Umschulung Werkstoffprüfer - Quereinstieg über das Arbeitsamt

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DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

  • Die Umschulung zum Werkstoffprüfer bzw. zur Werkstoffprüferin führt in rund zwei bis drei Jahren zu einem anerkannten Abschluss vor der Industrie- und Handelskammer (IHK).
  • Werkstoffprüfer/innen untersuchen Metalle, Kunststoffe und andere Werkstoffe auf ihre Eigenschaften und sichern so die Qualität in Industrie und Forschung.
  • Eine besondere schulische Vorbildung ist nicht vorgeschrieben; verlangt werden meist ein erster Berufsabschluss oder einschlägige Praxis sowie technisches Verständnis.
  • Über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit können die Lehrgangskosten vollständig übernommen und der Lebensunterhalt gesichert werden.
  • Das Gehalt liegt je nach Fachrichtung, Region und Betrieb überwiegend zwischen rund 30.000 und 50.000 Euro brutto im Jahr.
2 bis 3 JahreDauerVollzeit / je nach Lehrgang
30.000-50.000 €Verdienstbrutto/Jahr
IHK-AbschlussAbschlussAnerkannte Qualifikation
BildungsgutscheinFörderung§ 81 SGB III, AZAV-Träger

Eine Umschulung zum Werkstoffprüfer beziehungsweise zur Werkstoffprüferin führt in etwa zwei bis drei Jahren zu einem anerkannten Berufsabschluss in der Qualitätssicherung. Sie richtet sich an Berufswechsler/innen, die bereits einen Abschluss oder Berufserfahrung mitbringen und sich technisch neu orientieren möchten. Die Agentur für Arbeit kann die Maßnahme über einen Bildungsgutschein fördern und so die Kosten übernehmen.

Wem im bisherigen Job die Perspektive fehlt, sollte nicht verzagen, sondern Eigeninitiative zeigen und sich umorientieren. Die Werkstoffprüfer-Umschulung eignet sich gut dazu und kommt für alle infrage, die ihre berufliche Zukunft in der Materialprüfung und Qualitätskontrolle sehen.

Eine eigenständige Auseinandersetzung mit dem Berufsbild ist im Zuge der Entscheidungsfindung das A und O. Zugleich sollten Berufswechsler/innen fachlichen Rat einholen. Das Arbeitsamt ist dafür die richtige Adresse: Hier lassen sich Interessierte ausführlich beraten, nachdem sie im Folgenden Wissenswertes über die Werkstoffprüfer-Umschulung nachgelesen haben.

Werkstoffprüfer bei der Materialprüfung an einer Prüfmaschine im Labor

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Umschulung oder Weiterbildung per Fernstudium

Viele Umschulungen und Weiterbildungen lassen sich flexibel per Fernstudium absolvieren - bei Förderung bis zu 100 Prozent über den Bildungsgutschein. Fordern Sie kostenloses Infomaterial direkt bei den Anbietern an und vergleichen Sie in Ruhe: Die Lehrgänge unterscheiden sich in Dauer, Service und Preis.

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Inhaltsverzeichnis

Berufsbild Werkstoffprüfer/in: Berufsaussichten und Verdienst

Wer darüber nachdenkt, den Beruf des Werkstoffprüfers zu ergreifen, sollte sich eingehend mit dem Berufsbild befassen. Werkstoffprüfer/innen können sowohl im industriellen als auch im institutionellen Bereich Karriere machen. In den folgenden Bereichen finden sich Beschäftigungsmöglichkeiten:

Unabhängig vom jeweiligen Einsatzgebiet widmen sich Werkstoffprüfer/innen in erster Linie der Qualitätssicherung. Zu diesem Zweck führen sie Probenentnahmen, Messungen und Prüfungen durch. Alle Schritte werden ausführlich dokumentiert, sodass die Eigenschaften und etwaigen Schäden der betreffenden Werkstoffe nachvollziehbar aufgezeichnet werden.

Wer Werkstoffe hinsichtlich ihrer Güte untersucht, trägt Verantwortung. Damit stellt sich auch die Frage nach einer angemessenen Vergütung. Zur groben Orientierung dient ein durchschnittliches Bruttogehalt zwischen rund 30.000 Euro und 50.000 Euro im Jahr. Die Spanne hängt stark von Fachrichtung, Bundesland, Betriebsgröße und Berufserfahrung ab; im Osten und in kleineren Betrieben liegt das Einstiegsgehalt eher am unteren Rand, in der Industrie mit Tarifbindung deutlich höher.

Per Umschulung Werkstoffprüfer/in werden

Menschen mit dem Berufswunsch Werkstoffprüfer/in sollten wissen, dass die klassische Ausbildung in dualer Form stattfindet und 3,5 Jahre dauert. Im Zuge dessen widmen sich die Auszubildenden umfassenden Inhalten und erwerben die fachlichen Grundlagen für die spätere Berufsausübung. Zudem spezialisieren sie sich auf eine der folgenden Fachrichtungen:

Nicht nur junge Erwachsene unmittelbar nach dem Schulabschluss können Werkstoffprüfer/innen werden, sondern auch Berufswechsler/innen. Für diese bietet sich eine Umschulung an, die in verkürzter Form als außerbetriebliche oder betriebliche Maßnahme über Umschulungen über das Arbeitsamt und AZAV-zugelassene Anbieter organisiert wird. Passende Lehrgänge lassen sich über KURSNET der Bundesagentur für Arbeit finden.

Voraussetzungen, Dauer und Kosten

Auf inhaltlicher Basis ergeben sich keine gravierenden Unterschiede zwischen der Ausbildung und der Umschulung zum Werkstoffprüfer. Beide Qualifizierungen führen zum anerkannten IHK-Abschluss und müssen dementsprechend die relevanten Themen abdecken. Der Ablauf gestaltet sich hingegen anders, schließlich sind Ausbildung und Umschulung auf unterschiedliche Lebenssituationen zugeschnitten. Je nach Anbieter variieren die Rahmenbedingungen; nachfolgend finden sich einige Eckdaten zur Orientierung.

Wer sich neben der Umschulung breiter qualifizieren möchte, findet in der Weiterbildung über das Arbeitsamt weitere geförderte Lehrgänge, etwa im Bereich zerstörungsfreie Prüfung.


So unterstützt das Arbeitsamt die Werkstoffprüfer-Umschulung

Die Umschulung zum bzw. zur Werkstoffprüfer/in kann eine kostspielige Angelegenheit sein, denn einerseits werden Lehrgangsgebühren fällig, andererseits dürfen auch die laufenden Lebenshaltungskosten nicht außer Acht gelassen werden. Das Arbeitsamt kann den Berufswechsel finanziell unterstützen und unter anderem die folgenden Leistungen gewähren:

Zudem darf man die Beratungskompetenz der Sachbearbeiter/innen nicht unterschätzen. Wer sich in einer Phase der beruflichen Veränderung befindet und Fragen zur Werkstoffprüfer-Umschulung hat, profitiert von einer Beratung beim Arbeitsamt. Ob ein Bildungsgutschein ausgestellt wird, entscheidet die Agentur für Arbeit im Einzelfall; ein Rechtsanspruch besteht nicht.

Förderung über den Bildungsgutschein
Ist die Umschulung arbeitsmarktlich sinnvoll und erfüllt der Anbieter die AZAV-Zulassung, kann die Agentur für Arbeit die kompletten Kosten übernehmen. Sprechen Sie das Thema aktiv in Ihrem Beratungsgespräch an und lassen Sie sich passende Bildungsangebote aus KURSNET heraussuchen.

Diese Voraussetzungen sprechen für eine Umschulung zum Werkstoffprüfer

Die Werkstoffprüfer-Umschulung setzt keine einschlägigen Vorkenntnisse oder Erfahrungen voraus. Dennoch sollte es den Teilnehmenden nicht an der persönlichen Eignung für den Beruf mangeln. Dabei kommt es vor allem auf die folgenden Dinge an:

Wer diese Eigenschaften mitbringt und gern strukturiert im Labor oder in der Fertigung arbeitet, findet in der Werkstoffprüfung ein tragfähiges berufliches Ziel. Verwandte Wege bietet die Umschulung zum Chemielaboranten oder eine Qualifizierung in der Qualitätssicherung.


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Der Berufsalltag als Werkstoffprüfer/in

Der Arbeitstag von Werkstoffprüfer/innen wechselt zwischen Labor, Prüfstand und Schreibtisch. Zu Beginn steht meist die Probenvorbereitung: Aus Bauteilen oder Rohmaterial werden Proben entnommen, zugeschnitten, geschliffen und poliert, damit sie sich für die anschließende Prüfung eignen. Anschließend kommen genormte Prüfverfahren zum Einsatz.

Man unterscheidet grob zwischen zerstörenden und zerstörungsfreien Prüfverfahren. Zu den zerstörenden Verfahren zählen Zugversuch, Härteprüfung, Kerbschlagbiegeversuch und metallografische Untersuchungen unter dem Mikroskop. Zerstörungsfreie Verfahren wie Ultraschall-, Röntgen-, Magnetpulver- oder Farbeindringprüfung machen Risse und innere Fehler sichtbar, ohne das Bauteil zu beschädigen. Die Wahl des Verfahrens hängt von Werkstoff und Fragestellung ab.

Ein wesentlicher Teil der Arbeit ist die Dokumentation. Messwerte werden erfasst, mit Normen und Sollwerten verglichen und in Prüfberichten festgehalten. Diese Berichte sind die Grundlage dafür, ob ein Werkstoff freigegeben oder gesperrt wird. Werkstoffprüfer/innen arbeiten dabei eng mit Konstruktion, Fertigung und Qualitätsmanagement zusammen und tragen mit ihren Ergebnissen unmittelbar zur Sicherheit von Produkten bei.

Berufsaussichten und Arbeitsmarkt für Werkstoffprüfer/innen

Die Berufsaussichten für Werkstoffprüfer/innen sind solide. Überall dort, wo Werkstoffe unter hohen Belastungen sicher funktionieren müssen, ist geprüftes Material Pflicht: im Maschinen- und Anlagenbau, in der Fahrzeug- und Luftfahrtindustrie, in der Energiewirtschaft und in der Medizintechnik. Der Trend zu Leichtbau, neuen Werkstoffen und strengeren Sicherheitsanforderungen sorgt dafür, dass qualifizierte Fachkräfte in der Materialprüfung gefragt bleiben.

Mit Berufserfahrung stehen mehrere Entwicklungswege offen. Über eine Aufstiegsfortbildung lässt sich der Techniker oder Industriemeister der Fachrichtung Werkstoffe erreichen; zusätzliche Zertifizierungen in der zerstörungsfreien Prüfung nach den einschlägigen Normen erweitern das Einsatzfeld. Wer Verwandtes lernen möchte, findet Anknüpfungspunkte in der Umschulung zum Industriemechaniker oder zum Zerspanungsmechaniker. Die Aufstiegsfortbildungen werden ihrerseits über das Aufstiegs-BAföG gefördert.

Mit diesen Werkstoffen und Prüfverfahren arbeiten Sie

In der Umschulung lernen Teilnehmende, mit einem breiten Spektrum an Werkstoffen umzugehen. Im Mittelpunkt stehen metallische Werkstoffe wie Stahl, Aluminium, Kupfer und deren Legierungen, deren Gefüge und Festigkeit unter dem Mikroskop und im Zugversuch untersucht werden. Je nach Fachrichtung kommen Kunststoffe, Verbundwerkstoffe oder wärmebehandelte Bauteile hinzu, deren Eigenschaften sich durch gezielte Verfahren verändern lassen.

Ein wichtiger Baustein ist das Verständnis von Werkstoffkennwerten. Dazu gehören Zugfestigkeit, Streckgrenze, Dehnung, Härte und Zähigkeit. Diese Kennwerte sagen aus, wie ein Bauteil auf Belastung reagiert und ob es den Anforderungen im späteren Einsatz standhält. Werkstoffprüfer/innen ordnen ihre Messergebnisse deshalb immer in den Zusammenhang der jeweiligen Norm und Anwendung ein.

Auch der sichere Umgang mit Prüf- und Messtechnik wird vermittelt. Härteprüfgeräte, Zugprüfmaschinen, Mikroskope sowie Geräte für die zerstörungsfreie Prüfung gehören zur täglichen Ausstattung. Ergänzend lernen Teilnehmende, Messmittel zu kalibrieren, Prüfabläufe zu planen und die Ergebnisse rechtssicher zu dokumentieren. Dieses Zusammenspiel aus Fachwissen, Handfertigkeit und Sorgfalt macht den Kern des Berufs aus.

So läuft die Abschlussprüfung ab

Die Umschulung endet mit einer Prüfung vor der zuständigen Industrie- und Handelskammer. Sie ist nach dem Modell der gestreckten Abschlussprüfung aufgebaut, das heißt, sie besteht aus zwei zeitlich getrennten Teilen, deren Ergebnisse zusammen die Endnote bilden.

Der erste Prüfungsteil deckt die Grundlagen ab, etwa Werkstofftechnik, Prüftechnik und einfache Untersuchungsverfahren. Der zweite, umfangreichere Teil orientiert sich an der gewählten Fachrichtung und umfasst schriftliche Aufgaben in den Bereichen Prüftechnik, Werkstofftechnik sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Hinzu kommt ein praktischer Teil, in dem eigenständig Proben vorbereitet, Prüfungen durchgeführt, ausgewertet und dokumentiert werden.

Wer die Prüfung besteht, erhält einen bundesweit anerkannten Berufsabschluss als Werkstoffprüfer/in. Sollte ein Prüfungsteil nicht bestanden werden, ist eine Wiederholung möglich. Viele Bildungsträger bereiten mit Probeklausuren und praktischen Übungen gezielt auf die IHK-Prüfung vor.

Häufige Fragen zur Umschulung zum Werkstoffprüfer

Wie lange dauert die Umschulung zum Werkstoffprüfer?
Die Umschulung dauert in der Regel zwei bis drei Jahre und ist damit kürzer als die klassische duale Ausbildung von 3,5 Jahren. Die genaue Dauer hängt vom Bildungsträger, der gewählten Fachrichtung und dem Format ab. Betriebliche und außerbetriebliche Modelle unterscheiden sich hier im Ablauf.
Welche Voraussetzungen brauche ich für die Umschulung?
Eine bestimmte Schulbildung ist nicht vorgeschrieben. Meist werden ein erster Berufsabschluss oder einschlägige Berufserfahrung erwartet. Wichtiger sind technisches Verständnis, naturwissenschaftliches Interesse, Sorgfalt und Zuverlässigkeit. Ob die Agentur für Arbeit die Maßnahme fördert, klärt das Beratungsgespräch.
Zahlt das Arbeitsamt die Umschulung zum Werkstoffprüfer?
Ja, die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter kann die Umschulung über einen Bildungsgutschein fördern. Dann werden Lehrgangs- und Prüfungskosten übernommen und der Lebensunterhalt gesichert. Voraussetzung sind ein AZAV-zugelassener Anbieter und eine arbeitsmarktlich sinnvolle Maßnahme. Einen Rechtsanspruch gibt es nicht.
Welche Fachrichtungen gibt es bei Werkstoffprüfern?
Der Beruf gliedert sich in vier Fachrichtungen: Metalltechnik, Wärmebehandlungstechnik, Kunststofftechnik und Systemtechnik. Die Wahl richtet sich nach Interesse und dem Einsatzgebiet des ausbildenden Betriebs oder Bildungsträgers. Die Grundlagen der Werkstoff- und Prüftechnik sind für alle Fachrichtungen gleich.
Was verdient man als Werkstoffprüfer?
Das Bruttojahresgehalt liegt überwiegend zwischen rund 30.000 und 50.000 Euro. Die Höhe hängt von Fachrichtung, Region, Betriebsgröße und Tarifbindung ab. In der Industrie mit Tarifvertrag fällt die Vergütung höher aus als in kleineren Betrieben. Mit Weiterbildung zum Techniker oder Meister steigt das Einkommen weiter.
Welche Berufe sind eine Alternative zur Werkstoffprüfer-Umschulung?
Ähnliche technisch-naturwissenschaftliche Berufe sind Baustoffprüfer/in, Physiklaborant/in, physikalisch-technische/r Assistent/in und Edelmetallprüfer/in. Auch eine Umschulung zum Chemielaboranten oder in die Qualitätssicherung ist verwandt. Ein Beratungsgespräch beim Arbeitsamt hilft, den passenden Weg zu finden.
Achtung! Tipp aus unserer Redaktion

Die Umschulung zum Werkstoffprüfer beziehungsweise zur Werkstoffprüferin kann bei Interessierten einige Fragen aufwerfen. Es besteht ein nicht zu verachtender Rechercheaufwand. Interessierte können sich beim Arbeitsamt beraten lassen und sollten außerdem den folgenden Tipp aus unserer Redaktion beherzigen.

Befassen Sie sich ebenfalls mit den Alternativen zur Werkstoffprüfer-Umschulung!

Es kommt mitunter auch infrage, einen ähnlichen Beruf im Rahmen einer Umschulung zu erlernen. Wer an einer Qualifizierung zum Werkstoffprüfer interessiert ist, sollte diese Option im Hinterkopf haben. Hier sind vor allem die folgenden Berufe zu nennen:

  • Baustoffprüfer/in
  • Physiklaborant/in
  • Physikalisch-technische/r Assistent/in
  • Edelmetallprüfer/in