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Sicherung des Lebensunterhalts w├Ąhrend einer Umschulung

Menschen, die arbeitslos oder mit ihrem aktuellen Job unzufrieden sind, fassen vielfach einen grundlegenden Berufswechsel ins Auge und m├Âchten daher an einer Umschulung teilnehmen. Im Zuge dessen absolvieren sie eine Zweitausbildung, die ihnen einen anerkannten Berufsabschluss und somit vollkommen neue Perspektiven beschert. Karrieretechnisch kann eine Umschulungsma├čnahme somit viele Vorteile bieten und einen beruflichen Neuanfang erm├Âglichen. Interessierte m├╝ssen allerdings auch an das liebe Geld denken, denn neben den Umschulungskosten m├╝ssen sie auch ihren Lebensunterhalt finanzieren, w├Ąhrend sie an einer unbezahlten Umschulung teilnehmen.

Klassische Berufsausbildungen im dualen System stellen die Auszubildenden vor keine gro├čen finanziellen Herausforderungen. Dies liegt einerseits daran, dass Auszubildende Jugendliche beziehungsweise junge Erwachsene sind, die oftmals noch im elterlichen Haushalt leben und sich noch nicht um den eigenen Lebensunterhalt k├╝mmern m├╝ssen. Andererseits wird eine duale Berufsausbildung verg├╝tet und beschert den Auszubildenden oftmals ihr erstes eigenes Einkommen. Im Gegensatz dazu stehen angehende Umsch├╝ler/innen mitten im Leben und haben regelm├Ą├čige Ausgaben, die zu jedem Zeitpunkt sichergestellt werden m├╝ssen. Eine au├čerbetriebliche Umschulung kann dies in Ermangelung einer Verg├╝tung nicht leisten.

Obwohl Bildung keine Frage des Geldes sein sollte, erweist sich die Finanzierung einer Umschulung immer wieder als besonders heikel. Die Tatsache, dass man nicht nur die Lehrgangsgeb├╝hren finanzieren, sondern auch seinen laufenden Lebensunterhalt bestreiten muss, l├Ąsst eine unbezahlte Umschulung in unerreichbare Ferne r├╝cken. Durch die Unterst├╝tzung des Jobcenters oder der Agentur f├╝r Arbeit l├Ąsst sich dieses Unterfangen aber doch realisieren.

Welche finanziellen Hilfen bietet das Arbeitsamt f├╝r Umsch├╝ler/innen?

Interessierte an einer Umschulung sollten zun├Ąchst das ├Ârtliche Arbeitsamt aufsuchen und dort ihre Situation erkl├Ąren. Bei dieser Gelegenheit sollten sie ihren Umschulungswunsch ├Ąu├čern und Argumente vortragen, die f├╝r diese Ma├čnahme zugunsten eines beruflichen Neustarts sprechen. Wer seine Sachbearbeiterin beziehungsweise seinen Sachbearbeiter ├╝berzeugen kann, darf sich ├╝ber eine Zusage freuen. Diese sieht vor allem eine Kosten├╝bernahme per Bildungsgutschein vor. Dar├╝ber hinaus k├Ânnen Hilfen zum Lebensunterhalt gew├Ąhrt werden, schlie├člich k├Ânnen Umsch├╝ler/innen ihren Lebensunterhalt nicht selbst verdienen, sondern nehmen an einem Vollzeitlehrgang teil. Aus diesem Grund k├Ânnen Umsch├╝ler/innen weiterhin Arbeitslosengeld I oder II beziehen.

Wann erhalten Umsch├╝ler/innen ALG I oder II?

Bef├╝rwortet das Arbeitsamt eine Umschulung und stimmt der F├Ârderung zu, stehen die Chancen auf Hilfen zum Lebensunterhalt nicht schlecht. Voraussetzung daf├╝r ist zudem, dass eine Bed├╝rftigkeit vorliegt. Ob dann ALG I oder ALG II gezahlt wird, ergibt sich aus dem jeweiligen Einzelfall. Wer Anspruch auf Arbeitslosengeld I hat, erh├Ąlt dieses auch w├Ąhrend der Umschulung zur Sicherung des laufenden Lebensunterhalts. Kunden des Jobcenters k├Ânnen dahingegen Hartz IV beziehen und erhalten auch w├Ąhrend der Umschulung die Grundsicherung des Existenzminimums durch die Zahlung von Arbeitslosengeld II.

Allgemeing├╝ltige Angaben zu den Hilfen zum Lebensunterhalt f├╝r Umsch├╝ler/innen kann es demnach nicht geben. Interessierte sollten allerdings wissen, dass das Amt ihnen finanziell unter die Arme greifen kann, so dass sie trotz angespannter Finanzlage an einer Qualifizierungsma├čnahme teilnehmen k├Ânnen. Der berufliche Neuanfang mithilfe einer Zweitausbildung muss also nicht am Geld scheitern, obgleich sich Umsch├╝ler/innen auf das Minimum beschr├Ąnken m├╝ssen und keine gro├čen Spr├╝nge machen k├Ânnen. Danach stehen sie aber hoffentlich auf eigenen Beinen und k├Ânnen sich ohne das Arbeitsamt einen gewissen Lebensstandard sichern.