Umschulung Fluggerätmechaniker - Quereinstieg über das Arbeitsamt

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Eine Umschulung zum Fluggerätmechaniker beziehungsweise zur Fluggerätmechanikerin ermöglicht Erwachsenen den Quereinstieg in die Luftfahrtbranche und führt zu einem anerkannten Berufsabschluss der zuständigen Industrie- und Handelskammer. Die Qualifizierung dauert in verkürzter Form meist zwei bis drei Jahre und lässt sich über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit finanzieren, sofern die persönlichen und arbeitsmarktlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

  • Die Umschulung führt zum anerkannten IHK-Abschluss Fluggerätmechaniker/in mit den drei Fachrichtungen Fertigungstechnik, Instandhaltungstechnik und Triebwerkstechnik.
  • Als Umschulung dauert die Qualifizierung in der Regel zwei bis drei Jahre und damit kürzer als die reguläre 3,5-jährige Erstausbildung.
  • Die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter kann die Kosten über einen Bildungsgutschein vollständig übernehmen; parallel ist Arbeitslosengeld zur Sicherung des Lebensunterhalts möglich.
  • Gefragt sind technisches Verständnis, handwerkliche Genauigkeit und Verantwortungsbewusstsein - formale Vorkenntnisse sind für die Umschulung nicht zwingend erforderlich.
  • Beschäftigung finden Fachkräfte bei Flugzeugherstellern, Zulieferern, Fluggesellschaften, an Flughäfen und bei der Bundeswehr; das Bruttojahresgehalt liegt meist zwischen rund 30.000 und 55.000 Euro.
2 bis 3 JahreDauerVollzeit / je nach Lehrgang
30.000-55.000 €Verdienstbrutto/Jahr
IHK-AbschlussAbschlussAnerkannte Qualifikation
BildungsgutscheinFörderung§ 81 SGB III, AZAV-Träger

Fluggerätmechaniker bei der Wartung eines Flugzeugtriebwerks in einer Werkshalle

Inhaltsverzeichnis

Berufsbild, Berufsaussichten und Verdienst als Fluggerätmechaniker

Unabhängig davon, ob es um eine klassische Berufsausbildung oder um eine Umschulung geht, lohnt sich eine gründliche Auseinandersetzung mit dem Beruf des Fluggerätmechanikers. Interessierte sollten wissen, dass es die folgenden drei Fachrichtungen gibt, die bereits im Rahmen der Qualifizierung eine Schwerpunktsetzung vorsehen:

Als Fluggerätmechaniker/in widmet man sich der Herstellung, Wartung und Instandsetzung von Luftfahrzeugen und entsprechenden Komponenten. Es ergeben sich daher vor allem in den folgenden Bereichen berufliche Chancen:

In der industriellen Fertigung sowie in Werkstätten und Wartungshallen sind Fluggerätmechaniker/innen demnach vor allem anzutreffen. Als qualifizierte Fachkräfte erzielen sie ein solides Einkommen, das je nach Region, Betrieb und Berufserfahrung variieren kann. Im Allgemeinen lässt sich das Bruttojahresgehalt auf rund 30.000 Euro für Einsteiger bis etwa 55.000 Euro für erfahrene Fachkräfte beziffern. In tarifgebundenen Betrieben der Luft- und Raumfahrtindustrie fällt die Vergütung häufig höher aus als im Handwerk oder bei kleineren Zulieferern.

So wird man per Umschulung Fluggerätmechaniker

Wer Fluggerätmechaniker/in werden möchte, absolviert klassisch die 3,5-jährige duale Berufsausbildung. Im Betrieb sowie an der Berufsschule lernen die Auszubildenden alle notwendigen Inhalte und werden umfassend auf den Berufsabschluss vorbereitet. Wer aber bereits einen Beruf erlernt hat und sich nun umorientieren möchte, hat in der Regel wenig Interesse an einer solchen Erstausbildung. Für diese Zielgruppe gibt es Umschulungen, die als Zweitausbildung fungieren.

Die Umschulung zum Fluggerätmechaniker ist anders als die klassische Ausbildung organisiert, führt aber ebenfalls zum offiziellen IHK-Berufsabschluss. Sie stellt somit eine tragfähige Option für Berufswechsler/innen dar. Die Teilnehmenden setzen sich im Rahmen der Qualifizierung vor allem mit den folgenden Inhalten auseinander:

Umschulungen zum Fluggerätmechaniker werden von AZAV-zugelassenen Anbietern durchgeführt, die sich über KURSNET der Bundesagentur für Arbeit recherchieren lassen. Ein wesentlicher Teil der Praxis findet in Kooperationsbetrieben statt, sodass die Umschüler den Berufsalltag frühzeitig kennenlernen.

Voraussetzungen, Dauer und Kosten der Umschulung

Dass die Fluggerätmechaniker-Umschulung fundierte fachliche Kompetenz vermittelt, steht außer Frage. Der Ablauf wirft dagegen bei vielen Interessierten Fragen auf. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich vorab mit den Rahmenbedingungen zu befassen. Nur so lässt sich einschätzen, worauf man sich einlässt. Zur groben Orientierung dienen die folgenden Eckdaten:

Da es sich um eine anerkannte Umschulung nach dem Berufsbildungsgesetz handelt, endet sie mit der Abschlussprüfung vor der zuständigen Industrie- und Handelskammer. Der erworbene Abschluss ist bundesweit gültig und dem Ausbildungsabschluss gleichgestellt.


Die Finanzierung über das Arbeitsamt sicherstellen

Die Gebühren einer außerbetrieblichen Umschulung zum Fluggerätmechaniker übersteigen regelmäßig die finanziellen Möglichkeiten der Interessierten. Die Pläne müssen deshalb aber nicht aufgegeben werden - stattdessen empfiehlt es sich, frühzeitig die Finanzierung zu klären.

Die Agentur für Arbeit beziehungsweise das Jobcenter ist hierfür die richtige Anlaufstelle. Über einen Bildungsgutschein können die Lehrgangskosten sowie Fahrt- und Prüfungsgebühren übernommen werden. Parallel lässt sich der Lebensunterhalt während der Umschulung über Arbeitslosengeld oder Grundsicherungsgeld (Bürgergeld) sichern. Voraussetzung ist ein Beratungsgespräch, in dem die Notwendigkeit der Umschulung für die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt festgestellt wird. Weitere Fördermöglichkeiten und Alternativen erläutert unser Überblick zur geförderten Weiterbildung über das Arbeitsamt.


Persönliche Eignung für den Beruf

Unabhängig von den finanziellen Mitteln sollte auch die persönliche Eignung den Ausschlag für oder gegen die Umschulung geben. Formal gibt es zwar keine strengen Bedingungen, dennoch handelt es sich um keinen Beruf für jedermann. Genauigkeit, technisches Verständnis, handwerkliches Geschick, Verantwortungsbewusstsein, Zuverlässigkeit, eine naturwissenschaftliche Begabung sowie Begeisterung für Fluggeräte sollten vorhanden sein. Da die Arbeit an sicherheitsrelevanten Bauteilen erfolgt, sind zudem Sorgfalt und die Bereitschaft zu sauberer Dokumentation unverzichtbar. Wer sich unsicher ist, findet in unserem Überblick zur Umschulung über das Arbeitsamt weitere Orientierung.

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Der Berufsalltag als Fluggerätmechaniker

Der Arbeitsalltag von Fluggerätmechaniker/innen richtet sich stark nach der gewählten Fachrichtung. In der Fertigungstechnik montieren sie Bauteile und Baugruppen nach technischen Zeichnungen, richten Werkstücke aus und prüfen Passgenauigkeit sowie Funktion. In der Instandhaltung stehen Inspektion, Fehlersuche und der Austausch defekter Komponenten im Vordergrund, häufig nach festgelegten Wartungsplänen und unter strengen Sicherheitsvorgaben. Wer in der Triebwerkstechnik arbeitet, zerlegt Triebwerke, prüft einzelne Bauteile auf Verschleiß und setzt sie fachgerecht wieder zusammen.

Ein großer Teil der Tätigkeit findet in Werkshallen, Hangars oder an Prüfständen statt. Die Arbeit erfolgt oft im Team und erfordert das Lesen technischer Unterlagen, den Umgang mit Prüf- und Messgeräten sowie eine lückenlose Dokumentation jedes Arbeitsschritts. Da in der Luftfahrt jeder Handgriff die Flugsicherheit betrifft, wird sauberes und normgerechtes Arbeiten besonders hoch bewertet. Schicht- und Wochenenddienste kommen je nach Betrieb und Einsatzbereich vor, etwa wenn Flugzeuge nur außerhalb der Betriebszeiten gewartet werden können. Für technisch interessierte Menschen kann auch eine Umschulung zum Mechatroniker oder eine Umschulung zum Industriemechaniker eine sinnvolle Alternative sein.

Berufsaussichten und Arbeitsmarkt

Die Luft- und Raumfahrtindustrie in Deutschland gilt als technologiestarke Branche mit stabilem Fachkräftebedarf. Flugzeughersteller, Zulieferer und Wartungsbetriebe suchen regelmäßig qualifiziertes Personal, das komplexe Systeme sicher beherrscht. Auch die zunehmende Digitalisierung von Fertigung und Wartung sowie die wachsende Bedeutung von Instandhaltung bei alternden Flotten sorgen für gute Aussichten.

Wer den Berufsabschluss erworben hat, kann sich später weiter spezialisieren, etwa durch Zusatzqualifikationen im Bereich der luftrechtlichen Zulassung oder durch eine Aufstiegsfortbildung zum Techniker oder Industriemeister der Fachrichtung Luftfahrttechnik. Solche Weiterbildungen eröffnen den Weg in Positionen mit Prüf-, Planungs- oder Führungsverantwortung. Auch ein späteres Studium im Bereich Luft- und Raumfahrttechnik ist über den Berufsabschluss und entsprechende Zugangswege möglich. Verwandte technische Berufe wie die Umschulung zum Zerspanungsmechaniker oder die Umschulung zum Kfz-Mechatroniker bieten ähnliche Perspektiven in der Metall- und Fahrzeugtechnik.

So läuft die Abschlussprüfung ab

Die Umschulung endet mit der Abschlussprüfung vor der zuständigen Industrie- und Handelskammer. Üblicherweise ist die Prüfung in zwei zeitlich getrennte Teile gegliedert. Ein erster Teil wird bereits vor Ende der Umschulung abgelegt und fließt in die Gesamtnote ein, der zweite Teil bildet den Abschluss. Geprüft werden sowohl praktische Fertigkeiten als auch theoretisches Fachwissen.

Im praktischen Teil bearbeiten die Prüflinge eine berufstypische Aufgabe, etwa die Montage, Prüfung oder Instandsetzung einer Baugruppe, und dokumentieren ihr Vorgehen. Im schriftlichen Teil werden Fachkenntnisse aus Bereichen wie Fertigungs- und Instandhaltungstechnik, Systemtechnik sowie Wirtschafts- und Sozialkunde abgefragt. Wer beide Teile besteht, erhält den anerkannten Berufsabschluss und darf die Berufsbezeichnung Fluggerätmechaniker/in führen. Bei Nichtbestehen einzelner Teile besteht die Möglichkeit zur Wiederholung.

Abgrenzung zu verwandten Luftfahrtberufen

Rund um Fluggeräte gibt es mehrere Berufe, die sich im Alltag ergänzen, aber unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Fluggerätmechaniker/innen kümmern sich vorrangig um die mechanischen und strukturellen Komponenten - also um Rumpf, Fahrwerk, Triebwerke und Baugruppen. Fluggerätelektroniker/innen dagegen sind für die elektrischen und elektronischen Systeme zuständig, etwa für Bordnetze, Avionik und Steuerungselektronik. Wer sich für die Luftfahrt interessiert, sollte vor der Wahl der Umschulung genau prüfen, welcher Schwerpunkt besser zu den eigenen Stärken passt.

Auch die Grenze zur klassischen Metall- und Fahrzeugtechnik ist fließend. Viele Inhalte der Umschulung, etwa Werkstoffkunde, Montage, Hydraulik und Qualitätssicherung, finden sich in ähnlicher Form in Berufen wie Industriemechaniker/in oder Konstruktionsmechaniker/in. Für Menschen, die eine Umschulung in der Luftfahrtbranche nicht wohnortnah finden, können diese verwandten Berufe eine gut erreichbare und ebenfalls gefragte Alternative sein. Ein Beratungsgespräch beim Arbeitsamt hilft dabei, das passende Berufsbild zu finden.

Den passenden Umschulungsanbieter finden

Nicht jeder Bildungsträger bietet die Umschulung zum Fluggerätmechaniker an, da für die Praxisausbildung spezielle Werkstätten, Prüfstände und Kooperationsbetriebe erforderlich sind. Umso wichtiger ist eine sorgfältige Auswahl. Ein erster Anlaufpunkt ist die Datenbank KURSNET der Bundesagentur für Arbeit, in der AZAV-zugelassene Anbieter und ihre Standorte verzeichnet sind. Nur bei zugelassenen Trägern lässt sich ein Bildungsgutschein einlösen.

Bei der Auswahl sollten Interessierte auf die Erfahrung des Trägers, die Anbindung an Betriebe der Luftfahrtindustrie, die Betreuung während der Praxisphasen sowie die Vermittlungsquote nach dem Abschluss achten. Sinnvoll ist es außerdem, vorab mit der Beraterin oder dem Berater der Agentur für Arbeit zu klären, welcher Anbieter gefördert wird und ob gegebenenfalls ein Umzug oder eine überregionale Umschulung in Betracht kommt. Ein persönliches Informationsgespräch beim Anbieter schafft zusätzliche Klarheit über Ablauf, Fachrichtung und Rahmenbedingungen.

Häufige Fragen zur Umschulung Fluggerätmechaniker

Wie lange dauert die Umschulung zum Fluggerätmechaniker?
Als Umschulung in verkürzter Form dauert die Qualifizierung in der Regel zwei bis drei Jahre. Die reguläre duale Erstausbildung umfasst dagegen 3,5 Jahre. Die genaue Dauer hängt vom Bildungsanbieter, der gewählten Fachrichtung und eventuellen Vorkenntnissen ab.
Wer zahlt die Umschulung zum Fluggerätmechaniker?
Bei entsprechenden Voraussetzungen übernimmt die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter die Kosten über einen Bildungsgutschein. Damit sind Lehrgangs-, Prüfungs- und Fahrtkosten abgedeckt. Zusätzlich kann der Lebensunterhalt über Arbeitslosengeld oder Bürgergeld gesichert werden. Grundlage ist ein Beratungsgespräch beim Arbeitsamt.
Welche Voraussetzungen brauche ich für die Umschulung?
Zwingende Vorkenntnisse gibt es nicht. Vorteilhaft sind technisches Verständnis, handwerkliches Geschick, Sorgfalt und gesundheitliche Eignung. Da an sicherheitsrelevanten Bauteilen gearbeitet wird, sind Verantwortungsbewusstsein und Zuverlässigkeit besonders wichtig. Ein Schulabschluss erleichtert die Aufnahme, ist aber nicht immer formale Bedingung.
Welche Fachrichtungen gibt es bei Fluggerätmechanikern?
Der Beruf gliedert sich in drei Fachrichtungen: Fertigungstechnik, Instandhaltungstechnik und Triebwerkstechnik. Die Fertigungstechnik befasst sich mit der Herstellung von Bauteilen, die Instandhaltung mit Wartung und Reparatur, die Triebwerkstechnik mit Montage und Prüfung von Flugtriebwerken. Die Fachrichtung wird bereits während der Umschulung festgelegt.
Was verdient ein Fluggerätmechaniker?
Das Bruttojahresgehalt liegt meist zwischen rund 30.000 Euro für Einsteiger und etwa 55.000 Euro für erfahrene Fachkräfte. In tarifgebundenen Betrieben der Luft- und Raumfahrtindustrie fällt die Vergütung oft höher aus. Region, Betriebsgröße, Fachrichtung und Berufserfahrung beeinflussen das Einkommen deutlich.
Ist die Umschulung anerkannt?
Ja. Die Umschulung führt zu einem anerkannten Abschluss nach dem Berufsbildungsgesetz und endet mit der Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer. Der Abschluss ist bundesweit gültig und dem regulären Ausbildungsabschluss gleichgestellt. Damit stehen Absolventen dieselben beruflichen Wege offen wie klassisch Ausgebildeten.
Achtung! Tipp aus der Redaktion

Über das Arbeitsamt kann man sich ausführlich über die Umschulung zum Fluggerätmechaniker informieren. So verschaffen sich angehende Berufswechsler/innen einen realistischen Eindruck und stellen auf dieser Grundlage die Weichen für ihre berufliche Zukunft. Dazu gehört auch der folgende Tipp aus unserer Redaktion.

Denken Sie auch an Alternativen zur Umschulung zum Fluggerätmechaniker

Fluggerätmechaniker/in ist ein spannender Beruf, der auf viele Menschen eine große Faszination ausübt. Angehende Umschüler/innen sollten sich aber nicht zu schnell festlegen und stattdessen auch Alternativen in Betracht ziehen. Diesbezüglich sind beispielsweise die folgenden Berufe zu nennen:

  • Fluggerätelektroniker/in
  • Leichtflugzeugbauer/in
  • Kfz-Mechatroniker/in
  • Mechatroniker/in
  • Land- und Baumaschinenmechatroniker/in
  • Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker/in
  • Metallbauer/in
  • Konstruktionsmechaniker/in