Umschulung Fliesenleger - Quereinstieg über das Arbeitsamt
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
- Dauer: Die Umschulung zum Fliesenleger dauert in der Regel 24 Monate in Vollzeit, verkürzt gegenüber der dreijährigen Erstausbildung.
- Kosten: Lehrgangsgebühren liegen meist zwischen 5.000 und 6.000 Euro zuzüglich Lern- und Prüfungsmitteln.
- Förderung: Über den Bildungsgutschein nach § 81 SGB III übernimmt die Arbeitsagentur oder das Jobcenter bei AZAV-zertifizierten Anbietern die Kosten meist vollständig.
- Voraussetzungen: Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben; handwerkliches Geschick, körperliche Fitness und Sorgfalt sind entscheidend.
- Verdienst: Das Einstiegsgehalt liegt meist zwischen 2.500 und 3.000 Euro brutto im Monat, mit Erfahrung und Selbstständigkeit steigt es deutlich.
Eine Umschulung zum Fliesenleger dauert in der Regel 24 Monate, endet mit der anerkannten Gesellenprüfung und wird bei arbeitslosen oder von Arbeitslosigkeit bedrohten Menschen über einen Bildungsgutschein der Arbeitsagentur häufig vollständig gefördert. Sie ist damit einer der zugänglichsten Wege in ein gefragtes Bauhandwerk, denn feste schulische Voraussetzungen gibt es nicht.
Im Rahmen einer Umschulung zum Fliesenleger beziehungsweise zur Fliesenlegerin kann man einen beruflichen Neuanfang wagen. Wenn der ursprüngliche Beruf keine Perspektiven mehr bietet, ist ein Umdenken erforderlich. Das Arbeitsamt bietet umfassende Beratungen in Sachen Berufswechsel an und informiert beispielsweise ebenfalls über die Fliesenleger-Umschulung. Interessierte sollten aber auch eigenständig recherchieren, um sich einen Eindruck zu verschaffen, schließlich geht es um ihre berufliche Zukunft.

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Inhaltsverzeichnis
- Berufsbild Fliesenleger: Aufgaben und Verdienst
- Der Weg über die Umschulung zum Fliesenleger
- Voraussetzungen, Dauer und Kosten im Überblick
- Finanzierung und Förderung durch das Arbeitsamt
- Persönliche Eignung für den Beruf
- Ablauf und Struktur der Umschulung
- So läuft die Abschlussprüfung ab
- Verdienst und Tarifbindung nach der Umschulung
- Berufsaussichten und Arbeitsmarkt
- Der Berufsalltag als Fliesenleger
- Häufige Fragen zur Umschulung Fliesenleger
Berufsbild Fliesenleger: Aufgaben und Verdienst
Als Fliesenleger/in verlegt man in erster Linie Fliesen als Wand- beziehungsweise Bodenbelag. Auf den ersten Blick erscheint der Beruf somit etwas eintönig, ist es aber in keiner Weise. Die vollständige Berufsbezeichnung lautet Fliesen-, Platten- und Mosaikleger/in und weist bereits auf die Vielseitigkeit der Tätigkeiten hin.
Angehörige dieses Berufs verkleiden Wände, Böden und Fassaden mit unterschiedlichsten Belägen. Dabei kann es sich um Platten aus Glas, Naturstein, Keramik oder Kunststein handeln. Fliesenleger/innen haben somit einen abwechslungsreichen Beruf, dem sie vor allem in den folgenden Bereichen nachgehen können:
- Ausbaugewerbe
- Fassadenbau
- Tiefbau
- Baustoffhandel
Zudem machen sich viele Fliesenleger/innen auch selbständig und eröffnen ihren eigenen Betrieb. Dass die Einkommenssituation sehr unterschiedlich ausfallen kann, ist somit nicht verwunderlich. Interessierte, die nach Zahlen zur groben Orientierung suchen, sollten wissen, dass sich das durchschnittliche Gehalt auf etwa 28.000 Euro bis 40.000 Euro brutto im Jahr beziffern lässt. Wer nach der Umschulung offen für weitere Qualifizierung bleibt, findet über die geförderte Weiterbildung über das Arbeitsamt zahlreiche Anschlussmöglichkeiten bis hin zum Meistertitel.
Der Weg über die Umschulung zum Fliesenleger
Üblicherweise absolvieren angehende Fliesen-, Platten- und Mosaikleger/innen eine dreijährige duale Berufsausbildung. Im Betrieb sowie an der Berufsschule lernen sie alles, was sie für ihren Beruf wissen müssen. Es geht somit vor allem um die folgenden Inhalte:
- Mathematik und technisches Rechnen
- Physik und Werkstoffkunde
- Estrich, Unterputz und Untergründe
- Dämm-, Sperr- und Schallschutzschichten
- Feuchtigkeitsschutz und Abdichtung
- Farb- und Formenlehre
- Verlege- und Verankerungstechniken
- Arbeitssicherheit
Diese Themen werden auch von der Fliesenleger-Umschulung aufgegriffen, die ebenfalls mit der offiziellen Prüfung endet und zum offiziellen Berufsabschluss führt. Umschulungen kommen allerdings als Zweitausbildungen speziell für Berufswechsler/innen daher. Häufig handelt es sich um außerbetriebliche Lehrgänge bei einem Bildungsträger, die den Stoff in verdichteter Form vermitteln. Einen breiten Überblick über weitere Berufe bietet unser Ratgeber zur Umschulung über das Arbeitsamt.
Voraussetzungen, Dauer und Kosten im Überblick
Die Rahmenbedingungen der Fliesenleger-Umschulung hängen von der Umschulungsform und dem jeweiligen Anbieter ab. Interessierte sollten sich der bestehenden Unterschiede bewusst sein. Gleichzeitig können sie sich aber an den folgenden Eckpunkten orientieren, um einen ersten Eindruck zu gewinnen.
- Voraussetzung: keine einschlägige Vorbildung notwendig, handwerkliches Geschick und körperliche Belastbarkeit werden erwartet
- Dauer: üblicherweise 24 Monate in Vollzeit
- Kosten: variabel, meist zwischen 5.000 und 6.000 Euro zuzüglich Lern- und Prüfungsmitteln
- Abschluss: staatlich anerkannter Fliesen-, Platten- und Mosaikleger mit DQR-Niveau 4
Finanzierung und Förderung durch das Arbeitsamt
Die Umschulung zum Fliesenleger soll für den beruflichen Neustart sorgen, kann aber zunächst eine kostspielige Angelegenheit sein. Die außerbetrieblichen Lehrgänge kommen mit Gebühren von einigen Tausend Euro daher. Zusätzlich muss auch der laufende Lebensunterhalt finanziert werden, sodass sich Umschüler/innen vielfach in einer schwierigen finanziellen Lage befinden.
Eine Beratung beim Arbeitsamt kann dann besonders hilfreich sein, denn dort kann man auch eine Umschulungsförderung beantragen. Rechtsgrundlage ist die Förderung der beruflichen Weiterbildung nach § 81 SGB III. In der Praxis funktioniert das über einen Bildungsgutschein: Die Arbeitsagentur oder das Jobcenter stellt diesen aus, und Sie lösen ihn bei einem AZAV-zugelassenen Bildungsträger Ihrer Wahl ein. Damit sind Lehrgangs-, Fahrt- und Prüfungskosten in der Regel vollständig abgedeckt.
Voraussetzung für die Förderung ist Arbeitslosigkeit oder drohende Arbeitslosigkeit sowie ein Beratungsgespräch bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter. Während der Umschulung ist der Lebensunterhalt über Arbeitslosengeld oder Grundsicherungsgeld (Bürgergeld) abgesichert. Da es sich um eine Ermessensleistung handelt, ist eine überzeugende Darstellung Ihrer beruflichen Situation und Ihrer Zukunftspläne wichtig. Passende Maßnahmen finden Sie ausschließlich bei zertifizierten, AZAV-zugelassenen Anbietern über das Portal KURSNET der Bundesagentur für Arbeit.
Persönliche Eignung für den Beruf
Besondere Vorkenntnisse brauchen angehende Umschüler/innen zum/zur Fliesenleger/in nicht. Sie sollten aber für den Beruf geeignet sein, um einen nachhaltigen Berufswechsel zu vollziehen. Daher sollte man sich selbstkritisch fragen, ob man mit der Fliesenleger-Umschulung die richtige Wahl trifft. Einerseits spielt das Interesse am Beruf eine Rolle, andererseits kommt es auch auf die folgenden Aspekte an:
- Kreativität und Sinn für Ästhetik
- handwerkliches Geschick
- körperliche Fitness und Belastbarkeit
- Einsatzbereitschaft
- Sorgfalt und Genauigkeit
- logisches Denkvermögen
- Organisationsgeschick
Weil Fliesenleger/innen viel im Knien, Bücken und Über-Kopf arbeiten, ist ein gesunder Rücken ein echter Vorteil. Wer bereits im Bau- oder Ausbaugewerbe tätig war, bringt gute Voraussetzungen mit, zwingend ist das aber nicht.
Ablauf und Struktur der Umschulung
Die Umschulung zum Fliesen-, Platten- und Mosaikleger erfolgt meist dual mit einem praktischen Teil im Handwerksbetrieb und theoretischen Unterrichtseinheiten in der Berufsschule oder im Bildungszentrum. Während der Umschulung lernen Sie Verlegetechniken, verschiedene Fugenarten, fachgerechte Zuschnitte und Reparaturarbeiten sowie Qualitätssicherung und Kundenberatung. Zusätzlich stehen betriebswirtschaftliche Grundlagen, Arbeitssicherheit und Umweltschutz auf dem Lehrplan.
Schulische Umschulungen bei einem Bildungsträger dauern mindestens 18 Monate im Bildungszentrum zuzüglich eines betrieblichen Praktikums. Die Regeldauer der Erstausbildung von drei Jahren wird für die Umschulung üblicherweise auf 24 Monate verkürzt. Über eine weitergehende Verkürzung bei einschlägiger Vorbildung oder besonders guten Leistungen entscheidet die zuständige Handwerkskammer nach Prüfung Ihrer Vorqualifikationen. Teilzeitmodelle sind möglich, verlängern jedoch entsprechend die Gesamtdauer.
So läuft die Abschlussprüfung ab
Die Umschulung schließt mit der Gesellenprüfung ab, die vor der zuständigen Handwerkskammer abgelegt wird. Fliesenlegen ist ein zulassungsfreies Handwerk, für das die Kammer die Prüfung organisiert. Bereits vor Ende des zweiten Jahres steht eine Zwischenprüfung an, die einen schriftlichen Teil von rund 240 Minuten sowie eine mehrstündige praktische Aufgabe umfasst.
Die Gesellenprüfung selbst besteht aus einem praktischen und einem theoretischen Teil. Im praktischen Teil fertigen Prüflinge typische Arbeitsproben an, etwa das fachgerechte Verlegen von Wand- und Bodenbelägen inklusive Zuschnitt, Abdichtung und Verfugung. Der schriftliche Teil prüft Fachwissen zu Werkstoffen, Verlegetechnik, technischer Mathematik sowie Arbeits- und Umweltschutz. Wer besteht, erhält den Abschluss als staatlich anerkannter Fliesen-, Platten- und Mosaikleger mit DQR-Niveau 4, der bundesweit anerkannt ist und den Weg zu Weiterbildungen wie dem Meister öffnet.
Verdienst und Tarifbindung nach der Umschulung
Als ausgelernter Fliesen-, Platten- und Mosaikleger können Sie mit einem Einstiegsgehalt zwischen 2.500 und 3.000 Euro brutto monatlich rechnen, abhängig von der Region und Ihren Vorkenntnissen. Die Entlohnung im Fliesenlegerhandwerk orientiert sich vielerorts an den Tarifverträgen der IG BAU (Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt). Je nach Bundesland und Betriebsgröße können die Löhne erheblich variieren, wobei in Ballungsräumen und wirtschaftsstarken Regionen häufig höhere Gehälter gezahlt werden.
Mit zunehmender Berufserfahrung und Spezialisierung auf bestimmte Bereiche wie Naturstein, Mosaik oder Fassadenverkleidung steigen die Verdienstmöglichkeiten deutlich an. Viele Fliesenleger machen sich nach einigen Jahren selbständig und führen ihren eigenen Betrieb, was bei entsprechender Auftragslage zu überdurchschnittlichen Einkommen führen kann. Weiterbildungen zum Meister oder Techniker eröffnen zusätzliche Karrierewege in Führungspositionen oder als Ausbilder im Handwerksbetrieb.
Berufsaussichten und Arbeitsmarkt
Fliesenleger/innen gehören zu den gefragten Fachkräften im Bauhandwerk. Der anhaltende Bedarf an Sanierung, Modernisierung und Neubau sorgt für eine stabile Auftragslage, und viele Betriebe suchen händeringend qualifizierte Fachkräfte. Wer eine abgeschlossene Umschulung vorweist, hat auf dem Arbeitsmarkt daher gute Karten und findet in der Regel zügig eine Anstellung.
Besonders im privaten Wohnungsbau, im Bäder- und Sanitärbereich sowie bei anspruchsvollen Objekten mit Naturstein oder großformatigen Platten ist Fachwissen sehr gefragt. Auch die Barrierefreiheit und altersgerechtes Wohnen treiben die Nachfrage, etwa bei bodengleichen Duschen und rutschhemmenden Belägen. Die guten Aussichten gelten bundesweit, in wirtschaftsstarken Regionen ist die Nachfrage jedoch besonders hoch. Für Berufswechsler bedeutet das: Die Investition in die Umschulung zahlt sich meist rasch aus, weil der Übergang in Beschäftigung schnell gelingt.
Der Berufsalltag als Fliesenleger
Der Arbeitstag beginnt für Fliesenleger/innen meist auf der Baustelle. Zunächst wird der Untergrund geprüft und vorbereitet, denn Fliesen halten nur auf einem tragfähigen, ebenen und trockenen Untergrund dauerhaft. Danach folgen das Ausmessen, das Anzeichnen des Verlegeplans und der maßgenaue Zuschnitt der Platten - hier zeigt sich das handwerkliche Können besonders deutlich.
Das eigentliche Verlegen erfordert Präzision und Geduld: Kleber auftragen, Fliesen ausrichten, Fugen gleichmäßig halten und die Ebenheit ständig kontrollieren. Nach dem Aushärten werden die Flächen verfugt, gereinigt und bei Bedarf abgedichtet, etwa in Nassbereichen. Kundenkontakt und Beratung gehören ebenso dazu wie die Auswahl passender Materialien und die Abstimmung mit anderen Gewerken auf der Baustelle. Der Beruf ist körperlich fordernd, bietet dafür aber ein sichtbares Ergebnis und viel Abwechslung zwischen Privatwohnungen, öffentlichen Gebäuden und Gewerbeobjekten. Wer gerne mit den Händen arbeitet und Wert auf ein sauberes Endergebnis legt, findet im Fliesenlegerhandwerk eine erfüllende Tätigkeit.
Häufige Fragen zur Umschulung Fliesenleger
Was kostet eine Umschulung zum Fliesenleger?
Wie lange dauert eine Umschulung zum Fliesenleger?
Welche Voraussetzungen brauche ich für die Fliesenleger-Umschulung?
Übernimmt das Arbeitsamt die Kosten der Umschulung?
Wie viel verdient man als Fliesenleger nach der Umschulung?
Vor welcher Stelle lege ich die Abschlussprüfung ab?
Worin unterscheidet sich die Umschulung von der klassischen Ausbildung zum Fliesenleger?
Welche Fördermöglichkeiten gibt es neben dem Bildungsgutschein?
Welche Aufstiegsmöglichkeiten habe ich nach der Umschulung zum Fliesenleger?
Die Umschulung zum Fliesenleger beziehungsweise zur Fliesenlegerin kann den Startschuss für ein neues Berufsleben geben. Wer aus gesundheitlichen Gründen oder wegen der schwierigen Lage auf dem Arbeitsmarkt in seinem alten Job keine Zukunft mehr hat, möchte nicht fortan vom Amt abhängig sein. Eine Umschulung kann daher der richtige Weg sein und auch mit der Unterstützung des Arbeitsamtes erfolgen. Bevor man sich auf den Fliesenleger festlegt, sollte man auch den folgenden Tipp beherzigen.
Denken Sie an Alternativen zur Fliesenleger-Umschulung!
Fliesenleger/innen sind vielfach sehr gefragt und haben gute Berufsaussichten. Daher erscheint eine entsprechende Umschulung für Berufswechsler/innen so vielversprechend. Wer die Weichen für seine berufliche Zukunft stellt, sollte aber auch an mögliche Alternativen denken. Erwähnenswert sind in diesem Zusammenhang vor allem verwandte Ausbau- und Handwerksberufe wie die Umschulung zum Raumausstatter, zum Tischler oder zum Dachdecker. Ein Vergleich lohnt sich, um die Entscheidung auf eine breite Grundlage zu stellen.