Umschulung Hauswirtschafterin - Quereinstieg über das Arbeitsamt
Die Umschulung zur Hauswirtschafterin beziehungsweise zum Hauswirtschafter führt Quereinsteiger über eine anerkannte Zweitausbildung zum staatlich geprüften Berufsabschluss. Sie dauert je nach Modell rund zwei bis drei Jahre, endet mit einer Prüfung vor der zuständigen Stelle (Landwirtschaftskammer oder IHK) und lässt sich über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit fördern. Wer gern organisiert, versorgt und mit Menschen arbeitet, findet in der Hauswirtschaft ein breites und krisensicheres Tätigkeitsfeld.
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
- Die Umschulung führt zum anerkannten Abschluss Hauswirtschafter/in nach dem Berufsbildungsgesetz – meist in verkürzter Form von etwa zwei Jahren.
- Zuständige Stelle für die Abschlussprüfung ist je nach Region die Landwirtschaftskammer oder die IHK.
- Bei bestehendem Förderanspruch übernimmt die Agentur für Arbeit über einen Bildungsgutschein die Lehrgangs- und Prüfungskosten.
- Arbeitsfelder sind unter anderem Pflegeeinrichtungen, Kliniken, Kitas, Kantinen, Catering und hauswirtschaftliche Dienstleistungen.
- Das Bruttojahresgehalt liegt meist zwischen rund 22.000 und 32.000 Euro und steigt mit Weiterbildung zum Meister oder Betriebswirt.
Viele Interessierte haben zunächst keine klare Vorstellung von der Tätigkeit als Hauswirtschafter/in. Der folgende Ratgeber erklärt Berufsbild, Ablauf der Umschulung, Voraussetzungen, Förderung, Prüfung und die beruflichen Aussichten – damit die Entscheidung für den Neustart auf einer verlässlichen Grundlage steht.
Das Berufsbild und die Verdienstmöglichkeiten
Menschen, die den Beruf Hauswirtschafter/in ausüben, sind in den Bereichen Reinigung, Verpflegung, Textilpflege und Hygiene tätig. Darüber hinaus gehört häufig die Betreuung und Versorgung von Menschen zu ihren Aufgaben. Hauswirtschaftliche Dienst- und Versorgungsleistungen bilden den Kern des Berufs und sorgen für einen abwechslungsreichen Arbeitsalltag.
Hauswirtschafter/innen planen Arbeitsabläufe, kalkulieren Vorräte, bereiten Mahlzeiten unter Beachtung von Ernährungs- und Hygienevorgaben zu und halten Wäsche sowie Räume instand. In sozialen Einrichtungen übernehmen sie zudem betreuende Aufgaben und gestalten den Tagesablauf der versorgten Personen mit.
Vor allem in den folgenden Bereichen ergeben sich Beschäftigungsmöglichkeiten:
- Kindergärten und Kindertagesstätten
- Kantinen und Betriebsverpflegung
- Cateringunternehmen
- Altenheime und Pflegeeinrichtungen
- Kliniken und Krankenhäuser
- Tagungs- und Bildungseinrichtungen
- Landwirtschaftliche Betriebe
- Familien- und Nachbarschaftshilfe
Wissenswert ist zudem die finanzielle Seite. Das Einkommen variiert je nach Region, Träger und Tarifbindung. Zur groben Orientierung lässt sich ein Bruttojahresgehalt zwischen rund 22.000 Euro und 32.000 Euro heranziehen. In tarifgebundenen Einrichtungen des öffentlichen Dienstes oder der Wohlfahrtspflege fällt die Vergütung meist höher aus als in privaten Kleinbetrieben.
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So läuft die Umschulung ab
Die Ausbildung zum/zur Hauswirtschafter/in erfolgt regulär in dualer Form über drei Jahre. Umschulungen sind für Erwachsene auf etwa zwei Jahre verkürzt und werden häufig als außerbetriebliche Maßnahme mit ergänzenden Praktika oder als betriebliche Umschulung durchgeführt. Die Lebenssituationen der Teilnehmenden unterscheiden sich stark, weshalb es verschiedene Wege zum gleichen Ziel gibt.
In allen Fällen geht es darum, den anerkannten Berufsabschluss als Hauswirtschafter/in zu erlangen. Die Qualifizierungswege behandeln daher folgende Kerninhalte:
- Verpflegung und Speisenzubereitung
- Betreuung und Versorgung von Personen
- Reinigung und Werterhaltung
- Textilpflege
- Hygiene und Arbeitssicherheit
- Organisation und Warenwirtschaft
Voraussetzungen, Dauer und Kosten
Eine bestimmte schulische Vorbildung ist für die Umschulung nicht gesetzlich vorgeschrieben. Angehende Hauswirtschafter/innen sollten praktisch veranlagt sein, Organisationsgeschick mitbringen und Freude am Umgang mit anderen Menschen haben. Zudem sind Anpassungsfähigkeit, körperliche Belastbarkeit und die Bereitschaft wichtig, einen neuen Beruf von Grund auf zu erlernen.
Je nach Lehrgangsform und Lebenssituation liegt die Dauer der Umschulung zum/zur Hauswirtschafter/in bei etwa zwei bis drei Jahren. An öffentlich getragenen Einrichtungen fallen oft nur geringe Gebühren an, während private Bildungsanbieter höhere Lehrgangskosten verlangen können. Hinzu kommt der laufende Lebensunterhalt während der Maßnahme. Genau hier kann die Agentur für Arbeit als verlässlicher Partner einspringen und finanziell unterstützen.
Förderung über das Arbeitsamt
Wer arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht ist, kann die Umschulung über einen Bildungsgutschein fördern lassen. Damit übernimmt die Agentur für Arbeit die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren sowie gegebenenfalls Fahrt- und Kinderbetreuungskosten. Voraussetzung ist ein Beratungsgespräch, in dem die Vermittlungsfachkraft die berufliche Notwendigkeit der Maßnahme prüft.
Wichtig ist, dass der Bildungsträger und der konkrete Lehrgang nach der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV) zugelassen sind. Geeignete Maßnahmen lassen sich über KURSNET, das Weiterbildungsportal der Bundesagentur für Arbeit, recherchieren. Wer bereits Arbeitslosengeld bezieht, erhält dieses während der geförderten Umschulung in der Regel weiter. Mehr zu Fördermöglichkeiten und Ablauf finden Sie in unserem Überblick zur Umschulung über das Arbeitsamt.
Anerkennung des Abschlusses
Die Hauswirtschaft wird im Alltag oft unterschätzt, im Beruf kommt es jedoch auf eine anerkannte Qualifikation an. Hauswirtschafter/in ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz. Wer die Abschlussprüfung vor der zuständigen Stelle besteht, erhält einen bundesweit gültigen und in der EU vergleichbaren Berufsabschluss.
Damit steht die Anerkennung außer Frage. Der Abschluss öffnet zugleich den Zugang zu Aufstiegsfortbildungen wie dem Meister oder dem Fachwirt und schafft die Grundlage für eine langfristige Berufslaufbahn in der Hauswirtschaft.
Weiterbildung und Aufstieg
Als Hauswirtschafter/in lernt man täglich dazu und profitiert stark von der beruflichen Praxis. Gezielte Weiterbildungen sind dennoch hilfreich und reichen von kurzen Seminaren zu einzelnen hauswirtschaftlichen Themen bis zu mehrjährigen Aufstiegsfortbildungen.
Wer aufsteigen möchte, sollte vor allem folgende Fortbildungen im Blick behalten:
- Meister/in – Hauswirtschaft
- Betriebswirt/in – Hauswirtschaft
- Fachhauswirtschafter/in
- Betriebswirt/in – Agrarbetrieb
- Haus- und Familienpfleger/in
- Hauswirtschaftliche/r Betriebsleiter/in
- Techniker/in – Ernährungs- und Versorgungsmanagement
Auch die zunehmende Akademisierung hauswirtschaftlicher Berufe ist eine Option. Ein Studium lässt sich per Fernstudium oder Abendstudium berufsbegleitend absolvieren. Passende Studiengänge sind zum Beispiel:
- Ökotrophologie
- Versorgungsmanagement
- Hotel- und Tourismusmanagement
- Soziale Arbeit
Wer sich breiter aufstellen möchte, findet weitere Qualifizierungswege in unserem Bereich Weiterbildung über das Arbeitsamt.
Alternativen zur Umschulung
Wer sich grundsätzlich für die Hauswirtschaft interessiert, aber eine größere Auswahl prüfen möchte, sollte auch verwandte Berufsbilder in Betracht ziehen. Dazu zählen etwa:
- Hauswirtschaftshelfer/in
- Haus- und Familienpfleger/in
- Erzieher/in
- Fachkraft in der Altenpflege
- Gebäudereiniger/in
- Hotelfachfrau bzw. Hotelfachmann
- Restaurantfachmann bzw. Restaurantfachfrau
Aufgrund der Vielseitigkeit des Berufs kommen je nach Interessenlage verschiedene Alternativen in Betracht. Ein Vergleich der Inhalte, Arbeitszeiten und Aufstiegschancen hilft dabei, die richtigen Weichen für den beruflichen Neustart zu stellen.
Berufsbegleitende Nachqualifizierung
Die Nachqualifizierung als Hauswirtschafter/in kann auf unterschiedliche Weise erfolgen. Neben klassischen Umschulungsmaßnahmen kommt eine berufsbegleitende Ausbildung in Betracht, die sich besonders für Menschen eignet, die bereits in der Hauswirtschaft arbeiten und einen offiziellen Abschluss anstreben.
Ein bewährter Weg ist die Externenprüfung: Wer eine mehrjährige einschlägige Berufserfahrung nachweist, kann ohne formale Umschulung zur Abschlussprüfung vor der zuständigen Stelle zugelassen werden. Vorbereitungslehrgänge schließen dabei gezielt die theoretischen Lücken. Auch hauswirtschaftliche Kenntnisse sind übrigens nicht nur für Hauswirtschafter/innen wertvoll: Fachkräfte aus Pflege, Gastgewerbe oder Reinigung können sie als Zusatzqualifikation über Seminare und Kurse erwerben, ohne eine komplette Umschulung zu durchlaufen.
Anbieter finden
Ob es um Zusatzqualifikationen oder eine vollständige Umschulung geht – stets stellt sich die Frage, wo man die Maßnahme absolvieren kann. Interessierte sollten sich einen Überblick über die Anbieter verschaffen und dabei Volkshochschulen, Landwirtschaftskammern und Fachschulen gleichermaßen berücksichtigen.
Für geförderte Maßnahmen ist die AZAV-Zulassung entscheidend. AZAV-zugelassene Anbieter lassen sich komfortabel über KURSNET der Bundesagentur für Arbeit finden und nach Ort, Beginn und Lehrgangsform filtern. Ein persönliches Beratungsgespräch beim Anbieter klärt offene Fragen zu Praxisphasen, Prüfung und Betreuung.
Der Berufsalltag als Hauswirtschafter/in
Der Arbeitstag beginnt meist mit der Planung: Welche Mahlzeiten stehen an, welche Räume sind zu reinigen, welche Wäsche muss versorgt werden. Hauswirtschafter/innen kalkulieren Mengen, kaufen Lebensmittel ein oder nehmen Lieferungen an und achten dabei auf Frische, Lagerung und Wirtschaftlichkeit. In der Küche bereiten sie Speisen nach Ernährungsplänen zu und berücksichtigen Sonderkostformen, etwa für ältere oder kranke Menschen.
Neben der Verpflegung gehören Reinigungs- und Textilpflegeaufgaben zum Alltag. Dabei kommt es auf die richtige Auswahl von Reinigungsmitteln, die Einhaltung von Hygienestandards und den sorgsamen Umgang mit Materialien an. In sozialen Einrichtungen prägt zusätzlich der Kontakt zu den betreuten Menschen den Tag: Hauswirtschafter/innen begleiten Mahlzeiten, gestalten Angebote und tragen zu einer angenehmen Atmosphäre bei. Der Beruf verlangt körperlichen Einsatz, ein gutes Zeitmanagement und Verantwortungsbewusstsein, bietet dafür aber sichtbare Ergebnisse und einen engen Bezug zu Menschen.
Berufsaussichten und Arbeitsmarkt
Die Aussichten für ausgebildete Hauswirtschafter/innen sind stabil. Der demografische Wandel und der wachsende Bedarf an Versorgung in Pflegeeinrichtungen, Kliniken, Kitas und Ganztagsschulen sorgen für eine anhaltende Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften. In vielen Regionen werden hauswirtschaftliche Fachkräfte gesucht, sodass sich nach dem Abschluss gute Chancen auf eine Anstellung ergeben.
Attraktiv ist zudem die Vielfalt der Einsatzfelder: Wer sich verändern möchte, kann zwischen sozialer Einrichtung, Gemeinschaftsverpflegung, Catering und landwirtschaftlichem Betrieb wechseln. Mit einer Aufstiegsfortbildung zum Meister oder Betriebswirt eröffnen sich Leitungsfunktionen, die Verantwortung für ganze hauswirtschaftliche Bereiche und Teams umfassen. Auch der Weg in die Selbstständigkeit mit einem hauswirtschaftlichen Dienstleistungsbetrieb ist möglich.
So läuft die Abschlussprüfung ab
Die Umschulung endet mit einer Abschlussprüfung vor der zuständigen Stelle, je nach Region der Landwirtschaftskammer oder der Industrie- und Handelskammer. Die Prüfung gliedert sich in einen schriftlichen und einen praktischen Teil. Im schriftlichen Teil werden Kenntnisse in Bereichen wie Ernährung, Reinigung, Textilpflege, Betreuung, Warenwirtschaft sowie Wirtschafts- und Sozialkunde abgefragt.
Der praktische Teil verlangt die eigenständige Planung und Durchführung hauswirtschaftlicher Aufgaben, zum Beispiel die Zubereitung einer Mahlzeit, das Versorgen von Räumen und Textilien oder die Gestaltung eines Betreuungsangebots. Häufig kommt ein Fachgespräch hinzu, in dem die Prüflinge ihr Vorgehen erläutern. Wer alle Teile besteht, erhält den anerkannten Abschluss Hauswirtschafter/in. Zur Vorbereitung bieten viele Träger gezielte Prüfungsvorbereitungskurse an.
Häufige Fragen zur Umschulung Hauswirtschafterin
Wenn es um eine Zweitausbildung im hauswirtschaftlichen Bereich geht, tauchen oft Fragen zu Dauer, Förderung und passenden Anbietern auf. Der Klärungsbedarf lohnt eine gründliche Recherche, denn nur wer die Details kennt, kann die richtigen Weichen für die berufliche Zukunft stellen.
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Die Agentur für Arbeit ist die richtige Adresse für alle, die sich beruflich verändern wollen. Im persönlichen Gespräch lassen sich Fragen zur hauswirtschaftlichen Umschulung klären, Sie erhalten Informationen zu örtlichen Anbietern und können bei bestehendem Anspruch einen Bildungsgutschein beantragen.






