Umschulung Vermessungstechniker - Quereinstieg ĂĽber das Arbeitsamt
Eine Umschulung zum Vermessungstechniker oder zur Vermessungstechnikerin dauert in der Regel zwei bis drei Jahre und schließt mit einer anerkannten Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer ab. Sie richtet sich an Erwachsene, die aus gesundheitlichen Gründen oder wegen fehlender Perspektiven im alten Beruf umsatteln möchten. Über einen Bildungsgutschein kann die Agentur für Arbeit die Kosten übernehmen und den Lebensunterhalt sichern.
Das Wichtigste in KĂĽrze
- Vermessungstechniker/in ist ein anerkannter Ausbildungsberuf; die Umschulung dauert in der Regel zwei bis drei Jahre und endet mit einer IHK-PrĂĽfung.
- Zur Wahl stehen die Fachrichtungen Vermessung und Bergvermessung; die Inhalte reichen von Geodaten ĂĽber Bauvermessung bis zum Liegenschaftskataster.
- Die Agentur für Arbeit kann die Umschulung per Bildungsgutschein fördern, wenn sie beruflich notwendig ist und der Anbieter nach AZAV zugelassen ist.
- Das Einstiegsgehalt liegt meist zwischen 24.000 und 36.000 Euro brutto im Jahr, abhängig von Region, Arbeitgeber und Berufserfahrung.
- Beschäftigung gibt es in Vermessungs- und Ingenieurbüros, Kataster- und Vermessungsämtern sowie in Bauunternehmen.
Berufsbild, Berufsaussichten und Verdienst als Vermessungstechniker
Wer einen beruflichen Neustart als Vermessungstechniker anstrebt, sollte sich zunächst eingehend mit dem Beruf befassen. So bringt man in Erfahrung, was auf einen zukommt. Vermessungstechniker und Vermessungstechnikerinnen sind vielfach im Außendienst anzutreffen und widmen sich dort der Datengewinnung, indem sie Geländeaufnahmen anfertigen sowie Bau- und Katastervermessungen durchführen.
Industrievermessungen können ebenso wie der Umweltschutz weitere Aspekte der alltäglichen Arbeit sein, die selbständig durchgeführt werden. Insbesondere in den folgenden Bereichen ergeben sich für solche technischen Angestellten Perspektiven:
- VermessungsbĂĽros
- IngenieurbĂĽros
- Katasterämter
- Vermessungsämter
- Behörden für Geoinformation, Landentwicklung und Liegenschaften
- Bauunternehmen
Die Verdienstmöglichkeiten vervollständigen das Berufsbild und sollten daher ebenfalls Beachtung finden. Es kann zwar Schwankungen geben, aber im Allgemeinen bewegt sich das Gehalt zwischen 24.000 Euro und 36.000 Euro brutto im Jahr. Mit Berufserfahrung, Zusatzqualifikationen oder einer Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker lässt sich das Einkommen deutlich steigern.
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So läuft die Umschulung zum Vermessungstechniker ab
Der Berufswunsch Vermessungstechniker/in lässt sich vor allem im Rahmen einer dualen Berufsausbildung verwirklichen. Für Erwachsene, die bereits einen anderen Beruf erlernt haben und nun umsatteln wollen, kommt eine klassische Ausbildung allerdings nicht infrage. Hier kommt eine Umschulung ins Spiel, die als Zweitausbildung speziell für Berufswechsler und Berufswechslerinnen gedacht ist.
Wer auf diesem Wege Vermessungstechniker/in werden möchte, hat zwischen den folgenden Fachbereichen die Wahl:
- Vermessung
- Bergvermessung
Die Inhalte der Umschulung können je nach Fachrichtung variieren. Grundsätzlich geht es aber vor allem um die folgenden Themen:
- Rechts- und Verwaltungsvorschriften
- Bauordnungen
- Geodaten
- Geoinformationstechnologie
- Bauvermessungen
- Industrievermessungen
- Liegenschaftsvermessungen
- Vermessungswesen
- Geodatenmanagement
- Liegenschaftskataster und Grundbuch
Wissenswert ist weiterhin, dass die Umschulung betrieblich oder außerbetrieblich absolviert werden kann. Die Umschulung zum Vermessungstechniker lässt sich somit bedingt an die Lebenssituation anpassen. Wer eine passende Maßnahme sucht, findet AZAV-zugelassene Anbieter über KURSNET der Bundesagentur für Arbeit und kann sich vor Ort im Rahmen der geförderten Weiterbildung über das Arbeitsamt beraten lassen.
Voraussetzungen, Dauer und Kosten der Vermessungstechniker-Umschulung
Die Rahmenbedingungen der Umschulung zum Vermessungstechniker können unterschiedlich ausfallen und hängen vor allem von der Umschulungsform ab. Einerseits kommt es darauf an, ob das Ganze in Voll- oder Teilzeit absolviert wird, andererseits ist maßgebend, ob es sich um eine außerbetriebliche oder betriebliche Maßnahme handelt. Die nachfolgende Übersicht dient angehenden Vermessungstechnikern daher nur zur groben Orientierung.
- Voraussetzungen: keine besonderen formalen Voraussetzungen, aber in der Regel eine abgeschlossene Erstausbildung in einem beliebigen Beruf
- Dauer: in der Regel zwei bis drei Jahre, in Teilzeit entsprechend länger
- Kosten: je nach Anbieter mehrere Tausend Euro, bei Förderung durch das Arbeitsamt für Teilnehmende kostenfrei
Die Gebühren für eine außerbetriebliche Vermessungstechniker-Umschulung können sich auf mehrere Tausend Euro belaufen. Zusätzlich dürfen die laufenden Lebenshaltungskosten nicht außer Acht gelassen werden.
Das Arbeitsamt kann hier eine große Hilfe sein und eine entsprechende Förderung bereitstellen. Diese kann aus einem Bildungsgutschein sowie Hilfen zum Lebensunterhalt bestehen. Die Umschulung zur Vermessungstechnikerin muss somit nicht aus finanziellen Gründen ausgeschlossen werden. Eine Übersicht der Fördermöglichkeiten und weiterer Berufe bietet unser Ratgeber zur Umschulung über das Arbeitsamt.
FĂĽr wen sich eine Vermessungstechniker-Umschulung eignet
Dass die Umschulung zum Vermessungstechniker ohne strenge formale Voraussetzungen auskommt, bedeutet nicht, dass diese Qualifizierung fĂĽr jeden geeignet ist. Man sollte bereit sein, einen neuen Beruf zu erlernen, und zudem ein paar Bedingungen erfĂĽllen. In der Vermessungstechnik kommt es vor allem auf die folgenden Punkte an:
- Zuverlässigkeit
- Genauigkeit
- räumliches Vorstellungsvermögen
- Flexibilität
- technisches Verständnis
Hinzu kommt die Bereitschaft, bei jedem Wetter im Freien zu arbeiten und regelmäßig zu wechselnden Einsatzorten zu fahren. Auch der Umgang mit moderner Mess- und Softwaretechnik gehört zum Berufsalltag und sollte niemanden abschrecken.
Alternativen zur Vermessungstechniker-Umschulung
Wer sich beruflich umorientieren muss, sollte stets auch an eine Weiterbildung denken. Zusätzliche Qualifizierungen können die Basis für einen Jobwechsel schaffen und für neue Perspektiven sorgen.
Diejenigen, die zwar an einer Vermessungstechniker-Umschulung interessiert sind, aber auch andere Berufe ins Auge fassen, sollten an die folgenden Umschulungsalternativen denken:
- Umschulung zum Bauzeichner
- Umschulung zum technischen Zeichner
- Umschulung zum BaumaschinenfĂĽhrer
- Fachkraft fĂĽr Wasserwirtschaft
- Fachkraft fĂĽr StraĂźen- und Verkehrstechnik
Der Berufsalltag als Vermessungstechniker
Der Arbeitstag von Vermessungstechnikern teilt sich meist in Außendienst und Innendienst auf. Im Außendienst geht es darum, mit Tachymeter, GNSS-Empfänger und Nivelliergerät Messpunkte im Gelände aufzunehmen. Ob Baustelle, Straßenzug oder freies Feld: Die Aufgabe besteht darin, Lage und Höhe von Objekten exakt zu erfassen und für die spätere Auswertung zu dokumentieren.
Im Innendienst werden die gesammelten Daten am Rechner weiterverarbeitet. Mit CAD- und GIS-Software entstehen daraus Lagepläne, Höhenprofile und digitale Geländemodelle. Vermessungstechniker pflegen zudem Datenbanken des Liegenschaftskatasters und bereiten Unterlagen für Bauanträge oder Grundstücksteilungen vor. Genauigkeit ist dabei entscheidend, denn schon kleine Abweichungen können auf einer Baustelle teure Folgen haben.
Die Arbeit erfolgt selten allein. Vermessungstechniker stimmen sich eng mit Ingenieuren, Architekten, Bauleitern und Behörden ab. Kommunikationsfähigkeit und ein Verständnis für Bauabläufe sind daher ebenso gefragt wie das technische Fachwissen. Wer gern zwischen Feldarbeit und Bildschirmarbeit wechselt, findet in diesem Beruf eine abwechslungsreiche Tätigkeit.
Berufsaussichten und Arbeitsmarkt fĂĽr Vermessungstechniker
Die Nachfrage nach Vermessungstechnikern ist stabil und in vielen Regionen sogar steigend. Der Bausektor, der Ausbau der digitalen Infrastruktur und die Energiewende sorgen für einen anhaltenden Bedarf an präzisen Geodaten. Windparks, Stromtrassen, Glasfasernetze und Verkehrsprojekte lassen sich ohne vermessungstechnische Grundlagen nicht planen.
Hinzu kommt die Digitalisierung des Vermessungswesens. Drohnenbefliegung, Laserscanning und Building Information Modeling verändern die Arbeitsweise und schaffen neue Einsatzfelder. Wer sich in diese Technologien einarbeitet, verbessert seine Aussichten auf dem Arbeitsmarkt spürbar. Gleichzeitig scheiden in den kommenden Jahren viele erfahrene Fachkräfte altersbedingt aus, sodass Nachwuchs gesucht wird.
Beschäftigung finden Vermessungstechniker sowohl im öffentlichen Dienst als auch in der Privatwirtschaft. Kataster- und Vermessungsämter bieten sichere Stellen mit tariflicher Bezahlung, während Ingenieur- und Vermessungsbüros oft mehr Abwechslung und Aufstiegschancen bieten. Aktuelle Stellenangebote lassen sich über die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit recherchieren.
So läuft die Abschlussprüfung ab
Die Umschulung zum Vermessungstechniker endet mit einer Abschlussprüfung vor der zuständigen Industrie- und Handelskammer. Sie ist in einen schriftlichen und einen praktischen Teil gegliedert. Im schriftlichen Teil werden Kenntnisse in Vermessungstechnik, Geoinformation sowie in Wirtschafts- und Sozialkunde abgefragt.
Der praktische Teil verlangt, dass Prüflinge eine vermessungstechnische Aufgabe eigenständig lösen. Dazu gehört häufig eine Geländeaufnahme mit anschließender Auswertung sowie die Erstellung eines Lageplans. Wer die Prüfung besteht, darf die geschützte Berufsbezeichnung Vermessungstechniker beziehungsweise Vermessungstechnikerin führen und verfügt über einen anerkannten Berufsabschluss.
Zur Vorbereitung bieten die Bildungsträger begleitenden Unterricht und Übungsprüfungen an. Es empfiehlt sich, frühzeitig mit der Wiederholung des Stoffs zu beginnen und praktische Aufgaben mehrfach durchzuspielen. Sollte ein Prüfungsteil nicht auf Anhieb gelingen, kann er wiederholt werden, ohne dass die gesamte Umschulung neu absolviert werden muss.
Förderung durch das Arbeitsamt im Detail
Die zentrale Fördermöglichkeit für eine Umschulung ist der Bildungsgutschein nach Paragraf 81 des Dritten Sozialgesetzbuchs. Damit übernimmt die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter die vollen Lehrgangsgebühren, sofern die Weiterbildung beruflich notwendig erscheint und der Bildungsträger nach der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung zertifiziert ist. Ob ein Bildungsgutschein ausgestellt wird, entscheidet die zuständige Vermittlungsfachkraft nach einem Beratungsgespräch.
Neben den reinen Kursgebühren können weitere Leistungen hinzukommen. Dazu zählen die Übernahme von Fahrtkosten, Kosten für auswärtige Unterbringung sowie unter Umständen ein Zuschuss zur Kinderbetreuung. Wer Arbeitslosengeld bezieht, erhält dieses während der Umschulung in der Regel weiter, sodass der Lebensunterhalt gesichert bleibt. Es lohnt sich daher, alle Ansprüche im Beratungsgespräch offen anzusprechen.
Wichtig ist, den Bildungsgutschein vor Beginn der Umschulung zu beantragen, da eine nachträgliche Förderung meist ausgeschlossen ist. Mit dem ausgestellten Gutschein kann man anschließend einen zugelassenen Anbieter frei wählen. Eine Übersicht geeigneter Maßnahmen bietet die Datenbank KURSNET der Bundesagentur für Arbeit, in der sich nach Ort, Fachrichtung und Kursform filtern lässt.
Häufige Fragen zur Umschulung Vermessungstechniker
Die Umschulung zum Vermessungstechniker oder zur Vermessungstechnikerin wirft bei vielen Interessierten Fragen auf. Eine Beratung beim Arbeitsamt kann hier sehr aufschlussreich sein und für Klarheit sorgen. Zudem sollten angehende Berufswechsler und Berufswechslerinnen aber auch eigenständig recherchieren und unter anderem den folgenden Tipp aus unserer Redaktion beherzigen.
Ziehen Sie eine betriebliche Umschulung zum Vermessungstechniker in Betracht!
Wenn es um die Vermessungstechniker-Umschulung geht, denken die meisten Menschen an eine außerbetriebliche Maßnahme, die Erwachsene zum Berufsabschluss führt. Es besteht aber auch die Möglichkeit, sich betrieblich umschulen zu lassen. Das Arbeitsamt kennt vielleicht Stellen, die offen dafür sind. So absolvieren die Umschüler nicht nur einen theoretischen Lehrgang, sondern erleben von Anfang an die Praxis des Vermessungswesens. Zudem knüpfen sie erste Kontakte, die die langfristigen Karrierechancen verbessern können.






