Umschulung Goldschmied - Quereinstieg ĂĽber das Arbeitsamt

Die Umschulung zum Goldschmied beziehungsweise zur Goldschmiedin ermöglicht einen Quereinstieg in ein kreatives Handwerk und dauert in der außerbetrieblichen Form meist rund zwei Jahre. Sie richtet sich an Menschen mit einer abgeschlossenen Erstausbildung, die sich beruflich neu orientieren und mit Edelmetallen, Edelsteinen und Schmuck arbeiten möchten. Wer die formalen Voraussetzungen erfüllt, kann für die Kosten und den Lebensunterhalt Förderung über die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter beantragen.

Schmuckliebhaberinnen und Schmuckliebhaber, die diese Leidenschaft zum Beruf machen möchten und ohnehin vor einer beruflichen Umorientierung stehen, finden im Goldschmiedehandwerk eine handwerklich wie gestalterisch reizvolle Perspektive. Bevor die Entscheidung fällt, lohnt es sich, Ablauf, Dauer, Kosten und Fördermöglichkeiten der Umschulung genau zu prüfen. Die folgenden Abschnitte fassen die wichtigsten Punkte zusammen.

DAS WICHTIGSTE IN KĂśRZE

  • Die Goldschmied-Umschulung dauert in der Regel etwa zwei Jahre und endet mit der GesellenprĂĽfung vor der Handwerkskammer.
  • Voraussetzung ist meist eine abgeschlossene Berufsausbildung; eine besondere Vorbildung ist nicht erforderlich.
  • Vermittelt werden unter anderem Werkstoffkunde, Umformung von Metallen, FĂĽgetechniken, Oberflächenbehandlung und Schmuckgestaltung.
  • Das Einstiegsgehalt liegt häufig zwischen rund 22.000 und 36.000 Euro brutto im Jahr und hängt stark von Betrieb und Region ab.
  • Ăśber einen Bildungsgutschein können Lehrgangskosten und Lebensunterhalt gefördert werden, wenn die Agentur fĂĽr Arbeit die Umschulung als notwendig anerkennt.

Goldschmiedin arbeitet an einem SchmuckstĂĽck in der Werkstatt

Berufsbild Goldschmied – Aufgaben, Berufsaussichten und Verdienst

Der Beruf Goldschmiedin oder Goldschmied verbindet gestalterisches Arbeiten mit präzisem Handwerk. Man ist von Schmuck und Edelmetallen umgeben, arbeitet mit den Händen und kann eigene Ideen umsetzen. Zu den typischen Aufgaben gehört die Gestaltung neuer Schmuckstücke ebenso wie die Reparatur und Umarbeitung vorhandener Stücke. Kundengespräche, Anfertigung von Einzelanfertigungen und das Fassen von Edelsteinen ergänzen das Tätigkeitsfeld.

Wer den Beruf ergreift, findet vor allem in den folgenden Bereichen Beschäftigung:

  • Juweliergeschäfte mit eigener Werkstatt
  • Schmuckindustrie und Manufakturen
  • selbstständige Goldschmiedewerkstätten

Viele Goldschmiedinnen und Goldschmiede arbeiten als Schmuckgestalter und machen sich nach einigen Jahren Berufserfahrung selbstständig. Als versierte Handwerkerinnen und Handwerker finden sie aber auch feste Anstellungen. Die Verdienstmöglichkeiten variieren je nach Betrieb, Region und Spezialisierung. Im Durchschnitt bewegt sich das Gehalt zwischen rund 22.000 Euro und 36.000 Euro brutto im Jahr; mit Meistertitel oder eigener Werkstatt kann es deutlich höher liegen.

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Per Umschulung Goldschmiedin oder Goldschmied werden

Wer sich zum Goldschmied umschulen lassen möchte, plant einen Quereinstieg in das Handwerk. Dieser Weg bietet sich an, wenn die klassische duale Ausbildung nach der Schule nicht mehr in Betracht kommt, etwa weil bereits ein anderer Beruf erlernt wurde und ein Neustart ansteht.

Wer nach der Schule zunächst einen anderen Beruf ergriffen hat und nun beruflich neu beginnen will, kann an einer außerbetrieblichen Umschulung teilnehmen und dort das Goldschmiedehandwerk erlernen. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem die folgenden Inhalte:

  • Werkstoffkunde und Eigenschaften von Edelmetallen
  • Edelsteinkunde
  • Umgang mit Maschinen und Werkzeugen
  • Arbeitsorganisation und Kalkulation
  • Umformung von Metallen
  • Schmuckgestaltung und Entwurf
  • Trennen und Abtragen
  • Legieren und Schmelzen
  • FĂĽgetechniken wie Löten
  • Oberflächenbehandlung
  • Juwelen- und Fasstechniken
  • Schmuckguss

Voraussetzungen, Dauer und Kosten der Goldschmied-Umschulung

Menschen mit einem Faible für Schmuck finden häufig großen Gefallen an der Goldschmied-Umschulung. Bei der Entscheidung sollten sie die Rahmenbedingungen der Maßnahme genau prüfen.

Da es sich in der Regel um eine auĂźerbetriebliche Schulung handelt, lassen sich die Konditionen ĂĽblicherweise so zusammenfassen:

  • Voraussetzung: keine besondere Vorbildung, in der Regel aber eine abgeschlossene Berufsausbildung oder mehrjährige Berufserfahrung
  • Dauer: meist rund zwei Jahre in Vollzeit
  • Kosten: variabel, in der Regel mehrere Tausend Euro, bei Förderung häufig ĂĽbernommen

Da eine reguläre Umschulung im Goldschmiedehandwerk nicht flächendeckend angeboten wird, empfiehlt sich eine gezielte Suche nach AZAV-zugelassenen Anbietern über KURSNET der Bundesagentur für Arbeit. Die Handwerkskammern beraten ebenfalls zu Wegen in den Beruf, etwa über eine verkürzte Umschulung oder eine Externenprüfung.

Alternativen zur Goldschmied-Umschulung

Statt der außerbetrieblichen Umschulung kommt zuweilen eine berufsbegleitende Ausbildung infrage. Eine solche Teilzeitausbildung richtet sich an Menschen, die aufgrund ihrer Lebenssituation nicht in Vollzeit lernen können. In manchen Fällen ist auch eine betriebliche Umschulung direkt in einer Werkstatt eine Option.

Wer nach Alternativen sucht, sollte auch verwandte Berufe in den Blick nehmen. Zur Orientierung dient die folgende Ăśbersicht:

  • Silberschmiedin oder Silberschmied
  • Edelsteinschleiferin oder Edelsteinschleifer
  • Edelsteinfasserin oder Edelsteinfasser
  • Metallbildnerin oder Metallbildner
  • Graveurin oder Graveur

Wer sich eher zum gestaltenden Handwerk mit anderen Werkstoffen hingezogen fĂĽhlt, findet auch in der Umschulung zum Tischler oder als Raumausstatter handwerklich-kreative Wege. Einen Ăśberblick ĂĽber alle Wege gibt die Ăśbersicht zur Umschulung ĂĽber das Arbeitsamt.

Weiterbildungsmöglichkeiten für Goldschmiede

Nach der erfolgreichen Umschulung können qualifizierte Goldschmiedinnen und Goldschmiede im Schmuckbereich weiter aufsteigen. Dazu braucht es eine fundierte Grundausbildung, praktische Erfahrung und die Bereitschaft, sich regelmäßig fortzubilden.

Möglich sind zahlreiche Seminare oder eine der folgenden Aufstiegsfortbildungen:

  • Industriemeisterin oder Industriemeister – Metall
  • Gold- und Silberschmiedemeisterin oder -meister
  • Gestalterin oder Gestalter – Edelstein, Schmuck und Gerät
  • Fachwirtin oder Fachwirt fĂĽr kaufmännische BetriebsfĂĽhrung nach der Handwerksordnung
  • Technische Fachwirtin oder Technischer Fachwirt

Ein Fernstudium oder ein anderes Studium neben dem Beruf ist eine weitere Option, besonders in künstlerischen Disziplinen. An einzelnen Hochschulen lässt sich zudem Schmuckdesign studieren und ein einschlägiger Studienabschluss anstreben. Eine breite Palette an Lehrgängen findet sich auch in der Weiterbildung über das Arbeitsamt.

So unterstĂĽtzt das Arbeitsamt die Goldschmied-Umschulung

Angehende Goldschmiedinnen und Goldschmiede, die während der Umschulung auf Unterstützung angewiesen sind, wenden sich an die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter.

Dort erhalten sie einerseits eine Beratung und können andererseits finanzielle Unterstützung beantragen. Zur Verfügung stehen unter anderem folgende Mittel:

  • Hilfen zum Lebensunterhalt während der Umschulung
  • Bildungsgutschein fĂĽr die Lehrgangskosten

Über den Bildungsgutschein lassen sich Lehrgangskosten und der laufende Lebensunterhalt finanzieren, sofern die Agentur für Arbeit die Umschulung als notwendig anerkennt. So werden die Kosten kein Hindernis für den beruflichen Neustart. Ob ein Anspruch besteht, klärt ein persönliches Beratungsgespräch, bei dem die individuelle Situation und die Arbeitsmarktlage berücksichtigt werden.

Förderung über den Bildungsgutschein
Bei anerkannter Notwendigkeit kann die Agentur für Arbeit über einen Bildungsgutschein die kompletten Lehrgangskosten übernehmen. Zusätzlich sind Zuschüsse zu Fahrt-, Unterbringungs- und Kinderbetreuungskosten möglich. Wichtig ist, den Bildungsgutschein vor Beginn der Umschulung zu beantragen.

Der Berufsalltag als Goldschmied

Der Arbeitstag einer Goldschmiedin oder eines Goldschmieds spielt sich überwiegend in der Werkstatt am Werktisch ab. Gearbeitet wird mit feinen Werkzeugen wie Sägen, Feilen, Punzen und dem Lötgerät, bei feinen Arbeiten häufig unter der Lupe oder dem Mikroskop. Präzision und ruhige Hände sind entscheidend, da bereits kleine Ungenauigkeiten das Ergebnis beeinträchtigen können.

Der Alltag ist abwechslungsreich: An einem Tag entsteht eine neue Kreation nach eigenem Entwurf, am nächsten steht die Reparatur eines geerbten Rings oder das Umarbeiten eines alten Schmuckstücks an. In Betrieben mit Ladengeschäft kommt der Kundenkontakt hinzu, etwa bei der Beratung zu Trauringen oder Sonderanfertigungen. Wer selbstständig arbeitet, übernimmt zusätzlich kaufmännische Aufgaben wie Kalkulation, Einkauf von Edelmetallen und Marketing.

Körperlich ist die Tätigkeit vor allem durch langes, konzentriertes Sitzen und feinmotorisches Arbeiten geprägt. Der verantwortungsvolle Umgang mit wertvollen Materialien und teils mit Chemikalien bei der Oberflächenbehandlung gehört ebenfalls dazu. Wer Freude an Detailarbeit, Gestaltung und dem Werkstoff Metall hat, findet hier ein erfüllendes Betätigungsfeld.

So läuft die Abschlussprüfung ab

Die Umschulung im Goldschmiedehandwerk endet mit der Gesellenprüfung vor der zuständigen Handwerkskammer. Sie gliedert sich in einen praktischen und einen theoretischen Teil und orientiert sich an der Ausbildungsordnung für den Ausbildungsberuf Goldschmiedin und Goldschmied.

Im praktischen Teil fertigen die Prüflinge in einer vorgegebenen Zeit Arbeitsproben und ein Prüfungsstück an, etwa ein Schmuckstück nach Vorgabe. Dabei werden Fertigkeiten wie Umformen, Fügen, Fassen und Oberflächenbehandlung bewertet. Der schriftliche Teil deckt Bereiche wie Technologie, Gestaltung, Werkstoff- und Fertigungstechnik sowie Wirtschafts- und Sozialkunde ab.

Wer die Prüfung besteht, erhält den anerkannten Gesellenbrief und darf die Berufsbezeichnung Goldschmiedin oder Goldschmied führen. Damit ist der Weg frei für eine Anstellung, die Selbstständigkeit oder eine spätere Meisterprüfung. Wer sein Wissen über eine Externenprüfung nachweisen möchte, sollte die genauen Zulassungsvoraussetzungen vorab mit der Handwerkskammer klären.

Berufsaussichten und Arbeitsmarkt fĂĽr Goldschmiede

Das Goldschmiedehandwerk ist ein kleiner, aber traditionsreicher Handwerkszweig. Die Zahl der ausgebildeten Fachkräfte ist überschaubar, was gut qualifizierten Berufseinsteigern durchaus zugutekommen kann. Nachfrage besteht vor allem in Regionen mit vielen Juweliergeschäften, in Manufakturen und in Zentren der Schmuckindustrie wie dem Raum Pforzheim.

Wie in vielen Handwerksberufen hängt die Beschäftigungslage von der Konjunktur ab, da Schmuck zu den eher hochpreisigen Konsumgütern zählt. Wer flexibel ist, sich spezialisiert und bereit ist, unterschiedliche Aufgaben von der Reparatur bis zur Sonderanfertigung zu übernehmen, verbessert seine Chancen deutlich. Auch die Kombination aus handwerklichem Können und gestalterischem Talent ist gefragt.

Langfristig eröffnet der Beruf mehrere Wege: die Anstellung in einem etablierten Betrieb, die Selbstständigkeit mit eigener Werkstatt oder die Spezialisierung auf Nischen wie Restaurierung, individuelle Trauringe oder Designschmuck. Wer den Meistertitel anstrebt, kann selbst ausbilden und den eigenen Marktwert weiter steigern.

Selbstständigkeit im Goldschmiedehandwerk

Viele Goldschmiedinnen und Goldschmiede streben nach einigen Jahren Berufserfahrung die eigene Werkstatt an. Für die Selbstständigkeit im zulassungspflichtigen Handwerk ist in der Regel der Meistertitel oder eine gleichwertige Qualifikation erforderlich. Alternativ ist unter bestimmten Voraussetzungen eine Ausnahmebewilligung oder die Beschäftigung eines Meisters möglich.

Neben dem handwerklichen Können sind kaufmännische Kenntnisse gefragt: Kalkulation, Materialeinkauf, Buchhaltung und Kundengewinnung gehören zum Alltag einer eigenen Werkstatt. Wer diesen Schritt plant, sollte einen tragfähigen Businessplan erstellen und Beratungsangebote der Handwerkskammer sowie Fördermöglichkeiten für Existenzgründungen nutzen. So lässt sich das unternehmerische Risiko besser einschätzen und der Start solide vorbereiten.

Häufige Fragen zur Goldschmied-Umschulung

Wie lange dauert die Umschulung zum Goldschmied?
In Vollzeit dauert die Umschulung zum Goldschmied in der Regel etwa zwei Jahre. Berufsbegleitende oder Teilzeitmodelle können länger dauern. Am Ende steht die Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer. Die genaue Dauer hängt vom Anbieter und von möglichen Anrechnungen bereits vorhandener Qualifikationen ab.
Welche Voraussetzungen brauche ich fĂĽr die Umschulung?
Eine besondere Vorbildung ist nicht erforderlich. In der Regel wird eine abgeschlossene Berufsausbildung oder mehrjährige Berufserfahrung erwartet. Wichtiger sind handwerkliches Geschick, ruhige Hände, Sinn für Ästhetik und eine gewisse mathematisch-technische Begabung. Ein persönliches Beratungsgespräch klärt die individuellen Zugangsvoraussetzungen.
Was kostet eine Goldschmied-Umschulung?
Die Kosten variieren je nach Anbieter und liegen häufig im Bereich mehrerer Tausend Euro. Bei anerkannter Notwendigkeit kann die Agentur für Arbeit die Lehrgangskosten über einen Bildungsgutschein vollständig übernehmen. Zusätzlich sind Zuschüsse zu Fahrt- und Betreuungskosten möglich. Ein Kostenvergleich mehrerer Anbieter lohnt sich.
Spoiler-Titel
Ja, das ist möglich. Erkennt die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter die Umschulung als notwendig an, kann sie über einen Bildungsgutschein die Lehrgangskosten und den Lebensunterhalt fördern. Voraussetzung ist ein Beratungsgespräch und die Zulassung des Anbieters nach AZAV. Der Antrag muss vor Beginn der Maßnahme gestellt werden.
Welche Berufe sind eine Alternative zum Goldschmied?
Verwandte Berufe sind unter anderem Silberschmied, Edelsteinschleifer, Edelsteinfasser, Metallbildner und Graveur. Wer handwerklich-kreativ arbeiten möchte, findet auch als Tischler oder Raumausstatter passende Wege. Welche Richtung geeignet ist, hängt von Neigung, Arbeitsmarkt vor Ort und den verfügbaren Umschulungsangeboten ab.
Wie verdient man als Goldschmied?
Das Gehalt bewegt sich im Durchschnitt zwischen rund 22.000 und 36.000 Euro brutto im Jahr. Die Spanne hängt stark von Betrieb, Region, Spezialisierung und Berufserfahrung ab. Mit Meistertitel, Leitungsverantwortung oder einer eigenen Werkstatt sind höhere Einkommen möglich. In Ballungsräumen und der Schmuckindustrie fällt die Vergütung oft höher aus.
Achtung! Tipp aus der Redaktion

Rund um die Umschulung zum Goldschmied besteht bei Interessierten ein hoher Informationsbedarf. Da es darum geht, die Weichen fĂĽr die berufliche Zukunft zu stellen, ist das nachvollziehbar. Der folgende Tipp aus unserer Redaktion soll bei der Entscheidungsfindung helfen.

Hinterfragen Sie Ihre persönliche Eignung als Goldschmied!

Bevor Sie sich zum Goldschmied umschulen lassen, sollten Sie Ihre persönliche Eignung ehrlich prüfen. Wichtig sind mathematisch-naturwissenschaftliche Begabung, handwerkliches Geschick, Geduld und Kreativität. Wer zusätzlich einen Sinn für Ästhetik mitbringt, ist gut gewappnet. Ein Praktikum oder ein Werkstattbesuch vor Beginn hilft, die eigene Neigung realistisch einzuschätzen.

Umschulung

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