Umschulung Webdesigner - Quereinstieg über das Arbeitsamt
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
- Webdesigner/in ist kein anerkannter Ausbildungsberuf - eine klassische Umschulung mit IHK-Abschluss gibt es daher nicht.
- Die Qualifizierung läuft über Zertifikatslehrgänge, Bootcamps und Fernkurse, die je nach Umfang mehrere Wochen bis Monate dauern.
- Das Arbeitsamt kann eine Weiterbildung über einen Bildungsgutschein finanzieren, wenn der Anbieter AZAV-zugelassen ist.
- Als anerkannte Alternative mit staatlichem Abschluss bietet sich die Umschulung zum Mediengestalter Digital und Print oder zum Fachinformatiker an.
- Das durchschnittliche Bruttogehalt liegt bei rund 35.000 Euro im Jahr, mit deutlichen Unterschieden je nach Region, Betrieb und Spezialisierung.
Eine Umschulung zum Webdesigner ist der Wunsch vieler Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen oder wegen anhaltender Arbeitslosigkeit im alten Beruf keine Perspektive mehr sehen. Wer zugleich das Potenzial des digitalen Wandels erkennt, landet häufig im Webdesign. Wichtig zu wissen: Webdesigner/in ist kein anerkannter Ausbildungsberuf, weshalb es keine klassische Umschulung mit staatlichem Abschluss gibt. Die Qualifizierung erfolgt stattdessen über Zertifikatslehrgänge, Bootcamps und Fernkurse, die das Arbeitsamt bei AZAV-zugelassenen Anbietern über einen Bildungsgutschein fördern kann.
Online-Präsenzen sind heute ein Muss für Unternehmen aus sämtlichen Bereichen, weshalb ein spürbarer Bedarf an Webdesignern besteht. Interessierte, die sich umschulen lassen möchten, sollten die Rahmenbedingungen genau vergleichen und die anerkannten Alternativen kennen. Im Folgenden verschaffen sie sich einen fundierten Überblick.
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SGD Studiengemeinschaft Darmstadt
Staatlich zugelassen (ZFU) · seit 1948
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Fernakademie für Erwachsenenbildung
Staatlich zugelassen (ZFU) · Klett-Gruppe
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ILS Institut für Lernsysteme
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Inhaltsverzeichnis
- Das Berufsbild Webdesigner und die Verdienstmöglichkeiten
- So läuft die Qualifizierung zum Webdesigner ab
- Die Förderung durch das Arbeitsamt
- Anbieter und Kursformate im Überblick
- Anerkannte Alternativen zur Webdesigner-Umschulung
- Die Anerkennung der Webdesigner-Qualifizierung
- Der Arbeitsmarkt und aktuelle Stellenangebote
- Spezialisierungsmöglichkeiten im Webdesign
- Der Berufsalltag als Webdesigner
- Angestellt oder selbständig arbeiten
- Häufige Fragen zur Umschulung zum Webdesigner

Das Berufsbild Webdesigner und die Verdienstmöglichkeiten
Als Webdesigner/in kümmert man sich um die Gestaltung von Websites. Das Aufgabenspektrum reicht von der Konzeption über die Entwicklung bis zur grafischen Umsetzung. Teilweise übernehmen Webdesigner auch die Programmierung von Internet-Auftritten und multimedialen Anwendungen und arbeiten dann eher als Webentwickler/innen. Da es kein geregeltes Berufsbild gibt, variieren die Tätigkeiten je nach Betrieb und Schwerpunkt deutlich.
Webdesigner/in ist ein vergleichsweise junges Berufsbild, das bei vielen Interessierten Fragen zu den Berufsaussichten aufwirft. Diese sind grundsätzlich gut, vor allem in den folgenden Bereichen bestehen Beschäftigungsmöglichkeiten:
- Internet- und Werbeagenturen
- Multimedia- und Digitalagenturen
- Softwarehäuser
- IT-Unternehmen und Inhouse-Marketingabteilungen
Viele Webdesigner/innen machen sich zudem selbständig und arbeiten freiberuflich für wechselnde Auftraggeber. Ein festes Einkommen gibt es dann nicht, dafür aber häufig höhere Verdienstchancen bei entsprechender Auftragslage. Im Angestelltenverhältnis lässt sich das durchschnittliche Gehalt auf rund 35.000 Euro brutto im Jahr beziffern, wobei Berufserfahrung, Region und Spezialisierung stark ins Gewicht fallen.
So läuft die Qualifizierung zum Webdesigner ab
Da Webdesigner/in kein geregelter Ausbildungsberuf ist, erfolgt die Qualifizierung im Rahmen teils sehr unterschiedlicher Lehrgänge und Kurse. Unterschiede ergeben sich sowohl aus der Lehrgangsform als auch aus den behandelten Themen. Die folgenden zentralen Inhalte des Webdesigns sind in der Regel jedoch immer Gegenstand der Qualifizierung:
- Grundlagen des Webdesigns und Usability
- Layout und Responsive Design
- Typografie und Farblehre
- Gestaltungsprinzipien
- Bildbearbeitung mit gängiger Software
- Webentwicklung mit HTML und CSS
- Content-Management-Systeme
- Online-Marketing und SEO
- Projektmanagement
Die Bedingungen der Qualifizierung im Überblick
Die Rahmenbedingungen lassen sich nicht verallgemeinern, da es große Unterschiede zwischen den Anbietern gibt. Interessierte sollten daher genau vergleichen. In der Regel bestehen keine formalen Zugangsvoraussetzungen. Ein gutes Auge für Gestaltung und Interesse an modernen Internettechnologien sind aber eine wichtige Grundlage.
Zudem braucht man Ausdauer, denn eine umfassende Maßnahme kann mehrere Wochen bis Monate in Anspruch nehmen. Auch die Kosten sind nicht zu unterschätzen und können mehrere Tausend Euro betragen. Genau hier setzt die Förderung durch das Arbeitsamt an.
Die Förderung durch das Arbeitsamt
Das Arbeitsamt ist die richtige Anlaufstelle für Berufswechsler/innen, denn es bietet zunächst eine ausführliche Beratung. Arbeitsuchende und von Arbeitslosigkeit bedrohte Beschäftigte können hier einen Bildungsgutschein beantragen, der die Kosten einer Weiterbildung ganz oder teilweise übernimmt. Voraussetzung ist, dass die Maßnahme nach der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV) zugelassen ist und der Bildungsträger die entsprechende Zertifizierung besitzt.
Angehende Webdesigner/innen sollten ein offenes Gespräch mit ihrer Vermittlungsfachkraft führen und die Unterstützungsmöglichkeiten gemeinsam erörtern. Die Entscheidung über einen Bildungsgutschein liegt im Ermessen der Agentur für Arbeit und setzt in der Regel voraus, dass die Weiterbildung die Eingliederung in den Arbeitsmarkt verbessert. Wer bereits einen Job hat, kann sich über das Programm zur beruflichen Weiterbildung Beschäftigter (Qualifizierungschancengesetz) informieren.
Anbieter und Kursformate im Überblick
All diejenigen, die den beruflichen Neuanfang im Webdesign wagen möchten, müssen sich auf die Suche nach geeigneten Anbietern begeben. Vielerorts gibt es Einrichtungen der Erwachsenenbildung und private Akademien, die entsprechende Qualifizierungen bereithalten. Zudem gibt es Online-Fernkurse und Bootcamps, die dieselbe fachliche Kompetenz vermitteln.
Eine gute Übersicht über AZAV-zugelassene Anbieter liefert das Portal KURSNET der Bundesagentur für Arbeit. Dort lassen sich Kurse nach Ort, Format und Förderfähigkeit filtern, sodass sich passende Angebote gezielt finden lassen.
Anerkannte Alternativen zur Webdesigner-Umschulung
Im Zuge der Recherche rund um die Umschulung zum Webdesigner stößt man auch auf anerkannte Alternativen mit staatlichem Abschluss. Diese sollten Berufswechsler/innen berücksichtigen, denn ein IHK-Abschluss verbessert die Chancen am Arbeitsmarkt und ist über das Arbeitsamt gut förderfähig. Erwähnenswert sind unter anderem die folgenden Qualifikationen:
- Mediengestalter/in Digital und Print
- Fachinformatiker/in
- Grafikdesigner/in
- Programmierer/in
- Kaufmann/-frau für Marketingkommunikation
Möglicherweise bietet sich auch ein Fernstudium oder anderes Teilzeitstudium als berufsbegleitende Option an. Studiengänge wie Informatik, Mediendesign, Medieninformatik und Kommunikationswissenschaft erweisen sich für den Einstieg ins Online-Business als lohnende Wege. Einen Überblick über weitere Berufe bietet der Ratgeber zur Umschulung über das Arbeitsamt.
Die Anerkennung der Webdesigner-Qualifizierung
Wer im Webdesign Karriere machen möchte, sollte wissen, dass es keine staatlich anerkannte Ausbildung gibt. Folglich existiert weder eine geregelte Ausbildung noch eine Umschulungsmaßnahme, die zu einem offiziellen Abschluss führt. Der Quereinstieg ist hier deshalb keine Ausnahme, sondern die Regel.
Viele Autodidakten ohne formale Qualifikation sind in diesem Bereich tätig. Wer einen Lehrgang absolviert, erhält zwar ein Träger-Zertifikat, eine staatliche Anerkennung ist damit aber nicht verbunden. Umso wichtiger sind ein aussagekräftiges Portfolio und nachweisbare Praxisprojekte, denn danach richten sich Arbeitgeber und Auftraggeber in erster Linie.
Der Arbeitsmarkt und aktuelle Stellenangebote
Wenn es um eine nachhaltige Karriere im Webdesign geht, hilft ein Blick auf aktuelle Stellenangebote. Die Stellenanzeigen geben Auskunft über die geforderten Kenntnisse und Kompetenzen. So erkennt man, ob noch Nachholbedarf besteht und welche Werkzeuge und Frameworks derzeit gefragt sind. Durch gezielte Weiterbildungen lässt sich der Berufswechsel dann gut vorbereiten.
Der Arbeitsmarkt im digitalen Bereich entwickelt sich stabil, weil praktisch jedes Unternehmen eine professionelle Online-Präsenz benötigt. Gefragt sind zunehmend Fachkräfte, die Gestaltung mit technischem Verständnis für Content-Management-Systeme und Barrierefreiheit verbinden. Wer sich in diesen Feldern fortbildet, hebt sich vom Wettbewerb ab. Weitere passende Angebote finden sich im Ratgeber zur Weiterbildung über das Arbeitsamt.
Spezialisierungsmöglichkeiten im Webdesign
Eine Weiterbildung im Webdesign dient zunächst der Vermittlung der Grundlagen. Um Karriere zu machen, sollte man sich anschließend Spezialwissen aneignen und Schwerpunkte setzen. Hier kommen beispielsweise die folgenden Themen in Betracht:
- Online-Marketing und Suchmaschinenoptimierung
- Mobile und responsive Websites
- Webprogrammierung und Frontend-Frameworks
- UX- und UI-Design
- Barrierefreiheit und Werbepsychologie
Darüber hinaus kann es sinnvoll sein, sich auf einzelne Branchen zu spezialisieren. So eignet man sich Branchenkenntnisse an und wird in entsprechenden Kreisen weiterempfohlen. Eine Spezialisierung hilft dabei, sich gegen den Wettbewerb durchzusetzen und im eigenen Bereich einen Namen zu machen.
Der Berufsalltag als Webdesigner
Der Arbeitsalltag im Webdesign ist projektorientiert und wechselt zwischen konzeptionellen und gestalterischen Phasen. Am Anfang eines Auftrags steht meist ein Briefing, in dem Ziele, Zielgruppe und Anforderungen der Kundschaft geklärt werden. Daraus entwickelt der Webdesigner erste Entwürfe, sogenannte Wireframes und Mockups, die die Struktur und das visuelle Erscheinungsbild der Website skizzieren.
Nach der Abstimmung folgt die Umsetzung. Je nach Ausrichtung reicht diese von der reinen Gestaltung bis zur technischen Einrichtung eines Content-Management-Systems. Regelmäßige Abstimmungsschleifen mit Auftraggebern, Textern und Programmierern gehören ebenso zum Alltag wie Tests auf verschiedenen Geräten und Browsern. Wer freiberuflich arbeitet, kümmert sich zusätzlich um Akquise, Angebote und die Pflege bestehender Kundenbeziehungen. Gefragt sind daher nicht nur gestalterisches Können, sondern auch Kommunikationsstärke, Selbstorganisation und die Bereitschaft, sich fortlaufend in neue Technologien einzuarbeiten.
Der Berufsalltag ist zudem stark von Werkzeugen geprägt, die sich schnell weiterentwickeln. Grafikprogramme zur Bild- und Layoutbearbeitung, Prototyping-Tools für die Entwurfsphase und verbreitete Content-Management-Systeme wie WordPress oder TYPO3 gehören zum täglichen Handwerkszeug. Wer technisch tiefer einsteigt, arbeitet mit HTML, CSS und JavaScript sowie mit Frameworks, die responsive und barrierefreie Websites erleichtern. Weil sich Standards und Nutzererwartungen laufend ändern, ist Weiterbildung im Webdesign kein einmaliger Schritt, sondern ein dauerhafter Begleiter des Berufs.
Angestellt oder selbständig arbeiten
Wer sich zum Webdesigner umschulen lässt, steht früher oder später vor der Frage, ob eine Festanstellung oder die Selbständigkeit besser passt. Beide Wege haben ihre Berechtigung und lassen sich durchaus kombinieren. In einer Agentur oder einer Marketingabteilung profitieren Einsteiger von festen Strukturen, einem eingespielten Team und der Möglichkeit, von erfahrenen Kolleginnen und Kollegen zu lernen. Das Einkommen ist planbar, und man wächst Schritt für Schritt in anspruchsvollere Projekte hinein.
Die Selbständigkeit bietet dagegen mehr Freiheit bei der Wahl von Projekten und Arbeitszeiten sowie ein höheres Verdienstpotenzial. Gleichzeitig erfordert sie unternehmerisches Denken, Disziplin und eine gewisse Risikobereitschaft, denn Auftragsschwankungen und die Verantwortung für Steuern und Versicherungen gehören dazu. Viele Berufswechsler sammeln daher zunächst als Angestellte Erfahrung und wagen den Schritt in die Selbständigkeit erst mit einem gefestigten Kundenstamm und einem überzeugenden Portfolio. Die Agentur für Arbeit kann den Weg in die Selbständigkeit unter bestimmten Voraussetzungen mit einem Gründungszuschuss begleiten.
Häufige Fragen zur Umschulung zum Webdesigner
Ist Webdesigner ein anerkannter Ausbildungsberuf?
Zahlt das Arbeitsamt eine Umschulung zum Webdesigner?
Wie lange dauert die Qualifizierung zum Webdesigner?
Welche Voraussetzungen brauche ich für die Umschulung?
Was verdient man als Webdesigner?
Welche Alternativen mit anerkanntem Abschluss gibt es?
Menschen, die sich zum Webdesigner umschulen lassen möchten, sollten das enorme Potenzial des Feldes kennen, denn die Digitalisierung ist ein fortlaufender Prozess. Der folgende Tipp aus unserer Redaktion sollte dennoch Beachtung finden.
Sammeln Sie erste Erfahrungen in der Praxis des Webdesigns!
Um festzustellen, ob einem das Webdesign liegt, sollte man vor einer Qualifizierung erste Erfahrungen sammeln. Zunächst kann man sich an den heimischen PC setzen und die eine oder andere Test-Webseite erstellen. Zudem lohnt es sich, mit Webagenturen in Kontakt zu treten und beispielsweise ein Praktikum zu absolvieren. Ein wachsendes Portfolio ist im Webdesign wertvoller als jedes Zertifikat.