Umschulung Grafikdesigner - Quereinstieg ĂĽber das Arbeitsamt
Das Wichtigste in KĂĽrze
- Die Umschulung zum Grafikdesigner ist meist eine schulische Ausbildung an einem Berufskolleg, einer Berufsfachschule oder bei privaten Bildungsanbietern und dauert in der Regel zwei bis drei Jahre.
- Grafikdesigner ist kein anerkannter Ausbildungsberuf nach Berufsbildungsgesetz – die Berufsbezeichnung ist nicht geschĂĽtzt, entscheidend ist deshalb ein staatlich anerkannter oder aussagekräftiger Abschluss.
- Wer arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht ist, kann die Umschulung über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters fördern lassen, sofern die Maßnahme AZAV-zertifiziert ist.
- Das durchschnittliche Bruttojahresgehalt liegt je nach Erfahrung und Region etwa zwischen 24.000 und 42.000 Euro.
- Geeignete Anbieter finden Sie ĂĽber KURSNET, die Weiterbildungsdatenbank der Bundesagentur fĂĽr Arbeit.
Eine Umschulung zum Grafikdesigner öffnet den Weg in einen kreativen Beruf, in dem visuelle Kommunikation im Mittelpunkt steht. Der Quereinstieg gelingt über eine schulische Ausbildung an einem Berufskolleg, einer Berufsfachschule oder über private Bildungsanbieter; wer arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht ist, kann die Kosten unter Umständen über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit fördern lassen. Weil Grafikdesigner kein bundesweit geregelter Ausbildungsberuf ist, kommt es besonders auf die Anerkennung des Abschlusses und ein aussagekräftiges Portfolio an.
Wer sich zum Grafikdesigner beziehungsweise zur Grafikdesignerin umschulen lassen möchte, sollte sich vorab eingehend mit dem Berufsbild und der jeweiligen Qualifizierung befassen. Nur so lassen sich die Weichen für einen tragfähigen Berufswechsel stellen. Nachfolgend finden Interessierte die wichtigsten Fakten zu Ablauf, Voraussetzungen, Förderung und Berufsaussichten.
Berufsbild Grafikdesigner – Karrierechancen und Verdienstmöglichkeiten
Der Beruf des Grafikdesigners beziehungsweise der Grafikdesignerin ĂĽbt auf viele Menschen eine groĂźe Faszination aus. Um einen realistischen Eindruck zu gewinnen, sollte man sich mit den typischen Aufgaben befassen. Dabei handelt es sich vor allem um das Entwerfen von grafischen Kommunikationsmitteln. Dementsprechend arbeiten Grafikdesigner/innen an Webseiten, BroschĂĽren, Flyern, Logos, Verpackungen und Anzeigen und ĂĽbersetzen inhaltliche Botschaften in eine visuelle Formsprache.
Überall dort, wo grafische Kommunikationsmittel im betrieblichen Bereich gebraucht werden, ergeben sich Beschäftigungsmöglichkeiten für Grafikdesigner/innen. Gute Jobchancen bestehen insbesondere in den folgenden Bereichen:
- Grafikdesign-BĂĽros
- Werbeagenturen
- Verlage
- Medienagenturen
- PR-Agenturen und PR-Abteilungen
- Marketing-Abteilungen
- Druckereien
Die Verdienstmöglichkeiten runden das Berufsbild ab. Je nach Erfahrung, Position und Einsatzbereich schwankt das Einkommen von Grafikdesignern spürbar, das durchschnittliche Bruttojahresgehalt bewegt sich im Allgemeinen jedoch zwischen rund 24.000 Euro und 42.000 Euro. Berufseinsteiger starten meist am unteren Rand dieser Spanne, während spezialisierte Kräfte mit Führungsverantwortung oder gefragten Zusatzkenntnissen wie UX-Design oder Motion Design deutlich mehr verdienen können.
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So läuft die Grafikdesigner-Umschulung ab
Die übliche Qualifizierung zum Grafikdesigner beziehungsweise zur Grafikdesignerin kommt als schulische Ausbildung an einer Berufsfachschule oder an einem Berufskolleg daher. Daneben gibt es private Bildungsanbieter, die entsprechende Lehrgänge anbieten. Da es sich stets um schulische Lehrgänge handelt, gibt es keine großen Unterschiede zur außerbetrieblichen Umschulung. Teilweise findet diese über spezielle Umschulungsanbieter statt, ansonsten können Umschüler/innen aber auch Berufskollegs und Berufsfachschulen besuchen. Die Details sind stets im Einzelfall zu klären.
Inhaltlich vermittelt die Umschulung gestalterische Grundlagen ebenso wie den sicheren Umgang mit professioneller Software zur Bildbearbeitung, Vektorgrafik und Layouterstellung. Hinzu kommen Typografie, Farblehre, Druckvorstufe sowie zunehmend Kenntnisse im digitalen Design fĂĽr Web und mobile Anwendungen. Wer eine Umschulung plant, findet passende MaĂźnahmen und AZAV-zugelassene Anbieter ĂĽber KURSNET der Bundesagentur fĂĽr Arbeit. Einen Ăśberblick ĂĽber weitere Wege zum Berufswechsel bietet unsere Ăśbersicht zur Umschulung ĂĽber das Arbeitsamt.
Voraussetzungen, Dauer und Kosten der Umschulung zum Grafikdesigner
Die Rahmenbedingungen der Grafikdesigner-Umschulung können je nach Einzelfall variieren. Ausschlaggebend sind die persönlichen Lebensumstände und der jeweilige Lehrgang. Für alle, die sich einen ersten Eindruck verschaffen möchten, gibt es nachfolgend eine beispielhafte Übersicht zur groben Orientierung.
- Voraussetzungen: keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben, aber Kreativität, gestalterisches Talent und häufig ein Portfolio oder eine Eignungsprüfung
- Dauer: je nach Lehrgang etwa zwei bis drei Jahre in Vollzeit
- Kosten: an staatlichen Schulen meist kein Schulgeld, bei privaten Anbietern bis zu mehrere Tausend Euro
Förderung über das Arbeitsamt
Damit der Neuanfang als Grafikdesigner/in nicht an der Finanzierung scheitert, sollten Interessierte nach einer geeigneten Förderung Ausschau halten. In der Regel sind sie diesbezüglich bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter an der richtigen Adresse. Befürwortet die Behörde die Umschulung, kann sie finanzielle Unterstützung anbieten. Diese besteht dann typischerweise aus den folgenden Leistungen:
- Bildungsgutschein zur Ăśbernahme der Lehrgangskosten
- Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts während der Maßnahme
Voraussetzung ist, dass die Maßnahme und der Anbieter nach der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV) zertifiziert sind. Ob ein Bildungsgutschein ausgestellt wird, entscheidet die zuständige Beraterin oder der Berater im Einzelfall. Weitere Fördermöglichkeiten stellen wir in unserer Übersicht zur Weiterbildung über das Arbeitsamt vor.
Weiterbildung und Aufstieg nach der Umschulung
Nach dem erfolgreichen Abschluss der Umschulung zum Grafikdesigner beziehungsweise zur Grafikdesignerin steht einem Berufswechsel nichts im Wege. Dabei darf man allerdings nicht vergessen, dass lebenslanges Lernen auch im Grafikdesign ein Thema ist. Grafikdesigner/innen sollten folglich am Ball bleiben und unter anderem Seminare zu den folgenden Themen ins Auge fassen:
- Mediengestaltung
- Digitale Bildbearbeitung
- Webdesign
- Desktop-Publishing
- Multimedia-Produktion
- Typografie
- Farblehre
- Fotografie
- Computergrafik
Eine Fortbildung kann ebenfalls sehr sinnvoll sein und beschert den Teilnehmenden einen höheren Abschluss. Dabei bieten sich unter anderem die folgenden Qualifikationen an:
- Techniker/in – Druck- und Medientechnik
- Medienfachwirt/in
Die zunehmende Akademisierung lässt sich auch im Grafikdesign nicht leugnen. Ambitionierte Grafikdesigner/innen sollten daher über ein berufsbegleitendes Studium nachdenken und beispielsweise ein flexibles Fernstudium in einer der folgenden Disziplinen ins Auge fassen:
- Grafikdesign
- Mediendesign
- Kommunikationsdesign
- Gamedesign
- Design
- Medienwissenschaft
- Medieninformatik
- Kunst
- Computervisualistik
Alternativen zur Grafikdesigner-Umschulung
Die Grafikdesigner-Umschulung hat ohne Frage ihren Reiz. Dennoch lohnt es sich für Interessierte, auch mögliche Alternativen zu berücksichtigen.
Dabei kann es sich zum Beispiel um eine berufsbegleitende Ausbildung handeln. Wer auch fĂĽr andere Berufe offen ist, sollte an die folgenden Umschulungsalternativen denken:
- staatlich geprĂĽfte/r Gestaltungstechnische/r Assistent/in
- staatlich geprĂĽfte/r Fotodesigner/in
- staatlich geprĂĽfte/r Kommunikationsdesigner/in
- Umschulung zum Mediengestalter als anerkannter Ausbildungsberuf
- Umschulung zum Webdesigner mit Schwerpunkt digitale Gestaltung
- Umschulung zum Fotograf fĂĽr den Bereich Bildproduktion
Die Anerkennung als Grafikdesigner
Unabhängig davon, ob es um eine Ausbildung, Umschulung oder andere Qualifizierung geht, sollten Interessierte der Anerkennung des Abschlusses auf den Grund gehen. Diese ist für den weiteren Werdegang im Grafikdesign von großer Bedeutung.
Wichtig zu wissen: Grafikdesigner ist keine geschützte Berufsbezeichnung und kein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz. Grundsätzlich darf sich jeder so nennen. Umso entscheidender ist ein Abschluss mit Aussagekraft. Anders als bei vielen offenen Kursen unterliegt die schulische Ausbildung an einem Berufskolleg oder an einer Berufsfachschule dem jeweiligen Landesrecht und endet mit einer staatlichen Abschlussprüfung. Ein solcher Abschluss, oft als staatlich geprüfte/r Grafikdesigner/in, ist auf dem Arbeitsmarkt aussagekräftiger als eine reine Teilnahmebescheinigung. Ergänzend zählt in der Praxis vor allem ein überzeugendes Portfolio mit eigenen Arbeitsproben.
Die berufsbegleitende Ausbildung in Teilzeit
Die schulische Ausbildung zum Grafikdesigner beziehungsweise zur Grafikdesignerin erfolgt in der Regel in Vollzeit. Es besteht aber auch die Möglichkeit, diese als berufsbegleitende Ausbildung in Teilzeit zu absolvieren. Dadurch lässt sich die Qualifizierung mit Familie und anderen Verpflichtungen vereinbaren. Teilzeitmodelle verlängern die Gesamtdauer entsprechend, senken aber die wöchentliche Belastung und ermöglichen es, nebenher weiter erwerbstätig zu bleiben.
Der Berufsalltag als Grafikdesigner
Der Arbeitsalltag im Grafikdesign ist projektorientiert und wechselt zwischen konzeptioneller Arbeit und der konkreten Umsetzung am Rechner. Am Anfang steht meist ein Briefing: Die Kundin oder der Kunde beschreibt Ziel, Zielgruppe und Botschaft. Daraus entwickelt die Grafikdesignerin oder der Grafikdesigner erste EntwĂĽrfe, stimmt sie in Korrekturschleifen ab und bereitet die finalen Dateien fĂĽr Druck oder digitale Ausgabe auf.
Zum Alltag gehört der sichere Umgang mit gängiger Gestaltungssoftware für Bildbearbeitung, Vektorgrafik und Layout. Neben handwerklichem Können sind Kommunikationsstärke und ein Gespür für Kundenwünsche gefragt, denn ein Entwurf muss nicht nur ästhetisch überzeugen, sondern auch die inhaltliche Botschaft transportieren. Termindruck und mehrere parallele Projekte sind keine Seltenheit, weshalb Organisationstalent und Belastbarkeit den Berufsalltag prägen. Viele Grafikdesigner/innen arbeiten fest angestellt in Agenturen oder Unternehmen, ein wachsender Teil ist freiberuflich tätig.
Berufsaussichten und Arbeitsmarkt
Grafische Gestaltung ist in nahezu jeder Branche gefragt, weil Unternehmen, Vereine und öffentliche Einrichtungen professionelle visuelle Kommunikation benötigen. Der anhaltende Trend zur Digitalisierung verschiebt den Bedarf zunehmend in Richtung Webdesign, Social Media, User-Interface- und User-Experience-Gestaltung sowie Bewegtbild. Wer über den klassischen Print-Bereich hinaus digitale Kompetenzen mitbringt, verbessert seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt deutlich.
Gleichzeitig ist das Berufsfeld beliebt und entsprechend kompetitiv, weil viele Quereinsteiger und Selbstständige um Aufträge konkurrieren. Ein aussagekräftiges Portfolio, Spezialisierung auf gefragte Nischen und die Bereitschaft zur laufenden Weiterbildung sind deshalb entscheidend. Auch der Umgang mit modernen Werkzeugen, einschließlich KI-gestützter Gestaltungssoftware, gewinnt an Bedeutung und kann die eigene Position auf dem Arbeitsmarkt stärken.
Stellenangebote fĂĽr Grafikdesigner
Die Umschulung zum Grafikdesigner beziehungsweise zur Grafikdesignerin soll in der Regel den Startschuss fĂĽr einen erfolgreichen Berufswechsel geben. Die beruflichen Chancen sind daher von groĂźer Bedeutung.
In diesem Zusammenhang lohnt es sich, frühzeitig nach aktuellen Stellenangeboten Ausschau zu halten. Anhand dieser lässt sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt einschätzen, und man bekommt einen guten Eindruck von der Tätigkeit als Grafikdesigner/in. Zudem werden geforderte Kenntnisse und Qualifikationen so deutlich, was bei der Wahl von Lehrgang und Spezialisierung hilft. Ein Blick in die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit sowie in einschlägige Branchenportale gibt einen realistischen Überblick über die aktuelle Nachfrage.
Häufige Fragen zur Umschulung Grafikdesigner
Die Grafikdesigner-Umschulung weckt bei vielen Menschen Interesse. Sie möchten sich kreativ verwirklichen und zugleich beruflich Fuß fassen. Der folgende Tipp aus unserer Redaktion kann helfen, diese Ziele zu erreichen.
Nehmen Sie Kontakt zu verschiedenen Anbietern der Grafikdesigner-Umschulung auf!
Ein ausführliches Beratungsgespräch bei der Agentur für Arbeit kann bereits viele Fragen rund um die Grafikdesigner-Umschulung klären. Zudem sollten es sich Interessierte nicht nehmen lassen, mit verschiedenen Schulen und Anbietern in Kontakt zu treten. So gewinnen sie einen persönlichen Eindruck und erhalten tiefere Einblicke in die Qualifizierung für das Grafikdesign.






