Umschulung Immobilienkaufmann - Quereinstieg über das Arbeitsamt
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
- Die Umschulung zum Immobilienkaufmann dauert als außerbetriebliche Maßnahme meist rund zwei Jahre und endet mit der Abschlussprüfung vor der IHK.
- Immobilienkaufmann ist ein nach dem Berufsbildungsgesetz staatlich anerkannter Ausbildungsberuf - die Umschulung führt zum vollwertigen, bundesweit anerkannten Abschluss.
- Fachliche Vorkenntnisse sind nicht nötig; erwartet werden eine abgeschlossene Erstausbildung und mehrjährige Berufspraxis.
- Bei Arbeitslosigkeit oder drohender Arbeitslosigkeit kann die Agentur für Arbeit die Kosten per Bildungsgutschein voll übernehmen.
- Das spätere Einkommen liegt je nach Bereich und Region meist zwischen rund 2.500 und 3.500 Euro brutto im Monat.
Per Umschulung Immobilienkaufmann beziehungsweise Immobilienkauffrau zu werden, ist ein realistischer Weg in einen kaufmännischen Beruf mit stabiler Nachfrage. Wer seinen erlernten Beruf aus gesundheitlichen Gründen oder wegen anhaltender Arbeitslosigkeit nicht mehr ausüben kann, findet in der Immobilienwirtschaft einen soliden Neustart - vorausgesetzt, die Qualifizierung ist von der Agentur für Arbeit gefördert und der Anbieter AZAV-zugelassen.
Menschen ohne Zukunft im bisherigen Beruf müssen sich damit nicht abfinden, sondern können als Immobilienkaufleute den beruflichen Neustart wagen. Damit der Quereinstieg ins Immobiliengeschäft gelingt, bedarf es einer soliden Basis. Hier setzt die Umschulung zum Immobilienkaufmann an, die als Zweitausbildung für Erwachsene mit beruflicher Vergangenheit fungiert und mit dem anerkannten IHK-Abschluss endet.
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Inhaltsverzeichnis
- Berufsbild Immobilienkaufmann/-frau: Aufgaben und Verdienst
- So läuft die Immobilienkaufmann-Umschulung ab
- Voraussetzungen, Dauer und Kosten im Überblick
- Förderung über das Arbeitsamt und den Bildungsgutschein
- Die Umschulung ist ein vollwertig anerkannter Abschluss
- Weiterbildungsmöglichkeiten für Immobilienkaufleute
- Alternativen zur Umschulung zum Immobilienkaufmann
- Quereinstieg über die Externenprüfung
- Die Digitalisierung prägt die Immobilienbranche
- Technisches Grundwissen für Immobilienkaufleute
- Der Berufsalltag als Immobilienkaufmann
- Berufsaussichten und Arbeitsmarkt
- So läuft die Abschlussprüfung vor der IHK ab
- Häufige Fragen zur Umschulung Immobilienkaufmann

Berufsbild Immobilienkaufmann/-frau: Aufgaben, Karrierechancen und Verdienst
Immobilienkaufleute sind Fachkräfte der Immobilienwirtschaft und kümmern sich um die Verwaltung und Bewirtschaftung von Immobilien. Dabei geht es um den Kauf, Verkauf, die Vermittlung sowie die Verwaltung von Grundstücken und Gebäuden. Auch die Organisation von Bauprojekten und die Beratung von Kunden gehören zum Alltag.
Wer die Ausbildung beziehungsweise Umschulung zum Immobilienkaufmann oder zur Immobilienkauffrau abgeschlossen hat, kann in sämtlichen Bereichen der Immobilienwirtschaft Fuß fassen. Beschäftigung finden Immobilienkaufleute vor allem in den folgenden Bereichen:
- Immobilienmakler
- Bauunternehmen
- Wohnungsgesellschaften
- Immobilienverwaltungen
- Banken und Sparkassen
- Bausparkassen
- Versicherungen
- Projektentwickler
- Facility-Management
- öffentliche Verwaltungen
Als Immobilienkaufmann beziehungsweise Immobilienkauffrau verdient man je nach Einsatzbereich, Region und Position unterschiedlich. Das durchschnittliche Bruttogehalt liegt meist zwischen rund 2.500 und 3.500 Euro im Monat, also etwa 30.000 bis 42.000 Euro brutto im Jahr. Mit Berufserfahrung und Zusatzqualifikationen sind höhere Werte möglich.
So läuft die Immobilienkaufmann-Umschulung ab
Die Umschulung zum Immobilienkaufmann beziehungsweise zur Immobilienkauffrau hat auf den ersten Blick nur wenig mit der klassischen Ausbildung gemeinsam. Das liegt daran, dass die reguläre Berufsausbildung dual daherkommt, während die Umschulung häufig als außerbetrieblicher Lehrgang konzipiert ist. Wer sich umschulen lässt, drückt also überwiegend die Schulbank, ergänzt durch Praktikumsphasen in Betrieben der Immobilienwirtschaft.
Die Qualifizierungsmaßnahme führt ebenfalls zur Abschlussprüfung vor der IHK, weshalb es inhaltlich keine gravierenden Unterschiede zur dualen Ausbildung gibt. Das zeigt sich an den typischen Lerninhalten:
- Betriebswirtschaftslehre
- Rechnungswesen
- IT und kaufmännische Software
- Organisation
- Kommunikation und Kundenberatung
- Immobilien- und Mietrecht
- Immobilienbewirtschaftung
- Marketing
- Finanzierung
- Immobilienentwicklung
Einen umfassenden Überblick über weitere kaufmännische und gewerbliche Umschulungen bietet unsere Übersicht zu Umschulungen über das Arbeitsamt.
Das außerbetriebliche Konzept der Immobilienkaufmann-Umschulung wirkt sich nicht auf die vermittelten Kenntnisse aus, beeinflusst aber den Ablauf. Angehende Umschüler sollten wissen, dass die Qualifizierung oft in nur zwei Jahren absolviert werden kann, während die duale Ausbildung drei Jahre dauert. Das liegt an der verdichteten Lehrgangsform und der Reife der erwachsenen Teilnehmer.
Fachliche Vorkenntnisse sind nicht nötig. Erwartet werden neben einer gewissen Lebenserfahrung eine abgeschlossene Erstausbildung sowie mehrjährige Berufspraxis. Während junge Erwachsene in der dualen Ausbildung eine Vergütung erhalten, trifft das auf Umschüler nicht zu - die Sicherung des Lebensunterhalts läuft in der Regel über Leistungen der Agentur für Arbeit.
Die Anbieter erheben Lehrgangsgebühren von teils mehreren Tausend Euro. Wer die Bewilligung vom Arbeitsamt erhält, bleibt aber nicht auf den Kosten sitzen, sondern wird gefördert.
Förderung über das Arbeitsamt und den Bildungsgutschein
Die zentrale Fördermöglichkeit ist der Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters. Wird die Umschulung als notwendig anerkannt - etwa weil der bisherige Beruf gesundheitlich nicht mehr ausgeübt werden kann oder Arbeitslosigkeit droht -, übernimmt die Behörde die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren sowie in der Regel Fahrt- und gegebenenfalls Kinderbetreuungskosten.
Voraussetzung ist, dass der gewählte Anbieter AZAV-zugelassen ist. Passende Maßnahmen lassen sich über KURSNET, das Weiterbildungsportal der Bundesagentur für Arbeit, finden. Der Bildungsgutschein wird vor Beginn der Maßnahme ausgestellt; ein Rechtsanspruch besteht nicht, weshalb ein frühzeitiges Beratungsgespräch wichtig ist. Weitere geförderte Qualifizierungen findest du in unserer Übersicht zur Weiterbildung über das Arbeitsamt.
Die Anerkennung der Immobilienkaufmann-Umschulung wird gelegentlich infrage gestellt, was ungerechtfertigt ist. Richtige Umschulungsmaßnahmen kommen stets als vollwertiger Ersatz anerkannter Berufsausbildungen daher.
Man kann sich nur in einem nach dem Berufsbildungsgesetz anerkannten Ausbildungsberuf umschulen lassen. Der Immobilienkaufmann ist ein solcher staatlich anerkannter Ausbildungsberuf in Deutschland, sodass auch die Anerkennung der Umschulung gewährleistet ist. Nach bestandener IHK-Prüfung sind erfolgreiche Absolventen anerkannte Immobilienkaufleute und können in der Immobilienwirtschaft Karriere machen.
Weiterbildungsmöglichkeiten für Immobilienkaufleute
Qualifizierte Immobilienkaufleute sind erfahrene Kaufleute und zugleich Fachleute für Immobilien. Diese Fachkenntnis lässt sich durch Weiterbildungen weiter ausbauen. Besonders gefragt sind unter anderem:
- Immobilienfachwirt/in
- Betriebswirt/in für Immobilien
- Fachberater/in für Finanzdienstleistungen
- Fachwirt/in für Finanzberatung
Berufsbegleitende Studiengänge stehen ebenfalls hoch im Kurs und eignen sich als Fernstudium, Abendstudium oder anderweitiges Teilzeitstudium für Berufstätige. Immobilienkaufleute können so den Bachelor oder Master beispielsweise in einem der folgenden Fächer anstreben:
- Betriebswirtschaftslehre
- Technisches Gebäudemanagement
- Immobilienwirtschaft
- Immobilienmanagement
- Baumanagement
- Gebäudetechnik
- Architektur
- Facility Management
- Real Estate Management
Alternativen zur Umschulung zum Immobilienkaufmann
Wer eine Umschulung zum Immobilienkaufmann ins Auge gefasst hat, sich aber noch nicht sicher ist, sollte nichts überstürzen und sich zunächst einen Überblick über andere Optionen verschaffen. Angesichts der zahlreichen Ausbildungsberufe in Deutschland lassen sich durchaus Alternativen finden. Erwähnenswert sind in diesem Zusammenhang die folgenden Berufe:
- Bankkaufmann/-frau
- Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzen
- Kaufmann/-frau für Büromanagement
- Immobilienmakler/in
Die endgültige Entscheidung für oder gegen die Umschulung zum Immobilienkaufmann muss jeder für sich treffen. Da die Umschulung eine zweite Chance auf eine erfüllende Laufbahn ist, sollte man sie bewusst nutzen und sich mit der Berufswahl sicher sein.
Quereinstieg über die Externenprüfung
Wer Immobilienkauffrau beziehungsweise Immobilienkaufmann werden möchte, absolviert für gewöhnlich die duale Berufsausbildung. Alternativ besteht die Möglichkeit einer Umschulung. Angehende Immobilienkaufleute können ihr Glück aber auch als Quereinsteiger versuchen.
Dabei kann es eine Option sein, langfristig die Externenprüfung vor der IHK anzustreben. Berufserfahrene können so ohne vorherige Ausbildung oder Umschulung den offiziellen Berufsabschluss erlangen und darauf ihre weitere Karriere aufbauen. Voraussetzung ist in der Regel eine mehrjährige einschlägige Tätigkeit im Immobilienbereich, deren Dauer bei der zuständigen IHK erfragt werden sollte.
Die Digitalisierung prägt die Immobilienbranche
Unabhängig davon, ob man bereits ausgebildet ist oder eine Umschulung absolviert, sollte man heute der zunehmenden Digitalisierung Beachtung schenken. Sie wirkt sich spürbar auf die Immobilienbranche aus und verlangt Immobilienkaufleuten einiges ab.
Offenheit gegenüber moderner Technik sowie gezielte Weiterbildungen sind hier entscheidend. Durch Seminare und Fortbildungen lässt sich lernen, das Potenzial digitaler Werkzeuge - von Immobilienportalen über Verwaltungssoftware bis zu digitalen Objektbesichtigungen - sinnvoll für die tägliche Arbeit zu nutzen.
Technisches Grundwissen für Immobilienkaufleute
Immobilienkaufleute sollten digitale Medien aktiv in ihre Arbeit einbinden, um gute Ergebnisse zu erzielen. Das betrifft die Vermarktung von Immobilien ebenso wie die Verwaltung. Darüber hinaus sind technische Grundkenntnisse häufig wertvoll, um bei Instandhaltung und Modernisierung mitreden zu können.
Um dieses Wissen zu erlangen, muss man sich nicht umschulen lassen, kann sich aber beispielsweise in den folgenden Bereichen weiterbilden:
- Bautechnik
- Brandschutz
- Erneuerbare Energien
- Elektrotechnik
- Feuchteschutz
- Heizungstechnik
- Sanitärinstallation
- Raumlufttechnik
So können Immobilienkaufleute Technikern und Handwerkern auf Augenhöhe begegnen und die anfallenden Arbeiten besser koordinieren.
Der Berufsalltag als Immobilienkaufmann
Der Arbeitsalltag von Immobilienkaufleuten ist abwechslungsreich und liegt zwischen Schreibtisch und Außentermin. Im Büro werden Mietverträge aufgesetzt, Nebenkostenabrechnungen erstellt, Zahlungseingänge überwacht und Anfragen von Mietern oder Eigentümern bearbeitet. Bei Objektbesichtigungen, Wohnungsübergaben und Terminen mit Handwerkern verlagert sich die Arbeit nach draußen.
Ein großer Teil der Tätigkeit besteht aus Kommunikation: mit Mietern, Käufern, Eigentümergemeinschaften, Behörden und Dienstleistern. Wer in der Verwaltung tätig ist, betreut oft einen festen Bestand an Objekten, während Beschäftigte im Verkauf oder in der Vermittlung stärker vertrieblich arbeiten. Organisationstalent, Zuverlässigkeit und ein freundliches Auftreten sind im Berufsalltag ebenso gefragt wie kaufmännisches Denken und Sorgfalt bei Zahlen und Verträgen.
Berufsaussichten und Arbeitsmarkt
Immobilien werden dauerhaft gebaut, verkauft, vermietet und verwaltet - unabhängig von kurzfristigen Marktschwankungen. Das sorgt für eine grundsätzlich stabile Nachfrage nach ausgebildeten Immobilienkaufleuten. Besonders in Ballungsräumen mit angespanntem Wohnungsmarkt und bei Wohnungsgesellschaften, Verwaltungen und Genossenschaften werden regelmäßig Fachkräfte gesucht.
Der Arbeitsmarkt reicht von kleinen Hausverwaltungen über große Wohnungsunternehmen bis zu Banken, Bausparkassen und Projektentwicklern. Wer bereit ist, sich fortzubilden - etwa zum Immobilienfachwirt -, verbessert seine Aufstiegs- und Gehaltschancen deutlich. Auch der Wechsel in Spezialgebiete wie Gewerbeimmobilien, WEG-Verwaltung oder Immobilienbewertung ist mit Erfahrung möglich. Für Umschüler ist das ein Umfeld, in dem sich der Neustart mittelfristig auszahlen kann.
So läuft die Abschlussprüfung vor der IHK ab
Die Umschulung endet mit der Abschlussprüfung vor der zuständigen Industrie- und Handelskammer - derselben Prüfung, die auch reguläre Auszubildende ablegen. Sie gliedert sich in einen schriftlichen und einen mündlichen Teil. Schriftlich werden in der Regel die Bereiche Immobilienwirtschaft, kaufmännische Steuerung und Kontrolle sowie Wirtschafts- und Sozialkunde geprüft.
Der mündliche Teil ist ein fallbezogenes Fachgespräch, in dem eine praxisnahe Aufgabe aus dem Immobilienalltag bearbeitet und dem Prüfungsausschuss präsentiert wird. Zur Prüfung meldet der Bildungsträger die Teilnehmer an; die Vorbereitung erfolgt über den gesamten Lehrgang hinweg, häufig ergänzt durch Übungsklausuren. Wer besteht, erhält das IHK-Abschlusszeugnis und darf die Berufsbezeichnung Immobilienkaufmann beziehungsweise Immobilienkauffrau führen. Bei Nichtbestehen kann die Prüfung wiederholt werden.
Häufige Fragen zur Umschulung Immobilienkaufmann
Interessierte an einer Umschulung zum Immobilienkaufmann beziehungsweise zur Immobilienkauffrau tun gut daran, umfassend zu recherchieren und sich ein eigenes Bild zu machen. Gleichzeitig profitieren sie von einer neutralen Beratung und sollten diese Gelegenheit nutzen.
Vereinbaren Sie einen Beratungstermin beim Arbeitsamt!
Bildungsanbieter aus der Immobilienbranche bieten eigene Beratungen an und werben dabei für ihre Umschulungen. Wer eine unabhängige, objektive Einschätzung sucht und an keinem Verkaufsgespräch teilnehmen möchte, sollte sich dessen bewusst sein und einen Beratungstermin beim Arbeitsamt vereinbaren. Dort erfahren Interessierte viel Wissenswertes über den Wechsel in den Immobilienbereich und die Förderung durch das Arbeitsamt.