Umschulung Tatortreiniger
Der Beruf des Tatortreinigers ist den meisten Menschen bestenfalls aus dem Fernsehen bekannt. Einerseits wird hin und wieder von der speziellen Arbeit von Tatortreinigern berichtet, andererseits gibt es eine überaus erfolgreiche TV-Serie. Menschen, die sich beruflich verändern wollen oder müssen, sollten wissen, dass die mediale Darstellung nicht mit der Realität gleichzusetzen ist. Aus diesem Grund sollten Interessierte an einer Tatortreiniger-Umschulung zunächst eingehend recherchieren.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Tatortreiniger ist kein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf – eine klassische Umschulung gibt es nicht
- Qualifizierung erfolgt meist über Gebäudereiniger-Ausbildung oder Weiterbildung zum staatlich geprüften Desinfektor
- Rechtliche Grundlagen ergeben sich aus Arbeitsschutz, Gefahrstoff- und Biostoffverordnung
- Einstieg erfordert körperliche und psychische Belastbarkeit sowie Hygienebewusstsein
Die Tatortreinigung ist ein sehr spezielles Metier mit besonderen Anforderungen und Aufgaben. Dass dies nicht jedermanns Sache ist, liegt auf der Hand. Bei einem beruflichen Neustart sollten Interessierte nicht vorschnell eine Umschulung zum Tatortreiniger oder zur Tatortreinigerin angehen, sondern zunächst eine Beratung beim Arbeitsamt in Anspruch nehmen. Auch eine eigenständige Recherche lohnt sich. Nachfolgend können sich Interessierte einen ersten Eindruck verschaffen.
Berufsbild Tatortreiniger/in – Karrierechancen und Verdienstmöglichkeiten
Tatortreiniger/innen betätigen sich zunächst als Gebäudereiniger/innen und widmen sich somit der fachgerechten Reinigung von Wohnungen und anderen Räumlichkeiten. Der besondere Schwerpunkt ihrer Arbeit besteht allerdings darin, dass sie Spuren von Unfällen, Todesfällen oder Verbrechen beseitigen. Nach der entsprechenden Freigabe durch die Polizei schreitet der Tatortreiniger zur Tat.
Die wesentliche Aufgabe eines Tatortreinigers oder einer Tatortreinigerin besteht darin, Körperflüssigkeiten und Verwesungsrückstände zu entfernen. Auch die Dokumentation gehört dazu.
Oftmals sind Tatortreiniger/innen selbständig tätig, aber auch Gebäudereinigungen und Schädlingsbekämpfungen bieten Jobchancen. Die Verdienstmöglichkeiten können sehr variieren. Als Orientierung gilt ein durchschnittliches Gehalt von rund 36.000 Euro brutto im Jahr.
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Per Umschulung Tatortreiniger/in werden
Wer per Umschulung Tatortreiniger/in werden möchte, muss zunächst wissen, dass es sich dabei um keinen anerkannten Ausbildungsberuf handelt. Dementsprechend kann es auch keine Umschulung im eigentlichen Sinne geben. Die Qualifizierung erfolgt somit entweder in Eigenregie autodidaktisch oder per Weiterbildung.
Eine Weiterbildung zum/zur staatlich geprüften Desinfektor/in ist eine Möglichkeit. Alternativ kann vorab eine Umschulung zum/zur Gebäudereiniger/in sinnvoll sein.
Voraussetzungen, Dauer und Kosten der Tatortreiniger-Umschulung
Einige Anbieter werben zwar mit Umschulungen zum/zur Tatortreiniger/in, aber bei näherer Betrachtung entpuppt sich das Ganze als bloße Weiterbildungsmaßnahme. Wer sich dennoch dafür interessiert, sollte die Rahmenbedingungen prüfen. Nachfolgend gibt es eine beispielhafte Übersicht.
- Voraussetzungen: keine besonderen Voraussetzungen, gegebenenfalls abgeschlossene Ausbildung als Gebäudereiniger/in
- Dauer: variabel zwischen wenigen Wochen und mehreren Monaten
- Kosten: unterschiedlich
Wie unterstĂĽtzt das Arbeitsamt die Umschulung zum/zur Tatortreiniger/in?
Beim Arbeitsamt erhält man umfassende Beratung zu einem Berufswechsel. Die Mitarbeiter sind kompetente Ansprechpartner, auch in finanziellen Belangen. Das Arbeitsamt kann berufliche Qualifizierungen fördern.
Wird die Maßnahme befürwortet, können die Kosten des Lehrgangs mithilfe des Bildungsgutscheins übernommen werden. Auch Hilfen zum Lebensunterhalt sind möglich.
Ob und in welchem Maße eine Förderung erfolgt, hängt vom jeweiligen Einzelfall ab. Ein Beratungstermin beim Arbeitsamt ist somit sehr wichtig und aufschlussreich.
Welche Alternativen gibt es zur Tatortreiniger-Umschulung?
Wer sich bei der Tatortreiniger-Umschulung unsicher ist, sollte nichts überstürzen und sich auch mit möglichen Alternativen befassen.
Im Folgenden findet sich eine beispielhafte Auswahl an möglichen Umschulungsalternativen:
- Gebäudereiniger/in
- Hauswirtschafter/in
- Desinfektor/in
- Schädlingsbekämpfer/in
Wie können sich Tatortreiniger/innen weiterbilden?
Berufswechsler/innen, die sich für die Umschulung zum/zur Tatortreiniger/in entschieden haben, eröffnen sich vielversprechende Jobchancen. Sie üben einen nicht alltäglichen Beruf aus und begegnen immer wieder neuen Herausforderungen. Dabei darf das lebenslange Lernen nicht fehlen. Regelmäßige Weiterbildungen sind wichtig.
Seminare und Kurse zu beispielsweise den folgenden Themen sind dazu geeignet:
- Hygiene
- Schädlingsbekämpfung
- Dokumentation
- Arbeitssicherheit
Auch eine Fortbildung mit höherem beruflichem Abschluss kommt in Betracht.
Neben dem staatlich geprĂĽften Desinfektor gibt es weitere Optionen:
- Gebäudereinigermeister/in
- Fachwirt/in – Facility-Management
- Fachwirt/in – Umweltschutz
- Hygienekontrolleur/in
Tatortreiniger/innen können sich somit kontinuierlich fachlich weiterentwickeln und ihre Karrierechancen ausbauen.
Die Qualifizierung fĂĽr die Tatortreinigung ist somit nur der erste Schritt zu einer vielversprechenden Laufbahn.
Rechtliche Grundlagen fĂĽr die Tatortreinigung
Kurz gesagt: Der Beruf Tatortreiniger hat keine eigene Ausbildungsordnung. Rechtliche Grundlagen ergeben sich aus dem Berufsbildungsgesetz, der Handwerksordnung und verschiedenen Arbeitsschutzgesetzen.
Eine bundesweit einheitlich geregelte Umschulung zum Tatortreiniger existiert nicht. Der Grund ist einfach: Tatortreiniger ist kein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf mit eigener Ausbildungsordnung. Nach § 1 BBiG und § 2 BBiG muss eine Berufsausbildung zur beruflichen Handlungsfähigkeit führen und staatlich anerkannt sein. Diese Voraussetzungen erfüllt die Tatortreinigung als eigenständiger Beruf nicht.
Stattdessen greifen verschiedene Gesetze je nach Tätigkeit. Das Berufsbildungsgesetz regelt Umschulungen in § 58 BBiG und Prüfungen bei Umschulungen in § 60 BBiG. Diese beziehen sich aber auf anerkannte Ausbildungsberufe wie Gebäudereiniger. Die Handwerksordnung ist relevant, wenn die Tätigkeit im handwerklichen Bereich erfolgt. § 1 HwO definiert den Begriff des Handwerks, § 7 HwO regelt die Eintragungsvoraussetzungen in die Handwerksrolle.
Für selbständige Tatortreiniger gilt die Gewerbeordnung. Nach § 14 GewO muss eine Gewerbeanzeige erfolgen, § 15 GewO regelt die Bescheinigung der Gewerbeanzeige. Zusätzlich sind Arbeitsschutzgesetz, Gefahrstoffverordnung und Biostoffverordnung relevant, wenn biologische Arbeitsstoffe oder Chemikalien im Spiel sind.
Typische Qualifizierungswege in der Praxis
Kurz gesagt: Der Einstieg erfolgt meist über eine Ausbildung zum Gebäudereiniger oder eine Weiterbildung zum staatlich geprüften Desinfektor. Danach folgt betriebliche Einarbeitung in spezielle Techniken.
Bundesweit läuft der Qualifizierungsweg ähnlich ab. Zuerst müssen Interessierte ihre Eignung klären. Die Arbeit als Tatortreiniger erfordert körperliche Belastbarkeit, psychische Stabilität und die Bereitschaft zum Umgang mit belastenden Einsatzorten. Hygienebewusstsein und Sorgfalt sind unverzichtbar.
Die praktische Ausbildung erfolgt meist in zwei Stufen. Erste Stufe ist eine Qualifizierung im Bereich Gebäudereinigung oder Desinfektion. Diese kann als Umschulung, Weiterbildung oder betriebliche Qualifizierung stattfinden. Inhalte sind Reinigungstechnik, Desinfektion, Arbeitssicherheit, Persönliche Schutzausrüstung und Abfallentsorgung. Zweite Stufe ist die betriebliche Einarbeitung bei einem Arbeitgeber, der Tatortreinigung anbietet.
Viele Arbeitgeber bevorzugen Bewerber mit abgeschlossener Ausbildung als Gebäudereiniger. Die dreijährige Ausbildung vermittelt alle Grundlagen der professionellen Reinigung. Alternativ ist die Weiterbildung zum staatlich geprüften Desinfektor möglich. Diese dauert meist sechs Monate und fokussiert auf Hygiene und Desinfektion.
Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
Kurz gesagt: Tatortreiniger arbeiten mit biologischen Gefahrstoffen und Chemikalien. Spezielle SchutzausrĂĽstung, Unterweisungen und arbeitsmedizinische Vorsorge sind gesetzlich vorgeschrieben.
Die Arbeit in der Tatortreinigung bringt besondere Gesundheitsrisiken mit sich. Kontakt mit Blut, Körperflüssigkeiten oder Verwesungsrückständen kann zu Infektionen führen. Aggressive Reinigungs- und Desinfektionsmittel können Haut und Atemwege schädigen. Die Gefahrstoffverordnung und Biostoffverordnung regeln den Umgang mit diesen Risiken.
Arbeitgeber müssen nach der Gefahrstoffverordnung eine Gefährdungsbeurteilung erstellen. Diese analysiert alle chemischen und biologischen Risiken am Arbeitsplatz. Beschäftigte müssen nach § 14 GefStoffV unterwiesen werden. Die Unterweisung erklärt Gefahren, Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln. Sie muss vor Arbeitsaufnahme und danach jährlich erfolgen.
Persönliche Schutzausrüstung ist Pflicht. Dazu gehören Atemschutz, Schutzanzüge, Handschuhe und Augenschutz. Bei biologischen Arbeitsstoffen greift die Biostoffverordnung. Sie fordert arbeitsmedizinische Vorsorge nach § 15 BioStoffV. Beschäftigte müssen regelmäßig vom Betriebsarzt untersucht werden. So lassen sich Gesundheitsschäden frühzeitig erkennen.
Praktische Tätigkeiten und Einsatzbereiche
Kurz gesagt: Tatortreiniger entfernen Blut, Körperflüssigkeiten und Gerüche nach Unfällen oder Todesfällen. Sie dokumentieren ihre Arbeit und entsorgen kontaminierte Materialien fachgerecht.
Die Tatortreinigung umfasst verschiedene Tätigkeiten. Hauptaufgabe ist die Entfernung von biologischen Rückständen wie Blut, Körperflüssigkeiten oder Geweberesten. Diese können nach Unfällen, Gewaltverbrechen oder natürlichen Todesfällen auftreten. Geruchsneutralisierung ist ebenfalls wichtig, da Verwesungsgerüche oft tief in Materialien eindringen.
Der Arbeitsablauf folgt festen Regeln. Zuerst begutachten Tatortreiniger den Einsatzort und planen das Vorgehen. Sie legen Schutzausrüstung an und grenzen den kontaminierten Bereich ab. Grobe Verunreinigungen werden mechanisch entfernt. Danach folgt die gründliche Reinigung mit speziellen Mitteln. Desinfektion tötet alle Keime ab.
Dokumentation ist Pflicht. Tatortreiniger fotografieren den Zustand vor und nach der Reinigung. Sie erstellen Berichte über verwendete Mittel und entsorgte Materialien. Kontaminierte Abfälle müssen als Sondermüll entsorgt werden. Dafür gelten strenge Vorschriften nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz. Nur zugelassene Entsorger dürfen diese Abfälle übernehmen.
Finanzierung und Fördermöglichkeiten
Kurz gesagt: Die Arbeitsagentur fördert meist eine Umschulung zum Gebäudereiniger statt direkt zum Tatortreiniger. Bildungsgutscheine decken Lehrgangskosten ab, Arbeitslosengeld läuft weiter.
Eine direkte Förderung für Tatortreiniger-Kurse ist schwierig, da es kein anerkannter Ausbildungsberuf ist. Die Arbeitsagentur fördert aber Umschulungen zu verwandten Berufen. Eine Umschulung zum Gebäudereiniger nach § 58 BBiG ist möglich. Diese dauert meist zwei Jahre und endet mit der Abschlussprüfung nach § 60 BBiG.
Bildungsgutscheine können die Kosten übernehmen. Voraussetzung ist, dass die Maßnahme zur beruflichen Eingliederung dient. Der Bildungsträger muss zertifiziert sein. Während der Umschulung läuft das Arbeitslosengeld weiter. Bei beruflicher Rehabilitation zahlt die Rentenversicherung.
Weiterbildungen zum staatlich geprüften Desinfektor werden ebenfalls gefördert. Diese sind kürzer und günstiger als Vollumschulungen. Kosten liegen meist zwischen 2000 und 5000 Euro. Auch hier sind Bildungsgutscheine möglich. Beschäftigte können das Qualifizierungschancengesetz nutzen. Der Arbeitgeber erhält Zuschüsse zu Lehrgangskosten und Lohnfortzahlung.
Berufseinstieg und Bewerbungstipps
Kurz gesagt: Arbeitgeber sind Gebäudereinigungsunternehmen mit Spezialabteilung, Bestattungsunternehmen oder Sanierungsfirmen. Quereinsteiger haben Chancen, wenn sie Belastbarkeit und Zuverlässigkeit mitbringen.
Der Arbeitsmarkt für Tatortreiniger ist überschaubar. Die meisten Stellen gibt es bei größeren Gebäudereinigungsunternehmen, die eine Spezialabteilung für Tatortreinigung haben. Bestattungsunternehmen bieten manchmal verwandte Dienste an. Sanierungsfirmen, die sich auf Wasserschäden oder Brandschäden spezialisiert haben, erweitern ihr Angebot oft um Biohazard-Reinigung.
Quereinsteiger haben durchaus Chancen. Viele Arbeitgeber bilden intern aus, wenn die Grundvoraussetzungen stimmen. Wichtiger als Vorerfahrung sind persönliche Eigenschaften: emotionale Stabilität, Zuverlässigkeit und Sorgfalt. Handwerkliche Fähigkeiten sind hilfreich, da oft kleinere Reparaturen anfallen.
In der Bewerbung sollten Kandidaten ihre Motivation erklären. Warum möchten sie in diesem Bereich arbeiten? Welche Vorerfahrungen haben sie mit belastenden Situationen? Referenzen aus ähnlichen Tätigkeiten helfen. Das können Pflegeberufe, Krankenhaus oder Rettungsdienst sein. Auch Reinigungserfahrung ist wertvoll. Flexibilität bei Arbeitszeiten ist wichtig, da Noteinsätze jederzeit möglich sind.
WeiterfĂĽhrende Informationen
Die Bundesagentur für Arbeit informiert über Fördermöglichkeiten bei Umschulungen und beruflicher Weiterbildung.
Das Bundesinstitut fĂĽr Berufsbildung bietet detaillierte Informationen zu anerkannten Ausbildungsberufen und Qualifizierungswegen.
Die Wikipedia-Seite zu Tatortreiningern erklärt Tätigkeitsfelder und rechtliche Grundlagen des Berufs.
Gibt es eine staatlich anerkannte Ausbildung zum Tatortreiniger?
Nein, Tatortreiniger ist kein anerkannter Ausbildungsberuf. Qualifizierung erfolgt meist über Gebäudereiniger-Ausbildung oder Desinfektor-Weiterbildung.
Welche Gesetze regeln die Tatortreinigung?
Hauptsächlich Arbeitsschutzgesetz, Gefahrstoffverordnung und Biostoffverordnung. Bei Selbständigkeit auch Gewerbeordnung und Handwerksordnung.
Fördert die Arbeitsagentur eine Tatortreiniger-Umschulung?
Direkt nein, aber Umschulungen zu Gebäudereiniger oder Weiterbildungen zum Desinfektor werden über Bildungsgutscheine gefördert.
Welche SchutzausrĂĽstung brauchen Tatortreiniger?
Atemschutz, SchutzanzĂĽge, Handschuhe und Augenschutz sind Pflicht. Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen sind gesetzlich vorgeschrieben.
Wo finden Tatortreiniger Arbeit?
Hauptsächlich bei Gebäudereinigungsunternehmen mit Spezialabteilung, Bestattungsunternehmen oder Sanierungsfirmen. Selbständigkeit ist auch möglich.
Welche persönlichen Voraussetzungen sind wichtig?
Körperliche und psychische Belastbarkeit, emotionale Stabilität, Hygienebewusstsein und Zuverlässigkeit. Handwerkliche Fähigkeiten sind hilfreich.






