Umschulung zum Polizisten: Weg in den Polizeidienst
Das Wichtigste in KĂĽrze
- Eine klassische Umschulung zum Polizisten über einen Bildungsträger gibt es nicht. Der Weg in den Polizeidienst führt ausschließlich über den Vorbereitungsdienst (Ausbildung oder duales Studium) bei einer Landespolizei oder der Bundespolizei.
- FĂĽr den mittleren Dienst genĂĽgt in der Regel ein mittlerer Schulabschluss oder Hauptschulabschluss plus abgeschlossene Berufsausbildung. Der gehobene Dienst setzt Fachhochschulreife oder Abitur voraus.
- Während der zwei- bis dreijährigen Ausbildung erhalten Anwärterinnen und Anwärter AnwärterbezĂĽge von rund 1.400 bis 1.750 Euro brutto im Monat – es fallen keine Lehrgangskosten an.
- Nach bestandener LaufbahnprĂĽfung liegt das Einstiegsgehalt im mittleren Dienst (A7) bei etwa 2.800 bis 3.200 Euro brutto, im gehobenen Dienst (A9) bei rund 3.000 bis 3.400 Euro brutto.
- Ein echter Quereinstieg ist nur eingeschränkt möglich: Wer bereits eine Ausbildung oder ein Studium abgeschlossen hat, bringt oft bessere Chancen mit, muss aber trotzdem den regulären Vorbereitungsdienst durchlaufen.
Polizist beziehungsweise Polizistin ist einer der Traumberufe vieler Kinder – doch nur wenige schlagen diesen Weg später tatsächlich ein. Wer im bisherigen Job an einen Punkt der Perspektivlosigkeit kommt, besinnt sich mitunter auf diesen Kindheitstraum und fasst einen Wechsel in den Polizeidienst ins Auge. Wichtig ist dabei die zentrale Tatsache vorweg: Eine Umschulung zum Polizisten im klassischen Sinn – also einen geförderten Lehrgang bei einem Bildungsträger – gibt es nicht. Der Zugang zum Polizeiberuf läuft immer ĂĽber den staatlichen Vorbereitungsdienst.
Wer sich beruflich neu orientieren und in Richtung Polizei wechseln möchte, sollte absolut sicher sein, denn es geht um einen echten Neuanfang. Neben einer Beratung beim Arbeitsamt ist eine gründliche Recherche ratsam. Im Folgenden erfahren Interessierte, wie der Weg in den Polizeidienst wirklich funktioniert, welche Voraussetzungen gelten und welche Alternativen es bei einem beruflichen Neustart gibt.
Berufsbild, Karrierechancen und Verdienst als Polizist
Polizistinnen und Polizisten sind Teil der Exekutive und damit der vollziehenden Gewalt in der Bundesrepublik Deutschland. Die öffentliche Sicherheit und Ordnung liegt zu einem großen Teil in den Händen der Polizei.
Das Aufgabenspektrum reicht von der Regelung des Straßenverkehrs über die Gefahrenabwehr bis hin zur Strafverfolgung. Die innere Sicherheit steht für die Polizei in Deutschland an erster Stelle und wird auf verschiedenen Ebenen gewährleistet.
Wer davon träumt, Polizist oder Polizistin zu werden, sollte die verschiedenen Laufbahnen kennen. Grundsätzlich wird zwischen mittlerem, gehobenem und höherem Dienst unterschieden. Zudem können Polizeibeamte auf Ebene der Länder oder des Bundes tätig werden.
Dementsprechend ergeben sich folgende Beschäftigungsmöglichkeiten:
- Bundespolizei
- Wasserschutzpolizei
- Bereitschaftspolizei
- Polizeidienststellen der Länder
Der Beamtenstatus ist im Polizeidienst die Regel und trägt der besonderen Loyalität und Verantwortung Rechnung, die hier gefordert sind. Als Beamte müssen sich Polizistinnen und Polizisten nicht vor einem Jobverlust fürchten. Zu tun gibt es für die Polizeibehörden in der Bundesrepublik ohnehin genug.
Wer sich für Recht und Ordnung einsetzt und im Dienst regelmäßig Risiken auf sich nimmt, hat Anspruch auf ein angemessenes Einkommen. Während der Ausbildung liegen die Anwärterbezüge je nach Land und Laufbahn bei rund 1.400 bis 1.750 Euro brutto im Monat. Nach bestandener Laufbahnprüfung liegt das Einstiegsgehalt im mittleren Dienst (Besoldungsgruppe A7) bei etwa 2.800 bis 3.200 Euro brutto, im gehobenen Dienst (A9) bei rund 3.000 bis 3.400 Euro brutto. Mit Erfahrungsstufen, Zulagen und Beförderungen steigt das Gehalt im Laufe der Dienstjahre deutlich an. Die genauen Beträge unterscheiden sich zwischen Bund und Ländern.
Umschulung per Fernstudium - bis zu 100% gefördert vom Arbeitsamt
Bei all unseren Fernschulen haben Sie die Möglichkeit, ein kostenloses vierwöchiges Probestudium zu absolvieren. So können Sie schon im Vorfeld ganz unverbindlich testen, ob das ausgewählte Fernstudium zu Ihnen passt und Sie die richtige Fernschule und den perfekten Studiengang für sich ausgesucht haben.
Doch die Wahl fällt oft schwer, denn insbesondere hinsichtlich Dauer, Kosten und Studieninhalte unterscheiden sich die Studiengänge meist zum Teil erheblich. Nutzen Sie daher die Möglichkeit und vergleichen Sie die Studienführer der Fernschulen untereinander. So haben Sie alle relevanten Informationen auf einen Blick vorliegen und können sich in Ruhe entscheiden.
Fordern Sie dazu gleich jetzt kostenlos und unverbindlich die NEUEN StudienfĂĽhrer 2025 bei den folgenden Fernschulen an:
Jetzt kostenlos BroschĂĽre anfordern und vergleichen!
| Name | Fernschule | Abschluss | Qualität | Zertifierter Lehrgang | Studienführer |
|---|---|---|---|---|---|
| SGD | ![]() | Zertifikat | ![]() | Infomaterial bestellen | |
| Fernakademie (FEB) | ![]() | Zertifikat | ![]() | Infomaterial bestellen | |
| ILS | ![]() | Zertifikat | ![]() | Infomaterial bestellen | |
| Laudius | ![]() | Zertifikat | ![]() | Infomaterial bestellen |
Der Weg in den Polizeidienst statt klassischer Umschulung
Die Suche nach einer geförderten Umschulung zum Polizisten endet für Interessierte regelmäßig mit einer Enttäuschung, denn Qualifizierungsangebote für einen einfachen Quereinstieg bei der Polizei gibt es nicht. Stattdessen müssen angehende Polizistinnen und Polizisten stets den Vorbereitungsdienst absolvieren. Dieser besteht aus Theorie und Praxis und erinnert an eine duale Ausbildung. Am Ende steht die Laufbahnprüfung, mit deren Bestehen der Weg in den aktiven Polizeidienst frei wird.
Im Rahmen dieses Vorbereitungsdienstes eignen sich die Anwärterinnen und Anwärter umfassendes Wissen an und befassen sich vor allem mit folgenden Inhalten:
- Polizeidienstkunde
- Recht
- Verwaltung
- Staatskunde
- Politik
- Einsatzlehre
- Kriminologie
Wer sich zunächst über passende Weiterbildungen und Fördermöglichkeiten informieren möchte, findet einen guten Einstieg in unserem Überblick zur Weiterbildung über das Arbeitsamt. Für alle, die parallel andere Berufe prüfen wollen, lohnt sich ein Blick auf die Übersicht der Umschulungen über das Arbeitsamt.
Voraussetzungen, Dauer und Kosten im Ăśberblick
Da es keine klassische Umschulung zum Polizisten gibt, müssen sich Interessierte an einem Neuanfang bei der Polizei mit den Modalitäten des regulären Vorbereitungsdienstes befassen. Welcher Bildungsabschluss verlangt wird, hängt vor allem davon ab, ob man im mittleren oder gehobenen Dienst einsteigen möchte.
Für den mittleren Dienst genügt in der Regel ein mittlerer Schulabschluss (Realschulabschluss) oder ein Hauptschulabschluss in Verbindung mit einer abgeschlossenen, mindestens zweijährigen Berufsausbildung. Der gehobene Dienst setzt die Fachhochschulreife oder das Abitur voraus und wird als duales Studium organisiert. Eine bereits abgeschlossene Ausbildung oder ein Studium in einem anderen Beruf erweist sich häufig als vorteilhaft.
Die Ausbildung im mittleren Dienst dauert in der Regel zwei bis zweieinhalb Jahre, das Studium im gehobenen Dienst etwa drei Jahre. Hohe Kosten müssen Anwärterinnen und Anwärter nicht fürchten: Es fallen keine Lehrgangsgebühren an, stattdessen gibt es vom ersten Tag an Anwärterbezüge. Neben dem Schulabschluss gelten weitere Bedingungen wie die deutsche oder EU-Staatsangehörigkeit, ein einwandfreies Führungszeugnis, die Polizeidiensttauglichkeit und das Bestehen eines Sport- und Einstellungstests.
Persönliche Eignung für den Polizeiberuf
Die formalen Voraussetzungen für den Vorbereitungsdienst bei der Polizei sind das eine, doch es kommt ebenso auf die persönliche Eignung an. Vor allem diejenigen, die den Polizeidienst als beruflichen Neuanfang sehen, sollten sicher sein, dass sie die richtige Wahl treffen.
Daher sollten sie folgende Eigenschaften mitbringen:
- Verantwortungsbewusstsein
- Zuverlässigkeit
- Belastbarkeit
- Anpassungsfähigkeit
- Kommunikationsstärke
- Disziplin
- Verständnis für die demokratische Grundordnung
- Durchsetzungsstärke
- Selbstsicherheit
- körperliche Fitness
Gerade bei einem Berufswechsel in reiferem Alter zahlt sich Lebenserfahrung aus: Wer bereits im Berufsleben stand, bringt oft Menschenkenntnis, Konfliktfähigkeit und Belastbarkeit mit – Eigenschaften, die im Streifendienst und im Umgang mit BĂĽrgerinnen und BĂĽrgern täglich gefragt sind.
Grundsätzlich bieten sich beispielsweise folgende Berufe im Sicherheits- und Ordnungsbereich als Alternativen an:
- Fachkraft fĂĽr Schutz und Sicherheit
- Zollbeamtin oder Zollbeamter
- Justizvollzugsbeamtin oder Justizvollzugsbeamter
- Berufssoldatin oder Berufssoldat
Auch eine Tätigkeit als Verwaltungsfachangestellte im öffentlichen Dienst oder eine Umschulung im sozialen Bereich, etwa zur Sozialarbeiterin, kann für Menschen mit Sinn für Sicherheit und Gemeinwohl eine Perspektive sein.
Wer weiterkommen möchte, sollte neben dem lebenslangen Lernen auch die Akademisierung im Blick behalten. Ein berufsbegleitendes Studium – etwa in Rechtswissenschaft, Sicherheitsmanagement oder Verwaltungswissenschaft – eröffnet Aufstiegschancen bis in den gehobenen und höheren Dienst.
Falls die Anwärterbezüge im Einzelfall nicht ausreichen, sollte man nach ergänzenden Förderungen suchen und sich beim Arbeitsamt über finanzielle Unterstützung während der beruflichen Neuorientierung erkundigen. Wichtig zu wissen: Da es sich um keine geförderte Umschulung handelt, ist ein Bildungsgutschein für die Polizeiausbildung selbst nicht vorgesehen.
Quereinstieg bei der Polizei realistisch einschätzen
Diejenigen, die per Umschulung den Quereinstieg als Polizistin oder Polizist anstreben, sollten wissen, dass es keine klassische Umschulung zum Polizisten gibt. Auch eine rein berufsbegleitende Ausbildung fĂĽr den Polizeidienst ist nicht vorgesehen.
Absolventinnen und Absolventen eines Lehrberufs und auch Personen mit einem abgeschlossenen Studium – etwa der Rechtswissenschaft – haben dennoch gute Chancen bei der Polizei. Auch ohne eine klassische Umschulung ist ein Quereinstieg folglich möglich, er läuft aber immer ĂĽber den regulären Vorbereitungsdienst und dessen Auswahlverfahren.
Die Organisation der Polizei in Deutschland
Wer den beruflichen Neuanfang als Polizistin oder Polizist wagen möchte, sollte sich intensiv mit dem Beruf befassen und außerdem die Organisation der deutschen Polizei kennen.
So sollte man wissen, dass die Polizeibehörden der Länder zwar häufig im Fokus stehen und den Inbegriff der Polizei in Deutschland bilden, es daneben aber auch die Bundespolizei, die Polizei beim Deutschen Bundestag und das Bundeskriminalamt gibt. FĂĽr Polizistinnen und Polizisten ergeben sich somit auf verschiedenen Ebenen Karrierechancen – vom Streifendienst ĂĽber die Kriminalpolizei bis hin zu Spezialeinheiten und Verwaltungsaufgaben.
Der Berufsalltag im Polizeidienst
Der Arbeitsalltag bei der Polizei ist abwechslungsreich und lässt sich kaum in ein festes Schema pressen. Im Streifendienst wechseln sich Verkehrskontrollen, Einsätze bei Unfällen, Ruhestörungen oder Streitigkeiten und die Aufnahme von Anzeigen ab. Schichtdienst gehört dazu: Früh-, Spät- und Nachtdienste sowie Einsätze an Wochenenden und Feiertagen sind die Regel und stellen besondere Anforderungen an das Privatleben.
Ein groĂźer Teil der Arbeit besteht aus Kommunikation. Polizistinnen und Polizisten mĂĽssen deeskalieren, vermitteln und in angespannten Situationen einen kĂĽhlen Kopf bewahren. Hinzu kommt Schreibarbeit, denn jeder Einsatz will dokumentiert werden. In spezialisierten Bereichen wie der Kriminalpolizei, der Wasserschutzpolizei oder der Bereitschaftspolizei verschieben sich die Schwerpunkte – von der Ermittlungsarbeit am Schreibtisch bis zum Einsatz bei GroĂźveranstaltungen und Demonstrationen. Wer sich fĂĽr den Polizeidienst entscheidet, sollte sich bewusst sein, dass körperliche und psychische Belastungen zum Berufsbild gehören.
Berufsaussichten und Arbeitsmarkt bei der Polizei
Die Berufsaussichten im Polizeidienst sind stabil. Bund und Länder haben ihre Einstellungszahlen in den vergangenen Jahren erhöht, um altersbedingte Abgänge auszugleichen und auf gestiegene Sicherheitsanforderungen zu reagieren. FĂĽr geeignete Bewerberinnen und Bewerber bestehen daher gute Einstellungschancen – allerdings ist das Auswahlverfahren anspruchsvoll und die Auswahl streng.
Als Beamtin oder Beamter genießt man einen hohen Grad an Arbeitsplatzsicherheit, geregelte Besoldung, Beihilfe im Krankheitsfall und eine Versorgung im Ruhestand. Diese Sicherheit ist gerade bei einem Berufswechsel aus einer unsicheren Branche ein starkes Argument. Wichtig bleibt jedoch die Altersgrenze: Viele Länder setzen ein Höchsteinstellungsalter, das je nach Laufbahn und Bundesland unterschiedlich hoch liegt und teils Ausnahmen zulässt. Wer sich für einen späten Berufswechsel interessiert, sollte die konkreten Bedingungen der jeweiligen Landespolizei oder der Bundespolizei frühzeitig prüfen.
So läuft das Auswahlverfahren und die Laufbahnprüfung ab
Vor dem eigentlichen Vorbereitungsdienst steht das Auswahlverfahren. Es dient dazu, die persönliche und körperliche Eignung festzustellen, und besteht meist aus mehreren Bausteinen: einem schriftlichen Test zu Allgemeinwissen, Sprache, Logik und Konzentration, einem Sporttest mit Ausdauer- und Kraftübungen, einer polizeiärztlichen Untersuchung zur Feststellung der Polizeidiensttauglichkeit sowie einem strukturierten Auswahlgespräch oder Assessment-Center.
Wer das Auswahlverfahren besteht, beginnt den Vorbereitungsdienst. Am Ende der zwei- bis dreijährigen Ausbildung beziehungsweise des Studiums steht die LaufbahnprĂĽfung. Sie kombiniert schriftliche Klausuren, mĂĽndliche PrĂĽfungen und praktische Leistungsnachweise. Erst mit dem Bestehen dieser PrĂĽfung erwerben die Anwärterinnen und Anwärter die Laufbahnbefähigung und werden in das Beamtenverhältnis ĂĽbernommen. Eine sorgfältige Vorbereitung auf Sporttest und schriftlichen Teil erhöht die Chancen deutlich – viele Landespolizeien bieten hierzu Informationsveranstaltungen und Ăśbungsmaterial an.
Häufige Fragen zum Berufswechsel in den Polizeidienst
Polizistin oder Polizist ist für viele Menschen ein Traumberuf, den sie im Rahmen einer beruflichen Umorientierung ergreifen möchten. Vorab sollte man sich gut informieren und den folgenden Tipp aus unserer Redaktion beherzigen, denn ansonsten kommt es mitunter zu einem bösen Erwachen.
Sammeln Sie vorab erste Erfahrungen bei der Polizei
Außenstehende haben oft idealisierte Vorstellungen von der Polizeiarbeit. Damit man nicht erst während des Vorbereitungsdienstes erfährt, was es wirklich heißt, Polizist oder Polizistin zu sein, sollte man bereits im Vorfeld Erfahrungen sammeln. Ein Praktikum bei der Polizei oder der Besuch einer Informationsveranstaltung gewährt tiefe Einblicke in den beruflichen Alltag. Danach lässt sich bewusst für oder gegen den Polizeidienst entscheiden.






