Umschulung Psychologischer Berater - Quereinstieg über das Arbeitsamt
Eine klassische Umschulung im Fach Psychologie gibt es nicht, denn Psychologie ist ein akademisches Studienfach und kein anerkannter Ausbildungsberuf. Wer über das Arbeitsamt einen Quereinstieg in das psychologische Feld sucht, hat trotzdem mehrere Wege: eine berufsbegleitende Weiterbildung zum Psychologischen Berater, einen anerkannten Gesundheitsberuf wie Heilpraktiker für Psychotherapie oder ein berufsbegleitendes Psychologiestudium. Welcher Weg passt, hängt vom Ziel, von den Vorkenntnissen und von der Förderfähigkeit der Maßnahme ab.
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
- Psychologie ist ein Studienfach, keine anerkannte Umschulung - ein echter Umschulungsberuf existiert hier nicht.
- Der Weg zum Psychologischen Psychotherapeuten führt über ein Psychologiestudium plus Approbationsausbildung und ist streng gesetzlich geregelt.
- Für den Quereinstieg eignen sich vor allem die Weiterbildung zum Psychologischen Berater sowie anerkannte Wege wie Heilpraktiker für Psychotherapie.
- Psychologischer Berater ist keine geschützte Berufsbezeichnung - eine staatliche Anerkennung des Zertifikats gibt es nicht.
- Ist eine Maßnahme AZAV-zugelassen, kann das Arbeitsamt sie über einen Bildungsgutschein fördern; reine Anbieter-Zertifikatskurse sind oft nicht förderfähig.
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Inhaltsverzeichnis
- Karrierechancen und Verdienst in der Psychologie
- Der Weg zum Psychologischen Berater
- Persönliche Eignung für die psychologische Beratung
- Anerkennung und rechtlicher Rahmen
- Anerkannte Alternativen zur Psychologie-Umschulung
- Förderung über das Arbeitsamt
- Stellenmarkt für Quereinsteiger
- Weiterbildung und Studium in der Psychologie
- Der Berufsalltag in der psychologischen Beratung
- Berufsaussichten und Arbeitsmarkt
- Beratung, Coaching und Therapie im Vergleich
- Häufige Fragen zur Umschulung Psychologie

Karrierechancen und Verdienst in der Psychologie
Die Psychologie versteht sich als die Lehre vom menschlichen Erleben und Verhalten. Im Gesundheitswesen, im Personalwesen, im Bildungssektor und in vielen anderen Bereichen sind die daraus resultierenden Kenntnisse und Kompetenzen gefragt. Dementsprechend ergeben sich vielfältige Einsatzfelder aus einer psychologischen Qualifikation. Das Spektrum reicht vom Psychologischen Berater über den Business Coach und Berufspädagogen bis hin zum approbierten Psychotherapeuten. Auch eine wissenschaftliche Laufbahn in Forschung und Lehre ist möglich.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen geschützten und ungeschützten Tätigkeiten. Der Titel Psychologe setzt in der Regel ein abgeschlossenes Psychologiestudium voraus; psychotherapeutisch behandeln darf nur, wer approbiert ist oder eine Erlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz besitzt. Beratung und Coaching ohne Heilbehandlung sind dagegen frei zugänglich.
Die Verdienstmöglichkeiten hängen stark vom konkreten Berufsbild ab. Ein Psychologischer Berater bewegt sich je nach Auftragslage und Selbstständigkeit häufig zwischen rund 30.000 und 55.000 Euro brutto im Jahr. Approbierte Psychotherapeuten und studierte Psychologen im Gesundheitswesen liegen deutlich darüber. Es lohnt sich daher, im Rahmen der Recherche einzelne Berufsbilder gezielt zu vergleichen.
Der Weg zum Psychologischen Berater
Die berufsbegleitende Weiterbildung zum Psychologischen Berater beziehungsweise zur Psychologischen Beraterin lässt sich häufig in Teilzeit oder als Fernkurs absolvieren und bietet damit zeitliche und örtliche Flexibilität. Die Teilnehmenden erwerben ein Zertifikat des jeweiligen Anbieters und befassen sich vor allem mit den folgenden Themen:
- Grundlagen der Psychologie
- Pädagogik
- Didaktik
- Wahrnehmung
- Persönlichkeit
- Beratung
- Mediation
- Kommunikation
Voraussetzungen, Dauer und Kosten des Quereinstiegs
Die Qualifizierung zum Psychologischen Berater ist nicht einheitlich geregelt, weshalb es von Anbieter zu Anbieter große Unterschiede gibt. Die folgende Übersicht verdeutlicht dies:
- Voraussetzung: in der Regel keine besonderen Zulassungsvoraussetzungen
- Dauer: je nach Anbieter meist einige Monate bis über ein Jahr
- Kosten: variabel, oft im vierstelligen Bereich
In der Regel werden alle Interessierten zugelassen. Wie lange der Kurs dauert und welche Kosten entstehen, hängt vom Anbieter ab. Hier lohnt es sich, mehrere Anbieter zu kontaktieren und das kostenlose Informationsmaterial unverbindlich anzufordern. Wer eine Förderung anstrebt, sollte gezielt nach AZAV-zugelassenen Angeboten über KURSNET der Bundesagentur für Arbeit suchen.
Formal müssen angehende Umschüler im psychologischen Bereich keine hohen Hürden nehmen. Sie dürfen allerdings nicht vergessen, dass es in der psychologischen Beratung in besonderem Maße auf die persönliche Eignung ankommt.
Persönliche Eignung für die psychologische Beratung
Da in der Beratung der Umgang mit belastenden Lebenssituationen zum Alltag gehört, ist die persönliche Eignung oft wichtiger als formale Vorbildung. Sie basiert vor allem auf den folgenden Kriterien:
- mentale Stärke
- Empathie
- Offenheit
- Toleranz
- Selbstsicherheit
- Zuverlässigkeit
- Verantwortungsbewusstsein
- Stressresistenz
- Kommunikationsstärke
- lösungsorientiertes Denken
- Einsatzbereitschaft
Anerkennung und rechtlicher Rahmen
Wer sich zum Psychologischen Berater weiterbilden lassen möchte, sollte wissen, dass es sich um keine geschützte Berufsbezeichnung handelt. Eine staatliche Anerkennung des Zertifikats gibt es folglich nicht, und die Inhalte der Kurse können sich zwischen den Anbietern stark unterscheiden.
Wichtig ist die Abgrenzung zur Heilkunde: Sobald psychische Störungen mit Krankheitswert behandelt werden sollen, greift das Psychotherapeutengesetz beziehungsweise das Heilpraktikergesetz. Reine Beratung, Coaching und Persönlichkeitsentwicklung ohne Heilbehandlung sind davon nicht betroffen. Wer therapeutisch arbeiten will, benötigt daher entweder eine Approbation oder die Erlaubnis als Heilpraktiker für Psychotherapie.
Anerkannte Alternativen zur Psychologie-Umschulung
All diejenigen, die einen Quereinstieg in den psychologischen Bereich beabsichtigen und einen anerkannten Abschluss anstreben, können auf eine der folgenden Qualifikationen ausweichen und gegebenenfalls eine entsprechende Aus- oder Weiterbildung absolvieren:
- Heilpraktiker/in für Psychotherapie (Erlaubnis nach amtsärztlicher Überprüfung)
- Fachkrankenpfleger/in für Psychiatrie
- Fachaltenpfleger/in für Psychiatrie
Auch verwandte soziale und gesundheitsnahe Berufe bieten sich als Quereinstieg an. Wer eine anerkannte Umschulung sucht, findet unter anderem Wege über eine Umschulung zum Heilpraktiker, den Beruf des Erziehers oder eine Umschulung im Bereich Soziale Arbeit. Ebenso relevant ist der Heilerziehungspfleger. Erwähnenswert ist zudem die Option eines Psychologiestudiums neben dem Beruf, mit dem sich nebenbei ein akademischer Grad erlangen lässt.
Einen Überblick über alle Wege und Berufe bietet unsere Seite zur Umschulung über das Arbeitsamt. Wer sich zunächst weiterqualifizieren statt komplett umschulen möchte, findet passende Angebote im Bereich Weiterbildung über das Arbeitsamt.
Förderung über das Arbeitsamt
Ob das Arbeitsamt eine psychologische Qualifizierung fördert, hängt vor allem von der Zulassung der Maßnahme ab. Gefördert werden können Lehrgänge, die nach der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV) zugelassen sind. Solche Angebote lassen sich über KURSNET der Bundesagentur für Arbeit finden.
Das zentrale Förderinstrument ist der Bildungsgutschein. Er kann die Lehrgangskosten sowie Fahrt- und Betreuungskosten abdecken, wenn die Weiterbildung die Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessert. Reine Anbieter-Zertifikatskurse ohne AZAV-Zulassung, wie viele Fernkurse zum Psychologischen Berater, sind dagegen häufig nicht förderfähig und müssen selbst finanziert werden. In diesen Fällen kommen Ratenzahlungen oder ein Bildungskredit infrage. Ein Beratungsgespräch bei der Agentur für Arbeit klärt im Einzelfall, welche Maßnahme förderfähig ist.
Wer einen beruflichen Neustart im psychologischen Bereich plant, sollte frühzeitig aktuelle Stellenangebote sichten. So bekommt man ein Gefühl für den Arbeitsmarkt und erfährt, welche Profile besonders gesucht werden. Neben dem Angestelltenverhältnis ist gerade in der Beratung auch eine Selbstständigkeit eine ernsthafte Option.
Stellenmarkt für Quereinsteiger
Der Arbeitsmarkt im psychologischen und sozialen Bereich ist breit gefächert. Klassische Anstellungen für studierte Psychologen finden sich in Kliniken, Beratungsstellen, im Personalwesen großer Unternehmen und in der Forschung. Für Quereinsteiger ohne Studium sind vor allem Tätigkeiten in Beratung, Coaching, Prävention und im weiteren sozialen Umfeld realistisch.
Gerade in der Beratung und im Coaching arbeiten viele Fachkräfte selbstständig. Der Aufbau einer eigenen Praxis oder eines Beratungsangebots erfordert allerdings unternehmerisches Geschick, ein tragfähiges Netzwerk und Geduld, bis sich ein fester Klientenstamm gebildet hat. Eine sorgfältige Marktrecherche vor der Qualifizierung hilft, den eigenen Weg realistisch einzuschätzen.
Weiterbildung und Studium in der Psychologie
Die Psychologie ist ein spannendes Feld, das viele Menschen anspricht. Wer darin seine berufliche Zukunft sieht, sollte auf einer Basisqualifikation aufbauen und das lebenslange Lernen verfolgen. Zu diesem Zweck bieten sich unter anderem Seminare zu den folgenden Themen an:
- Psychotherapie
- Kommunikation
- Tiefenpsychologie
- Verhaltenstherapie
- Systemische Therapie
- Entspannungsverfahren
Psychologische Berater, Heilpraktiker für Psychotherapie und andere Fachkräfte aus dem psychologischen Bereich sollten bei ihrer Weiterbildungssuche auch die zunehmende Akademisierung berücksichtigen. Ein berufsbegleitendes Studium, etwa ein Fernstudium oder ein anderes Teilzeitstudium, kommt hier gelegen und kann sich unter anderem mit einem der folgenden Studiengänge befassen:
- Psychologie
- Soziale Arbeit
- Pädagogik
- Therapiewissenschaften
- Sozialpädagogik
- Heilpädagogik
Zu beachten ist, dass die Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten seit der Reform von 2020 neu geordnet ist. Sie führt heute über ein Bachelor- und Masterstudium der Psychologie mit anschließender Approbationsprüfung und Weiterbildung. Ein reiner Quereinstieg ohne Studium ist in diesen approbierten Beruf nicht möglich.
Der Berufsalltag in der psychologischen Beratung
Der Alltag in der psychologischen Beratung ist geprägt von Gesprächen. Berater begleiten Menschen in Umbruch- und Entscheidungssituationen, etwa bei beruflicher Neuorientierung, Konflikten in Partnerschaft und Familie oder bei Stress und Erschöpfung. Anders als in der Psychotherapie geht es dabei nicht um die Behandlung diagnostizierter Krankheiten, sondern um Orientierung, Klärung und die Stärkung eigener Ressourcen.
Eine typische Sitzung dauert oft 50 bis 90 Minuten. Zwischen den Terminen fallen Vor- und Nachbereitung, Dokumentation sowie bei Selbstständigen organisatorische Aufgaben wie Terminplanung, Abrechnung und Öffentlichkeitsarbeit an. Wer selbstständig arbeitet, gestaltet seine Arbeitszeiten flexibel, muss aber auch für Auslastung und Einkommen selbst sorgen.
Wichtig ist die klare Abgrenzung der eigenen Kompetenzen. Zeigt sich in der Beratung ein Verdacht auf eine behandlungsbedürftige psychische Erkrankung, gehört es zur Sorgfaltspflicht, an approbierte Psychotherapeuten oder Ärzte zu verweisen. Diese Grenze zu kennen und einzuhalten, schützt sowohl die Klienten als auch den Berater selbst.
Berufsaussichten und Arbeitsmarkt im psychologischen Bereich
Der Bedarf an psychologischer Unterstützung wächst. Themen wie Stress, Burnout, psychische Gesundheit am Arbeitsplatz und Vereinbarkeit von Beruf und Familie haben in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Für qualifizierte Beratung, Coaching und Prävention entsteht dadurch ein wachsender Markt, der auch Quereinsteigern Chancen bietet.
Gleichzeitig ist der Bereich stark umkämpft. Weil die Weiterbildung zum Psychologischen Berater ohne Zulassungsvoraussetzungen zugänglich ist, gibt es viele Anbieter dieser Leistung. Wer sich am Markt behaupten will, sollte sich auf ein klares Thema spezialisieren, etwa auf berufliche Neuorientierung, Paarberatung oder Stressbewältigung, und seine Qualifikation glaubwürdig belegen können. Ein anerkannter Zusatzabschluss wie der Heilpraktiker für Psychotherapie erweitert das Tätigkeitsfeld zusätzlich, weil er auch Heilbehandlung im gesetzlichen Rahmen erlaubt.
Für studierte Psychologen sind die Aussichten im Gesundheitswesen, in der Personalarbeit und in der Forschung stabil. Der Fachkräftebedarf in der psychotherapeutischen Versorgung ist unverändert hoch, allerdings ist der Zugang über Studium und Approbation streng geregelt.
Beratung, Coaching und Therapie im Vergleich
Wer sich für den psychologischen Bereich interessiert, sollte die zentralen Tätigkeitsformen sauber unterscheiden. Die psychologische Beratung richtet sich an Menschen ohne behandlungsbedürftige Erkrankung und unterstützt bei Lebensfragen und Entscheidungen. Coaching überschneidet sich damit, ist aber oft stärker auf berufliche Ziele und Leistungsthemen ausgerichtet. Beide Formen sind rechtlich frei zugänglich.
Die Psychotherapie dagegen ist Heilkunde: Sie behandelt psychische Störungen mit Krankheitswert und darf nur von approbierten Psychotherapeuten, Ärzten oder Heilpraktikern für Psychotherapie ausgeübt werden. Diese Unterscheidung ist nicht nur rechtlich wichtig, sondern hilft auch bei der Wahl des passenden Qualifizierungswegs. Wer beraten und begleiten möchte, kommt mit einer Beraterausbildung aus; wer behandeln will, muss den geregelten Weg über Approbation oder Heilpraktikererlaubnis gehen.
Häufige Fragen zur Umschulung Psychologie
Die Teilnahme an einer Qualifizierungsmaßnahme im Bereich Psychologie geht mit einigen Herausforderungen einher. Die Teilnehmenden müssen Zeit und Energie investieren, um das Wissen zu verinnerlichen, und sollten die Kosten im Blick behalten.
Klären Sie die Finanzierung und Förderfähigkeit vorab
Die teils hohen Lehrgangsgebühren und mitunter der laufende Lebensunterhalt sorgen für finanziellen Druck während einer psychologischen Qualifizierung. Davon sollte man sich nicht abschrecken lassen: Ist die Maßnahme AZAV-zugelassen, kann das Arbeitsamt einen Bildungsgutschein bewilligen. Prüfen Sie daher vor der Anmeldung, ob der gewünschte Kurs über KURSNET förderfähig ist - das entscheidet oft darüber, ob die Weiterbildung bezahlbar bleibt.