Umschulung Technischer Produktdesigner - Quereinstieg über das Arbeitsamt
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
- Technische Produktdesigner erstellen und pflegen 3D-Datensätze und technische Dokumentationen für Bauteile und Baugruppen - überwiegend am Rechner mit CAD-Software.
- Die Umschulung dauert in der Regel zwei Jahre, endet mit der Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) und führt zu einem staatlich anerkannten Berufsabschluss.
- Es gibt zwei Fachrichtungen: Produktgestaltung und -konstruktion sowie Maschinen- und Anlagenkonstruktion.
- Die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter kann die Umschulung über einen Bildungsgutschein vollständig fördern und zusätzlich den Lebensunterhalt sichern.
- Das Bruttojahresgehalt liegt je nach Region, Branche und Erfahrung meist zwischen rund 30.000 und 50.000 Euro.
Die Umschulung zum Technischen Produktdesigner richtet sich an Menschen, die sich beruflich neu orientieren und über einen Quereinstieg in einen technischen Konstruktionsberuf einsteigen möchten. Sie ersetzt die klassische duale Ausbildung, dauert in der Regel zwei Jahre und schließt mit einer anerkannten IHK-Prüfung ab. Wer arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht ist, kann die Maßnahme über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit fördern lassen.
Weil es sich um einen staatlich anerkannten Ausbildungsberuf handelt, ist der offizielle Abschluss die Eintrittskarte in das Berufsfeld. Anstelle der dualen Ausbildung ist die Umschulung der übliche Weg für Erwachsene mit Berufserfahrung. Im Folgenden erfahren Sie, wie die Umschulung abläuft, welche Voraussetzungen gelten, wie sie finanziert wird und welche Perspektiven der Beruf bietet.

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Inhaltsverzeichnis
- Berufsbild, Karrierechancen und Verdienst
- So läuft die Umschulung zum Technischen Produktdesigner ab
- Voraussetzungen, Dauer und Kosten
- Förderung durch das Arbeitsamt
- Alternativen und verwandte Berufe
- Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten
- Anerkennung und Abschlussprüfung
- Anbieter der Umschulung finden
- Der Berufsalltag als Technischer Produktdesigner
- Berufsaussichten und Arbeitsmarkt
- Stellenangebote für Technische Produktdesigner
- Häufige Fragen zur Umschulung
Berufsbild Technischer Produktdesigner - Karrierechancen und Verdienstmöglichkeiten
Technische Produktdesigner erstellen und passen 3D-Datensätze sowie technische Dokumentationen für Bauteile und Baugruppen an. Als Grundlage dienen sowohl technische als auch gestalterische Vorgaben. Neben der Planung und Koordination von Konstruktion und Fertigung übernehmen sie auch die Kontrolle der Ergebnisse. Der Beruf verbindet also gestalterisches Denken mit technischem Fachwissen und moderner CAD-Software.
Im Laufe der Zeit wurde das Berufsbild angepasst, wodurch zwei Fachrichtungen entstanden sind:
- Produktgestaltung und -konstruktion
- Maschinen- und Anlagenkonstruktion
Bereits während der Qualifizierung setzen angehende Technische Produktdesigner inhaltliche Schwerpunkte und erarbeiten sich Fachwissen. Dadurch ergeben sich vor allem in den folgenden Bereichen gute Beschäftigungschancen:
- Möbelbau
- Verpackungsindustrie
- Fahrzeugbau
- Medizintechnik
- Konstruktionsbüros
An abwechslungsreichen Aufgaben fehlt es im Beruf nicht. Auch die Verdienstmöglichkeiten sind für viele ein wichtiges Argument. Das Einkommen hängt stark von Region, Branche, Betriebsgröße und Berufserfahrung ab. Zur groben Orientierung: Das Bruttojahresgehalt bewegt sich meist zwischen rund 30.000 Euro zu Berufsbeginn und etwa 50.000 Euro mit mehreren Jahren Erfahrung. In gut zahlenden Branchen wie dem Fahrzeugbau oder der Medizintechnik kann der Verdienst darüber liegen.
So läuft die Umschulung zum Technischen Produktdesigner ab
Menschen, die in ihrem Erstberuf keine Perspektive mehr sehen, fassen die Umschulung zum Technischen Produktdesigner oft bewusst ins Auge. Sie kann in außerbetrieblicher oder betrieblicher Form stattfinden und führt in beiden Fällen zum offiziellen Berufsabschluss. Dafür sorgt die abschließende Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer.
Wer sich umschulen lassen möchte, sollte die verschiedenen Varianten der Maßnahme kennen und sich für eine Fachrichtung entscheiden - denn damit stellen sich die Weichen für die späteren Schwerpunkte. Die Inhalte variieren je nach Fachrichtung, drehen sich in der Qualifizierung aber grundsätzlich um folgende Themen:
- Werk- und Hilfsstoffe
- Planung und Konzeption von Bauteilen und Baugruppen
- Entwurf, Ausarbeitung und Kalkulation von Bauteilen und Baugruppen
- Fertigungs- und Fügeverfahren
- Montagetechniken
- Organisation und Arbeitsplanung
- Qualitätssicherung
- Kundenorientierung
- Simulation und Präsentation
Ein großer Teil der Umschulung findet am Rechner statt: Der sichere Umgang mit CAD-Software steht im Mittelpunkt der praktischen Ausbildung. Wer eine betriebliche Umschulung absolviert, wendet das Gelernte parallel im Betrieb an und sammelt so früh Praxiserfahrung. Eine allgemeine Übersicht zu weiterführenden Qualifizierungen finden Sie in unserem Bereich Weiterbildung über das Arbeitsamt.
Voraussetzungen, Dauer und Kosten der Umschulung
Wer sich in einer Phase des beruflichen Umbruchs befindet und sich für das Berufsbild begeistert, sollte die Rahmenbedingungen kennen. Je nach Lehrgang und Anbieter gibt es Unterschiede, grundsätzlich lassen sich die Modalitäten aber so zusammenfassen:
- Voraussetzungen: keine bestimmte schulische Vorbildung vorgeschrieben; technisches Verständnis, räumliches Vorstellungsvermögen und Interesse an Computerarbeit sind von Vorteil
- Dauer: in der Regel zwei Jahre
- Kosten: mehrere Tausend Euro, bei Förderung über einen Bildungsgutschein für die Teilnehmenden meist kostenfrei
Die Lehrgangsgebühren und der laufende Lebensunterhalt können angehenden Technischen Produktdesignern schwer zu schaffen machen. Eine Förderung durch die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter kommt da sehr gelegen und macht die Teilnahme an einer Umschulung häufig erst möglich.
Das Arbeitsamt kann einerseits einen Bildungsgutschein ausstellen, der die Lehrgangskosten übernimmt, und andererseits den Lebensunterhalt sichern. So ist die Finanzierung des Berufswechsels gewährleistet. Wichtig: Der Bildungsgutschein wird vor Beginn der Maßnahme beantragt und nur für AZAV-zugelassene Anbieter ausgestellt.
Alternativen und verwandte Berufe zur Umschulung
Wer grundsätzlich an einer Umschulung zum Technischen Produktdesigner interessiert ist, aber noch keine endgültige Berufswahl getroffen hat, sollte auch ähnliche Berufe in Betracht ziehen. Erwähnenswert sind vor allem folgende Berufsbilder:
- Technische Systemplaner
- Umschulung zum Bauzeichner
- Umschulung zum Technischen Zeichner
- Assistent für Produktdesign
Auch technische Berufe mit stärkerem Fertigungsbezug wie der Mechatroniker oder der Industriemechaniker können eine passende Alternative sein. Eine berufsbegleitende Ausbildung in Teilzeit ist ebenfalls denkbar. Einen Überblick über das gesamte Angebot bietet unsere Übersicht der Umschulungen über das Arbeitsamt.
Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten für Technische Produktdesigner
Nach der Qualifizierung zum Technischen Produktdesigner lässt sich das Wissen durch Weiterbildung vertiefen. Seminare befassen sich zum Beispiel mit technischem Zeichnen, CAD, Konstruktion oder Produktgestaltung und halten das Fachwissen aktuell.
Ein höherer Abschluss winkt im Zuge folgender Aufstiegsfortbildungen:
- Techniker der Fachrichtung Maschinentechnik
- Konstrukteur
- Gestalter für Produktdesign
- Technischer Fachwirt
Wer die Hochschulzugangsberechtigung besitzt oder über die berufliche Qualifikation studienberechtigt ist, kann zusätzlich ein Studium anschließen, etwa im Maschinenbau, in der Konstruktionstechnik oder im Produktdesign. Damit eröffnen sich Positionen mit mehr Verantwortung und höherem Verdienst.
Anerkennung und Abschlussprüfung als Technischer Produktdesigner
Unabhängig davon, ob man die duale Ausbildung, eine berufsbegleitende Ausbildung oder eine Umschulung absolviert, ist die offizielle Anerkennung als Technischer Produktdesigner entscheidend. Sie wird durch die Abschlussprüfung vor der IHK erlangt. Diese ist als gestreckte Abschlussprüfung aufgebaut und besteht aus folgenden Elementen:
- Teil 1 der Abschlussprüfung, üblicherweise gegen Ende des zweiten Ausbildungsjahres abgelegt, fließt mit in die Endnote ein
- Teil 2 der Abschlussprüfung mit schriftlichen Aufgaben und einem praktischen Teil, in dem ein betrieblicher Auftrag oder eine vergleichbare Aufgabe bearbeitet wird
Im Zuge dessen werden die relevanten Inhalte und Kompetenzen abgefragt, um sicherzustellen, dass die Absolventen den Anforderungen des Berufs gewachsen sind. Mit bestandener Prüfung liegt ein bundesweit anerkannter Abschluss vor.
Anbieter der Umschulung zum Technischen Produktdesigner finden
Dass die IHK für die offizielle Prüfung die richtige Anlaufstelle ist, steht außer Frage. Interessierte brauchen aber auch einen geeigneten Umschulungsanbieter.
Bei einer betrieblichen Umschulung kommen Unternehmen infrage, die Technische Produktdesigner ausbilden und beschäftigen. Die außerbetriebliche Umschulung übernehmen dagegen private Bildungsträger. Achten Sie darauf, dass der Anbieter AZAV-zertifiziert ist - nur dann lässt sich die Maßnahme über einen Bildungsgutschein fördern. Passende, AZAV-zugelassene Anbieter finden Sie über KURSNET, die Datenbank der Bundesagentur für Arbeit; im Zweifelsfall vermittelt das Arbeitsamt den Kontakt.
Der Berufsalltag als Technischer Produktdesigner
Der Arbeitstag spielt sich zu einem großen Teil am Bildschirm ab. Technische Produktdesigner modellieren Bauteile und Baugruppen in einem CAD-System, leiten daraus technische Zeichnungen ab und pflegen Stücklisten sowie Dokumentationen. Sie stimmen sich eng mit Konstrukteuren, der Fertigung und dem Einkauf ab und berücksichtigen dabei Vorgaben zu Material, Kosten, Normen und Fertigungsverfahren.
In der Fachrichtung Produktgestaltung und -konstruktion steht die formgebende, gestalterische Arbeit stärker im Vordergrund, etwa bei Konsumgütern, Möbeln oder Verpackungen. In der Fachrichtung Maschinen- und Anlagenkonstruktion geht es dagegen häufiger um funktionale Bauteile für Maschinen, Anlagen und Vorrichtungen. Gemeinsam ist beiden Richtungen, dass Sorgfalt, räumliches Vorstellungsvermögen und ein Gespür für technische Zusammenhänge gefragt sind. Der Beruf wird überwiegend in Industrieunternehmen und Konstruktionsbüros ausgeübt, meist zu geregelten Arbeitszeiten.
Berufsaussichten und Arbeitsmarkt für Technische Produktdesigner
Technische Produktdesigner werden in vielen Industriezweigen gebraucht, weil kaum ein Produkt ohne saubere 3D-Konstruktion und Dokumentation entsteht. Fahrzeugbau, Maschinen- und Anlagenbau, Medizintechnik, Möbel- und Verpackungsindustrie zählen zu den wichtigsten Arbeitgebern. Der anhaltende Trend zur Digitalisierung der Produktentwicklung sorgt dafür, dass Fachkräfte mit CAD-Kompetenz gefragt bleiben.
Für Quereinsteiger mit abgeschlossener Umschulung sind die Aussichten damit solide. Wer zusätzlich Erfahrung in einer bestimmten Branche oder mit verbreiteten CAD-Systemen mitbringt, verbessert seine Chancen spürbar. Auch die Bereitschaft, sich regelmäßig in neue Software und Normen einzuarbeiten, wird von Arbeitgebern geschätzt. Wer räumlich flexibel ist und sich fachlich weiterbildet, findet in der Regel gute Beschäftigungsmöglichkeiten.
Stellenangebote für Technische Produktdesigner
Der berufliche Neustart als Technischer Produktdesigner sollte gut vorbereitet sein. Dazu gehört, sich ein Bild von der Lage auf dem Arbeitsmarkt zu machen.
Aktuelle Stellenangebote sind dafür gut geeignet: Sie informieren über Anforderungen, gefragte CAD-Systeme und mögliche Arbeitsorte. Ein Blick in die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit sowie in einschlägige Stellenportale lohnt sich schon während der Umschulung, um früh ein Gefühl für den regionalen Markt zu bekommen.
Wenn eine Umschulung zum Technischen Produktdesigner im Raum steht, ist zunächst eine intensive Auseinandersetzung mit dem Berufsbild gefordert. Zudem sollten Interessierte besonderen Wert auf die Praxis legen und daher den folgenden Tipp aus unserer Redaktion beherzigen.
Nehmen Sie Kontakt zu Unternehmen auf!
Wer sich zum Technischen Produktdesigner umschulen lassen möchte, sollte nicht nur nach passenden Lehrgängen suchen und sich vom Arbeitsamt beraten lassen, sondern auch geeignete Unternehmen ansprechen.
Mitunter lässt sich dort ein Praktikum oder sogar eine betriebliche Umschulung beziehungsweise berufsbegleitende Ausbildung absolvieren. So lernen auch Quereinsteiger die Praxis von Anfang an kennen und sind nach der Maßnahme gut für den beruflichen Alltag gerüstet.