Umschulung Straßenbahnfahrer - Quereinstieg über das Arbeitsamt
Wer als Straßenbahnfahrer/in durchstarten möchte, braucht in den meisten Fällen keine klassische Umschulung: Verkehrsbetriebe qualifizieren Quereinsteiger/innen in einer betrieblichen Schulung von rund einem bis drei Monaten und zahlen dabei meist von Beginn an Tariflohn. Der offizielle Ausbildungsberuf dahinter heißt Fachkraft im Fahrbetrieb. Über das Arbeitsamt sind zudem Förderungen wie der Bildungsgutschein möglich.
Das Wichtigste in Kürze
- Die offizielle Berufsbezeichnung ist Fachkraft im Fahrbetrieb; „Straßenbahnfahrer/in“ ist die gängige Tätigkeitsbezeichnung.
- Der Einstieg gelingt meist über einen betrieblichen Quereinstieg (rund 1 bis 3 Monate Vollzeit), seltener über eine mehrjährige Umschulung.
- Voraussetzungen sind unter anderem ein Mindestalter von meist 21 Jahren, Führerschein Klasse B sowie gesundheitliche und psychologische Eignung nach BOStrab.
- Das Bruttojahresgehalt liegt realistisch zwischen rund 30.000 und 42.000 Euro, in großen kommunalen Betrieben auch darüber.
- Das Arbeitsamt kann den Berufswechsel mit Bildungsgutschein und Hilfen zum Lebensunterhalt unterstützen.
Berufsbild Straßenbahnfahrer/in: Aufgaben und Verdienst
Straßenbahnfahrer/innen führen Straßenbahnen und befördern die Fahrgäste im öffentlichen Personennahverkehr. Als Fachkräfte im Fahrbetrieb übernehmen sie je nach Betrieb weitere Aufgaben. Dazu gehören unter anderem die Personalplanung, die Disposition der Fahrzeuge, der Verkauf von Fahrkarten sowie die Beratung der Fahrgäste. Teilweise widmen sie sich auch der technischen Überprüfung und nehmen kleinere Kontrollen vor. So lässt sich vor einer Fahrt sicherstellen, dass die Straßenbahn in einem guten technischen Zustand ist.
Langeweile ist Straßenbahnfahrer/innen im beruflichen Alltag zumeist unbekannt. Sie sind permanent unterwegs und tragen dabei viel Verantwortung für die Sicherheit der Fahrgäste. In Verkehrsbetrieben des öffentlichen Personennahverkehrs finden sie zudem stabile Berufsaussichten vor.
Wer eine Laufbahn als Straßenbahnfahrer/in anstrebt, sollte sich vorab auch mit den Verdienstmöglichkeiten befassen. Je nach Betrieb, Tarifvertrag und Erfahrung kann das Einkommen variieren. Das durchschnittliche Bruttojahresgehalt bewegt sich realistisch zwischen rund 30.000 Euro und 42.000 Euro, was einem Monatsverdienst von etwa 2.500 bis 3.500 Euro brutto entspricht. Große kommunale Verkehrsbetriebe zahlen oft am oberen Ende der Spanne, hinzu kommen häufig Schichtzulagen, ein 13. Monatsgehalt und Urlaubsgeld.
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So gelingt der Weg zur Straßenbahnfahrerin und zum Straßenbahnfahrer
Berufswechsler/innen, die einen Neuanfang als Straßenbahnfahrer/in planen, haben verschiedene Optionen. Zunächst können sie eine Umschulung zur Fachkraft im Fahrbetrieb absolvieren und so den offiziellen Berufsabschluss erlangen. Alternativ bieten viele Verkehrsbetriebe die Möglichkeit eines Quereinstiegs ohne vorherige Ausbildung oder Umschulung an. Quereinsteiger/innen werden gezielt für den Fahrdienst geschult und können innerhalb weniger Wochen bis Monate als Straßenbahnfahrer/innen tätig werden. Die schnelle Einsatzfähigkeit geht dabei zulasten eines anerkannten Berufsabschlusses.
Interessierte an einem beruflichen Neustart müssen somit abwägen, ob sie langfristig besonderen Wert auf einen anerkannten Berufsabschluss legen oder vor allem schnell den Berufswechsel vollziehen möchten. Einen Überblick über weitere Wege bietet die Übersicht zur Umschulung über das Arbeitsamt.
Voraussetzungen, Dauer und Kosten der Straßenbahnfahrer-Umschulung
Je nach Herangehensweise können die Rahmenbedingungen stark variieren. Allgemeingültige Angaben lassen sich hier daher nur bedingt machen. Stattdessen sollten Berufswechsler/innen eine individuelle Recherche vornehmen und sich persönlich beim Arbeitsamt beraten lassen. In der Regel werden ein Mindestalter von meist 21 Jahren, ein Führerschein der Klasse B sowie die gesundheitliche und psychologische Eignung vorausgesetzt. Die Dauer reicht von wenigen Wochen im Quereinstieg bis hin zu rund zwei Jahren bei einer vollwertigen Umschulung.
Auch die Kosten fallen unterschiedlich aus. Für eine außerbetriebliche Umschulung können mehrere Tausend Euro anfallen, während die betriebliche Qualifizierung im Zuge eines Quereinstiegs als Straßenbahnfahrer/in in kommunalen Betrieben häufig bereits von Beginn an vergütet wird. Über einen Bildungsgutschein lassen sich Lehrgangskosten bei AZAV-zugelassenen Anbietern übernehmen.
Gegebenenfalls lassen sich auch weitere Hilfen in Anspruch nehmen. Im Zuge einer Beratung beim Arbeitsamt können die individuellen Möglichkeiten geklärt werden. Ein entsprechender Beratungstermin kann sich somit im wahrsten Sinne des Wortes bezahlt machen.
Alternativen zur Straßenbahnfahrer-Umschulung
Die Umschulung zur Fachkraft im Fahrbetrieb ist der klassische Weg für all diejenigen, die als Straßenbahnfahrer/innen noch einmal von vorne beginnen möchten.
Abgesehen vom Quereinstieg gibt es aber noch weitere Alternativen. Berufswechsler/innen sollten vor allem an die folgenden Berufe denken:
- Berufskraftfahrer/in
- Busfahrer/in
- Lokführer/in
- Kaufmann/-frau für Verkehrsservice
Wer sich technisch tiefer mit dem Bahnbetrieb befassen möchte, findet auch als Triebfahrzeugführer/in oder Fahrdienstleiter/in verwandte Einstiegsmöglichkeiten.
Die berufsbegleitende Ausbildung in Teilzeit
Als Fachkraft im Fahrbetrieb wird man vielfach als Straßenbahnfahrer/in tätig und fährt Straßenbahn im ÖPNV.
Neben der dualen Berufsausbildung und der Umschulung gibt es auch die Möglichkeit einer berufsbegleitenden Ausbildung. Diese findet in Teilzeit statt und richtet sich in besonderem Maße an Interessierte mit familiären Verpflichtungen.
Wer Kinder hat oder einen Angehörigen pflegt, kann sich so dennoch als Straßenbahnfahrer/in qualifizieren. Weitere Formate finden sich in der Übersicht zur Weiterbildung über das Arbeitsamt.
Die Verkehrsbetriebe veröffentlichen daher auch Stellenanzeigen für Seiteneinsteiger/innen ohne einschlägige Ausbildung. Die Angebote für einen Quereinstieg sehen eine Schulung und Einarbeitung von meist ein bis drei Monaten vor, bevor es hinter das Steuer der Straßenbahn geht. In kommunalen Betrieben wird diese Qualifizierung häufig bereits nach Tarif vergütet. So gelingt der Berufswechsel ohne große Umwege und innerhalb kurzer Zeit.
Weiterbildung und Aufstieg im Fahrbetrieb
Unabhängig davon, auf welchem Weg man Straßenbahnfahrer/in geworden ist, sollte man das Potenzial von Weiterbildungen nicht verkennen. Sie sichern die fachliche Aktualität und eröffnen Perspektiven für den beruflichen Aufstieg.
Zunächst kommen unter anderem Seminare zu den folgenden Themen infrage:
- Personenverkehr
- Schienenverkehr
- Arbeitssicherheit und Unfallverhütung
- Kommunikation und Kundenservice
Eine vollwertige Fortbildung mit höherem beruflichem Abschluss kommt ebenfalls in Betracht und verhilft den Teilnehmenden zu einem nachhaltigen Aufstieg auf der Karriereleiter. Aufbauend auf der Fachkraft im Fahrbetrieb sind unter anderem die folgenden Qualifikationen zu nennen:
- Technische/r Fachwirt/in
- Meister/in – Kraftverkehr
- Techniker/in – Verkehrstechnik
- Fachwirt/in – Güterverkehr und Logistik
Ein berufsbegleitendes Studium, etwa per Fernstudium oder Abendstudium, ist ebenfalls eine Option. Logistik, Verkehrsmanagement und Verkehrsingenieurwesen sind hier nennenswerte Studienrichtungen, die zur zunehmenden Akademisierung im Verkehrssektor passen.
Der Berufsalltag im Fahrdienst
Der Arbeitstag von Straßenbahnfahrer/innen ist durch den Schichtdienst geprägt. Da der öffentliche Personennahverkehr früh morgens beginnt und bis spät in die Nacht läuft, arbeiten Fahrer/innen in wechselnden Früh-, Spät- und teils Nachtschichten, häufig auch an Wochenenden und Feiertagen. Vor Dienstbeginn übernimmt man das Fahrzeug, prüft dessen Zustand und macht sich mit dem zugeteilten Linienumlauf vertraut.
Während der Fahrt gilt die volle Aufmerksamkeit dem Straßen- und Schienenverkehr. Straßenbahnen bewegen sich oft im dichten Stadtverkehr zwischen Autos, Radfahrenden und Fußgänger/innen, was eine hohe Konzentration und vorausschauendes Fahren verlangt. Hinzu kommt der Kontakt mit den Fahrgästen: Fahrplan- und Anschlussauskünfte, der Verkauf von Fahrkarten sowie der ruhige Umgang mit angespannten Situationen gehören zum Alltag. Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und ein freundliches Auftreten prägen das Bild des Berufs in der Öffentlichkeit.
Zwischen den Fahrten liegen Wende- und Pausenzeiten an den Endhaltestellen, in denen sich Fahrer/innen kurz erholen können. Kommt es zu Störungen im Betriebsablauf, etwa durch Baustellen, Unfälle oder technische Defekte, ist ein besonnenes Reagieren gefragt. Fahrer/innen informieren dann die Leitstelle, geben Durchsagen an die Fahrgäste und leiten bei Bedarf notwendige Maßnahmen ein. Diese Abwechslung macht für viele den Reiz des Berufs aus.
Berufsaussichten und Arbeitsmarkt
Die Berufsaussichten für Straßenbahnfahrer/innen sind gut. Viele kommunale Verkehrsbetriebe suchen aufgrund des demografischen Wandels und altersbedingter Abgänge kontinuierlich neues Fahrpersonal. Der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs im Rahmen der Verkehrswende verstärkt diesen Bedarf zusätzlich, sodass Quereinsteiger/innen vielerorts willkommen sind.
Ein weiterer Vorteil ist die Krisensicherheit: Der öffentliche Nahverkehr zählt zur Daseinsvorsorge und wird auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten benötigt. Anstellungen erfolgen überwiegend bei kommunalen Verkehrsbetrieben und privaten ÖPNV-Unternehmen. Wer bereit ist, Schichtdienst zu leisten und Verantwortung zu übernehmen, findet in diesem Bereich stabile und tariflich abgesicherte Beschäftigungsverhältnisse. Aktuelle Stellenangebote lassen sich unter anderem über die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit recherchieren.
So läuft die Qualifizierung nach BOStrab ab
Die Fahrberechtigung für Straßenbahnen richtet sich nach der Straßenbahn-Bau- und Betriebsordnung (BOStrab). Vor der eigentlichen Schulung stehen eine ärztliche Untersuchung sowie in der Regel ein psychologisches Eignungsgutachten, das Reaktionsfähigkeit, Konzentration und Belastbarkeit prüft. Nur wer diese Tauglichkeitsprüfung besteht, wird zur Ausbildung zugelassen.
Die Qualifizierung selbst gliedert sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil. Im Theorieblock geht es um Fahrzeugtechnik, Signale, Betriebsvorschriften, Verhalten in Störungs- und Gefahrensituationen sowie um rechtliche Grundlagen. Im Praxisteil übernimmt man unter Anleitung erfahrener Ausbilder/innen schrittweise das Fahren im realen Streckennetz. Am Ende steht eine Prüfung, mit deren Bestehen die Fahrberechtigung nach BOStrab erteilt wird. Erst danach dürfen Straßenbahnfahrer/innen eigenverantwortlich Fahrgäste befördern.
Häufige Fragen zur Straßenbahnfahrer-Umschulung
Angehende Straßenbahnfahrer/innen sollten sich eingehend mit dem Beruf und der passenden Qualifizierung befassen. Zudem sollten sie die Weichen für einen erfolgversprechenden Berufswechsel stellen. Passend dazu gibt es den folgenden Tipp aus unserer Redaktion.
Befassen Sie sich mit Ihrer persönlichen Eignung als Straßenbahnfahrer/in!
Wer Straßenbahnen fahren und so seinen Lebensunterhalt verdienen möchte, braucht vor allem die richtige Qualifikation und einen passenden Job. Damit all das dauerhaft Aussicht auf Erfolg hat, kommt es außerdem auf die persönliche Eignung an.
Diese lässt sich an den folgenden Kriterien festmachen:
- Zuverlässigkeit
- Sorgfalt
- Verantwortungsbewusstsein
- Flexibilität
- Belastbarkeit
- Serviceorientierung
- technisches Verständnis
- Orientierungssinn
- Kommunikationsstärke






