Die besten Umschulungen mit Zukunft als Online-Kurse
Als vollwertige Umschulung mit anerkanntem Berufsabschluss eignen sich reine Online-Kurse nicht, denn ein staatlich anerkannter Abschluss setzt Präsenzanteile, Praktika und eine Prüfung vor der zuständigen Kammer voraus. Online-Kurse sind jedoch ein sinnvoller Baustein: Sie vermitteln Zusatzqualifikationen flexibel von zu Hause aus und können als Teilzeit-Weiterbildung den Einstieg in ein zukunftsträchtiges Berufsfeld ebnen. Wer eine echte Zweitausbildung anstrebt, kombiniert die Vorteile des digitalen Lernens am besten mit einer geförderten Umschulung über das Arbeitsamt.
Das Wichtigste in KĂĽrze
- Eine vollständige Umschulung mit anerkanntem Abschluss lässt sich nicht als reiner Online-Kurs absolvieren – Präsenz, Praxis und KammerprĂĽfung sind Pflicht.
- Zukunftsträchtige Umschulungsberufe finden sich vor allem in Pflege, Erziehung, IT und Handwerk, also dort, wo Fachkräfte fehlen.
- Online-Kurse punkten mit zeitlicher und örtlicher Flexibilität und eignen sich als Zusatzqualifikation oder Teilzeit-Weiterbildung.
- Selbstdisziplin, Zeitmanagement und Durchhaltevermögen entscheiden über den Erfolg beim virtuellen Lernen.
- Das Arbeitsamt fördert Qualifizierungen unabhängig von der Lehrgangsform, sofern der Kurs anerkannt, geeignet und arbeitsmarktnah ist – etwa per Bildungsgutschein.
Menschen, die in ihrem bisherigen Beruf unglĂĽcklich sind oder keine Perspektive mehr haben, sollten nach vorne schauen und ihre berufliche Zukunft aktiv gestalten. Eine Umschulung ist dazu gut geeignet und bietet die Gelegenheit einer Zweitausbildung. Die Teilnehmenden lernen einen neuen Beruf von der Pike auf und schaffen die Basis fĂĽr einen Neustart. Damit dieser gelingt, muss es sich um eine Umschulung mit Zukunft handeln.
In Zeiten zunehmender Digitalisierung kommt so manche Umschulung mit Zukunft als Online-Kurs daher. Die Aussicht auf eine flexible Zweitausbildung ist ohne Frage verlockend. Interessierte sollten aber wissen, dass es doch nicht ganz so einfach ist. Eine Beratung beim Arbeitsamt kann stets helfen, sich ein genaues Bild von den Möglichkeiten zu machen. Zunächst bietet sich aber eine eigenständige Recherche an. Einen Überblick über geförderte Zweitausbildungen bietet unser Ratgeber zur Umschulung über das Arbeitsamt.
Das macht eine Umschulung mit Zukunft aus
Wer aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen oder durch Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt keine Chancen in seinem alten Beruf mehr hat, muss sich umorientieren.
Eine Umschulung schafft die Basis fĂĽr einen solchen Berufswechsel. Dass diese Zukunft haben sollte, steht auĂźer Frage. Folglich ist wichtig zu wissen, welche Berufe dauerhaft gute Aussichten bieten.
DarĂĽber hinaus greifen Umschulungen mit Zukunft auf moderne Lernformen zurĂĽck und setzen in besonderem MaĂźe auf die digitale Lehre. Entscheidend ist dabei, dass am Ende ein anerkannter Abschluss steht. Eine offizielle Umschulung dauert in der Regel zwei Jahre, bei Umschulungen in verkĂĽrzter Form auch etwas weniger, und endet mit einer PrĂĽfung vor der Industrie- und Handelskammer oder der Handwerkskammer.
Aussichtsreiche Umschulungsberufe
Unabhängig von der Lernform gibt es einige Umschulungsberufe, die besonders gute Aussichten bieten. Dabei handelt es sich um Berufe, die den Anforderungen des heutigen Arbeitsmarkts gerecht werden, indem sie auf einen etwaigen Fachkräftemangel Rücksicht nehmen oder sich an neuen Technologien orientieren.
Beispielhaft lassen sich somit unter anderem die folgenden Umschulungen mit Zukunft nennen:
- Umschulung zum Erzieher beziehungsweise zur Erzieherin
- Umschulung zur Pflegefachkraft
- Umschulung zum Fachinformatiker beziehungsweise zur Fachinformatikerin
- Kaufmann/-frau fĂĽr Digitalisierungsmanagement
- Umschulung zum Mechatroniker beziehungsweise zur Mechatronikerin
Die genannten Berufe sind lediglich als Beispiele zu verstehen. Angehende Umschüler/innen sollten zudem darüber nachdenken, sich für einen handwerklichen Beruf zu qualifizieren. Im traditionellen Handwerk zeichnet sich bereits seit geraumer Zeit mangelnder Nachwuchs ab, während zugleich Bedarf für entsprechende Fachkräfte gegeben ist. Das Handwerk hat somit nicht nur Tradition, sondern zugleich auch Zukunft, die unter anderem Berufswechsler/innen nutzen können. Welche Qualifizierung im Einzelfall passt, hängt von den regionalen Arbeitsmarktchancen ab, die sich über die Jobbörse und das Portal KURSNET der Bundesagentur für Arbeit prüfen lassen.
Der Vorteil des Online-Lernens
Das Online-Lernen setzt sich in immer mehr Bereichen durch und kann vor allem folgendermaĂźen punkten:
- zeitliche Flexibilität
- örtliche Unabhängigkeit
- gute Vereinbarkeit mit anderen Verpflichtungen
- individuelles Lerntempo
- multimediale Lernangebote
In bestimmten Bereichen ist ein Online-Kurs allerdings nicht die beste Wahl. Durch die Distanz online-basierter Lernangebote lassen sich handwerkliche und soziale Kompetenzen kaum vermitteln. AuĂźerdem kann ein virtueller Fernlehrgang keine PräsenzmaĂźnahme vollends ersetzen. In der Regel ist es so auch nicht möglich, einen offiziellen Berufsabschluss allein online zu erlangen. Als vollständige Umschulung sind reine Online-Kurse also nicht geeignet – wohl aber als ergänzende Qualifizierung.
FĂĽnf schnelle Tipps zu Online-Kursen fĂĽr den beruflichen Neustart
Eine Umschulung lässt sich ebenso wenig wie eine Berufsausbildung vollständig online absolvieren. Wer die Vorteile des Online-Lernens erkennt und nach neuen beruflichen Perspektiven sucht, kann von Online-Kursen dennoch profitieren. Die folgenden fünf Tipps sollen helfen, den größten Nutzen aus einer solchen Qualifizierungsmaßnahme zu ziehen:
- Nutzen Sie einen Online-Kurs, um einen neuen Bereich kennenzulernen!
- Betrachten Sie Online-Kurse als zusätzliche Qualifizierungen!
- Hinterfragen Sie die Anerkennung und den Abschluss des bevorzugten Online-Kurses!
- Vergleichen Sie die Betreuungsangebote der verschiedenen Anbieter von Online-Kursen!
- Erkundigen Sie sich nach der Förderfähigkeit des bevorzugten Online-Kurses!
Nebenbei umschulen lassen ist möglich
Es kommt immer wieder vor, dass Menschen nach Möglichkeiten für einen beruflichen Neuanfang suchen, aber keine Möglichkeit haben, an einer entsprechenden Maßnahme in Vollzeit teilzunehmen. Wer sich nebenbei umschulen lassen möchte, sollte daher um die folgenden Optionen wissen:
- berufsbegleitende Ausbildung in Teilzeit
- Umschulung in Teilzeit
- betriebliche Umschulung
Zusätzlich können auch Online-Kurse eine spannende Option sein, schließlich bieten sie große Freiheiten. Allerdings können sie keine Umschulungsmaßnahme ersetzen und eignen sich bestenfalls als Teilzeit-Weiterbildung. Diese kann mitunter ein Türöffner sein und neue Tätigkeiten ermöglichen. Wer den Abschluss anstrebt, findet in unserem Ratgeber zur geförderten Weiterbildung über das Arbeitsamt die passenden Wege.
FĂĽr einen Online-Kurs besonders geeignete Personen
All diejenigen, die Gefallen an der Idee eines Online-Kurses finden, sollten nicht nur die Anerkennung und Verfügbarkeit hinterfragen, sondern auch ihre persönliche Eignung für das virtuelle Fernlernen. So sollte man die folgenden Eigenschaften mitbringen, um die damit einhergehende Herausforderung erfolgreich zu meistern:
- Selbstdisziplin
- Eigenmotivation
- Zeitmanagement
- Organisationsgeschick
- Durchhaltevermögen
- Ehrgeiz
- Lerneifer
- Zielstrebigkeit
- autodidaktische Veranlagung
Das Arbeitsamt und Online-Kurse
Wer mit einem Online-Kurs liebäugelt und auf eine Förderung durch das Arbeitsamt hofft, fragt sich, wie das Amt zu Online-Kursen steht.
Grundsätzlich kommt es bei der Förderung beruflicher Qualifizierungen nicht auf die Lehrgangsform an, sodass auch Online-Kurse gefördert werden können. Hier muss allerdings alles zusammenpassen. Die Qualifizierung sollte mit den jeweiligen Lebensumständen vereinbar, offiziell anerkannt und zudem aussichtsreich sein. Voraussetzung ist, dass der Kurs bei einem AZAV-zugelassenen Anbieter stattfindet und die Maßnahme selbst nach der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung zertifiziert ist.
So läuft die Förderung über den Bildungsgutschein
Steht fest, dass eine geförderte Qualifizierung infrage kommt, führt der Weg über den Bildungsgutschein. Dabei handelt es sich um eine schriftliche Zusage der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters, die Kosten einer bestimmten Maßnahme zu übernehmen. Der Ablauf gliedert sich grob in folgende Schritte:
- Beratungsgespräch bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter vereinbaren
- gemeinsam die Notwendigkeit und die Erfolgsaussichten der Qualifizierung prĂĽfen
- bei positiver Entscheidung den Bildungsgutschein ausstellen lassen
- einen AZAV-zugelassenen Anbieter über KURSNET der Bundesagentur für Arbeit auswählen
- den Gutschein vor Kursbeginn beim Bildungsträger einlösen
Der Bildungsgutschein deckt die Lehrgangskosten ab und kann zusätzlich Fahrt-, Kinderbetreuungs- und Prüfungskosten umfassen. Ein Rechtsanspruch besteht nicht, die Entscheidung liegt im Ermessen der zuständigen Stelle. Wer während einer längeren Umschulung Arbeitslosengeld bezieht, erhält dieses in der Regel weiter, sodass der Lebensunterhalt gesichert bleibt. Mehr dazu steht in unserem Ratgeber zur Umschulung mit Bildungsgutschein.
Berufsaussichten und Arbeitsmarkt
Ob sich eine Umschulung lohnt, hängt maßgeblich von den Aussichten auf dem Arbeitsmarkt ab. Berufe mit ausgeprägtem Fachkräftemangel bieten die besten Chancen auf eine dauerhafte Anstellung. Besonders gefragt sind derzeit Fachkräfte in der Pflege, in Kindertagesstätten, in der IT sowie im Handwerk. In diesen Bereichen übersteigt die Zahl der offenen Stellen die der Bewerber deutlich, was Quereinsteigern mit passender Qualifizierung zugutekommt.
Wer den regionalen Bedarf einschätzen möchte, sollte die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit sowie die Fachkräfteengpassanalyse heranziehen. Diese zeigt, in welchen Berufen und Regionen Engpässe bestehen. Eine Umschulung in einen solchen Engpassberuf verbessert die Aussicht auf einen Arbeitsplatz erheblich und erhöht zugleich die Wahrscheinlichkeit, dass die Agentur für Arbeit die Maßnahme fördert. Denn gefördert wird bevorzugt dort, wo die Vermittlungschancen nach der Qualifizierung hoch sind.
Neben den Beschäftigungsaussichten spielt auch die Verdienstperspektive eine Rolle. In Engpassberufen entwickeln sich die Löhne tendenziell günstiger, weil Arbeitgeber um qualifiziertes Personal werben. Eine sorgfältige Recherche vor der Entscheidung zahlt sich daher doppelt aus: Sie erhöht die Förderwahrscheinlichkeit und legt den Grundstein für eine stabile berufliche Zukunft.
Wer sich unsicher ist, ob ein Online-Kurs oder eine klassische Umschulung besser passt, sollte das persönliche Ziel klar formulieren. Geht es um einen anerkannten Berufsabschluss, führt kein Weg an einer geförderten Umschulung mit Präsenz- und Praxisanteilen vorbei. Geht es dagegen darum, vorhandene Kenntnisse zu erweitern oder ein neues Feld auszuprobieren, ist ein Online-Kurs oft die flexiblere und schnellere Lösung. Häufig ergänzen sich beide Wege: Ein Online-Kurs verschafft einen ersten Einblick, die anschließende Umschulung liefert den formalen Abschluss.
Häufige Fragen zu Online-Kursen und Umschulungen mit Zukunft
Menschen, die sich mithilfe eines Online-Kurses oder einer anderen Qualifizierungsmaßnahme beruflich verändern möchten, werden mit teils sehr hohen Kosten konfrontiert. Die anfallenden Gebühren können sie sich nicht leisten. Das Arbeitsamt kann hier einspringen und eine passende Förderung bieten. Diese setzt sich aus einem Bildungsgutschein und Hilfen zum Lebensunterhalt zusammen. Außerdem bietet das Arbeitsamt eine umfassende Beratung.
Ein Termin beim Arbeitsamt ist fĂĽr angehende Berufswechsler/innen folglich Pflicht. Sie sollten sich passend vorbereiten und sich dabei an der folgenden Checkliste orientieren:
- intensive Auseinandersetzung mit dem angestrebten Beruf beziehungsweise der betreffenden Tätigkeit
- Analyse der Situation auf dem Arbeitsmarkt
- verschiedene Anbieter kontaktieren
- Informationsmaterial anfordern
