Umschulung Schornsteinfeger - Quereinstieg über das Arbeitsamt
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
- Die Umschulung zum Schornsteinfeger dauert in der Regel rund zwei Jahre und ersetzt die klassische duale Ausbildung im Schornsteinfegerhandwerk.
- Formale Vorkenntnisse sind meist nicht erforderlich; wichtiger sind technisches Verständnis, Schwindelfreiheit und Zuverlässigkeit.
- Das Arbeitsamt kann die Umschulung über einen Bildungsgutschein fördern und den Lebensunterhalt während der Maßnahme absichern.
- Das durchschnittliche Bruttojahresgehalt bewegt sich je nach Anstellung und Region etwa zwischen 24.000 und 48.000 Euro.
- Nach dem Gesellenabschluss stehen Fortbildungen bis zum Schornsteinfegermeister und der Weg in die Selbständigkeit als bevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger offen.
Die Umschulung zum Schornsteinfeger ermöglicht einen Quereinstieg in ein geregeltes Handwerk und dauert in der Regel etwa zwei Jahre. Sie richtet sich an Menschen, die ihren erlernten Beruf nicht mehr ausüben können oder wollen und über das Arbeitsamt einen beruflichen Neuanfang suchen. Wer Interesse an Technik, Umweltschutz und Kundenkontakt mitbringt, findet im Schornsteinfegerhandwerk ein zukunftssicheres Betätigungsfeld.
Interessierte an einem Quereinstieg als Schornsteinfeger tun gut daran, sich intensiv mit dem Beruf zu befassen. Zudem sollten sie der Umschulung auf den Grund gehen. Anbieter entsprechender Qualifizierungsmaßnahmen erteilen bereitwillig Auskünfte. Auch ein Beratungstermin beim Arbeitsamt ist sinnvoll und kann die relevanten Aspekte beleuchten. Angehende Umschüler/innen sollten alle Informationsquellen nutzen und können sich nachfolgend einen ersten Eindruck verschaffen.

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Inhaltsverzeichnis
- Berufsbild Schornsteinfeger/in - Aussichten und Verdienst
- Die Umschulung zum/zur Schornsteinfeger/in im Überblick
- Förderung der Umschulung durch das Arbeitsamt
- Alternativen zur Umschulung zum Schornsteinfeger
- Weiterbildung nach der Umschulung
- Der Berufsalltag als Schornsteinfeger/in
- Berufsaussichten und Arbeitsmarkt
- So läuft die Gesellenprüfung ab
- Häufige Fragen zur Umschulung Schornsteinfeger/in
Berufsbild Schornsteinfeger/in - Berufsaussichten und Verdienstmöglichkeiten
Schornsteinfeger/innen sind qualifizierte Fachkräfte im Bereich der Feuerungs- und Lüftungsanlagen. Sie kontrollieren und reinigen diese fachmännisch. Im Zuge dessen führen sie Abgasmessungen durch und stellen die Sicherheit sowie Umweltverträglichkeit der Anlagen sicher. Kundenberatungen zum Brandschutz und zur Energieeffizienz gehören ebenfalls zum charakteristischen Aufgabenspektrum des Schornsteinfegers.
Das Schornsteinfegerhandwerk hat einerseits eine lange Tradition, geht andererseits aber auch mit der Zeit. Es handelt sich somit um einen zukunftsträchtigen Beruf, der in den folgenden Bereichen berufliche Perspektiven bietet:
- Kehrbezirke und Betriebe des Schornsteinfegerhandwerks
- Energieberatung und Gebäudeenergieberatung
- Sachverständigen- und Prüftätigkeit im Bereich Feuerungsanlagen
Für Schornsteinfeger/innen gibt es somit vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten. Dabei können sie angestellt oder selbständig tätig werden. Dass dies erheblichen Einfluss auf die Einkommenssituation hat, bleibt nicht aus. Die Verdienstmöglichkeiten variieren zwar von Fall zu Fall, aber im Allgemeinen bewegt sich das durchschnittliche Gehalt zwischen rund 24.000 Euro und 48.000 Euro brutto im Jahr.
Wer sich breiter über Wege in einen neuen Beruf informieren möchte, findet in unserer Übersicht zur Umschulung über das Arbeitsamt weitere Berufe und Fördermöglichkeiten im Vergleich.
Die Umschulung zum/zur Schornsteinfeger/in im Überblick
Die Umschulung zum Schornsteinfeger ersetzt die klassische duale Berufsausbildung und ist auch eine Alternative zu einer berufsbegleitenden Ausbildung. Die Umschulung kann betrieblich oder außerbetrieblich erfolgen.
Letzteres ist die Regel und sorgt für die Lehrgangsform der Maßnahme. Die Teilnehmenden fühlen sich mitunter in ihre Schulzeit zurückversetzt und müssen die folgenden Inhalte lernen, um schlussendlich den Berufsabschluss als Schornsteinfeger/in zu schaffen:
- Physik
- Elektronik
- Mechanik
- Mechatronik
- Regelungstechnik
- Sicherheitstechnik
- Brandschutz
- Abgasanlagen
- Feuerungs- und Lüftungsanlagen
- Rauchableitungen
- Umweltschutztechnik
- erneuerbare Energien
- Energieeffizienz
- Kommunikation
- Qualitätssicherung
- Recht
Voraussetzungen, Dauer und Kosten
Die Rahmenbedingungen der Schornsteinfeger-Umschulung sind nicht in Stein gemeißelt und können je nach Lehrgang variieren. Interessierte sollten dies beachten, sich aber nicht davon abhalten lassen, mehr zu erfahren.
Der folgende Überblick vermittelt einen ersten Eindruck und gewährt erste Einblicke in die Zweitausbildung auf dem Gebiet des Schornsteinfegerhandwerks.
- Voraussetzungen: in der Regel keine bestimmten Vorkenntnisse erforderlich, gefordert sind aber technisches Verständnis, Schwindelfreiheit und gesundheitliche Eignung
- Dauer: in der Regel zwei Jahre
- Kosten: mehrere Tausend Euro, häufig über einen Bildungsgutschein förderbar
Wer per Umschulung Schornsteinfeger/in werden möchte, muss sich Gedanken über die Finanzierung dieses Vorhabens machen. Die teils hohen Gebühren und der laufende Lebensunterhalt müssen gleichermaßen gesichert sein. Eine Förderung des Arbeitsamtes kann den finanziellen Druck mindern.
Interessierte sollten daher einen Beratungstermin nutzen, um sich auch nach einem Bildungsgutschein und Hilfen zum Lebensunterhalt zu erkundigen. Wird die Maßnahme bewilligt, übernimmt die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter die Lehrgangskosten in der Regel vollständig. Voraussetzung ist, dass die Umschulung bei einem AZAV-zugelassenen Anbieter absolviert wird, der über KURSNET der Bundesagentur für Arbeit auffindbar ist.
Alternativen zur Umschulung zum Schornsteinfeger
Diejenigen, die sich beruflich umorientieren wollen, sich mit der Berufswahl aber noch nicht ganz sicher sind, sollten nichts überstürzen und mit Bedacht vorgehen. So ist es empfehlenswert, Alternativen zur Schornsteinfeger-Umschulung in die Entscheidungsfindung einzubeziehen. Verwandte technische Handwerksberufe sind daher unter anderem:
- Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik
- Mechatroniker/in
- Elektroniker/in
- Dachdecker/in
Weiterbildung nach der Umschulung zum Schornsteinfeger
Wer sich schlussendlich für einen zweiten Karriereversuch als Schornsteinfeger/in entscheidet, sollte das lebenslange Lernen beachten.
Nach dem Abschluss der Qualifizierung sollten Schornsteinfeger/innen Seminare besuchen und so ihre fachliche Kompetenz ausbauen. Es ist zudem lohnend, eine der folgenden Fortbildungen ins Auge zu fassen, um einen höheren beruflichen Abschluss zu erlangen:
- Schornsteinfegermeister/in
- Fachwirt/in - Umweltschutz
- Techniker/in - Umweltschutztechnik
Die zunehmende Akademisierung geht zudem nicht spurlos am Schornsteinfegerhandwerk vorbei und sollte daher genutzt werden.
Ein Fernstudium oder anderes Teilzeitstudium kann ehemalige Umschüler/innen nebenbei zum Bachelor oder Master in einer der folgenden Disziplinen führen:
- Umwelttechnik
- Sicherheitstechnik
- Energiemanagement
- Technisches Gebäudemanagement
- Facility Management
Der Beruf des Schornsteinfegers bietet somit viel Potenzial, das es zu nutzen gilt. Teilnehmende an einer Zweitausbildung sollten dies berücksichtigen und sich auch dahingehend vom Arbeitsamt beraten lassen. Weitere geförderte Qualifizierungen jenseits einer vollständigen Umschulung finden sich in unserer Übersicht zur Weiterbildung über das Arbeitsamt.
Der Berufsalltag als Schornsteinfeger/in
Der Arbeitstag von Schornsteinfeger/innen beginnt meist früh und ist von einem festen Tourenplan durch den jeweiligen Kehrbezirk geprägt. Von Haus zu Haus prüfen und reinigen die Fachkräfte Schornsteine, Abgaswege und Feuerstätten. Dabei wechseln sich körperlich fordernde Tätigkeiten auf Dächern und in Heizungskellern mit Beratungsgesprächen an der Haustür ab.
Ein wichtiger Teil der Arbeit sind die gesetzlich vorgeschriebenen Feuerstättenschauen und Abgasmessungen. Schornsteinfeger/innen dokumentieren ihre Ergebnisse, weisen auf Mängel hin und beraten Eigentümer/innen zu Heizungsmodernisierung, Brandschutz und Energieeinsparung. Der direkte Kundenkontakt macht einen erheblichen Anteil des Berufs aus, weshalb Freundlichkeit und Kommunikationsfähigkeit ebenso zählen wie technisches Können.
Schwindelfreiheit, körperliche Belastbarkeit und Sorgfalt sind im Alltag unverzichtbar, da vieles auf Dächern und in engen Schächten stattfindet. Gleichzeitig gewinnt die Digitalisierung an Bedeutung: Messwerte werden elektronisch erfasst, Termine digital verwaltet und Beratungen zunehmend datengestützt durchgeführt. Wer den Wechsel aus einem Bürojob wagt, sollte sich auf einen abwechslungsreichen, aber auch witterungsabhängigen Arbeitsalltag im Freien einstellen.
Zur Ausrüstung gehören neben der klassischen schwarzen Berufskleidung heute moderne Messgeräte, Kehrwerkzeuge, Kameras zur Schachtinspektion und Sicherheitsausrüstung für Arbeiten in der Höhe. Ein guter Teil der Arbeitszeit entfällt zudem auf Wegezeiten zwischen den Kundinnen und Kunden sowie auf die Büroarbeit für Berichte und Abrechnungen. Wer selbständig einen Kehrbezirk führt, übernimmt zusätzlich organisatorische und kaufmännische Aufgaben.
Warum sich ein Quereinstieg lohnen kann
Für viele Umschüler/innen ist das Schornsteinfegerhandwerk attraktiv, weil es Sicherheit und Sinn verbindet. Die Tätigkeit trägt unmittelbar zum Brandschutz und zur Luftreinhaltung bei, was gerade Menschen anspricht, die in ihrem bisherigen Beruf wenig sichtbaren Nutzen erlebt haben. Der Mix aus Handwerk, Technik, Umweltschutz und Kundenkontakt sorgt dafür, dass kaum ein Arbeitstag dem anderen gleicht.
Hinzu kommt die vergleichsweise gute Planbarkeit: Feste Prüfintervalle sichern die Auftragslage, und wer den Meister anstrebt, hat eine klare Aufstiegsperspektive vor Augen. Für einen gelungenen Quereinstieg empfiehlt es sich, vorab ein Praktikum oder eine Hospitation in einem Schornsteinfegerbetrieb zu absolvieren, um die körperlichen Anforderungen und den Arbeitsalltag realistisch einschätzen zu können.
Berufsaussichten und Arbeitsmarkt für Schornsteinfeger/innen
Das Schornsteinfegerhandwerk gilt als krisensicher, weil die Kontrolle von Feuerungsanlagen gesetzlich geregelt und dauerhaft nachgefragt ist. Jede Feuerstätte in Deutschland muss regelmäßig geprüft werden, was für eine stabile Auftragslage sorgt. Der Fachkräftemangel im Handwerk macht sich auch hier bemerkbar, sodass ausgebildete Schornsteinfeger/innen gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben.
Ein besonderer Schub kommt aus der Energiewende. Schornsteinfeger/innen sind an der Umsetzung des Gebäudeenergiegesetzes beteiligt, prüfen Heizungen im Bestand und übernehmen zunehmend Aufgaben in der Energieberatung. Wer sich in diese Richtung weiterqualifiziert, kann sein Tätigkeitsfeld deutlich erweitern und sich als gefragte Fachkraft für energieeffizientes Heizen positionieren.
Wer den Meistertitel erwirbt, kann sich um einen Kehrbezirk als bevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger bewerben oder einen eigenen Betrieb führen. Diese Selbständigkeit ist mit Verantwortung verbunden, bietet aber ein solides und planbares Einkommen. Auch angestellte Fachkräfte profitieren von tariflich abgesicherten Verhältnissen in vielen Betrieben.
So läuft die Abschlussprüfung im Schornsteinfegerhandwerk ab
Am Ende der Umschulung steht die Gesellenprüfung vor der zuständigen Handwerkskammer. Sie gliedert sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil und weist nach, dass die Umschüler/innen die Anforderungen des Berufs sicher beherrschen. Erst mit bestandener Prüfung dürfen sie die Berufsbezeichnung Schornsteinfeger/in führen.
Im theoretischen Teil werden Kenntnisse in Bereichen wie Feuerungs- und Abgastechnik, Brandschutz, Umweltschutz, Messtechnik sowie rechtliche Grundlagen abgefragt. Der praktische Teil umfasst typische Arbeitsaufgaben, etwa das Kehren und Prüfen von Anlagen, das Durchführen von Abgasmessungen und die fachgerechte Dokumentation der Ergebnisse.
Zur Vorbereitung dienen die Inhalte der Umschulung sowie begleitende Übungen und Prüfungssimulationen bei den Bildungsträgern. Wer den praktischen und theoretischen Teil besteht, erhält den anerkannten Gesellenbrief und kann anschließend in den Beruf einsteigen oder sich zum Meister weiterqualifizieren. Bei Unsicherheiten lohnt es sich, frühzeitig mit dem Anbieter und der Handwerkskammer über Ablauf und Termine zu sprechen.