Umschulung zur Kinderpflegerin
Das Wichtigste in KĂĽrze
- Die Umschulung zur Kinderpflegerin oder zum Kinderpfleger erfolgt in der Regel schulisch an einer Berufsfachschule oder einem Berufskolleg und dauert je nach Bundesland und Lehrgangsform zwei bis drei Jahre.
- Als Zugangsvoraussetzung genügt meist der Hauptschulabschluss; eine einschlägige Vorbildung ist nicht erforderlich.
- Die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter kann die Umschulung über einen Bildungsgutschein fördern und den Lebensunterhalt sichern, sofern die Maßnahme AZAV-zertifiziert ist.
- Kinderpfleger/innen arbeiten in Kindergärten, Kitas, Horten, Kinderheimen und Krankenhäusern; wegen des Fachkräftemangels sind die Jobaussichten gut.
- Das Bruttojahresgehalt liegt meist zwischen rund 22.000 und 30.000 Euro und ist tariflich (TVöD-SuE) klar geregelt.
Die Umschulung zur Kinderpflegerin beziehungsweise zum Kinderpfleger fĂĽhrt Menschen mit sozialer Ader in einen gefragten pädagogischen Beruf. Wer im bisherigen Beruf keine Perspektive mehr hat und gerne mit Kindern arbeitet, findet ĂĽber eine schulische Umschulung an einer Berufsfachschule den Weg in einen beruflichen Neustart – häufig gefördert durch die Agentur fĂĽr Arbeit.
Im gesamten pädagogischen Bereich fehlt es an Fachkräften, wodurch Kinderpfleger/innen gute Aussichten auf eine feste Anstellung haben. Wer den Quereinstieg plant, sollte die zweite Berufswahl bewusst treffen und sich vorab über Ablauf, Dauer und Finanzierung informieren. Im Zuge einer Beratung beim Arbeitsamt lassen sich viele Fragen klären, doch eine eigene Recherche zahlt sich aus.
Berufsbild, Karrierechancen und Verdienst im Ăśberblick
Wer den Beruf der Kinderpflegerin beziehungsweise des Kinderpflegers ergreifen möchte, sollte sich eingehend mit dem Berufsbild befassen. Der Arbeitsalltag besteht vor allem aus der Betreuung, Erziehung und Pflege von Säuglingen, Kindern und Jugendlichen. Dabei agieren Kinderpfleger/innen elternergänzend oder elternersetzend und arbeiten meist im Team mit Erzieherinnen und Erziehern. Sie finden in den folgenden Bereichen Beschäftigung:
- Kindergärten und Kindertagesstätten
- Horte
- Schulen
- Kinderheime
- Kinderkrankenhäuser
- Behindertenhilfe
- Kinder- und Jugendhilfe
Ein Job im pädagogischen Bereich sollte auch Berufung sein, doch die Verdienstmöglichkeiten spielen ebenfalls eine Rolle. Das Bruttojahresgehalt liegt je nach Bundesland, Träger und Berufserfahrung meist zwischen rund 22.000 und 30.000 Euro. Bei öffentlichen und kirchlichen Trägern richtet sich die Vergütung nach dem Tarifvertrag für den Sozial- und Erziehungsdienst (TVöD-SuE), der eine planbare Gehaltsentwicklung sichert.
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So läuft die Umschulung zur Kinderpflegerin ab
Angehende Kinderpfleger/innen absolvieren üblicherweise eine schulische Ausbildung an einer Berufsfachschule oder an einem Berufskolleg. Teilweise gibt es auch die Möglichkeit einer berufsbegleitenden oder praxisintegrierten Ausbildung. Neben dem Unterricht stehen praktische Einsätze in einer pädagogischen Einrichtung an. Dieser Weg steht auch denjenigen offen, die bereits einen anderen Beruf erlernt haben und nun umsatteln möchten.
Unabhängig von der Lehrgangsform geht es in der Qualifizierung zur Kinderpflegerin typischerweise um die folgenden Inhalte, die auch Gegenstand der staatlichen Abschlussprüfung sind:
- Pädagogik
- Didaktik
- Psychologie
- Sozialkunde
- Kommunikation
- Gesundheitslehre und Pflege
- Organisation
- Recht
Voraussetzungen, Dauer und Kosten
Umschüler/innen, die einen nachhaltigen Quereinstieg in die Kinderpflege planen, sollten die Rahmenbedingungen der Qualifizierung kennen. Grundsätzlich sollten sie mindestens den Hauptschulabschluss mitbringen. Eine einschlägige Vorbildung wird nicht verlangt, wobei sich echte Umschulungsmaßnahmen an Menschen mit einer bereits abgeschlossenen ersten Ausbildung richten.
Die Ausbildung beziehungsweise Umschulung zur Kinderpflegerin nimmt je nach Bundesland und Lehrgangsform zwei bis drei Jahre in Anspruch. Staatliche Schulen verlangen kein Schulgeld, während private Institutionen Gebühren erheben. Zusätzlich müssen die angehenden Kinderpfleger/innen ihren laufenden Lebensunterhalt finanzieren. Genau hier setzt die Förderung durch das Arbeitsamt an.
Die Umschulung lässt sich über das Arbeitsamt finanzieren
Umschüler/innen geraten mitunter unter finanziellen Druck und haben schon bei der Recherche den Eindruck, sie könnten sich den beruflichen Neuanfang nicht leisten. Dem ist aber nicht so, denn über die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter kann die Umschulung gefördert werden.
Angehende Kinderpfleger/innen können einerseits einen Bildungsgutschein erhalten, durch den die Umschulungskosten übernommen werden, und andererseits Hilfen zum Lebensunterhalt. Voraussetzung ist, dass die Maßnahme nach der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV) zertifiziert ist und ein persönliches Beratungsgespräch stattgefunden hat. Ob eine Förderung bewilligt wird, entscheidet die zuständige Vermittlungsfachkraft im Einzelfall. Einen Überblick über weitere Berufe gibt unsere Übersicht zur Umschulung über das Arbeitsamt.
Insbesondere die folgenden Eigenschaften schaffen die Basis fĂĽr einen gelungenen Neustart:
- Offenheit
- Einfühlungsvermögen
- Toleranz
- Geduld
- Durchsetzungsvermögen
- Kommunikationsstärke
- Einsatzbereitschaft
- Organisationsgeschick
Ansonsten kommen ebenfalls die folgenden Fortbildungen in Betracht:
- Fachwirt/in – Organisation und FĂĽhrung (Sozial)
- Betriebswirt/in – Sozialwesen
- Fachwirt/in – Erziehungswesen
Auch ein berufsbegleitendes Studium ist eine Option. Per Fernstudium oder anderweitigem Teilzeitstudium können berufstätige Kinderpfleger/innen nebenbei studieren und einen akademischen Grad in beispielsweise Bildungswissenschaft, Pädagogik, Sozialer Arbeit, Heilpädagogik oder Pädagogischer Psychologie erlangen.
Anbieter und Stellenangebote finden
Wer den Quereinstieg in die Kinderpflege per Umschulung schaffen will, braucht einen verlässlichen Partner für die Qualifizierungsphase. Die Suche nach geeigneten Anbietern verdient somit viel Aufmerksamkeit. Interessierte können sich beim Arbeitsamt beraten lassen und in der Weiterbildungsdatenbank KURSNET der Bundesagentur für Arbeit nach AZAV-zugelassenen Anbietern in ihrer Region suchen. Neben Berufsfachschulen und Berufskollegs sind hier auch die Wohlfahrtsverbände zu nennen.
Daher lohnt es sich, frühzeitig nach Stellenangeboten zu suchen und diese zu studieren. So werden angehende Umschüler/innen auf mögliche Arbeitsstellen aufmerksam und können sich zugleich ein Bild von den Anforderungen und Tätigkeiten machen. Die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit liefert dafür einen guten regionalen Überblick.
Alternativen zur Umschulung zur Kinderpflegerin
Von Alternativlosigkeit kann bei der Umschulung zur Kinderpflegerin keine Rede sein. Das belegen unter anderem die folgenden Berufe, die sich gegebenenfalls als Umschulungsalternativen eignen:
- Heilerziehungspfleger/in
- Haus- und Familienpfleger/in
- Sozialassistent/in
- Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in
Der Berufsalltag als Kinderpfleger/in
Der Arbeitstag einer Kinderpflegerin beginnt oft mit dem Empfang der Kinder und einem kurzen Austausch mit den Eltern. Über den Tag hinweg begleiten Kinderpfleger/innen die Kleinen beim Spielen, Basteln, Essen und Ruhen, unterstützen bei der Körperpflege und fördern die sprachliche, motorische und soziale Entwicklung. Sie beobachten das Verhalten der Kinder, dokumentieren Entwicklungsschritte und geben diese an Erzieher/innen und Eltern weiter.
Ein großer Teil der Arbeit findet im Team statt. Kinderpfleger/innen unterstützen die Fachkräfte im pädagogischen Alltag und übernehmen zunehmend eigenverantwortliche Aufgaben. Der Beruf ist abwechslungsreich, aber auch körperlich und emotional fordernd, denn er verlangt Aufmerksamkeit, Belastbarkeit und eine hohe Verantwortung für das Wohl der anvertrauten Kinder. Wer diese Aufgaben mit Freude annimmt, erlebt einen erfüllenden Arbeitsalltag mit sichtbaren Ergebnissen.
Zum Alltag gehören außerdem die Vorbereitung von Bildungsangeboten, das Gestalten der Räume, die Begleitung bei Ausflügen und die enge Zusammenarbeit mit den Eltern. Kinderpfleger/innen sind damit wichtige Bezugspersonen, die den Kindern Sicherheit geben und ihre Entwicklung über einen langen Zeitraum begleiten. Gerade diese vertrauensvolle Beziehung macht für viele den besonderen Reiz des Berufs aus.
So läuft die Abschlussprüfung ab
Die Umschulung endet mit einer staatlichen Abschlussprüfung, die je nach Bundesland leicht unterschiedlich geregelt ist. Sie besteht in der Regel aus einem schriftlichen, einem praktischen und einem mündlichen Teil. Im schriftlichen Teil werden Fächer wie Pädagogik, Psychologie, Gesundheitslehre und Recht abgefragt. Der praktische Teil findet in einer pädagogischen Einrichtung statt, in der die angehenden Kinderpfleger/innen ihre Fähigkeiten im Umgang mit Kindern unter Beweis stellen.
Nach bestandener Prüfung führen Absolventinnen und Absolventen die Berufsbezeichnung staatlich geprüfte Kinderpflegerin beziehungsweise staatlich geprüfter Kinderpfleger. Dieser anerkannte Abschluss ist bundesweit ein solides Fundament für eine Anstellung im pädagogischen Bereich und die Basis für weiterführende Qualifizierungen. Wer die Prüfung nicht auf Anhieb besteht, kann einzelne Prüfungsteile in der Regel wiederholen.
Berufsaussichten und Arbeitsmarkt fĂĽr Kinderpfleger/innen
Der Arbeitsmarkt für pädagogische Fachkräfte ist seit Jahren angespannt. Der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz, der Ausbau der Ganztagsbetreuung an Grundschulen und ein hoher Bedarf an frühkindlicher Bildung sorgen dafür, dass Kindergärten und Kitas händeringend Personal suchen. Für ausgebildete Kinderpfleger/innen bedeutet das eine gute Verhandlungsposition und in vielen Regionen die freie Wahl des Arbeitgebers.
Besonders gefragt sind Kinderpfleger/innen in Ballungsräumen, wo der Bedarf an Betreuungsplätzen das Angebot deutlich übersteigt. Auch Teilzeitmodelle und flexible Arbeitszeiten sind in dieser Branche verbreitet, was den Beruf für Menschen mit familiären Verpflichtungen attraktiv macht. Wer bereit ist, sich weiterzubilden und zusätzliche Verantwortung zu übernehmen, kann die Beschäftigung langfristig sichern und die eigenen Aufstiegschancen deutlich verbessern.
Umschulung in Teilzeit und Vereinbarkeit mit der Familie
Nicht jede oder jeder kann eine schulische Umschulung in Vollzeit stemmen. Wer Kinder betreut oder Angehörige pflegt, ist auf flexible Modelle angewiesen. Einige Berufsfachschulen und Berufskollegs bieten die Ausbildung zur Kinderpflegerin deshalb in Teilzeit oder berufsbegleitend an. Der Unterricht verteilt sich dann auf mehr Wochen, sodass die tägliche Belastung sinkt.
Wichtig ist, die Teilzeitvariante frühzeitig mit der Vermittlungsfachkraft beim Arbeitsamt zu besprechen, da sich Förderdauer und Anspruch auf Unterhaltsleistungen an der Lehrgangsstruktur orientieren. Auch die praktischen Einsätze lassen sich in manchen Einrichtungen mit familienfreundlichen Arbeitszeiten kombinieren. So wird der berufliche Neustart auch für Menschen möglich, die nicht Vollzeit zur Verfügung stehen, und die Umschulung bleibt realistisch planbar.
Häufige Fragen zur Umschulung zur Kinderpflegerin
In Zusammenhang mit der Umschulung zur Kinderpflegerin ergeben sich zuweilen Fragen und Unsicherheiten. Genau für solche Fälle gibt es hier einen Tipp aus unserer Redaktion.
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Die persönliche Eignung als Kinderpfleger/in selbstkritisch zu hinterfragen, ist ein Anfang, reicht aber nicht immer aus. Interessierte sollten in die Praxis eintauchen und als Hilfskräfte oder Praktikanten hautnah erleben, was es bedeutet, Kinderpfleger/in zu sein. So gewinnt man einen echten Eindruck und kann dann die richtige Berufswahl für den Neuanfang treffen.






