Umschulung Hausverwalter - Quereinstieg ĂĽber das Arbeitsamt
Die Umschulung zum Hausverwalter IHK ist ein praxisnaher Weg in die Immobilienwirtschaft: In wenigen Wochen bis Monaten bereitet ein IHK-Lehrgang auf die Verwaltung von Wohn- und Gewerbeobjekten vor und schließt mit einem anerkannten IHK-Zertifikat ab. Ein klassischer Ausbildungsberuf ist der Hausverwalter zwar nicht, doch das Zertifikat verschafft Quereinsteigern eine solide fachliche Grundlage. Über einen Bildungsgutschein kann die Agentur für Arbeit die Kosten vollständig übernehmen.
Das Wichtigste in KĂĽrze
- Die Hausverwalter-Umschulung ist eine IHK-Weiterbildung, kein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf – sie schlieĂźt mit einem IHK-Zertifikat ab.
- Die Lehrgänge dauern je nach Anbieter und Lernform zwischen wenigen Wochen und rund sechs Monaten, in Teilzeit auch länger.
- Die Kosten liegen meist zwischen 1.500 und 4.000 Euro; über einen Bildungsgutschein kann die Agentur für Arbeit sie vollständig übernehmen.
- Kaufmännisches Grundwissen ist von Vorteil, aber keine zwingende Voraussetzung – formale ZugangshĂĽrden gibt es nicht.
- Das Jahresgehalt bewegt sich in der Regel zwischen rund 20.000 und 40.000 Euro brutto, abhängig von Region, Betrieb und Verantwortung.
Berufsbild Hausverwalter: Karrierechancen und Verdienst
Hausverwalter/innen kümmern sich im beruflichen Alltag um die Verwaltung und Bewirtschaftung von Immobilienobjekten. Häufig werden sie im Auftrag einer Eigentümergemeinschaft tätig. Aber auch große Immobiliengesellschaften und private Vermieter/innen brauchen fachkundige Unterstützung. Für Hausverwalter/innen ergeben sich somit in der gesamten Immobilienbranche gute Karrierechancen.
Insbesondere in den folgenden Bereichen finden sich vielversprechende Beschäftigungsmöglichkeiten:
- Hausmeister- und Facility-Dienste
- Immobilienmakler-BĂĽros
- Immobilienverwaltungen
- öffentliche Verwaltung
- Wohnungsbaugesellschaften
Das Aufgabenspektrum kann je nach Einsatzbereich stark variieren. In der Regel geht es um die Umsetzung der Hausordnung, die Vermietung, die Instandhaltung des Objekts, die Abwicklung von Zahlungen und die Durchsetzung von Beschlüssen der Eigentümergemeinschaft. Je nach Einsatzbereich, Aufgabenspektrum und Qualifikationsprofil fallen auch die Verdienstmöglichkeiten unterschiedlich aus.
Grundsätzlich können Hausverwalter/innen von einem durchschnittlichen Gehalt zwischen rund 20.000 Euro und 40.000 Euro brutto im Jahr ausgehen. Wer eine größere Zahl von Einheiten betreut, Zusatzqualifikationen mitbringt oder in Ballungsräumen mit hohem Mietniveau arbeitet, kann auch darüber hinaus verdienen.
Wer sich breiter über Fördermöglichkeiten und Berufe informieren möchte, findet in der Übersicht zur Umschulung über das Arbeitsamt weiterführende Hinweise.
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Der Weg zur Hausverwalter-Qualifikation
Wer per Umschulung Hausverwalter/in werden möchte, sollte wissen, dass es sich um keinen staatlich anerkannten Ausbildungsberuf handelt. Die Qualifizierung kann dank des IHK-Zertifikats dennoch mit einer gewissen Anerkennung aufwarten. Das Ganze hat eher den Charakter einer Weiterbildung und lässt sich beispielsweise auch berufsbegleitend absolvieren.
Der Lehrgang dient der Vorbereitung auf die IHK-Prüfung und schafft die Basis für einen erfolgreichen Quereinstieg. Die folgenden Inhalte vermitteln die nötigen Kompetenzen:
- Immobilienwirtschaft
- Miet-, Wohnungseigentums- und Vertragsrecht
- Kommunikation und Konfliktmanagement
- Immobilienbewirtschaftung
- Betriebskosten und Abrechnungen
- Vermietung und Objektakquise
- Wohnungseigentumsverwaltung nach WEG
- Immobilienbewertung
Der Lehrgang wird von zahlreichen Bildungsträgern angeboten. Achten Sie darauf, dass der Anbieter fĂĽr die Förderung ĂĽber die Agentur fĂĽr Arbeit AZAV-zugelassen ist – nur dann kann ein Bildungsgutschein eingesetzt werden. Passende Angebote lassen sich ĂĽber KURSNET der Bundesagentur fĂĽr Arbeit gezielt suchen.
Voraussetzungen, Dauer und Kosten der Hausverwalter-Umschulung
Die Rahmenbedingungen des IHK-Lehrgangs zum/zur Hausverwalter/in hängen vom jeweiligen Anbieter ab. Interessierte sollten sich daher vorab gut informieren und mehrere Angebote vergleichen. Zur ersten Orientierung gibt es nachfolgend eine Übersicht über die zentralen Eckpunkte.
- Voraussetzung: keine besondere Vorbildung erforderlich, kaufmännische Kenntnisse jedoch von Vorteil
- Dauer: unterschiedlich, je nach Lernform etwa zwei Wochen bis sechs Monate, in Teilzeit auch länger
- Kosten: variabel, in der Regel 1.500 Euro bis 4.000 Euro
Wichtig zu wissen: Wird die Umschulung über einen Bildungsgutschein gefördert, übernimmt die Agentur für Arbeit die Lehrgangskosten in voller Höhe. Voraussetzung ist ein Beratungsgespräch, in dem die Notwendigkeit der Weiterbildung festgestellt wird. Auch Fahrt- und Kinderbetreuungskosten können bezuschusst werden.
FĂĽr diese Menschen eignet sich die Umschulung
Die Umschulung zum Hausverwalter hat keine feste Zielgruppe, sodass dieser Weg für viele Menschen in Betracht kommt. Wer ein Faible für Immobilien hat und Organisationsgeschick besitzt, bringt gute Voraussetzungen mit. Von Vorteil ist außerdem kaufmännisches Grundwissen, auf das man zurückgreifen kann.
Technisches Verständnis, Zuverlässigkeit, Verantwortungsbewusstsein, ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen und Anpassungsfähigkeit zeichnen gute Hausverwalter/innen ebenfalls aus. Da der Beruf viel Kontakt mit Eigentümern, Mietern und Handwerksbetrieben mit sich bringt, sind zudem Kommunikationsstärke und ein sicheres Auftreten hilfreich. Wer aus einem kaufmännischen Beruf wie dem Kaufmann für Büromanagement kommt, findet sich besonders schnell zurecht.
Alternativen zur Hausverwalter-Umschulung
Die Hausverwalter-Umschulung hat ihren Reiz, führt aber zu keinem offiziellen Berufsabschluss. Wer sich mit dem IHK-Zertifikat nicht zufriedengeben möchte, sondern einen anerkannten Ausbildungsberuf per Umschulung erlernen will, sollte nach möglichen Alternativen Ausschau halten.
Erwähnenswert ist hier vor allem die Umschulung zum Immobilienkaufmann, die mit einem bundesweit anerkannten IHK-Abschluss endet. Wer stärker im Vertrieb tätig sein möchte, kann die Richtung Immobilienmakler einschlagen. Auch die Umschulung zum/zur Verwaltungsfachangestellten kann für Menschen mit Interesse an Verwaltungsaufgaben eine sinnvolle Alternative sein. Ein Studium im Bereich Facility Management oder Immobilienwirtschaft eröffnet darüber hinaus weiterführende Perspektiven. Wer sich zunächst breiter orientieren möchte, findet über die Weiterbildung über das Arbeitsamt zahlreiche geförderte Optionen.
Der Berufsalltag als Hausverwalter
Der Arbeitsalltag in der Hausverwaltung ist abwechslungsreich und selten reine Bürotätigkeit. Ein typischer Tag beginnt oft am Schreibtisch mit der Bearbeitung von Post und E-Mails: Mieteranfragen, Handwerkerrechnungen, Kündigungen oder Anliegen von Eigentümern wollen sortiert und beantwortet werden. Anschließend stehen häufig Objektbegehungen an, bei denen der Zustand der Immobilie geprüft, Schäden dokumentiert und Reparaturen mit Handwerksbetrieben abgestimmt werden.
Ein groĂźer Teil der Arbeit dreht sich um kaufmännische Vorgänge. Dazu zählen die Erstellung von Betriebs- und Nebenkostenabrechnungen, die Ăśberwachung von Mietzahlungen, das Mahnwesen sowie die Verwaltung von InstandhaltungsrĂĽcklagen. In der Wohnungseigentumsverwaltung kommt die Vorbereitung und Leitung von EigentĂĽmerversammlungen hinzu – hier mĂĽssen BeschlĂĽsse rechtssicher gefasst, protokolliert und anschlieĂźend umgesetzt werden.
Hausverwalter/innen sind zugleich zentrale Ansprechpartner. Sie vermitteln zwischen Mietern und EigentĂĽmern, koordinieren Dienstleister fĂĽr Reinigung, Gartenpflege oder Winterdienst und sorgen dafĂĽr, dass gesetzliche PrĂĽffristen etwa fĂĽr Heizungsanlagen oder AufzĂĽge eingehalten werden. Diese Mischung aus Verwaltung, Kommunikation und Technik macht den Beruf anspruchsvoll, aber auch vielseitig.
Ein wichtiger Teil des Berufs spielt sich am Computer ab. Moderne Hausverwaltungen arbeiten mit spezialisierter Verwaltersoftware, in der Objekt-, Mieter- und Eigentümerdaten, Zahlungsströme und Abrechnungen zusammenlaufen. Wer sich in solche Programme einarbeitet, spart im Alltag viel Zeit. Grundlegende Kenntnisse in Textverarbeitung und Tabellenkalkulation gehören ebenso zum Handwerkszeug wie ein sicherer Umgang mit E-Mail und digitalem Dokumentenmanagement. Ein Teil der Lehrgänge greift diese praktischen Fertigkeiten bereits auf.
Zu beachten ist außerdem, dass der Beruf ein gewisses Maß an rechtlicher Sicherheit verlangt. Fehler bei Betriebskostenabrechnungen, Fristen oder Eigentümerbeschlüssen können teuer werden und zu Streitigkeiten führen. Sorgfalt, ein Auge fürs Detail und die Bereitschaft, sich in wechselnde gesetzliche Vorgaben einzuarbeiten, sind daher wichtige Eigenschaften erfolgreicher Hausverwalter.
Berufsaussichten und Arbeitsmarkt
Die Nachfrage nach qualifizierten Hausverwaltern ist stabil. Der Immobilienbestand in Deutschland wächst, gesetzliche Anforderungen an die Bewirtschaftung nehmen zu und viele erfahrene Verwalter gehen in den kommenden Jahren in den Ruhestand. Das eröffnet Quereinsteigern reelle Chancen, gerade in Ballungsräumen mit hohem Wohnungsbestand.
Beschäftigung finden Hausverwalter/innen bei Hausverwaltungen, Wohnungsbaugesellschaften, Immobilienunternehmen und in der öffentlichen Verwaltung. Auch der Schritt in die Selbstständigkeit ist möglich: Wer ausreichend Erfahrung gesammelt hat, kann eine eigene Verwaltung mit festem Objektstamm aufbauen. Zu beachten ist, dass gewerbliche Immobilienverwalter nach der Gewerbeordnung eine Erlaubnis nach Paragraf 34c benötigen und regelmäßige Weiterbildungspflichten erfüllen müssen.
Wer sich fachlich weiterentwickeln will, kann auf dem IHK-Zertifikat aufbauen und etwa den geprĂĽften Immobilienfachwirt anschlieĂźen. Solche Zusatzqualifikationen verbessern sowohl die Verdienst- als auch die Aufstiegschancen deutlich.
Ein weiterer Vorteil des Berufs ist seine Krisenfestigkeit: Immobilien mĂĽssen unabhängig von der Konjunktur verwaltet werden, sodass die Nachfrage nach Verwaltungsleistungen vergleichsweise stabil bleibt. Gleichzeitig verändern neue gesetzliche Anforderungen – etwa im Bereich energetischer Sanierung, Heizungsmodernisierung oder Datenschutz – das Berufsbild fortlaufend. Wer bereit ist, sich regelmäßig fortzubilden, sichert sich damit langfristig gute Beschäftigungsaussichten. FĂĽr Quereinsteiger aus kaufmännischen oder handwerklichen Berufen bietet die Hausverwaltung somit einen realistischen und zukunftssicheren Einstieg in die Immobilienwirtschaft.
So läuft die IHK-Prüfung ab
Am Ende des Lehrgangs steht in der Regel eine Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer. Ihr genauer Ablauf hängt vom jeweiligen Zertifikatslehrgang ab, da es sich nicht um eine bundeseinheitlich geregelte Abschlussprüfung wie bei einem Ausbildungsberuf handelt. Üblich ist eine schriftliche Prüfung, die das erworbene Fachwissen aus den Bereichen Immobilienwirtschaft, Recht, Bewirtschaftung und Abrechnung abfragt.
Viele Anbieter setzen zusätzlich auf praxisnahe Aufgaben oder Fallbeispiele, etwa die Erstellung einer Betriebskostenabrechnung oder die Bearbeitung eines rechtlichen Sachverhalts aus dem Verwalteralltag. Wer die Prüfung besteht, erhält ein IHK-Zertifikat, das die erworbenen Kompetenzen dokumentiert und bei Bewerbungen als Nachweis dient.
Zur Vorbereitung empfiehlt es sich, die Lehrgangsunterlagen konsequent durchzuarbeiten und den Stoff an praktischen Beispielen zu üben. Da der Umfang der Prüfung überschaubar ist, gelingt der Abschluss bei regelmäßiger Mitarbeit den meisten Teilnehmenden ohne größere Probleme. Wer während des Lehrgangs bereits erste praktische Erfahrungen sammelt, etwa durch ein Praktikum oder eine begleitende Tätigkeit in einer Verwaltung, festigt das Gelernte zusätzlich und erleichtert sich den späteren Berufseinstieg.
Häufige Fragen zur Umschulung Hausverwalter IHK
Wenn es um eine Hausverwalter-Umschulung geht, müssen Interessierte viele Dinge bedenken. Wer den nötigen Rechercheaufwand betreibt, kann sich ein genaues Bild machen und entscheiden, ob diese Qualifizierung die richtigen Weichen für die berufliche Zukunft stellt. Der folgende Tipp aus unserer Redaktion sollte dabei Beachtung finden.
KĂĽmmern Sie sich frĂĽhzeitig um die Finanzierung Ihrer Umschulung zum Hausverwalter
Die Finanzierung der Umschulung zum Hausverwalter IHK sollte niemanden von diesem Schritt abhalten. Entscheidend ist, dass man sich rechtzeitig darum kümmert. Bei der Agentur für Arbeit kann man einen Bildungsgutschein und Hilfen zum Lebensunterhalt beantragen. Alternativ kommen ein Stipendium oder BAföG infrage. Auch eine Ratenzahlung beim Bildungsträger kann eine Option sein.






