Umschulung zur Hebamme - Quereinstieg über das Arbeitsamt

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DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

  • Der Weg in den Hebammenberuf führt seit dem Hebammenreformgesetz über ein duales Bachelorstudium (Hebammenwissenschaft). Die klassische schulische Ausbildung durfte letztmals 2022 beginnen und läuft bis 31.12.2027 aus.
  • Als Quereinstieg gilt heute vor allem der Zugang mit abgeschlossener Pflegeausbildung (Pflegefachfrau/-mann, Gesundheits- und Krankenpflege) - damit erfüllt man die Zugangsvoraussetzung auch ohne Abitur.
  • Das duale Studium dauert in Vollzeit sechs bis acht Semester und verbindet Theorie mit mindestens 2.200 Praxisstunden in einer Kooperationsklinik.
  • Angestellte Hebammen im Krankenhaus verdienen nach Tarif etwa 3.400 bis 3.600 Euro brutto zum Einstieg, mit Erfahrung rund 3.800 bis 4.500 Euro.
  • Das duale Studium wird über die Studienvergütung finanziert; ein Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit greift meist nur für vorbereitende Maßnahmen, nicht für das Studium selbst.
6 bis 8 SemesterDauerVollzeit / je nach Lehrgang
3.400-3.600 €Verdienstbrutto/Monat
Bachelor möglichAbschlussAnerkannte Qualifikation
BildungsgutscheinFörderung§ 81 SGB III, AZAV-Träger

Der Weg zur Hebamme beziehungsweise zum Entbindungspfleger führt heute über ein duales Studium der Hebammenwissenschaft, das mit einem Bachelor of Science abschließt. Für Menschen, die aus einem anderen Beruf in die Geburtshilfe wechseln möchten, ist der klassische Quereinstieg dadurch anspruchsvoller, aber weiterhin möglich - besonders für Fachkräfte aus der Pflege. Wer werdende und junge Eltern begleiten und Babys auf die Welt helfen möchte, findet auf dieser Seite die zentralen Fakten zu Voraussetzungen, Ablauf, Verdienst und Förderung.

Werdende Eltern wissen aus eigener Erfahrung, dass eine Hebamme für die Nachsorge oft schwer zu finden ist. Außerhalb der Kliniken gibt es vergleichsweise wenige Hebammen, der Bedarf an Betreuung ist hoch. Wer in der Geburtshilfe seine Berufung sieht und im ursprünglichen Beruf Perspektivlosigkeit erlebt, kann den Wechsel angehen - über die Agentur für Arbeit lassen sich Beratung und mögliche Fördermittel klären.

Hebamme betreut eine Schwangere - Umschulung und Quereinstieg in die Geburtshilfe über das Arbeitsamt

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Inhaltsverzeichnis

Berufsbild, Aufgaben und Arbeitsorte der Hebamme

Hebammen und Entbindungspfleger sind wichtige Ansprechpartner für werdende und junge Eltern. Sie begleiten die Frauen durch die Schwangerschaft, betreuen sie während der Entbindung und stehen ihnen auch nach der Geburt mit Rat und Tat zur Seite. Die Betreuung umfasst somit die ganze Zeit von der Schwangerschaft bis zur Stillzeit. In dieser sensiblen Lebensphase sind Hebammen enge Vertraute, wenn es um Beschwerden, Sorgen und Ängste geht.

Der Beruf besteht nicht nur aus der reinen Geburtsbegleitung, sondern umfasst weitaus mehr: Vorsorgeuntersuchungen, Geburtsvorbereitung, Wochenbettbetreuung, Stillberatung und Rückbildung gehören ebenso dazu. Wer diesen Beruf ergreifen möchte, sollte sich der Breite der Aufgaben bewusst sein. Beschäftigungsmöglichkeiten bestehen vor allem in den folgenden Bereichen:

Schwangere und junge Mütter zu begleiten und Babys auf die Welt zu helfen, sind erfüllende Aufgaben. Wer in der Entbindungspflege tätig ist, muss aber auch seinen Lebensunterhalt verdienen. Angestellte Hebammen im Krankenhaus werden in der Regel nach Tarif (TVöD) vergütet und verdienen zum Einstieg etwa 3.400 bis 3.600 Euro brutto im Monat. Mit Berufserfahrung und je nach Träger, Region und Zusatzaufgaben liegt die Spanne im Verlauf grob bei 3.800 bis 4.500 Euro brutto monatlich. Freiberuflich tätige Hebammen rechnen dagegen über Gebührenpositionen mit den Krankenkassen ab, ihr Einkommen hängt stark von der Auslastung und der Haftpflichtsituation ab.


So gelingt der Quereinstieg in den Hebammenberuf

Wenn es um einen Berufswechsel geht, ist der Weg in den Hebammenberuf eine große Chance auf eine zweite Karriere in der Geburtshilfe. Anders als früher erfolgt der Einstieg heute jedoch nicht mehr über eine rein schulische Ausbildung, sondern über ein duales Studium der Hebammenwissenschaft. Diese Akademisierung sollten Interessierte von Anfang an ernst nehmen.

Für Quereinsteiger ist entscheidend, dass das Gesetz zwei Zugangswege kennt: eine mindestens zwölfjährige Schulbildung (Abitur oder Fachhochschulreife) oder eine abgeschlossene Berufsausbildung in der Pflege. Gerade der zweite Weg macht den Quereinstieg möglich: Wer bereits als Pflegefachfrau, Pflegefachmann oder in der Gesundheits- und Krankenpflege ausgebildet ist, erfüllt die Zugangsvoraussetzung auch ohne Abitur und kann sich regulär für das duale Studium bewerben. Wer aus einem fachfremden Beruf kommt und keine Hochschulzugangsberechtigung besitzt, führt den Wechsel daher oft in zwei Schritten durch - zunächst eine Pflegeausbildung, anschließend das Hebammenstudium.

Auch das Arbeitsamt informiert über die Wege in den Beruf. Eine erste Orientierung bietet zudem der Überblick über die Umschulung über das Arbeitsamt, in dem die Förderlogik für berufliche Neuausrichtungen erklärt wird.

Voraussetzungen, Dauer und Kosten des dualen Studiums

Das duale Studium der Hebammenwissenschaft setzt neben der Hochschulzugangsberechtigung oder der abgeschlossenen Pflegeausbildung weitere Punkte voraus: gesundheitliche Eignung, ein einwandfreies Führungszeugnis und in der Regel Deutschkenntnisse auf mindestens B2-Niveau. Viele Hochschulen verlangen zudem ein mehrwöchiges hebammenrelevantes Praktikum vor Studienbeginn.

In Vollzeit dauert das Studium sechs bis acht Semester, häufig sind es sieben Semester mit 210 ECTS-Punkten. Es verbindet mindestens 2.200 Stunden Theorie mit mindestens 2.200 Praxisstunden in einer Kooperationsklinik sowie in außerklinischen Einsatzstellen wie Geburtshäusern und der ambulanten Hebammenarbeit. Zum Abschluss steht die Bachelorprüfung, die zugleich die staatliche Prüfung zur Hebamme umfasst.

Bei den Kosten unterscheidet sich das duale Studium deutlich von einer klassischen schulischen Umschulung: Studiengebühren fallen an staatlichen Hochschulen in der Regel nicht an, dafür schließen Studierende einen Vertrag mit der Kooperationsklinik und erhalten während des gesamten Studiums eine monatliche Vergütung. Diese Studienvergütung sichert den Lebensunterhalt. Wer die Voraussetzungen erst noch schaffen muss, sollte die Finanzierung dieser vorbereitenden Phase mit der Agentur für Arbeit besprechen.


Das Ende der schulischen Hebammenausbildung

Die Ausbildung zur Hebamme fand bis vor Kurzem in schulischer Form an Berufsfachschulen statt und konnte teils auch berufsbegleitend in Teilzeit absolviert werden. Mit dem Hebammenreformgesetz wurde der Beruf jedoch grundlegend akademisiert. Neue schulische Kurse durften letztmals bis Ende 2022 beginnen.

Wer eine solche schulische Ausbildung noch begonnen hat, kann sie bis spätestens 31. Dezember 2027 abschließen. Danach ist der Zugang zum Beruf ausschließlich über das duale Studium nach dem Hebammengesetz möglich. Für alle, die den Berufswechsel heute neu planen, ist der schulische Weg damit praktisch keine Option mehr - die realistische Route führt über das duale Studium.


Diese Menschen eignen sich für den Hebammenberuf

Der Beruf schafft die Basis für einen Neustart in der Geburtshilfe, verlangt aber persönliche Eignung. Über diesen Schritt sollten vor allem Menschen nachdenken, die medizinisch interessiert, offen und einfühlsam sind. Ebenso wichtig sind Verantwortungsbewusstsein, Zuverlässigkeit, Belastbarkeit und Organisationsgeschick, denn Hebammen tragen in sensiblen Situationen große Verantwortung und arbeiten häufig im Schichtdienst.

Alternativen zum Beruf der Hebamme

Wer sich mit dem Hebammenweg nicht ganz sicher ist und eine größere Auswahl möchte, sollte verwandte Gesundheitsberufe in Betracht ziehen. Naheliegend sind die Ausbildungen zur Pflegefachfrau beziehungsweise zum Pflegefachmann und zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Weitere Wege im Gesundheits- und Sozialwesen führen etwa über eine Umschulung zur Krankenschwester oder eine Umschulung zum Erzieher.


Weiterbildungsmöglichkeiten für Hebammen

Wer sich für eine Laufbahn als Hebamme entscheidet und die Qualifizierung absolviert hat, sollte das Lernen nach der staatlichen Prüfung nicht an den Nagel hängen. Das lebenslange Lernen ist im Gesundheitswesen fest verankert. Neben Seminaren und Anpassungsqualifizierungen stehen vor allem die folgenden Fortbildungen zur Auswahl:

Darüber hinaus können Hebammen auch berufsbegleitend weiterstudieren, etwa im Rahmen eines Fernstudiums oder eines anderen Teilzeitstudiums. Einen Überblick über geförderte Aufbauqualifikationen bietet die Seite zur Weiterbildung über das Arbeitsamt. Die folgenden Fächer bieten sich für ein weiterführendes Studium besonders an:


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Vorteile eines Fernstudiums für ausgebildete Hebammen

Bereits qualifizierte Hebammen und Entbindungspfleger, die ihren Abschluss noch auf schulischem Weg erworben haben, können die Akademisierung ihres Berufs berufsbegleitend nachziehen. Anstelle einer klassischen Weiterbildung bietet sich dafür ein Studium neben dem Beruf an. Besonders reizvoll ist ein Fernstudium, das die folgenden Vorteile bietet:

Ein Fernstudium im Bereich Hebammenwissenschaft oder Gesundheitswesen kann somit gleich mehrfach punkten. Es richtet sich weniger an Quereinsteiger, sondern vielmehr an bereits ausgebildete Fachkräfte, die ihren Berufsabschluss um einen akademischen Grad ergänzen möchten.


Der Berufsalltag als Hebamme

Der Arbeitsalltag einer Hebamme ist abwechslungsreich und in vielen Fällen von Schichtdienst geprägt. Im Kreißsaal einer Klinik betreuen Hebammen Frauen während der Geburt, überwachen Wehen und Herztöne, leiten Spontangeburten und assistieren bei ärztlichen Eingriffen. Kein Geburtsverlauf gleicht dem anderen, was den Beruf fordernd, aber auch erfüllend macht.

Neben der eigentlichen Geburtshilfe umfasst der Alltag die Vorsorge in der Schwangerschaft, Geburtsvorbereitungskurse, die Wochenbettbetreuung zu Hause, Stillberatung und Rückbildungsgymnastik. Wer freiberuflich arbeitet, plant seine Termine selbst und ist häufig mit dem Auto zu den Familien unterwegs. Zum Berufsalltag gehören außerdem eine sorgfältige Dokumentation, die enge Zusammenarbeit mit Ärztinnen und Ärzten sowie der Umgang mit emotional belastenden Situationen. Verantwortungsbewusstsein und ein ruhiges Auftreten sind deshalb im täglichen Umgang mit werdenden Eltern unverzichtbar.


Berufsaussichten und Arbeitsmarkt

Die Aussichten für ausgebildete Hebammen sind gut. In vielen Regionen fehlt es an Fachkräften, insbesondere in der ambulanten Betreuung und im Wochenbett. Werdende Eltern berichten regelmäßig, dass sie schon früh in der Schwangerschaft nach einer freien Hebamme suchen müssen. Dieser Mangel sorgt dafür, dass gut ausgebildete Fachkräfte in Kliniken und im ambulanten Bereich gefragt sind.

Gleichzeitig ist der Arbeitsmarkt differenziert zu betrachten. Feste Anstellungen in Kliniken sind an das Vorhandensein einer Geburtsstation gebunden, und manche kleinere Häuser haben ihre Kreißsäle geschlossen. Wer flexibel ist und auch die freiberufliche Tätigkeit oder die Arbeit im Geburtshaus in Betracht zieht, hat deutlich mehr Möglichkeiten. Offene Stellen lassen sich über die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit sowie über die Karriereportale der Kliniken finden. Insgesamt gilt der Beruf als zukunftssicher, weil Geburtshilfe eine dauerhaft benötigte Leistung im Gesundheitswesen ist.


So läuft die staatliche Prüfung ab

Im dualen Studium ist die staatliche Prüfung in die Bachelorprüfung integriert. Sie besteht aus einem schriftlichen, einem mündlichen und einem praktischen Teil. Im schriftlichen Teil werden Kenntnisse aus Bereichen wie Geburtshilfe, Anatomie, Pharmakologie und den Bezugswissenschaften abgefragt. Der mündliche Teil vertieft ausgewählte Themen im Prüfungsgespräch.

Der praktische Teil ist das Herzstück: Hier zeigen die angehenden Hebammen am Modell und in realen Betreuungssituationen, dass sie eine Geburt begleiten, Vorsorge- und Wochenbettuntersuchungen durchführen und in kritischen Momenten richtig handeln können. Erst nach dem Bestehen aller Teile wird die Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung Hebamme erteilt. Wer die reformierte schulische Ausbildung noch bis Ende 2027 abschließt, legt eine vergleichbare staatliche Prüfung ab, allerdings ohne den akademischen Grad.


Förderung durch die Agentur für Arbeit

Weil der Zugang zum Beruf heute über ein Hochschulstudium führt, greift die klassische Umschulungsförderung nach den Paragrafen 81 und 82 SGB III für das Hebammenstudium selbst in der Regel nicht. Diese Förderung ist vor allem auf berufsfachschulische Umschulungen zugeschnitten. Für das duale Studium sind die üblichen Finanzierungswege daher die Studienvergütung der Kooperationsklinik sowie gegebenenfalls BAföG.

Ein Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters kann trotzdem sinnvoll sein: Er kommt für vorbereitende und zugelassene Maßnahmen in Betracht, etwa für Berufsorientierung, Coachings oder Vorqualifizierungen, die den Weg in den Beruf ebnen. Ob eine Maßnahme förderfähig ist, hängt immer von der individuellen Situation ab und wird im Beratungsgespräch geklärt. Wer den Wechsel plant, sollte deshalb frühzeitig ein Gespräch bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter führen und parallel die Studienfinanzierung prüfen. Zugelassene Anbieter für vorbereitende Weiterbildungen findet man über KURSNET der Bundesagentur für Arbeit.


Häufige Fragen zur Umschulung zur Hebamme

Kann man sich noch klassisch zur Hebamme umschulen lassen?
Eine rein schulische Umschulung ist praktisch keine Option mehr. Seit dem Hebammenreformgesetz durften neue schulische Kurse letztmals 2022 beginnen und laufen bis Ende 2027 aus. Der reguläre Weg in den Beruf führt heute über ein duales Bachelorstudium der Hebammenwissenschaft. Ein Quereinstieg ist über dieses Studium möglich, häufig mit einer vorherigen Pflegeausbildung als Zugang.
Welche Voraussetzungen brauche ich für das Hebammenstudium?
Erforderlich ist entweder eine Hochschulzugangsberechtigung durch mindestens zwölf Jahre Schulbildung oder eine abgeschlossene Pflegeausbildung, etwa als Pflegefachfrau oder in der Gesundheits- und Krankenpflege. Hinzu kommen gesundheitliche Eignung, ein einwandfreies Führungszeugnis und meist Deutschkenntnisse auf B2-Niveau. Viele Hochschulen verlangen zusätzlich ein hebammenrelevantes Praktikum vor Studienbeginn.
Wie lange dauert der Weg zur Hebamme?
Das duale Studium der Hebammenwissenschaft dauert in Vollzeit sechs bis acht Semester, häufig sind es sieben Semester. Es verbindet mindestens 2.200 Theoriestunden mit mindestens 2.200 Praxisstunden. Quereinsteiger ohne Hochschulreife, die zuerst eine Pflegeausbildung absolvieren, sollten für den gesamten Weg entsprechend mehr Zeit einplanen, da die Ausbildung dem Studium vorausgeht.
Wie viel verdient eine Hebamme?
Angestellte Hebammen im Krankenhaus werden meist nach Tarif (TVöD) vergütet. Zum Einstieg liegt das Bruttogehalt etwa bei 3.400 bis 3.600 Euro im Monat. Mit Berufserfahrung und je nach Träger, Region und Zusatzaufgaben bewegt sich die Spanne im Verlauf grob zwischen 3.800 und 4.500 Euro brutto. Freiberufliche Hebammen rechnen über Gebühren mit den Krankenkassen ab; ihr Einkommen hängt von der Auslastung ab.
Kann ich mit einer Pflegeausbildung Hebamme werden?
Ja, das ist der wichtigste Quereinstieg. Eine abgeschlossene Ausbildung als Pflegefachfrau, Pflegefachmann oder in der Gesundheits- und Krankenpflege erfüllt die gesetzliche Zugangsvoraussetzung für das duale Studium auch ohne Abitur. Pflegekräfte bringen zudem medizinisches Grundwissen und Erfahrung im Umgang mit Patientinnen mit, was den Studienstart erleichtert. Die Bewerbung erfolgt regulär an einer Hochschule mit Kooperationsklinik.
Zahlt das Arbeitsamt das Hebammenstudium?
Die klassische Umschulungsförderung nach SGB III greift für das Hochschulstudium in der Regel nicht, weil sie auf berufsfachschulische Umschulungen ausgelegt ist. Das duale Studium wird stattdessen über die Studienvergütung der Kooperationsklinik und gegebenenfalls über BAföG finanziert. Ein Bildungsgutschein kann jedoch vorbereitende, zugelassene Maßnahmen wie Berufsorientierung fördern. Am besten klärt man die Möglichkeiten in einem Beratungsgespräch bei der Agentur für Arbeit.
Kann ich das Studium zur Hebamme verkürzen?
Ob sich die Studienzeit verkürzen lässt, hängt von Ihren Vorkenntnissen und den Regelungen der jeweiligen Hochschule ab. Angehende Hebammen mit einer bereits abgeschlossenen Pflegeausbildung können sich unter Umständen einzelne Leistungen anrechnen lassen, da die Praxisphasen und Theorieinhalte teils an vorhandenes Wissen anknüpfen. Eine pauschale Verkürzung ist jedoch nicht garantiert - klären Sie das immer direkt mit der Hochschule und Ihrer Kooperationsklinik.
Was lernt man in der Hebammenkunde?
Die Hebammenkunde vermittelt das fachliche Rüstzeug, um Schwangere, Gebärende und Wöchnerinnen zu begleiten und die Gesundheit von Mutter und Kind im Blick zu behalten. Neben theoretischem Wissen zu Schwangerschaft, Geburt und Nachsorge stehen die Praxisphasen in der Klinik im Mittelpunkt, in denen die Arbeit unter Anleitung eingeübt wird. So bereitet das Studium auf den Berufsalltag als Hebamme beziehungsweise Entbindungspfleger vor.
Hängt der Zugang zum Beruf vom Bundesland ab?
Die Ausbildung zur Hebamme ist bundesweit ein Bachelorstudium, das Land regelt jedoch das Angebot an Studienplätzen und die auslaufenden Hebammenschulen unterschiedlich. Die Frage Hebammenschule oder Studium stellt sich heute kaum noch, da der schulische Weg ausläuft und der Zugang in der Regel über die allgemeine Hochschulreife oder eine gleichwertige Qualifikation führt. Welche Hochschulen in Ihrem Bundesland ausbilden und mit welchen Kliniken sie kooperieren, erfahren Sie am besten direkt bei den Anbietern vor Ort.

Achtung! Tipp aus der Redaktion

Werdende Eltern stellen vielfach fest, dass es nicht genug Hebammen gibt, die junge Mütter abseits der eigentlichen Entbindung betreuen. Dadurch kommen einige Frauen während der Familienphase auf die Idee, selbst einen Beitrag zu leisten und zugleich neue berufliche Perspektiven zu entwickeln. Die begrenzten festen Stellenangebote in Kliniken sind dann eine Herausforderung. Der folgende Tipp aus unserer Redaktion soll helfen, tragfähige Perspektiven zu entwickeln.

Denken Sie über eine Existenzgründung im Anschluss an die Qualifizierung nach

Krankenhäuser, Geburtshäuser, gynäkologische Praxen und Beratungsstellen sind typische Arbeitsorte für Hebammen, haben aber oft nur begrenzte feste Stellen. Angesichts der hohen Nachfrage in der Nachsorge kann es ein vielversprechender Karriereschritt sein, sich freiberuflich niederzulassen oder eine eigene Hebammenpraxis zu eröffnen. So schafft man sich seinen Arbeitsplatz selbst. Wer diesen Weg anstrebt, sollte zunächst Praxiserfahrung sammeln, die Berufshaftpflicht klären und das Vorhaben sorgfältig planen.