Umschulung Kältetechniker - Quereinstieg über das Arbeitsamt
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
- Hinter der Umschulung zum Kältetechniker verbirgt sich die anerkannte Zweitausbildung zum Mechatroniker für Kältetechnik.
- Als außerbetrieblicher Lehrgang mit Praktika dauert die Umschulung in der Regel rund zwei Jahre in Vollzeit.
- Voraussetzung ist keine spezielle Vorbildung, wohl aber eine abgeschlossene Erstausbildung und technisches Verständnis.
- Die Bundesagentur für Arbeit kann die Kosten per Bildungsgutschein übernehmen und den Lebensunterhalt sichern.
- Wegen Wärmepumpen, Klimatisierung und Kühltechnik sind die Berufsaussichten für Fachkräfte in der Kältetechnik gut.
Die Umschulung zum Kältetechniker führt Quereinsteiger über eine anerkannte Zweitausbildung zum Mechatroniker für Kältetechnik und damit zu einem bundesweit gefragten Handwerksberuf. Sie richtet sich an alle, die einen beruflichen Neuanfang in einem technisch anspruchsvollen und zukunftssicheren Tätigkeitsfeld suchen.
All diejenigen, die ernsthaftes Interesse an der Kältetechniker-Umschulung haben, sollten zunächst wissen, dass sich dahinter typischerweise eine Zweitausbildung zum Mechatroniker für Kältetechnik verbirgt. Statt der regulären dualen Ausbildung durchlaufen Berufswechsler eine verkürzte Umschulung.
Weitere Recherchen sind erforderlich, um sich mit den Eigenheiten und Perspektiven zu befassen. Hier erfahren Interessierte mehr und können sich einen ersten Eindruck verschaffen, bevor sie beispielsweise einen Beratungstermin beim Arbeitsamt wahrnehmen.
Berufsbild Kältetechniker: Karrierechancen und Verdienst
Mechatroniker für Kältetechnik widmen sich im beruflichen Alltag in erster Linie der Planung und Montage von Systemen und Anlagen aus den Bereichen Kälte- und Klimatechnik. Darüber hinaus obliegt ihnen die Wartung sowie der Umbau betreffender Anlagen und Systeme. Gefragt sind diese Kompetenzen insbesondere in den folgenden Bereichen:
- Gebäudetechnik
- Kältetechnik
- Klimatechnik
- Wärmepumpenanlagen
Die Beschäftigungsmöglichkeiten im Anschluss an eine Umschulung oder anderweitige Qualifizierung zum Kältetechniker sorgen für gute Perspektiven. Gleichzeitig sind auch die Verdienstmöglichkeiten von großem Interesse.
Diese können im Einzelfall zwar stark variieren, aber das durchschnittliche Gehalt eines Mechatronikers für Kältetechnik lässt sich dennoch auf rund 24.000 Euro bis 48.000 Euro brutto im Jahr beziffern. Die Spanne hängt vor allem von Berufserfahrung, Region, Betriebsgröße und einer möglichen Tarifbindung ab. Wer sich später zum Meister oder Techniker weiterqualifiziert, kann sein Einkommen deutlich steigern.
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Die Umschulung zum Kältetechniker im Überblick
Mechatroniker für Kältetechnik wird man üblicherweise im Rahmen einer 3,5-jährigen dualen Berufsausbildung. Berufswechsler schlagen dahingegen einen anderen Weg ein und nehmen an einer Umschulungsmaßnahme teil. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um einen außerbetrieblichen Lehrgang, der um einzelne Praktika erweitert wird. Auf diese Art und Weise sind Theorie und Praxis gewährleistet.
Unabhängig von der jeweiligen Qualifizierungsform erlangen die Teilnehmenden alle Kenntnisse und Kompetenzen, die sie als Mechatroniker für Kältetechnik brauchen. Dies stellt die abschließende Prüfung vor der zuständigen Handwerks- oder Industrie- und Handelskammer sicher, die zum offiziellen Berufsabschluss führt.
Dementsprechend geht es in der Kältetechniker-Umschulung vor allem um die folgenden Inhalte:
- Fügen von Baugruppen und Bauteilen
- Installation von elektronischen und elektrotechnischen Anlagen
- Montage, Demontage und Inbetriebnahme von Systemen, Anlagen und Komponenten der Kälte- und Klimatechnik
- Wartung und Instandhaltung von Anlagen der Kälte- und Klimatechnik
- Prüf- und Messtechnik
- Recht und rechtliche Grundlagen
- Steuerungs- und Regelungstechnik
- Kommunikation
- Betriebswirtschaft
- Organisation
- Qualitätsmanagement
Voraussetzungen, Dauer und Kosten der Kältetechniker-Umschulung
Die Rahmenbedingungen der Umschulung zum Kältetechniker können je nach Umschulungsform variieren. Die außerbetriebliche Umschulung in Lehrgangsform ist allerdings die Regel. Aus diesem Grund stehen im Folgenden die Konditionen dieser Umschulung im Fokus.
- Voraussetzung: keine besondere Vorbildung, aber abgeschlossene Erstausbildung sowie technisches Verständnis und handwerkliches Geschick
- Dauer: in der Regel zwei Jahre in Vollzeit
- Kosten: variabel, je nach Anbieter und Umfang
Je nach Anbieter und Lehrgangsform können die Kosten der Kältetechniker-Umschulung stark variieren. In Anbetracht der Tatsache, dass parallel auch für den Lebensunterhalt gesorgt sein muss, ist die Finanzierung dieses Vorhabens immer ein wichtiges Thema. Genau hier setzt die Förderung durch die Bundesagentur für Arbeit an. Passende Maßnahmen und AZAV-zugelassene Anbieter lassen sich über KURSNET der Bundesagentur für Arbeit finden. Einen umfassenden Überblick über den Quereinstieg bietet unser Ratgeber zur Umschulung über das Arbeitsamt.
Das Arbeitsamt bietet Arbeitssuchenden und Berufswechslern ausführliche Beratungen und offenbart ihnen so neue Perspektiven.
Wenn dabei die Umschulung zum Kältetechniker in den Mittelpunkt des Interesses rückt, sind die finanziellen Hilfen des Amtes ebenfalls sehr willkommen.
Dabei kann es sich um die folgenden Angebote handeln:
- Bildungsgutschein zur Übernahme der Lehrgangs- und Prüfungskosten
- Hilfen zum Lebensunterhalt während der Umschulung
Ob ein Bildungsgutschein bewilligt wird, entscheidet die zuständige Beraterin oder der Berater im Einzelfall. Wer förderfähig ist, sollte das Gespräch frühzeitig suchen. Weitere geförderte Qualifizierungen findest du in unserem Überblick zur Weiterbildung über das Arbeitsamt.
Nach erfolgreich absolvierter Kältetechniker-Umschulung steht dem Berufswechsel nichts im Wege. Langfristig sollte man auch das lebenslange Lernen verfolgen und sich weiterbilden.
Neben einzelnen Seminaren sind hier insbesondere die folgenden Fortbildungen hervorzuheben:
- Kälteanlagenbauermeister/in
- Technische/r Fachwirt/in
- Techniker/in für Kältetechnik
- Fachmann/-frau für kaufmännische Betriebsführung HwO
Zusätzlich kann auch ein berufsbegleitendes Studium eine sinnvolle Angelegenheit sein. Trotz Job können Mechatroniker für Kältetechnik so einen akademischen Grad mit internationaler Anerkennung erlangen.
Wer mit der Zeit gehen und der zunehmenden Akademisierung Rechnung tragen möchte, kann zum Beispiel ein Fernstudium in einer der folgenden Disziplinen in Angriff nehmen:
- Mechatronik
- Versorgungstechnik
Wer einen Quereinstieg in die Kältetechnik anstrebt, liegt mit einer Umschulung zum Mechatroniker für Kältetechnik richtig. Während der Orientierung sollte man sich allerdings nicht zu schnell festlegen und stattdessen auch ähnliche Berufe berücksichtigen.
In diesem Zusammenhang sind unter anderem die folgenden Ausbildungsberufe zu nennen, die sich auch für eine Umschulung eignen:
- Anlagenmechaniker/in
- Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik
- Ofen- und Luftheizungsbauer/in
- Klempner/in
- Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierer/in
- Konstruktionsmechaniker/in
- Mechatroniker/in
In all diesen Berufen kümmert man sich um gebäude- und versorgungstechnische Anlagen. Ein Bezug zur Kältetechnik ist demnach häufig gegeben. Auch die Umschulung zum Elektroniker oder Industriemechaniker berührt verwandte Kompetenzfelder und kann eine sinnvolle Alternative sein.
All diejenigen, die nach Alternativen zur Kältetechniker-Umschulung suchen, sollten zudem auch an eine berufsbegleitende Ausbildung denken. Insbesondere bei familiären Verpflichtungen kann sich eine solche Teilzeitausbildung bewähren.
Der Berufsalltag als Kältetechniker
Der Arbeitsalltag von Mechatronikern für Kältetechnik ist abwechslungsreich und selten an einen festen Schreibtisch gebunden. Ein großer Teil der Tätigkeit findet direkt beim Kunden statt, etwa in Supermärkten, Industriebetrieben, Bürogebäuden, Krankenhäusern oder Rechenzentren. Dort installieren, warten und reparieren die Fachkräfte Kälte- und Klimaanlagen, die für die jeweilige Nutzung unverzichtbar sind.
Zum Berufsbild gehört der sichere Umgang mit Kältemitteln, elektrischen Steuerungen und Sensorik ebenso wie das Lesen technischer Zeichnungen und Schaltpläne. Da moderne Anlagen zunehmend digital überwacht werden, spielt auch die Regelungs- und Automatisierungstechnik eine wachsende Rolle. Wer gern eigenständig arbeitet, technische Zusammenhänge versteht und Freude an der Fehlersuche hat, findet in der Kältetechnik ein passendes Umfeld.
Ein wichtiger Punkt ist der verantwortungsvolle Umgang mit Kältemitteln. Für Arbeiten an entsprechenden Anlagen ist in der Regel ein Sachkundenachweis nach der einschlägigen Kältemittel-Verordnung erforderlich. Dieser wird während der Umschulung vermittelt und ist Voraussetzung, um selbstständig an den Kältekreisläufen arbeiten zu dürfen.
Auch der Kundenkontakt gehört fest zum Berufsbild. Wer eine Anlage wartet oder eine Störung behebt, erklärt den Nutzern häufig die Funktionsweise, dokumentiert die durchgeführten Arbeiten und gibt Hinweise zur sparsamen Nutzung. Freundliches, verständliches Auftreten ist daher ebenso gefragt wie technisches Können. Je nach Betrieb kommt zudem ein gewisser Anteil an Rufbereitschaft hinzu, denn Kühlketten in Supermärkten oder Serverräume in Rechenzentren dürfen nicht ausfallen. Dafür bietet der Beruf viel Abwechslung und die Gewissheit, an gesellschaftlich wichtigen Aufgaben mitzuwirken.
Berufsaussichten und Arbeitsmarkt
Die Berufsaussichten für Kältetechniker sind derzeit als gut einzuschätzen. Mehrere Entwicklungen sorgen für eine anhaltend hohe Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften. Der Umbau der Wärmeversorgung hin zu Wärmepumpen, der wachsende Bedarf an Klimatisierung sowie die Kühltechnik in Handel, Lebensmittelindustrie und Rechenzentren erfordern kontinuierlich neue Anlagen und deren Instandhaltung.
Hinzu kommt, dass viele erfahrene Fachkräfte in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen. Der daraus entstehende Fachkräftemangel eröffnet Umschülern realistische Chancen auf eine feste Anstellung. Typische Arbeitgeber sind Fachbetriebe für Kälte- und Klimatechnik, Hersteller von Anlagen, das Gebäudemanagement großer Einrichtungen sowie Industrieunternehmen mit eigener Kältetechnik.
Wer sich später spezialisiert oder weiterqualifiziert, etwa zum Kälteanlagenbauermeister, verbessert seine Position auf dem Arbeitsmarkt zusätzlich. Auch der Schritt in die Selbstständigkeit mit einem eigenen Kälte- und Klimabetrieb ist nach entsprechender Meisterqualifikation möglich.
Für Quereinsteiger ist besonders relevant, dass die Branche nicht auf Berufsanfänger im klassischen Alter angewiesen ist. Betriebe schätzen Umschüler mit Lebenserfahrung, Zuverlässigkeit und oft bereits vorhandenen technischen Grundkenntnissen aus dem ersten Beruf. Wer aus einem verwandten Handwerk kommt, kann diese Vorkenntnisse gezielt einbringen. Zudem lohnt es sich, schon während der Umschulung Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern aufzubauen, etwa über die Praktikumsphasen. Häufig ergibt sich daraus direkt ein Übernahmeangebot, sodass der Übergang von der Umschulung in eine feste Beschäftigung reibungslos verläuft.
So läuft die Abschlussprüfung ab
Am Ende der Umschulung steht die Prüfung vor der zuständigen Kammer. Sie orientiert sich an den Anforderungen der regulären Ausbildung zum Mechatroniker für Kältetechnik und stellt sicher, dass der erworbene Abschluss vollwertig anerkannt ist. Die Prüfung gliedert sich üblicherweise in einen theoretischen und einen praktischen Teil.
Im schriftlichen Teil werden Kenntnisse aus den Lernfeldern abgefragt, darunter Kälte- und Klimatechnik, Elektrotechnik, Steuerungstechnik sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Der praktische Teil verlangt die Bearbeitung berufstypischer Aufgaben, etwa das Montieren, Verdrahten und Inbetriebnehmen einer Anlage oder die systematische Fehlersuche an einem Kältekreislauf.
Die Umschulungsanbieter bereiten die Teilnehmenden gezielt auf diese Prüfung vor. Wer die theoretischen Inhalte während des Lehrgangs konsequent nacharbeitet und die Praxisphasen aktiv nutzt, geht gut vorbereitet in die Prüfung. Nach bestandener Prüfung steht dem Einstieg in den Beruf des Kältetechnikers nichts mehr im Weg.






