Umschulung Schreiner - Quereinstieg ĂĽber das Arbeitsamt
DAS WICHTIGSTE IN KĂśRZE
- Schreiner/in und Tischler/in bezeichnen denselben Handwerksberuf – die Wortwahl ist regional unterschiedlich.
- Die Umschulung dauert in der Regel zwei Jahre und endet mit der GesellenprĂĽfung vor der Handwerkskammer.
- Formale Zugangsvoraussetzungen gibt es nicht; handwerkliches Geschick und körperliche Belastbarkeit sind wichtiger als ein bestimmter Schulabschluss.
- Über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit können Lehrgangskosten und Lebensunterhalt vollständig übernommen werden.
- Fachkräfte im Holzhandwerk sind gefragt; nach dem Abschluss stehen Meister, Techniker oder ein Studium als Aufstiegswege offen.
Eine Umschulung zum Schreiner beziehungsweise zur Schreinerin führt über einen außerbetrieblichen Lehrgang zum anerkannten Berufsabschluss im Holzhandwerk und dauert üblicherweise zwei Jahre. Wer diesen Weg einschlägt, sollte zunächst wissen, dass Angehörige dieses Berufs je nach Region auch als Tischler/innen bezeichnet werden. Die unterschiedlichen Berufsbezeichnungen ergeben sich aus regionalen Unterschieden im Sprachgebrauch. In beiden Fällen ist ein und derselbe Holzverarbeitungsberuf gemeint.
Interessierte an einer Schreiner-Umschulung haben zunächst einen hohen Informationsbedarf und sollten daher vor einem gewissen Rechercheaufwand nicht zurückschrecken. Eine Beratung beim Arbeitsamt ist dabei aufschlussreich und macht eine passende Förderung zugänglich.
Berufsbild Schreiner/in – Karrierechancen und Verdienst
Der Beruf des Schreiners beziehungsweise der Schreinerin widmet sich der Verarbeitung von Holz sowie Holzwerkstoffen. Das Spektrum reicht vom Möbelbau bis hin zur Anfertigung von Bauelementen aus Holz. Schreiner/innen stellen Fenster, Türen und Möbel her und befassen sich im beruflichen Alltag ebenso mit Innenausbauten.
Aufgrund ihrer vielseitigen Kenntnisse kommen Schreiner/innen beziehungsweise Tischler/innen in den Genuss vielfältiger Beschäftigungsmöglichkeiten. Vor allem in den folgenden Bereichen sind sie als Fachkräfte für die Holzverarbeitung gefragt:
- Möbelindustrie
- Bautischlereien
- Schreinereien
- Bauunternehmen
- ArchitekturbĂĽros
- Holzhandel
Wer mit dem Gedanken spielt, den Beruf des Schreiners zu ergreifen, interessiert sich auch für die Verdienstmöglichkeiten. Obwohl es von Fall zu Fall Unterschiede gibt, lässt sich das durchschnittliche Bruttojahresgehalt mit rund 20.000 Euro bis 40.000 Euro angeben. Ausschlaggebend sind dabei Region, Betriebsgröße, Tarifbindung und die Berufserfahrung. Wer eine Schreiner-Umschulung anstrebt, findet auf unserer Übersicht zur Umschulung über das Arbeitsamt weitere Berufe und Wege zum Quereinstieg.
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So läuft die Umschulung zum Schreiner ab
Menschen, die im ersten Beruf nicht Fuß gefasst haben und nun einen Quereinstieg suchen, müssen keine reguläre Erstausbildung wiederholen, sondern können sich umschulen lassen. Die Umschulung zum/zur Schreiner/in führt zum offiziellen Berufsabschluss, sodass die Anerkennung außer Frage steht.
Der Ablauf der Zweitausbildung ist anders als bei der klassischen Lehre, denn diese folgt nicht dem dualen System, sondern kommt üblicherweise als außerbetrieblicher Lehrgang bei einem AZAV-zugelassenen Bildungsträger daher. Dieser bereitet auf die Prüfung vor der Handwerkskammer vor und sieht folgende Inhalte vor:
- Mathematik
- Physik
- Werkstoffkunde
- Holzverarbeitung
- Innenausbauten
- Möbelbau
Voraussetzungen, Dauer und Kosten der Schreiner-Umschulung
Wer sich auf eine Schreiner-Umschulung einlässt, sollte nicht nur wissen, worum es geht, sondern auch die Rahmenbedingungen kennen. Zu nennen sind die formalen Voraussetzungen sowie Dauer und Kosten. Zur besseren Veranschaulichung folgt eine Übersicht:
- Voraussetzungen: keine besondere Vorbildung erforderlich, handwerkliches Geschick und körperliche Belastbarkeit von Vorteil
- Dauer: ĂĽblicherweise zwei Jahre in Vollzeit
- Kosten: mehrere Tausend Euro, in der Regel über einen Bildungsgutschein förderbar
Alternativen zur Schreiner-Umschulung
Als Alternative zu einer Schreiner-Umschulung kommt eine berufsbegleitende Ausbildung in Betracht. Dabei handelt es sich um eine Teilzeitausbildung, die angehende Schreiner/innen neben der Angehörigenpflege oder Kinderbetreuung bewerkstelligen können.
Es besteht auch die Möglichkeit, an einer Umschulungsmaßnahme teilzunehmen und auf einen verwandten Beruf auszuweichen. Hier sind vor allem folgende Berufsbilder zu nennen:
- Holzmechaniker/in
- Zimmerer/Zimmerin
- Holzbearbeitungsmechaniker/in
- Parkettleger/in
- Fachkraft für Möbel-, Küchen- und Umzugsservice
Verwandte Handwerksberufe, die sich ebenfalls über das Arbeitsamt erschließen lassen, sind etwa die Umschulung zum Tischler, die Umschulung zum Raumausstatter, die Umschulung zum Fliesenleger sowie die Umschulung zum Dachdecker. So lässt sich prüfen, welches Handwerk am besten zu den eigenen Stärken passt.
Weiterbildungsmöglichkeiten für Schreiner/innen
Unabhängig davon, auf welche Weise man den Abschluss als Schreiner/in erlangt hat, verfügt man über eine solide Basis, sollte sich darauf aber nicht ausruhen. Weil das lebenslange Lernen im Handwerk an Bedeutung gewinnt, betrachten ambitionierte Schreiner/innen regelmäßige Weiterbildungen als Selbstverständlichkeit.
Neben Seminaren stehen folgende Fortbildungen zur Auswahl:
- Tischlermeister/in
- Techniker/in – Holztechnik
- Fertigungsplaner/in – Tischlerhandwerk
- Fachbauleiter/in – Tischlerhandwerk
- Betriebsmanager/in – Bau- und Holztechnik
- Restaurator/in
Ein berufsbegleitendes Studium kann Schreinern ebenfalls zu einem Aufstieg auf der Karriereleiter verhelfen. Im Rahmen eines Fernstudiums lassen sich neben dem Beruf etwa Holztechnik, Innenarchitektur oder Produktdesign studieren. Wer den Blick auf allgemeine Fortbildungswege richten möchte, findet weitere Anregungen in unserem Bereich zur Weiterbildung über das Arbeitsamt.
Der Berufsalltag als Schreiner/in
Der Arbeitsalltag im Schreinerhandwerk ist geprägt vom Wechsel zwischen Planung und praktischer Ausführung. Am Anfang steht häufig das Aufmaß beim Kunden oder auf der Baustelle: Fenster, Türen, Einbaumöbel oder Treppen werden vermessen und die Wünsche aufgenommen. In der Werkstatt folgt die technische Zeichnung, oft am Computer mit CAD-Software, bevor das Material zugeschnitten wird.
An modernen Maschinen wie Kreissägen, Hobelbänken, Fräsen und zunehmend CNC-gesteuerten Bearbeitungszentren entstehen die einzelnen Werkstücke. Anschließend werden die Teile verleimt, geschliffen und mit Lacken, Ölen oder Beizen oberflächenbehandelt. Zum Abschluss steht die Montage beim Kunden an. Schreiner/innen arbeiten damit sowohl handwerklich als auch technisch und stehen im direkten Kontakt mit den Auftraggebern. Sorgfalt, räumliches Vorstellungsvermögen und ein Auge für Details sind im Berufsalltag ebenso gefragt wie der sichere Umgang mit Werkzeug und Maschinen.
Kein Arbeitstag gleicht dem anderen: Mal steht die Serienfertigung gleichartiger Bauteile im Vordergrund, mal die Einzelanfertigung eines maĂźgeschneiderten MöbelstĂĽcks. Diese Abwechslung schätzen viele UmschĂĽler als besonderen Reiz des Berufs. Gleichzeitig verlangt die Arbeit körperlichen Einsatz: Tragen, Heben, längeres Stehen und Arbeiten in wechselnder Umgebung gehören dazu. Wer aus einem BĂĽrojob umschult, sollte diese Anforderungen einkalkulieren. Der sichtbare Erfolg am Ende – ein fertiges MöbelstĂĽck, eine eingebaute Treppe, eine sanierte TĂĽr – macht fĂĽr viele Handwerker den Beruf besonders befriedigend.
Berufsaussichten und Arbeitsmarkt
Das Holzhandwerk zählt zu den stabilen Handwerksbranchen. Bautätigkeit, Sanierung von Altbauten, der Trend zu Massivholzmöbeln und der wachsende Stellenwert nachhaltiger Baustoffe sorgen für eine anhaltende Nachfrage nach qualifizierten Schreinern und Tischlern. Gerade der Fachkräftemangel im Handwerk verbessert die Aussichten für Quereinsteiger, die über eine Umschulung einen anerkannten Abschluss erwerben.
Beschäftigung finden ausgebildete Schreiner/innen in Tischlereien und Schreinereien, in der Möbelindustrie, im Fenster- und Türenbau, bei Bauunternehmen sowie im Messe- und Ladenbau. Auch Bühnenbild, Bootsbau und die Denkmalpflege bieten Nischen für spezialisierte Fachkräfte. Wer flexibel bei Region und Einsatzbereich ist, hat gute Chancen auf einen dauerhaften Arbeitsplatz. Offene Stellen und passende Umschulungsangebote lassen sich über KURSNET und die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit recherchieren. Mit zunehmender Erfahrung sind auch der Weg in die Selbstständigkeit mit einem eigenen Betrieb oder eine Spezialisierung, etwa auf Restaurierung oder den Innenausbau, realistische Perspektiven.
So läuft die Abschlussprüfung ab
Die Umschulung endet mit der Gesellenprüfung, die vor der zuständigen Handwerkskammer abgelegt wird. Sie gliedert sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil. Im theoretischen Teil werden Kenntnisse in Werkstoffkunde, Technologie, technischer Mathematik, technischem Zeichnen sowie in Wirtschafts- und Sozialkunde schriftlich abgefragt.
Der praktische Teil besteht in der Regel aus einem PrĂĽfungsstĂĽck oder einer Arbeitsprobe, die selbstständig geplant und angefertigt wird – häufig ein MöbelstĂĽck oder ein Bauelement aus Holz. Bewertet werden dabei MaĂźhaltigkeit, saubere Verarbeitung und die fachgerechte AusfĂĽhrung. Wer beide Teile besteht, erhält den Gesellenbrief und damit einen bundesweit anerkannten Berufsabschluss, der die Grundlage fĂĽr die weitere Laufbahn bis hin zum Meister bildet.
In der Vorbereitung auf die Prüfung legen die Bildungsträger großen Wert auf die praktische Übung in eigenen Lehrwerkstätten. Ergänzt wird der Unterricht häufig durch betriebliche Praktika, in denen die Umschüler den realen Werkstattalltag kennenlernen und erste Kontakte zu möglichen Arbeitgebern knüpfen. Diese Praxisphasen sind ein wichtiger Baustein, weil sie die im Lehrgang erworbenen Fertigkeiten unter echten Bedingungen festigen und den Übergang in die Beschäftigung erleichtern.
Diese Fähigkeiten und Kenntnisse vermittelt die Umschulung
Über die reine Prüfungsvorbereitung hinaus vermittelt eine Schreiner-Umschulung ein breites fachliches Fundament. Dazu gehört die Werkstoffkunde, also das Wissen um verschiedene Holzarten, Furniere, Platten- und Verbundwerkstoffe sowie deren Eigenschaften, Verarbeitung und Verhalten bei Feuchtigkeit und Belastung. Ebenso lernen die Teilnehmenden, technische Zeichnungen zu lesen und selbst anzufertigen, Konstruktionen zu planen und Materialbedarf zu berechnen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Maschinen- und Werkzeugkunde. Die Umschüler üben den sicheren Umgang mit stationären und handgeführten Maschinen, lernen die einschlägigen Arbeitsschutzvorschriften und machen sich mit Verbindungstechniken wie Zapfen, Dübeln, Zinken oder modernen Beschlagsystemen vertraut. Auch Oberflächentechnik, Montage vor Ort und Grundlagen der Betriebsorganisation gehören zum Lehrplan. So entsteht ein Kompetenzprofil, das die Absolventen unmittelbar in der Werkstatt einsetzen können.
Hinzu kommen fachĂĽbergreifende Inhalte wie Arbeitssicherheit, Umweltschutz und der wirtschaftliche Umgang mit Material. Gerade der Aspekt Nachhaltigkeit gewinnt im Holzhandwerk an Bedeutung, weil Kunden zunehmend Wert auf ressourcenschonende Verarbeitung und regionale Werkstoffe legen. Wer die Umschulung abgeschlossen hat, bringt damit nicht nur handwerkliches Können mit, sondern auch ein Verständnis fĂĽr Kostenkalkulation, Kundenberatung und Qualitätssicherung – Fähigkeiten, die im späteren Berufsleben und besonders bei einer möglichen Selbstständigkeit den Unterschied machen.






