Umschulung Programmierer - Quereinstieg über das Arbeitsamt

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Eine Umschulung zum Programmierer erfolgt in der Regel über den anerkannten Ausbildungsberuf Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung. Sie dauert als geförderte Umschulung meist zwei Jahre, setzt keinen bestimmten Schulabschluss voraus und lässt sich über das Arbeitsamt mit einem Bildungsgutschein finanzieren. Wer aus einem anderen Beruf in die Softwareentwicklung wechseln möchte, findet damit einen klar geregelten Weg zum IHK-Abschluss.

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

  • "Programmierer" ist kein eigener Ausbildungsberuf - die Umschulung läuft über anerkannte Berufe wie Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung.
  • Die geförderte Umschulung dauert üblicherweise 24 Monate und endet mit einer IHK-Abschlussprüfung.
  • Das Arbeitsamt kann die Kosten per Bildungsgutschein vollständig übernehmen, dazu kommen Leistungen zum Lebensunterhalt.
  • Besondere Zugangsvoraussetzungen gibt es nicht; logisches Denken und IT-Affinität sind wichtiger als Zeugnisnoten.
  • Die Berufsaussichten sind gut, da qualifizierte Softwareentwickler branchenübergreifend gesucht werden.
24 MonateDauerVollzeit / je nach Lehrgang
30.000-40.000 €Verdienstbrutto/Jahr
IHK-AbschlussAbschlussAnerkannte Qualifikation
BildungsgutscheinFörderung§ 81 SGB III, AZAV-Träger

Programmierer schreiben, testen und pflegen den Quellcode von Software und übersetzen fachliche Anforderungen in funktionierende Anwendungen. Im Zuge des digitalen Wandels entstehen im IT-Sektor laufend neue Stellen für qualifizierte Fachkräfte. Wer seinen bisherigen Job verloren hat oder sich beruflich neu orientieren möchte, findet in der Softwareentwicklung eine gefragte und zukunftssichere Perspektive. Der Weg dorthin führt über eine Umschulung in einem anerkannten IT-Ausbildungsberuf.

Wer ernsthaft an einer Karriere in der Programmierung interessiert ist, sollte sich vom Arbeitsamt beraten lassen und sich hier über Ablauf, Voraussetzungen und Förderung informieren.

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Inhaltsverzeichnis

Programmiererin arbeitet am Bildschirm mit Quellcode während einer Umschulung zur Softwareentwicklung

Berufsbild Programmierer: Karrierechancen und Verdienst

Wenn es um den Beruf des Programmierers geht, ist vielfach auch vom Softwareentwickler die Rede. Das liegt daran, dass die Programmierung innerhalb der Softwareentwicklung eine Schlüsselposition darstellt. Programmierer kümmern sich um den Entwurf und die Umsetzung von Software. Sie erschaffen aber nicht nur neue Anwendungen, sondern widmen sich auch Anpassungen, Fehlerbehebung und Optimierungen bestehender Programme.

Da Software in der heutigen digitalen Welt nahezu allgegenwärtig ist, sind Programmierer sehr gefragt. Für sie ergeben sich unter anderem in den folgenden Bereichen gute Karrierechancen:

Die Verdienstmöglichkeiten in der Softwareentwicklung fallen sehr unterschiedlich aus und hängen von Qualifikation, Region, Branche und Berufserfahrung ab. Pauschale Angaben sind daher mit Vorsicht zu genießen. Als Orientierung liegt das Bruttojahresgehalt für Einsteiger häufig zwischen rund 30.000 und 40.000 Euro, während erfahrene Fachkräfte 55.000 Euro und mehr erreichen können.

Umschulung zum Programmierer über anerkannte IT-Berufe

Die guten Aussichten in der IT geben vielfach den Anlass, sich beruflich umzuorientieren. Der Wunsch nach einer Umschulung zum Programmierer ist somit gut nachvollziehbar. Wer nach einer standardisierten Qualifizierung sucht, stellt allerdings fest, dass es die eine Programmierer-Umschulung nicht gibt. In der Softwareentwicklung arbeiten Quereinsteiger mit den unterschiedlichsten beruflichen Hintergründen.

Wer einen anerkannten Abschluss anstrebt, sollte einen der folgenden Ausbildungsberufe ins Auge fassen und die passende Umschulung über das Arbeitsamt beantragen:

Der Beruf Fachinformatiker ist dabei der gängigste Weg in die Programmierung. Ergänzend sorgen anbieterspezifische Seminare und Workshops für die erforderliche Basisqualifikation, etwa zu Programmiersprachen wie Java, Python oder JavaScript.

Voraussetzungen, Dauer und Kosten im Überblick

Wer sich für eine Umschulung in einem anerkannten Ausbildungsberuf mit Bezug zur Softwareentwicklung entscheidet, sollte die jeweiligen Rahmenbedingungen kennen. Diese stellen sich üblicherweise folgendermaßen dar:


Für diese Menschen eignet sich die Programmierer-Umschulung

Für diese Menschen eignet sich die Programmierer-Umschulung

Strenge Zugangsvoraussetzungen sind bei IT-Umschulungen nicht die Regel und somit kein Hinderungsgrund für einen beruflichen Neustart. Gerade bei der Programmierung gibt es kaum formale Zugangsbeschränkungen. Umso wichtiger ist es, die persönlichen Voraussetzungen ehrlich zu prüfen.

In der Programmierung kommt es vor allem auf die folgenden Eigenschaften an:

  • logisches und analytisches Denkvermögen
  • Organisationsgeschick und strukturierte Arbeitsweise
  • IT-Affinität und Freude am Ausprobieren
  • technisches Verständnis
  • Anpassungsfähigkeit an neue Technologien
  • Geduld, Zuverlässigkeit und Genauigkeit
Anerkennung des Abschlusses in der Softwareentwicklung

Anerkennung des Abschlusses in der Softwareentwicklung

Auf der Suche nach einer Umschulung zum Programmierer erleben Interessierte zunächst eine Überraschung: Programmierer ist kein anerkannter Ausbildungsberuf, sondern eine berufliche Einsatzmöglichkeit innerhalb der Softwareentwicklung.

Einen offiziellen Abschluss "Programmierer" gibt es folglich nicht. Wer einen anerkannten Abschluss anstrebt, weicht auf einen der folgenden Ausbildungsberufe aus:

  • Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung
  • Fachinformatiker für Systemintegration
  • Mathematisch-technischer Softwareentwickler

Ein Studium der Informatik oder im Bereich Software Engineering führt zu einem akademischen Grad und kommt somit ebenfalls als anerkannter Abschluss in Betracht.

Förderung der Umschulung durch das Arbeitsamt

Förderung der Umschulung durch das Arbeitsamt

Dass die IT-Branche einen hohen Fachkräftebedarf hat, ist auch beim Arbeitsamt bekannt. Daher werden entsprechende Umschulungen und Weiterbildungen häufig gefördert. Vor allem Menschen, deren bisheriger Beruf keine Perspektiven mehr bietet, können auf Unterstützung hoffen.

Die Qualifizierung zum Programmierer lässt sich mit einem Bildungsgutschein finanzieren, der die Lehrgangskosten abdeckt. Ergänzend sind Leistungen zum Lebensunterhalt sowie die Übernahme von Fahrt- und Betreuungskosten möglich. Neben der Umschulung kommen auch Angebote aus dem Bereich Weiterbildung über das Arbeitsamt infrage, etwa zertifizierte Programmierkurse.

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Der Berufsalltag als Programmierer

Der Arbeitstag eines Programmierers besteht nur zu einem Teil aus dem eigentlichen Schreiben von Code. Ein großer Anteil entfällt auf das Verstehen fachlicher Anforderungen, die Abstimmung im Team, das Testen von Software und die Suche nach Fehlern. Die Arbeit findet überwiegend am Bildschirm statt, häufig in agilen Teams mit regelmäßigen Abstimmungsterminen.

Typische Aufgaben sind das Entwickeln neuer Funktionen, das Anpassen bestehender Anwendungen an neue Anforderungen sowie die Wartung und Weiterentwicklung von Software. Dabei arbeiten Programmierer mit Entwicklungsumgebungen, Versionsverwaltungen wie Git und Werkzeugen zur automatisierten Prüfung des Codes. Da sich Technologien laufend weiterentwickeln, gehört kontinuierliches Lernen fest zum Beruf. Wer Freude daran hat, sich in neue Sprachen und Frameworks einzuarbeiten, findet in der Softwareentwicklung ein abwechslungsreiches Arbeitsfeld.

Verwandte Tätigkeitsfelder eröffnen sich zudem im Bereich Webdesigner und Mediengestalter, wenn gestalterische Aufgaben stärker im Vordergrund stehen sollen.

Berufsaussichten und Arbeitsmarkt

Die Berufsaussichten in der Softwareentwicklung gelten als stabil. Der Bedarf an Fachkräften ist in nahezu allen Branchen hoch, da die Digitalisierung von Prozessen weiter voranschreitet. Programmierer werden nicht nur in klassischen IT-Unternehmen gesucht, sondern auch in Industrie, Handel, Finanzwesen, Verwaltung und im Gesundheitssektor.

Für Quereinsteiger mit abgeschlossener Umschulung bestehen dadurch gute Chancen auf einen Einstieg. Wichtig sind neben dem Abschluss vor allem praktische Erfahrung und nachweisbare Projekte, etwa aus Praktika oder eigenen Programmieraufgaben. Wer sich nach der Umschulung kontinuierlich weiterbildet und in eine bestimmte Technologie oder Branche spezialisiert, verbessert seine Position auf dem Arbeitsmarkt zusätzlich. Auch technische Nachbarberufe wie der IT-Systemelektroniker zeigen, wie breit das Feld der IT-Berufe aufgestellt ist.

Ein weiterer Vorteil ist die Flexibilität des Berufs. Viele Programmiertätigkeiten lassen sich ganz oder teilweise im Homeoffice ausführen, was den Beruf auch für Menschen interessant macht, die Familie und Arbeit vereinbaren möchten. Neben der Festanstellung ist zudem eine freiberufliche Tätigkeit möglich, sobald ausreichend Erfahrung und ein tragfähiges Netzwerk vorhanden sind. Wer sich für ein bestimmtes Themenfeld begeistert, kann sich so schrittweise eine Nische aufbauen und die eigene berufliche Situation aktiv gestalten.

So läuft die Abschlussprüfung ab

Da die Umschulung zum Programmierer über einen anerkannten IT-Ausbildungsberuf läuft, endet sie mit einer Abschlussprüfung vor der zuständigen Industrie- und Handelskammer (IHK). Diese ist in einen schriftlichen und einen praktischen Teil gegliedert.

Im schriftlichen Teil werden Kenntnisse zu Anwendungsentwicklung, IT-Systemen, Wirtschafts- und Sozialkunde geprüft. Der praktische Teil besteht in der Regel aus einer betrieblichen Projektarbeit, die dokumentiert und anschließend im Fachgespräch vor dem Prüfungsausschuss vorgestellt wird. Dabei zeigen die Prüflinge, dass sie eine Aufgabe aus der Praxis eigenständig planen, umsetzen und erläutern können. Wer beide Teile besteht, erhält einen bundesweit anerkannten IHK-Abschluss, der den Berufseinstieg deutlich erleichtert. Die Umschulung wird von AZAV-zugelassenen Anbietern durchgeführt, die sich über KURSNET der Bundesagentur für Arbeit finden lassen.

Inhalte und Programmiersprachen der Umschulung

Während der Umschulung erwerben die Teilnehmenden ein breites Fundament in der Softwareentwicklung. Neben den Grundlagen der Programmierung gehören objektorientierte Konzepte, Datenbanken, das Arbeiten mit Datenstrukturen und Algorithmen sowie die Qualitätssicherung von Software zum Lehrplan. Ergänzt wird dies durch Kenntnisse in IT-Sicherheit, Netzwerken und Projektmanagement.

Welche Programmiersprachen im Detail vermittelt werden, hängt vom Anbieter und der Ausrichtung ab. Häufig stehen verbreitete Sprachen wie Java, C#, Python, PHP oder JavaScript im Mittelpunkt, ergänzt um Web-Technologien wie HTML und CSS. Wichtiger als das Beherrschen einer einzelnen Sprache ist das Verständnis grundlegender Prinzipien, denn wer die Logik hinter dem Programmieren verstanden hat, kann sich neue Sprachen im Berufsleben vergleichsweise schnell aneignen. Genau darauf legen gute Umschulungen ihren Schwerpunkt.

Alternativen und Weiterbildung nach der Umschulung

Wer nach der Umschulung noch nicht den passenden Schwerpunkt gefunden hat, kann sich in verschiedene Richtungen spezialisieren. Möglich sind etwa Vertiefungen in der Webentwicklung, in mobilen Anwendungen, in der Datenanalyse oder in der Softwarearchitektur. Auch anbieterzertifizierte Kurse zu bestimmten Technologien lassen sich gut mit der beruflichen Praxis verbinden.

Für den weiteren Aufstieg bieten sich Fortbildungen wie der geprüfte IT-Berater, der Operative Professional oder ein anschließendes Studium an. So lässt sich aus der Umschulung heraus eine langfristige Laufbahn in der IT gestalten. Wer sich vor der Entscheidung noch breiter orientieren möchte, findet in der Übersicht zur Umschulung über das Arbeitsamt weitere Berufsfelder und Vergleichsmöglichkeiten.

Häufige Fragen zur Umschulung zum Programmierer

Ist Programmierer ein anerkannter Ausbildungsberuf?
Nein. "Programmierer" ist eine berufliche Tätigkeitsbezeichnung, kein eigener Ausbildungsberuf. Die Umschulung läuft über anerkannte Berufe wie Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung oder Mathematisch-technischer Softwareentwickler. Diese enden mit einem bundesweit anerkannten IHK-Abschluss und decken die Programmierung inhaltlich vollständig ab.
Wie lange dauert die Umschulung zum Programmierer?
Als geförderte Umschulung dauert der Weg über einen IT-Ausbildungsberuf in der Regel 24 Monate und ist damit gegenüber der dreijährigen Erstausbildung verkürzt. Die Umschulung umfasst theoretischen Unterricht und Praxisphasen im Betrieb und schließt mit der IHK-Abschlussprüfung ab.
Welche Voraussetzungen muss ich mitbringen?
Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben. Wichtiger sind logisches Denkvermögen, IT-Affinität, technisches Verständnis und die Bereitschaft, sich laufend in neue Technologien einzuarbeiten. Wer bereits erste Erfahrungen mit einer Programmiersprache gesammelt hat, hat den Einstieg leichter, dies ist aber keine Bedingung.
Übernimmt das Arbeitsamt die Kosten der Umschulung?
Ja, das ist möglich. Über einen Bildungsgutschein kann das Arbeitsamt oder Jobcenter die Lehrgangskosten vollständig übernehmen. Zusätzlich sind Leistungen zum Lebensunterhalt sowie die Erstattung von Fahrt- und Betreuungskosten möglich. Voraussetzung ist ein Beratungsgespräch, in dem die Notwendigkeit der Umschulung festgestellt wird.
Wie viel verdient man als Programmierer?
Das Gehalt hängt stark von Qualifikation, Branche, Region und Erfahrung ab. Einsteiger verdienen häufig zwischen 30.000 und 40.000 Euro brutto im Jahr. Mit Berufserfahrung und Spezialisierung sind 55.000 Euro und mehr erreichbar. Gefragte Technologien und Führungsverantwortung können das Gehalt weiter erhöhen.
Kann ich mir Programmieren auch selbst beibringen?
Grundsätzlich ja, autodidaktisches Lernen ist in der IT verbreitet. Für einen geförderten Einstieg über das Arbeitsamt und einen anerkannten Abschluss ist jedoch eine Umschulung in einem IT-Ausbildungsberuf sinnvoll. Ein IHK-Abschluss verbessert die Chancen am Arbeitsmarkt spürbar, da Arbeitgeber einen nachweisbaren Qualifikationsnachweis schätzen.
Redaktions-Tipp
Lass dich vor der Wahl des Anbieters beim Arbeitsamt beraten und vergleiche mehrere AZAV-zugelassene Umschulungen über KURSNET. Achte auf eine hohe Praxisanteil und die Vorbereitung auf die IHK-Prüfung, denn genau diese Punkte entscheiden über einen erfolgreichen Einstieg in die Softwareentwicklung.