Umschulung Modedesigner - Quereinstieg ĂĽber das Arbeitsamt
Das Wichtigste in KĂĽrze
- Die Qualifizierung zum Modedesigner erfolgt schulisch an einem Berufskolleg oder einer Berufsfachschule und dauert in der Regel zwei bis drei Jahre.
- Modedesigner ist kein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz, sondern eine landesrechtlich geregelte schulische Ausbildung mit staatlicher AbschlussprĂĽfung.
- Eine besondere schulische Vorbildung ist meist nicht zwingend, viele Einrichtungen setzen aber einen mittleren Schulabschluss und oft eine Mappe mit Arbeitsproben voraus.
- Staatliche Fachschulen erheben kein Schulgeld, private Institute verlangen GebĂĽhren von mehreren Tausend Euro pro Jahr.
- Über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit lassen sich Lehrgangskosten und teils der Lebensunterhalt fördern, sofern der Anbieter AZAV-zugelassen ist.
Eine Umschulung zum Modedesigner ist möglich, führt in der Regel jedoch über eine schulische Ausbildung an einem Berufskolleg oder einer Berufsfachschule und nicht über eine klassische betriebliche Umschulung. Wer aus einem anderen Beruf ins Modedesign wechseln möchte, sollte die Rahmenbedingungen, die Kosten und die Fördermöglichkeiten der Agentur für Arbeit frühzeitig klären.
Das Modedesign ist ein kreativer und abwechslungsreicher Tätigkeitsbereich. Wer ein Faible für Mode hat und zugleich nach neuen beruflichen Perspektiven sucht, denkt mitunter über einen Quereinstieg ins Modedesign nach. Damit dieser fundiert und tragfähig ist, bietet sich eine Umschulung beziehungsweise Zweitausbildung zum Modedesigner an.
Interessierte sollten sich eingehend informieren und sich vom Arbeitsamt beraten lassen. So können sie alle Informationen zusammentragen und die richtigen Weichen für ihren beruflichen Neuanfang stellen.
Berufsbild Modedesigner – Aufgaben und Verdienst
Als Modedesigner widmet man sich dem Entwurf sowie der Gestaltung von Kleidung. Auch die Umsetzung in Schnittmuster und die Anfertigung von Modellen kann dazugehören. Beiträge zum Marketing sowie die Koordination der Produktion vervollständigen die vielfältigen Aufgaben von Modedesignerinnen und Modedesignern.
Viele Modedesigner machen sich selbständig, finden aber auch in den folgenden Bereichen Beschäftigungsmöglichkeiten:
- Theater
- Film- und Fernsehproduktionen
- Modeindustrie und Bekleidungshersteller
- Modeateliers
Die Verdienstmöglichkeiten im Modedesign sind sehr unterschiedlich und lassen sich nicht pauschalisieren. Als Angestellte können Modedesigner in der Regel von rund 2.200 bis 3.800 Euro brutto im Monat ausgehen, was etwa 26.000 bis 46.000 Euro brutto im Jahr entspricht. Die konkrete Höhe hängt stark von Region, Betriebsgröße, Berufserfahrung und Verantwortungsbereich ab. Selbständige mit eigenem Label oder überregionaler Bekanntheit können deutlich mehr verdienen, tragen dafür aber das unternehmerische Risiko.
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So wird man per Umschulung Modedesigner
Menschen, die im Zuge eines Berufswechsels die Qualifikation fĂĽr eine Karriere im Modedesign anstreben, sollten wissen, dass die Ausbildung zum Modedesigner ĂĽblicherweise schulisch aufgebaut ist. Die Teilnehmenden besuchen fĂĽr die Dauer von zwei beziehungsweise drei Jahren ein Berufskolleg oder eine Berufsfachschule.
Diese schlieĂźen sie mit der staatlichen AbschlussprĂĽfung ab, nachdem sie sich mit den folgenden Inhalten vertraut gemacht haben:
- Schnitttechnik
- Modezeichnen
- Illustration
- Nähtechnik
- Zuschnitt
- MaĂźschneiderei
- Entwurfstechniken
- Designtheorie
- Fertigungstechniken
- Arbeitsorganisation
- Qualitätssicherung
- Präsentation
Berufswechsler können teilweise an der regulären schulischen Ausbildung teilnehmen oder einen speziellen Umschulungslehrgang absolvieren. Das Ganze erfolgt außerbetrieblich und kommt als intensiver Lehrgang daher. Praktische Phasen dürfen dabei nicht fehlen und komplettieren die Qualifizierung. Wer sich einen Überblick über weitere Berufswechsel verschaffen möchte, findet in unserer Übersicht zur Umschulung über das Arbeitsamt zahlreiche Möglichkeiten.
Voraussetzungen, Dauer und Kosten im Ăśberblick
Die Rahmenbedingungen der Modedesigner-Umschulung können je nach Anbieter und Lehrgang unterschiedlich ausfallen. Interessierte sollten daher mit verschiedenen Bildungseinrichtungen in Kontakt treten und die Details erfragen. Es lohnt sich außerdem, einen Beratungstermin beim Arbeitsamt wahrzunehmen. Zunächst sollte man aber die folgenden Eckpunkte kennen:
- Voraussetzung: meist mittlerer Schulabschluss, oft Mappe mit Arbeitsproben
- Dauer: ĂĽblicherweise zwei bis drei Jahre
- Kosten: je nach Träger sehr unterschiedlich
Kosten und Förderung der Modedesigner-Umschulung
Die Frage nach den Kosten der Modedesigner-Umschulung kommt immer wieder auf. Interessierte sollten wissen, dass es sehr große Unterschiede gibt. Staatliche Fachschulen und Kollegs verlangen kein Schulgeld, während an privaten Einrichtungen Gebühren von mehreren Tausend Euro pro Jahr fällig werden können.
Zusätzlich muss auch der laufende Lebensunterhalt finanziert werden, sofern es sich um keine berufsbegleitende Ausbildung handelt. Die Teilnahme an einer Umschulung zum Modedesigner kann somit zu einer echten finanziellen Herausforderung werden.
Berufswechsler können sich an das Arbeitsamt wenden, denn dort werden sie nicht nur beraten, sondern erhalten unter bestimmten Voraussetzungen auch eine Förderung. In Betracht kommen ein Bildungsgutschein für die Lehrgangskosten sowie ergänzende Hilfen zum Lebensunterhalt. Wichtig ist, dass der gewählte Anbieter nach der AZAV zugelassen ist und die Maßnahme über KURSNET der Bundesagentur für Arbeit auffindbar ist, damit ein Bildungsgutschein überhaupt eingesetzt werden kann. Weitere geförderte Qualifizierungen findest du in unserem Bereich Weiterbildung über das Arbeitsamt.
Diese Voraussetzungen sprechen fĂĽr den Neuanfang
Umschulungen richten sich in erster Linie an Menschen, die bereits einen Beruf erlernt haben, dort aber mit fehlenden Perspektiven konfrontiert sind. Ein Berufswechsel kann dann neue Zukunftsaussichten eröffnen. Wer mit einer Zweitausbildung zum Modedesigner liebäugelt, sollte die persönliche Eignung ehrlich hinterfragen.
Die folgenden Aspekte sind dabei besonders hervorzuheben:
- Kreativität
- Modebewusstsein
- handwerkliches Geschick
- zeichnerisches Talent
- räumliches Vorstellungsvermögen
- Sinn für Ästhetik
Wer diese Neigungen mitbringt, findet auch in verwandten Kreativ- und Gestaltungsberufen Anschluss. So bestehen inhaltliche Berührungspunkte zur Umschulung zum Grafikdesigner und zum Mediengestalter. Wer handwerklich-gestalterisch arbeiten möchte, kann zudem einen Blick auf die Umschulung zum Raumausstatter werfen.
Der Berufsalltag als Modedesigner
Der Arbeitsalltag im Modedesign ist deutlich vielseitiger, als es das kreative Image vermuten lässt. Am Anfang einer Kollektion stehen Recherche und Ideenfindung: Modedesigner beobachten Trends, werten Materialmessen aus und entwickeln daraus ein gestalterisches Konzept. Anschließend entstehen erste Skizzen und Illustrationen, häufig sowohl von Hand als auch am Rechner mit spezialisierter Design- und Schnittsoftware.
Aus den Entwürfen werden Schnittmuster abgeleitet, Stoffe ausgewählt und Prototypen genäht. In dieser Phase arbeiten Modedesigner eng mit Schneiderinnen, Musterschneidern und der Produktion zusammen. Rückschläge gehören dazu, denn oft muss ein Modell mehrfach angepasst werden, bis Passform und Optik überzeugen. Neben der reinen Gestaltung spielen Kalkulation, Materialkosten und Liefertermine eine große Rolle, gerade in der industriellen Fertigung.
Wer selbständig mit einem eigenen Label arbeitet, übernimmt zusätzlich kaufmännische Aufgaben wie Kundenakquise, Marketing, Buchhaltung und Vertrieb. Der Beruf verlangt daher nicht nur Kreativität, sondern auch Organisationstalent, Kommunikationsfähigkeit und wirtschaftliches Denken.
Der Alltag wechselt zwischen ruhigen Entwurfsphasen am Zeichentisch und geschäftigen Zeiten kurz vor Kollektionsterminen oder Modeschauen. In solchen Phasen sind längere Arbeitszeiten und ein hoher Termindruck keine Seltenheit. Belastbarkeit und ein gutes Zeitmanagement gehören daher ebenso zum Berufsbild wie das gestalterische Talent, mit dem alles begonnen hat.
Berufsaussichten und Arbeitsmarkt
Der Arbeitsmarkt für Modedesigner ist überschaubar und umkämpft. Die klassische deutsche Bekleidungsindustrie hat über die Jahre viele Fertigungsstandorte ins Ausland verlagert, wodurch reine Entwurfsstellen in Deutschland seltener geworden sind. Gute Chancen bestehen weiterhin bei Bekleidungsherstellern, in der Kostümabteilung von Theatern und Filmproduktionen sowie im Bereich technischer Textilien und Sportbekleidung.
Wer flexibel ist und über gute Software-Kenntnisse verfügt, findet auch in angrenzenden Feldern Beschäftigung, etwa im Produktmanagement, im Einkauf, in der Musterentwicklung oder als Grafik- und Textildesigner. Eine gepflegte Bewerbungsmappe mit aussagekräftigen Arbeitsproben ist bei der Stellensuche oft wichtiger als Zeugnisse allein.
Aktuelle offene Stellen und regionale Anbieter lassen sich über die Jobbörse und KURSNET der Bundesagentur für Arbeit recherchieren. Wer sich frühzeitig ein Netzwerk aufbaut und Praktika oder erste Aufträge sammelt, verbessert seine Position auf dem Arbeitsmarkt spürbar.
Zu bedenken ist auĂźerdem, dass sich das Berufsbild durch die Digitalisierung wandelt. Kenntnisse in digitaler Musterentwicklung, 3D-Simulation und nachhaltiger Materialauswahl gewinnen an Bedeutung. Wer diese Kompetenzen mitbringt oder sich gezielt aneignet, hebt sich im Bewerbungsverfahren ab und kann auch bei Herstellern von Funktions- und Outdoortextilien punkten, wo Design und Technik eng zusammenwirken.
So läuft die Abschlussprüfung ab
Da die Ausbildung zum Modedesigner schulisch und landesrechtlich geregelt ist, richtet sich die AbschlussprĂĽfung nach der jeweiligen PrĂĽfungsordnung des Bundeslandes und der Schule. In der Regel setzt sie sich aus einem schriftlichen, einem praktischen und einem gestalterischen Teil zusammen.
Im schriftlichen Teil werden Kenntnisse in Designtheorie, Materialkunde, Schnitttechnik und Modegeschichte abgefragt. Der praktische Teil umfasst häufig das Erstellen von Entwürfen, Schnittmustern und fertigen Modellen. Viele Schulen verlangen zudem eine umfangreiche Abschlussarbeit oder Kollektion, die vor einer Prüfungskommission präsentiert wird.
Nach bestandener Prüfung erhalten die Absolventen die Berechtigung, die staatlich anerkannte Berufsbezeichnung zu führen. In manchen Bundesländern besteht anschließend die Möglichkeit, mit einer Zusatzprüfung die Fachhochschulreife zu erwerben, was den Weg zu einem weiterführenden Studium im Modedesign oder Modemanagement ebnen kann.
Häufige Fragen zur Umschulung Modedesigner
Die Modedesigner-Umschulung ist fĂĽr viele Menschen die Chance auf einen beruflichen Neuanfang. Zudem ergibt sich die Gelegenheit, sich dem Modedesign zuzuwenden, was sehr erfĂĽllend sein kann. Dass das Interesse an einer solchen Zweitausbildung groĂź ist, ist somit nicht verwunderlich.
Wer sich noch im Prozess der Entscheidungsfindung befindet, sollte auch den folgenden Tipp aus unserer Redaktion beachten.
Denken Sie ĂĽber Alternativen zur Modedesigner-Umschulung nach
Die Modedesigner-Umschulung ist an die schulische Ausbildung angelehnt und eine spannende Option fĂĽr Quereinsteiger ins Modedesign. Alternativ kann man auch ein berufsbegleitendes Studium in Modedesign oder Modemanagement absolvieren.
Als echte Umschulungsalternativen kommen zudem Zweitausbildungen in den folgenden Berufen in Betracht:
- MaĂźschneider/in
- Textil- und Modeschneider/in
- Bekleidungstechnische/r Assistent/in
- Textilgestalter/in
- KĂĽrschner/in






