Umschulung Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement

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DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

  • Eine Umschulung in die Qualitätssicherung und ins Qualitätsmanagement dauert in der Regel rund zwei Jahre; berufsbegleitende Weiterbildungen sind oft in wenigen Monaten zu absolvieren.
  • Formale Zugangsvoraussetzungen gibt es kaum - wichtig sind Genauigkeit, Verantwortungsbewusstsein und ein gutes Verständnis für Prozesse und Zahlen.
  • Qualitätsfachkräfte werden branchenübergreifend gesucht, etwa in Industrie, Automotive, Medizintechnik, Lebensmittelbranche und Pharma.
  • Zentrale Grundlage ist die Norm DIN EN ISO 9001, ergänzt durch Methoden wie Audit, FMEA, Six Sigma und statistische Prozesskontrolle.
  • Bei arbeitsmarktpolitischer Förderung übernimmt die Agentur für Arbeit über den Bildungsgutschein die Lehrgangskosten einer AZAV-zugelassenen Maßnahme.
2 JahreDauerVollzeit / je nach Lehrgang
2.800-3.800 €Verdienstbrutto/Monat
AZAV-zertifiziertAnbieterKurssuche über KURSNET
BildungsgutscheinFörderung§ 81 SGB III, AZAV-Träger

Eine Umschulung in die Qualitätssicherung (QS) oder ins Qualitätsmanagement (QM) führt in ein Tätigkeitsfeld, das in nahezu jeder Branche gebraucht wird: Wer prüft, dokumentiert und Prozesse absichert, sorgt dafür, dass Produkte und Dienstleistungen verlässlich den vereinbarten Standard erreichen. Für einen beruflichen Neustart über das Arbeitsamt kommen dabei mehrere Wege infrage - von der zweijährigen Umschulung bis zur kürzeren Weiterbildung mit Zertifikat.

Damit der Einstieg gelingt, lohnt sich eine gründliche Vorbereitung. Angehende Umschüler/innen sollten sich frühzeitig bei der Agentur für Arbeit beraten lassen und im persönlichen Gespräch mit der zuständigen Sachbearbeitung ihre Situation darlegen. So lassen sich passende Maßnahmen, Fördermöglichkeiten und realistische Perspektiven abstecken. Wer parallel eigenständig recherchiert, geht bestens vorbereitet in den Beratungstermin.

Fachkraft für Qualitätssicherung prüft Bauteile im Rahmen der Qualitätskontrolle

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Umschulung oder Weiterbildung per Fernstudium

Viele Umschulungen und Weiterbildungen lassen sich flexibel per Fernstudium absolvieren - bei Förderung bis zu 100 Prozent über den Bildungsgutschein. Fordern Sie kostenloses Infomaterial direkt bei den Anbietern an und vergleichen Sie in Ruhe: Die Lehrgänge unterscheiden sich in Dauer, Service und Preis.

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Inhaltsverzeichnis

Berufsaussichten und Verdienstmöglichkeiten in der Qualitätssicherung und im Qualitätsmanagement

Die beruflichen Perspektiven im Qualitätsmanagement und in der Qualitätssicherung sind breit angelegt, denn praktisch alle Branchen haben Bedarf an entsprechenden Fachkräften. Unternehmen, die Produkte fertigen oder Dienstleistungen anbieten, legen großen Wert auf verlässliche Qualitätsstandards - ohne geschultes Personal lassen sich diese kaum sichern. Besonders gefragt sind Qualitätsfachkräfte in der Industrie, in der Automobilzulieferung, in der Medizintechnik, in der Pharma- und Lebensmittelbranche sowie im Maschinen- und Anlagenbau.

Wer eine passende Umschulung im Bereich Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement sucht, sollte die folgenden Berufsbilder ins Auge fassen:

Diese Bezeichnungen liefern gute Anhaltspunkte für die Recherche. Weil sich die Aufgaben, Verantwortungsebenen und Einsatzbereiche stark unterscheiden, lassen sich keine pauschalen Aussagen zum Verdienst treffen. Als grobe Orientierung liegt das Bruttomonatsgehalt einer Fachkraft für Qualitätssicherung häufig zwischen rund 2.800 und 3.800 Euro, während erfahrene Qualitätsmanager/innen mit Personal- oder Systemverantwortung deutlich darüber verdienen können. Ausschlaggebend sind Branche, Region, Betriebsgröße und die eingebrachte Vorerfahrung.

Der Einstieg ins Qualitätsmanagement beziehungsweise in die Qualitätssicherung per Umschulung

Aus den unterschiedlichen Berufsbildern im Qualitätsmanagement ergeben sich verschiedene Wege für eine Umschulung. Im Rahmen einer geförderten Maßnahme können sich Berufswechsler/innen fachlich neu aufstellen und den gewünschten Neuanfang schaffen. Sinnvoll ist es, sich zunächst mit den einzelnen Berufsbildern auseinanderzusetzen und eine Wahl zu treffen. Erst danach lassen sich die konkreten Details der jeweiligen Umschulung sinnvoll vergleichen.

Ein zentraler Anlaufpunkt für die Suche nach passenden Lehrgängen ist KURSNET, die Weiterbildungsdatenbank der Bundesagentur für Arbeit. Dort finden sich AZAV-zugelassene Anbieter, deren Maßnahmen über den Bildungsgutschein förderfähig sind. Ergänzend geben die Beratungsfachkräfte der Agentur für Arbeit Auskunft, welche Umschulung zur eigenen Ausgangslage und zur Nachfrage auf dem regionalen Arbeitsmarkt passt.

Inhalte, Voraussetzungen, Dauer und Kosten der Umschulung

Je nach angestrebter Umschulung im Bereich Qualitätssicherung fallen die Rahmenbedingungen unterschiedlich aus. Deshalb ist es wichtig, den Umschulungswunsch zu konkretisieren. So lässt sich gezielter recherchieren, was die jeweilige Maßnahme umfasst.

Grundsätzlich braucht man für eine Umschulung keine einschlägigen Vorkenntnisse. Bei einer anerkannten Umschulung in einen Ausbildungsberuf sollte man von einer Dauer von rund zwei Jahren ausgehen, da die reguläre Ausbildungszeit in der Umschulung verkürzt abgebildet wird. Reine Weiterbildungslehrgänge mit QM-Zertifikat sind dagegen häufig in wenigen Wochen bis Monaten abgeschlossen. Die Lehrgangsgebühren können sich auf mehrere Tausend Euro belaufen; bei arbeitsmarktpolitischer Förderung trägt die Agentur für Arbeit diese Kosten über den Bildungsgutschein.

Inhaltlich vermittelt eine Umschulung typischerweise die Grundlagen des Qualitätsmanagements nach DIN EN ISO 9001, Prüf- und Messtechnik, Dokumentation und Reklamationsbearbeitung, die Planung und Durchführung von Audits sowie statistische Methoden zur Prozesskontrolle. Ergänzend gehören Kenntnisse in Arbeitssicherheit, Prozessoptimierung und im Umgang mit branchenüblicher QM-Software zum Ausbildungsstoff.


Diese Eigenschaften sind im Qualitätsmanagement gefragt

Besondere formale Voraussetzungen sind für eine Umschulung im Qualitätsmanagement in der Regel nicht zu erfüllen. Dennoch sollte man ehrlich prüfen, ob man für das Feld geeignet ist. Berufswechsler/innen tun gut daran, ihre persönliche Eignung selbstkritisch zu hinterfragen. Im Alltag der Qualitätssicherung kommt es vor allem auf die folgenden Eigenschaften an:

Wer gern strukturiert arbeitet, Sachverhalte nachvollziehbar dokumentiert und auch bei Routineprüfungen konzentriert bleibt, bringt gute Grundvoraussetzungen mit. Da Qualitätsfachkräfte häufig zwischen Produktion, Einkauf und Management vermitteln, ist zudem Kommunikationsstärke von Vorteil.


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So unterstützt das Arbeitsamt die Umschulung im Bereich Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung

Das Arbeitsamt ist für Menschen im beruflichen Umbruch zunächst eine Beratungsstelle. Dort erhalten Interessierte Informationen zu ihren beruflichen Möglichkeiten und zur Lage auf dem Arbeitsmarkt. Darüber hinaus können Berufswechsler/innen finanzielle Unterstützung beantragen. Zur Verfügung stehen unter anderem die folgenden Leistungen:

Ob eine Förderung bewilligt wird, entscheidet die Agentur für Arbeit im Einzelfall nach pflichtgemäßem Ermessen. Zentrale Voraussetzung ist, dass die Umschulung arbeitsmarktlich notwendig ist und bei einem AZAV-zugelassenen Träger stattfindet. Der Bildungsgutschein wird vor Maßnahmebeginn ausgestellt und kann bei einem zertifizierten Anbieter aus KURSNET eingelöst werden.

Kurz erklärt: Bildungsgutschein

Der Bildungsgutschein ist eine schriftliche Zusage der Agentur für Arbeit, die Kosten einer Weiterbildung oder Umschulung zu übernehmen. Er wird ausgestellt, wenn die Maßnahme notwendig erscheint, um eine Arbeitslosigkeit zu beenden oder abzuwenden. Eingelöst wird er ausschließlich bei AZAV-zertifizierten Trägern - deshalb lohnt der frühzeitige Beratungstermin, bevor man sich für einen konkreten Anbieter entscheidet.

Der Berufsalltag in der Qualitätssicherung

Der Arbeitsalltag von Qualitätsfachkräften unterscheidet sich je nach Branche und Position, folgt aber wiederkehrenden Aufgaben. In der produktionsnahen Qualitätssicherung stehen die Wareneingangs-, Fertigungs- und Endkontrolle im Mittelpunkt: Bauteile und Produkte werden anhand von Prüfplänen gemessen, geprüft und dokumentiert. Abweichungen werden erfasst, bewertet und an die betroffenen Abteilungen zurückgemeldet.

Im Qualitätsmanagement liegt der Schwerpunkt stärker auf Organisation und Steuerung. Dazu gehören die Pflege des QM-Handbuchs, die Vorbereitung und Begleitung interner sowie externer Audits, die Bearbeitung von Reklamationen und die kontinuierliche Verbesserung von Abläufen. Qualitätsmanager/innen arbeiten eng mit Produktion, Einkauf, Entwicklung und der Geschäftsführung zusammen und berichten regelmäßig über Kennzahlen wie Fehlerquoten oder Reklamationsraten.

Ein großer Teil der Tätigkeit besteht aus Dokumentation, denn nur nachvollziehbar erfasste Prüfergebnisse und Maßnahmen sind belastbar. Wer sich für eine Umschulung interessiert, sollte daher wissen, dass sorgfältiges Arbeiten am Bildschirm und mit Prüfmitteln ebenso dazugehört wie der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen.

Normen und Methoden im Qualitätsmanagement

Das Fundament des Qualitätsmanagements bildet die international gültige Norm DIN EN ISO 9001, die die Anforderungen an ein Qualitätsmanagementsystem beschreibt. Viele Branchen ergänzen sie durch eigene Standards - etwa die IATF 16949 in der Automobilindustrie, die ISO 13485 in der Medizintechnik oder die Grundsätze der guten Herstellungspraxis (GMP) in der Pharmaproduktion.

Über die Normen hinaus arbeiten Qualitätsfachkräfte mit einer Reihe erprobter Methoden. Dazu zählen die Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse (FMEA) zur vorbeugenden Fehlervermeidung, die statistische Prozesslenkung (SPC), der PDCA-Zyklus (Plan-Do-Check-Act) für kontinuierliche Verbesserung sowie Six Sigma zur Reduzierung von Streuung und Ausschuss. Wer diese Werkzeuge sicher beherrscht, kann Prozesse gezielt analysieren und verbessern.

Für die berufliche Praxis sind zusätzliche Qualifikationen hilfreich. Anerkannte Zertifikate bieten unter anderem die Deutsche Gesellschaft für Qualität (DGQ) sowie Prüforganisationen wie TÜV und DEKRA, etwa als Qualitätsbeauftragte/r, Qualitätsmanager/in oder interne/r Auditor/in. Solche Zertifikate lassen sich oft berufsbegleitend erwerben und erhöhen die Chancen auf dem Arbeitsmarkt spürbar.

Typische Aufgabenfelder im Überblick

Prüfplanung und Prüfmittelüberwachung, Wareneingangs- und Endkontrolle, Reklamations- und Fehlermanagement, Durchführung interner Audits, Pflege der QM-Dokumentation sowie die Analyse von Qualitätskennzahlen gehören zu den wiederkehrenden Aufgaben. Je nach Position kommen Lieferantenbewertung, Schulung von Mitarbeitenden und die Weiterentwicklung des Managementsystems hinzu.


Weiterbildung als Alternative zur Umschulung

Nicht immer ist eine vollständige Umschulung der beste Weg. Wer bereits in einem verwandten technischen oder kaufmännischen Beruf tätig ist, kann sein Wissen häufig über eine gezielte Weiterbildung über das Arbeitsamt in Richtung Qualitätsmanagement erweitern, ohne den bisherigen Beruf ganz aufzugeben. Gerade im QM zahlen sich vorhandene Branchen- und Prozesskenntnisse aus.

Eine Weiterbildung baut auf dem bisherigen Tätigkeitsbereich auf und erweitert den Kompetenzbereich um Qualitätsmethoden. Ein kompletter Berufswechsel ist somit nicht immer nötig, um in der Qualitätssicherung Fuß zu fassen. Welcher Weg der passende ist, hängt vom bisherigen Werdegang, der aktuellen Beschäftigungssituation und den beruflichen Zielen ab - auch das lässt sich im Beratungsgespräch klären.

Verwandte Berufsbilder, in die sich viele Interessierte ebenfalls umschulen lassen, sind unter anderem Werkstoffprüfer/in, Technische/r Zeichner/in, Industriemechaniker/in sowie Chemielaborant/in. Einen Gesamtüberblick über alle Möglichkeiten des beruflichen Neustarts bietet der Ratgeber zur Umschulung über das Arbeitsamt.

Häufige Fragen zur Umschulung in die Qualitätssicherung und ins Qualitätsmanagement

Wie lange dauert eine Umschulung im Qualitätsmanagement?
Eine anerkannte Umschulung in einen Ausbildungsberuf dauert in der Regel rund zwei Jahre, weil die reguläre Ausbildungszeit verkürzt abgebildet wird. Reine Weiterbildungslehrgänge mit QM-Zertifikat sind dagegen häufig in wenigen Wochen bis Monaten abgeschlossen. Die genaue Dauer hängt vom gewählten Anbieter und der Lernform ab.
Welche Voraussetzungen brauche ich für die Umschulung?
Formale Zugangsvoraussetzungen gibt es in der Regel kaum; einschlägige Vorkenntnisse sind nicht zwingend erforderlich. Wichtiger sind persönliche Eigenschaften wie Genauigkeit, Verantwortungsbewusstsein und ein gutes Verständnis für Prozesse und Zahlen. Manche Anbieter setzen einen Schulabschluss oder Berufserfahrung voraus - das klärt der Träger im Einzelfall.
Zahlt das Arbeitsamt die Umschulung zur Qualitätsfachkraft?
Ja, bei arbeitsmarktpolitischer Notwendigkeit kann die Agentur für Arbeit die Lehrgangskosten über den Bildungsgutschein übernehmen. Voraussetzung ist, dass die Maßnahme bei einem AZAV-zugelassenen Träger stattfindet. Ob gefördert wird, entscheidet die Agentur nach pflichtgemäßem Ermessen im persönlichen Beratungsgespräch.
Welche Norm ist im Qualitätsmanagement am wichtigsten?
Die zentrale Grundlage ist die international gültige Norm DIN EN ISO 9001, die die Anforderungen an ein Qualitätsmanagementsystem beschreibt. Je nach Branche kommen weitere Standards hinzu, etwa die IATF 16949 in der Automobilindustrie oder die ISO 13485 in der Medizintechnik. Kenntnisse dieser Normen gehören zu jeder QM-Ausbildung.
In welchen Branchen werden Qualitätsfachkräfte gesucht?
Qualitätsfachkräfte werden branchenübergreifend benötigt. Besonders hoch ist der Bedarf in der Industrie, im Maschinen- und Anlagenbau, in der Automobilzulieferung, in der Medizintechnik sowie in der Pharma- und Lebensmittelbranche. Überall dort, wo Produkte oder Dienstleistungen verlässliche Standards erfüllen müssen, sind QM- und QS-Kompetenzen gefragt.
Lohnt sich eine Weiterbildung statt einer Umschulung?
Wer bereits in einem verwandten technischen oder kaufmännischen Beruf arbeitet, kann sein Wissen oft über eine kürzere Weiterbildung ins Qualitätsmanagement erweitern, ohne den Beruf ganz aufzugeben. Vorhandene Branchenkenntnisse zahlen sich dabei aus. Ob Umschulung oder Weiterbildung sinnvoller ist, hängt vom bisherigen Werdegang ab und lässt sich im Beratungsgespräch klären.
Achtung! Tipp aus unserer Redaktion

All diejenigen, die ernsthaft an einer Karriere im Qualitätsmanagement interessiert sind und bislang in einem anderen Bereich tätig waren, können mithilfe einer Umschulung die Basis für den beruflichen Neustart schaffen.

Es geht allerdings auch anders. Der folgende Tipp aus unserer Redaktion verdeutlicht dies und sollte daher Beachtung finden.

Nutzen Sie eine Weiterbildung als Alternative zur Qualitätsmanagement-Umschulung

Um eine berufliche Veränderung herbeizuführen, muss man sich nicht zwingend umschulen lassen und den alten Beruf vollständig aufgeben. Vor allem eine Karriere im Qualitätsmanagement kann von vorhandenen Erfahrungen und Kenntnissen zehren. Anstelle einer Umschulungsmaßnahme lässt sich daher auch eine Weiterbildung ins Auge fassen.

Diese kann auf den bisherigen Tätigkeitsbereich abgestimmt sein und den Kompetenzbereich erweitern. Ein kompletter Berufswechsel ist folglich nicht immer erforderlich, um in der Qualitätssicherung Karriere zu machen.