenangebote und Arbeitsmarkt für Zimmerleute

Der Holzbau erlebt seit einigen Jahren einen deutlichen Aufschwung. Klimafreundliches Bauen, energetische Sanierung und der Trend zum mehrgeschossigen Holzbau sorgen für stabile Nachfrage nach qualifizierten Zimmerleuten. Viele Betriebe berichten von unbesetzten Stellen, weshalb ausgebildete Fachkräfte gute Aussichten auf eine feste Anstellung haben.

Zimmerleute finden Beschäftigung in klassischen Zimmereien, im modernen Holzrahmen- und Fertighausbau sowie bei Betrieben, die sich auf Dachstühle und Sanierung spezialisiert haben. Wer bereit ist, überregional oder auf Montage zu arbeiten, verbessert die Chancen zusätzlich. Auch die Selbstständigkeit mit Meisterbrief ist im Zimmererhandwerk ein realistischer Weg.

Für Umschüler/innen ist der zeitliche Wert der Maßnahme gut investiert: Zwei Jahre Qualifizierung führen in einen Beruf, dem Fachkräftemangel und die Bauwende gute Zukunftsaussichten bescheinigen. Regionale Unterschiede bleiben bestehen, doch bundesweit gilt das Zimmererhandwerk als eines der stabileren Bausegmente. Wer sich frühzeitig auf einen Bereich wie den Ingenieurholzbau oder die Altbausanierung spezialisiert, hebt sich im Bewerbungsprozess zusätzlich ab.

Die berufsbegleitende Ausbildung für angehende Zimmerer und Zimmerinnen

Neben anderen Berufen bietet sich auch eine berufsbegleitende Ausbildung als Alternative zur Zimmerer-Umschulung an. Im Zuge dessen absolvieren die Teilnehmenden die Berufsausbildung in Teilzeit. Dadurch verlängert sich zwar die Dauer, doch im Gegenzug lassen sich familiäre Verpflichtungen weiterhin erfüllen.

Die Betreuung des eigenen Nachwuchses oder die Pflege eines Angehörigen steht einer solchen Qualifizierung zum Zimmermann beziehungsweise zur Zimmerin somit nicht im Wege. Wichtig zu wissen: Die körperlich anspruchsvolle Arbeit auf Baustellen und Dächern lässt sich in Teilzeit organisieren, verlangt aber dennoch volle körperliche Belastbarkeit während der Präsenzzeiten.

Der Berufsalltag als Zimmerer

Der Arbeitstag von Zimmerleuten beginnt häufig früh und findet zu großen Teilen im Freien statt. Auf der Baustelle richten sie zunächst den Arbeitsplatz ein, sichern ihn und prüfen die angelieferten Materialien. Anschließend werden Hölzer nach Aufmaß zugeschnitten, abgebunden und zu tragfähigen Konstruktionen zusammengefügt. Der klassische Dachstuhl gehört ebenso zum Alltag wie Holzrahmenwände, Balkenlagen oder Carports.

Ein großer Teil der Arbeit spielt sich in der Höhe ab, weshalb Schwindelfreiheit und ein sicherer Umgang mit Gerüsten, Leitern und Absturzsicherungen unverzichtbar sind. Zimmerleute arbeiten mit Handwerkzeugen ebenso wie mit Maschinen, zunehmend auch mit computergestützten Abbundanlagen. Genauigkeit ist entscheidend, denn ein falsch abgebundener Sparren kann eine gesamte Dachkonstruktion beeinträchtigen. Wetterfestigkeit, Teamfähigkeit und räumliches Vorstellungsvermögen prägen den Beruf zusätzlich.

Wer aus einem Bürojob umschult, sollte sich der körperlichen Anforderungen bewusst sein. Zugleich bietet der Beruf ein hohes Maß an Sinnstiftung: Am Ende eines Arbeitstages steht ein sichtbares, oft langlebiges Werk aus Holz, das für Jahrzehnte Bestand hat.

So läuft die Abschlussprüfung ab

Die Umschulung zum Zimmerer endet mit der Gesellenprüfung vor der zuständigen Handwerkskammer. Diese gliedert sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil. Im schriftlichen Bereich werden Kenntnisse in Bautechnik, Werkstoffkunde, technischer Mathematik sowie Arbeits- und Gesundheitsschutz abgefragt.

Der praktische Prüfungsteil verlangt die Anfertigung eines Prüfungsstücks sowie die Ausführung von Arbeitsproben unter Aufsicht. Häufig fertigen die Prüflinge dabei eine Holzverbindung oder ein Konstruktionsdetail nach vorgegebener Zeichnung an. Bewertet werden Maßgenauigkeit, saubere Ausführung und der fachgerechte Umgang mit Werkzeug und Material.

Wer die Prüfung besteht, erhält den anerkannten Gesellenbrief im Zimmererhandwerk. Damit stehen alle weiteren Wege offen, vom festen Arbeitsverhältnis über die Meisterschule bis hin zur Selbstständigkeit. Bei Nichtbestehen kann die Prüfung in der Regel zweimal wiederholt werden.

Häufige Fragen zur Umschulung Zimmermann

Wie lange dauert die Umschulung zum Zimmermann?
In Vollzeit dauert die Umschulung zum Zimmerer beziehungsweise zur Zimmerin in der Regel zwei Jahre. Sie ist damit gegenüber der dreijährigen Erstausbildung verkürzt. In Teilzeit verlängert sich die Dauer entsprechend. Am Ende steht die Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer.

Übernimmt das Arbeitsamt die Kosten der Zimmermann-Umschulung?
Ja, die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter kann die Lehrgangskosten per Bildungsgutschein vollständig übernehmen. Voraussetzung ist ein Beratungsgespräch und die Feststellung, dass die Umschulung die berufliche Eingliederung fördert. Zusätzlich sind Leistungen zum Lebensunterhalt möglich.

Welche Voraussetzungen brauche ich für die Umschulung?
Eine bestimmte schulische Vorbildung ist nicht zwingend vorgeschrieben. Entscheidend sind handwerkliches Geschick, körperliche Belastbarkeit, Schwindelfreiheit und die Bereitschaft, im Freien und in der Höhe zu arbeiten. Ein Beratungsgespräch beim Arbeitsamt klärt die individuellen Fördervoraussetzungen.

Heißt der Beruf Zimmermann oder Zimmerer?
Die offizielle Berufsbezeichnung lautet Zimmerer beziehungsweise Zimmerin. Umgangssprachlich ist weiterhin der Begriff Zimmermann verbreitet. Beide Bezeichnungen meinen denselben Beruf des Holzbau-Handwerkers, der Bauwerke und Konstruktionen aus Holz erstellt.

Wie viel verdient man als Zimmerer?
Das Jahresbruttogehalt liegt je nach Region, Betrieb und Erfahrung meist zwischen rund 24.000 und 40.000 Euro. Mit Meisterbrief, Spezialisierung oder in der Selbstständigkeit sind höhere Bezüge möglich. Tarifgebundene Betriebe zahlen in der Regel besser als nicht tarifgebundene.

Welche Alternativen gibt es zur Zimmermann-Umschulung?
Verwandte Bauhandwerksberufe sind Dachdecker, Tischler und Fliesenleger. Auch eine berufsbegleitende Ausbildung in Teilzeit kann den Wechsel ins Zimmererhandwerk ermöglichen. Wer sich eher für Möbel und Innenausbau interessiert, findet im Beruf des Schreiners eine passende Alternative.

Achtung! Tipp aus der Redaktion

Die Umschulung zur Zimmerin beziehungsweise zum Zimmermann bietet spannende Perspektiven und ermöglicht einen fundierten Quereinstieg ins Handwerk. Gleichzeitig ergeben sich einige Fragen. Daher ist es sinnvoll, den folgenden Tipp aus unserer Redaktion zu beherzigen.

Nehmen Sie Kontakt mit mehreren Umschulungsanbietern auf!

Ein Beratungstermin beim Arbeitsamt ist für Berufswechsler/innen unverzichtbar. Hier erhalten sie mitunter Zugang zum Bildungsgutschein als Förderung. Unabhängig davon sollten angehende Zimmerer und Zimmerinnen mit verschiedenen AZAV-zugelassenen Umschulungsanbietern in Kontakt treten, die sich über KURSNET der Bundesagentur für Arbeit finden lassen.

So gewinnen sie einen persönlichen Eindruck und erhalten alle relevanten Informationen aus erster Hand. Weiterhin lassen sich Vergleiche anstellen, sodass man die passende Umschulung findet und die richtigen Weichen für den Neustart im Zimmerhandwerk stellt.