Umschulung Immobilienmakler - Quereinstieg über das Arbeitsamt

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DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

  • Immobilienmakler/in ist kein anerkannter Ausbildungsberuf. Es gibt daher keine geregelte Umschulung, sondern Qualifizierungslehrgänge, die den Quereinstieg vorbereiten.
  • Für die selbstständige Tätigkeit ist eine behördliche Erlaubnis nach § 34c der Gewerbeordnung nötig - kein Prüfungsabschluss, aber Zuverlässigkeit und geordnete Vermögensverhältnisse.
  • Ein IHK-Zertifikat oder die Ausbildung zum/zur Immobilienkaufmann/-frau erhöhen die Anerkennung am Markt deutlich.
  • Die Bundesagentur für Arbeit kann berufsbezogene Lehrgänge über einen Bildungsgutschein fördern, wenn der Anbieter AZAV-zugelassen ist.
  • Das Einkommen ist stark provisionsabhängig und schwankt je nach Region und Vermittlungserfolg zwischen rund 36.000 und 72.000 Euro brutto im Jahr.
AZAV-zertifiziertAnbieterKurssuche über KURSNET
36.000-72.000 €Verdienstbrutto/Jahr
IHK-ZertifikatAbschlussAnerkannte Qualifikation
BildungsgutscheinFörderung§ 81 SGB III, AZAV-Träger

Wer über eine Umschulung Immobilienmakler/in werden möchte, plant einen beruflichen Neubeginn und den Quereinstieg in die Immobilienbranche. Da es sich um keinen anerkannten Ausbildungsberuf handelt, führt der Weg über Qualifizierungslehrgänge und eine Gewerbeerlaubnis nach § 34c GewO - eine klassische Umschulung im rechtlichen Sinne existiert nicht. Dieser Ratgeber erklärt, wie der Quereinstieg gelingt, welche Voraussetzungen gelten und wie das Arbeitsamt fördern kann.

Diejenigen, die aus gesundheitlichen Gründen oder aufgrund der Lage auf dem Arbeitsmarkt in ihrem alten Job keine Perspektive mehr sehen, können mithilfe einer Immobilienmakler-Qualifizierung einen neuen Weg einschlagen. Wichtig ist, nichts zu überstürzen, sondern zunächst gründlich zu recherchieren und ergänzend einen Beratungstermin beim Arbeitsamt zu vereinbaren. Dort gibt es weitere Informationen und die Chance, eine Förderung zu beantragen.

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Inhaltsverzeichnis

Immobilienmakler bei der Wohnungsbesichtigung mit Kunden - Quereinstieg über eine Umschulung

Berufsbild Immobilienmakler/in - Berufsaussichten und Verdienstmöglichkeiten

Unabhängig davon, ob es um eine Ausbildung, Qualifizierung oder andere Weiterbildung geht, ist die Auseinandersetzung mit dem Beruf des Immobilienmaklers beziehungsweise der Immobilienmaklerin unerlässlich. Interessierte gewinnen so einen Eindruck vom beruflichen Alltag und den Perspektiven.

Die Vermittlung von Immobilien ist die Kernkompetenz von Immobilienmaklerinnen und Immobilienmaklern und prägt ihren Alltag. Grundstücke, Wohnungen, Häuser und Gewerbeobjekte, die verkauft oder vermietet werden sollen, werden durch Immobilienmakler/innen vermittelt. Dabei sind Eigentümer/innen ebenso wie Suchende die Kundinnen und Kunden. Neben der reinen Vermittlung widmen sich Makler/innen auch der Projektentwicklung sowie der Kundenberatung.

In der Immobilienbranche lässt sich durchaus Karriere machen. Insbesondere in den folgenden Bereichen ergeben sich gute Perspektiven:

Die Einkommenssituation von Immobilienmaklerinnen und Immobilienmaklern variiert von Fall zu Fall stark, da ein großer Teil des Verdienstes aus Provisionen stammt. Das durchschnittliche Gehalt lässt sich üblicherweise auf rund 36.000 Euro bis 72.000 Euro brutto im Jahr beziffern. Wer selbstständig arbeitet, trägt das unternehmerische Risiko selbst, hat nach oben aber kaum Grenzen. Angestellte Makler/innen verfügen über ein festes Grundgehalt plus erfolgsabhängige Anteile.

Der Weg zur Qualifizierung als Immobilienmakler/in

Menschen, die einen Berufswechsel vollziehen und in der Immobilienwirtschaft Fuß fassen möchten, fassen häufig eine Immobilienmakler-Umschulung ins Auge. Dabei sollten sie wissen, dass es sich um keinen anerkannten Ausbildungsberuf handelt und es dementsprechend keine Umschulung im eigentlichen Sinne geben kann. Es existieren jedoch Qualifizierungen zum/zur Immobilienmakler/in, die als Umschulungen wahrgenommen werden, da sie die Basis für den Quereinstieg schaffen.

Im Rahmen eines Lehrgangs zum/zur Immobilienmakler/in geht es vor allem um die Vermittlung der notwendigen Kenntnisse und Kompetenzen. Dementsprechend stehen die folgenden Inhalte auf dem Plan:

Voraussetzungen, Dauer und Kosten der Immobilienmakler-Qualifizierung

Eine geregelte Ausbildung zum/zur Immobilienmakler/in existiert nicht, weshalb auch die Rahmenbedingungen einer berufsbegleitenden Qualifizierung variieren können. Bestimmte formale Voraussetzungen werden in der Regel nicht verlangt, während in Sachen Dauer und Kosten große Unterschiede bestehen. Kompaktlehrgänge dauern oft nur wenige Wochen, umfangreichere Qualifizierungen mit IHK-Zertifikat mehrere Monate. Interessierte sollten daher mit einzelnen Anbietern in Kontakt treten und sich beim Arbeitsamt beraten lassen, um passende Angebote zu finden. Geeignete, AZAV-zugelassene Anbieter lassen sich über KURSNET der Bundesagentur für Arbeit finden.


Anerkennung und Gewerbeerlaubnis nach § 34c GewO

Wer als Immobilienmakler/in tätig werden will, sollte wissen, dass es sich um keinen anerkannten Ausbildungsberuf handelt. Für die selbstständige Tätigkeit ist eine behördliche Erlaubnis nach § 34c der Gewerbeordnung erforderlich. Vorausgesetzt werden persönliche Zuverlässigkeit und geordnete Vermögensverhältnisse - keine bestandene Prüfung. Zusätzlich lässt sich im Rahmen einer Qualifizierung ein IHK-Zertifikat erlangen, das die Anerkennung am Markt stärkt.


Anerkennung und Gewerbeerlaubnis nach § 34c GewO

Die allgemeine Anerkennung des Maklerberufs ist nur bedingt gegeben, denn eine staatliche Prüfung existiert nicht. Wer selbstständig vermitteln möchte, benötigt jedoch eine Erlaubnis nach § 34c der Gewerbeordnung, die bei der zuständigen Kommune oder dem Ordnungsamt beantragt wird. Geprüft werden dabei die persönliche Zuverlässigkeit - etwa über ein Führungszeugnis - sowie geordnete Vermögensverhältnisse, nachgewiesen durch Auskünfte aus dem Schuldnerverzeichnis und dem Insolvenzregister.

Seit 2018 besteht zudem eine gesetzliche Weiterbildungspflicht: Makler/innen müssen innerhalb von drei Jahren mindestens 20 Stunden Fortbildung nachweisen. Ein IHK-Zertifikat als Immobilienmakler/in ist zwar nicht vorgeschrieben, verschafft aber Vertrauen bei Kundschaft und Geschäftspartnern und hebt die eigene Qualifizierung von reinen Kurzlehrgängen ab.


Alternativen zur Immobilienmakler-Umschulung

Interessierte an einer Laufbahn in der Immobilienwirtschaft sehen die fehlende offizielle Anerkennung als Immobilienmakler/in mitunter kritisch und suchen daher nach Alternativen mit staatlich anerkanntem Abschluss. In diesem Zusammenhang ist vor allem die Ausbildung zum/zur Immobilienkaufmann/-frau zu nennen, die als geregelte Umschulung über das Arbeitsamt gefördert werden kann. Ansonsten kommen auch die folgenden Umschulungen in Betracht:

Einen Überblick über weitere Berufe bietet die Übersicht zur Umschulung über das Arbeitsamt.


Weiterbildungsmöglichkeiten für Immobilienmakler/innen

Immobilienmakler/innen mit behördlicher Erlaubnis bringen alles mit, um in der Immobilienvermittlung tätig zu werden. Das lebenslange Lernen sollten sie dabei nicht vergessen, sondern konsequent verfolgen - schon wegen der gesetzlichen Fortbildungspflicht. Daher bieten sich regelmäßige Seminare und Kurse zur Erweiterung und Auffrischung an. Ansonsten kommen auch die folgenden Fortbildungen in Betracht:

Ein Studium neben dem Beruf kann eine weitere Option sein und bietet sich angesichts der zunehmenden Akademisierung an. Beispielsweise per Fernstudium lassen sich Immobilienwirtschaft oder Facility Management studieren. Wer sich breiter orientieren möchte, findet in der Übersicht zur Weiterbildung über das Arbeitsamt weitere Anregungen und Fördermöglichkeiten.


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Der Berufsalltag als Immobilienmakler/in

Der Arbeitsalltag von Immobilienmakler/innen ist abwechslungsreich und stark vom Kontakt mit Menschen geprägt. Ein typischer Tag umfasst die Akquise neuer Objekte, die Bewertung von Immobilien, das Erstellen von aussagekräftigen Exposés sowie die Organisation und Durchführung von Besichtigungsterminen. Hinzu kommen Preisverhandlungen zwischen Verkäuferschaft und Interessierten, die Prüfung von Unterlagen wie Grundbuchauszügen und Energieausweisen sowie die Begleitung bis zum Notartermin.

Immobilienmakler/innen arbeiten selten nach festem Schema. Besichtigungen finden häufig am Abend oder am Wochenende statt, wenn Kundinnen und Kunden Zeit haben. Wer im Vertrieb aufgeht, gut zuhören kann und Verhandlungsgeschick mitbringt, findet in diesem Beruf ein passendes Umfeld. Digitale Werkzeuge wie Immobilienportale, virtuelle Rundgänge und CRM-Systeme spielen eine wachsende Rolle und gehören inzwischen zum Handwerkszeug.

Da ein erheblicher Teil des Einkommens erfolgsabhängig ist, braucht es zudem Ausdauer und die Bereitschaft, auch Rückschläge wegzustecken. Gerade in der Anfangszeit vergeht oft einige Zeit, bis die ersten Abschlüsse zustande kommen und ein tragfähiger Kundenstamm aufgebaut ist.

Förderung durch das Arbeitsamt

Da Immobilienmakler/in kein anerkannter Ausbildungsberuf ist, gibt es keine klassische, staatlich geregelte Umschulung. Trotzdem lassen sich berufsbezogene Qualifizierungen unter bestimmten Bedingungen fördern. Voraussetzung ist in der Regel, dass der Lehrgang von einem AZAV-zugelassenen Anbieter stammt und die Maßnahme die Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessert. Die Bundesagentur für Arbeit oder das Jobcenter entscheiden im Einzelfall über einen Bildungsgutschein, der die Lehrgangskosten ganz oder teilweise übernimmt.

Wer arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht ist, sollte das Anliegen frühzeitig mit der zuständigen Vermittlungsfachkraft besprechen. Wichtig ist ein nachvollziehbares Ziel: Ein reiner Kurzlehrgang überzeugt weniger als eine fundierte Qualifizierung, die den Quereinstieg realistisch vorbereitet. Passende Angebote lassen sich über KURSNET der Bundesagentur für Arbeit recherchieren und mit der Beratung abstimmen.

Berufsaussichten und Arbeitsmarkt für Immobilienmakler/innen

Die Nachfrage nach Wohnraum bleibt in vielen Regionen hoch, während das Angebot an Immobilien knapp ist. Für Makler/innen bedeutet das gute Vermittlungschancen, allerdings mit deutlichen regionalen Unterschieden. In Ballungsräumen und wachsenden Städten ist der Markt lebhaft, in ländlichen Gegenden mit sinkender Bevölkerung dagegen zurückhaltender. Zinsänderungen und die allgemeine Konjunktur wirken sich unmittelbar auf die Zahl der Kaufabschlüsse aus, sodass die Branche gewissen Schwankungen unterliegt.

Wer sich spezialisiert, etwa auf Gewerbeimmobilien, Wohnungseigentum oder die Vermietung, kann sich vom Wettbewerb abheben. Auch die Verbindung von Vermittlung und ergänzenden Leistungen wie Immobilienbewertung oder Finanzierungsberatung eröffnet zusätzliche Standbeine. Insgesamt bietet der Beruf motivierten Quereinsteigerinnen und Quereinsteigern realistische Chancen, verlangt aber Eigeninitiative, Netzwerkarbeit und einen langen Atem beim Aufbau des Kundenstamms.

Angestellt oder selbstständig als Immobilienmakler/in

Nach der Qualifizierung stellt sich die Frage nach dem passenden Beschäftigungsmodell. Eine Anstellung in einem Maklerbüro, bei einer Wohnungsgesellschaft oder einem Bauträger bietet ein festes Grundgehalt, geregelte Strukturen und die Möglichkeit, ohne eigenes Kapital in den Beruf zu starten. Hier profitieren Neueinsteiger/innen von der Einarbeitung durch erfahrene Kolleginnen und Kollegen und von einem bestehenden Objektbestand.

Die Selbstständigkeit verspricht mehr Freiheit und höhere Verdienstmöglichkeiten, erfordert aber die Gewerbeerlaubnis nach § 34c GewO, unternehmerisches Denken und finanzielle Rücklagen für die anlaufende Phase. Viele Quereinsteiger/innen starten daher zunächst angestellt, sammeln Erfahrung und Kontakte und wagen erst später den Schritt in die Selbstständigkeit. Beide Wege lassen sich gut mit dem Arbeitsamt besprechen, das neben der Qualifizierungsförderung auch zu Gründungszuschüssen beraten kann.

Häufige Fragen zur Umschulung Immobilienmakler/in

Gibt es eine offizielle Umschulung zum Immobilienmakler?
Nein. Immobilienmakler/in ist kein anerkannter Ausbildungsberuf, deshalb existiert keine geregelte Umschulung im rechtlichen Sinne. Stattdessen gibt es Qualifizierungslehrgänge, die auf den Quereinstieg vorbereiten. Für die selbstständige Tätigkeit ist zusätzlich eine Gewerbeerlaubnis nach § 34c der Gewerbeordnung nötig.

Welche Voraussetzungen brauche ich für den Quereinstieg?
Formale Zugangsvoraussetzungen für Lehrgänge gibt es meist nicht. Für die Erlaubnis nach § 34c GewO müssen jedoch persönliche Zuverlässigkeit und geordnete Vermögensverhältnisse nachgewiesen werden, etwa über Führungszeugnis, Schuldner- und Insolvenzverzeichnis. Kaufmännisches Verständnis, Kontaktfreude und Verhandlungsgeschick sind für den Erfolg im Beruf sehr hilfreich.

Wie lange dauert eine Qualifizierung zum Immobilienmakler?
Das hängt stark vom Anbieter und Umfang ab. Kompaktlehrgänge dauern oft nur wenige Wochen, während umfangreichere Qualifizierungen mit IHK-Zertifikat mehrere Monate in Anspruch nehmen. Berufsbegleitende Modelle strecken die Lernzeit entsprechend. Konkrete Angaben liefern die einzelnen Bildungsträger, die sich über KURSNET vergleichen lassen.

Kann das Arbeitsamt die Qualifizierung fördern?
Ja, unter Umständen. Fördert werden berufsbezogene Maßnahmen von AZAV-zugelassenen Anbietern, wenn sie die Arbeitsmarktchancen verbessern. Über einen Bildungsgutschein können die Lehrgangskosten ganz oder teilweise übernommen werden. Die Entscheidung trifft die Bundesagentur für Arbeit beziehungsweise das Jobcenter individuell - ein Beratungsgespräch vorab ist wichtig.

Wie viel verdient man als Immobilienmakler?
Das Einkommen ist stark provisionsabhängig und schwankt je nach Region und Vermittlungserfolg. Üblich sind rund 36.000 bis 72.000 Euro brutto im Jahr. Angestellte erhalten meist ein Grundgehalt plus erfolgsabhängige Anteile, Selbstständige tragen das unternehmerische Risiko, haben nach oben aber kaum Grenzen.

Was ist besser: Makler-Lehrgang oder Ausbildung zum Immobilienkaufmann?
Beides hat seine Berechtigung. Ein Makler-Lehrgang bereitet gezielt und schnell auf die Vermittlungstätigkeit vor. Die Ausbildung zum/zur Immobilienkaufmann/-frau ist ein staatlich anerkannter Abschluss, lässt sich als Umschulung fördern und öffnet mehr Türen in Unternehmen. Wer eine breite, anerkannte Grundlage sucht, ist mit der Kaufmanns-Ausbildung oft besser beraten.


Redaktions-Tipp

Vereinbaren Sie vor jeder Buchung ein Beratungsgespräch beim Arbeitsamt und lassen Sie sich mehrere AZAV-zugelassene Anbieter über KURSNET zeigen. Prüfen Sie, ob ein IHK-Zertifikat enthalten ist - das erhöht die Anerkennung am Markt spürbar. Wer langfristig plant, sollte die staatlich anerkannte Ausbildung zum/zur Immobilienkaufmann/-frau als förderfähige Alternative in Betracht ziehen.