Umschulung zur pädagogischen Fachkraft - Quereinstieg über das Arbeitsamt
Die Umschulung zur pädagogischen Fachkraft führt in der Regel über eine schulische Zweitausbildung an einer Berufsfachschule oder Fachschule, meist zur staatlich anerkannten Erzieherin, zum Erzieher oder in verwandte Berufe. Da „pädagogische Fachkraft“ ein Sammelbegriff ist, gibt es keine einheitlich geregelte Umschulung. Die Qualifizierung dauert je nach Modell zwei bis vier Jahre und lässt sich über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit fördern. Wer in seinem alten Job keine Zukunft hat und im Arbeitsleben Fuß fassen möchte, findet im pädagogischen Bereich angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels sehr gute Chancen.
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
- „Pädagogische Fachkraft“ ist kein geschützter Einzelberuf, sondern ein Oberbegriff für Berufe wie Erzieher/in, Kinderpfleger/in oder Sozialpädagoge/-pädagogin.
- Die Qualifizierung erfolgt meist als schulische Ausbildung an einer Fachschule oder Berufsfachschule und dauert zwei bis vier Jahre; eine spezielle Umschulungsmaßnahme ist selten nötig.
- An staatlichen Schulen fällt kein Schulgeld an, private Anbieter können Gebühren verlangen; der Lebensunterhalt muss gesichert sein.
- Die Agentur für Arbeit kann die Qualifizierung über einen Bildungsgutschein und Leistungen zum Lebensunterhalt fördern.
- Das durchschnittliche Bruttojahresgehalt liegt je nach Beruf und Einsatzbereich etwa zwischen 24.000 und 42.000 Euro; die Berufsaussichten gelten wegen des Fachkräftemangels als sehr gut.
Pädagogische Fachkraft als Berufsbild mit vielen Facetten
All diejenigen, die ihre berufliche Zukunft als pädagogische Fachkraft sehen, sollten bedenken, dass es sich dabei um einen Oberbegriff für verschiedene Berufsbilder handelt. Hier sind vor allem die folgenden Berufe zu nennen:
- Erzieher/in
- Kinderpfleger/in
- Sozialpädagogin/Sozialpädagoge
Der Begriff pädagogische Fachkraft ist weder geschützt noch bundeseinheitlich geregelt. Daher können damit verschiedene Berufe gemeint sein. Sie alle eint, dass sie sich der Erziehung und Bildung von Kindern, Jugendlichen und teilweise auch Erwachsenen widmen. In welchen Einrichtungen eine Person als pädagogische Fachkraft anerkannt wird, regeln die Bundesländer in ihren Kita- und Fachkräftevereinbarungen unterschiedlich.
Dementsprechend werden pädagogische Fachkräfte vor allem in den folgenden Bereichen gebraucht:
- Kindergärten und Kindertagesstätten
- Schulen und Ganztagsbetreuung
- Kinder- und Jugendhilfe
- Familienhilfe
- Soziale Einrichtungen
- Behindertenhilfe
- Erwachsenenbildung
- Behörden und Jugendämter
Die Verdienstmöglichkeiten variieren je nach Beruf, Einsatzbereich und Position. Wer sich vorab einen ersten Eindruck verschaffen möchte, kann von einem durchschnittlichen Bruttojahresgehalt zwischen rund 24.000 Euro und 42.000 Euro ausgehen. Beschäftigte bei öffentlichen und kirchlichen Trägern werden meist nach Tarif vergütet, etwa nach dem TVöD im Sozial- und Erziehungsdienst (S-Tabelle).
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Der Weg in die Umschulung zur pädagogischen Fachkraft
Da es sich bei der pädagogischen Fachkraft um keine einheitliche Berufsbezeichnung handelt, kann es auch keine einheitlich geregelte Umschulung zur pädagogischen Fachkraft geben. Interessierte müssen sich dessen bewusst sein und die Recherche auf einen konkreten Zielberuf ausrichten.
In der Regel qualifizieren sich pädagogische Fachkräfte im Rahmen schulischer Ausbildungen an Berufsfachschulen und Fachschulen. Umschüler/innen sind hier oftmals willkommen und können so eine zweite Ausbildung absolvieren. Spezielle Umschulungsmaßnahmen im engeren Sinne sind meist nicht erforderlich, weil die schulische Ausbildung selbst den Zweitberuf vermittelt.
Teilweise finden die Lehrgänge auch in Teilzeit statt und lassen sich somit als berufsbegleitende Ausbildung realisieren. Die Teilnehmenden sammeln so praktische Erfahrungen und fassen Fuß, während sie parallel einen anerkannten Berufsabschluss als pädagogische Fachkraft anstreben.
Voraussetzungen, Dauer und Kosten
Wer sich zur pädagogischen Fachkraft umschulen lassen möchte, sollte vorab einiges bedenken. Häufig wird ein mittlerer Schulabschluss erwartet, für die Fachschulausbildung zur Erzieherin oder zum Erzieher zudem eine einschlägige berufliche Vorbildung, etwa als Sozialassistent/in oder Kinderpfleger/in. Die Dauer der Qualifizierung ist je nach Lehrgangsform mit zwei bis vier Jahren zu veranschlagen, inklusive Praktika oder praxisintegrierter Anteile.
An staatlichen Schulen fallen keine Schulgebühren an, während das Schulgeld bei privaten Anbietern durchaus hoch ausfallen kann. Zusätzlich müssen Umschüler/innen ihren laufenden Lebensunterhalt sicherstellen. Es ist daher ratsam, sich bei der Agentur für Arbeit beraten und über mögliche Förderungen aufklären zu lassen. Passende Lehrgänge lassen sich über KURSNET der Bundesagentur für Arbeit recherchieren; für eine geförderte Qualifizierung müssen die Anbieter AZAV-zertifiziert sein.
Weitere Wege in verwandte Berufe finden sich auf den Seiten zur Umschulung zum Erzieher und zur Umschulung zum Sozialarbeiter.
Weiterbildungsmöglichkeiten für pädagogische Fachkräfte
Nach der erfolgreich abgeschlossenen Umschulung zur pädagogischen Fachkraft profitiert man von den guten Aussichten auf dem Arbeitsmarkt. Darauf sollte man sich allerdings nicht ausruhen, sondern das lebenslange Lernen verfolgen. Seminare und Kurse sorgen für eine Auffrischung, Erweiterung oder Spezialisierung des Wissens, etwa in der Sprachförderung, Inklusion oder Traumapädagogik.
Ein höherer Abschluss kann zudem für einen nachhaltigen Aufstieg auf der Karriereleiter sorgen. Die folgenden Fortbildungen sind diesbezüglich hervorzuheben:
- Fachlehrer/in – Sonderschulen
- Fachwirt/in – Erziehungswesen
- Betriebswirt/in – Sozialwesen
- Qualitätsbeauftragte/r – Gesundheits- und Sozialwesen
Darüber hinaus kann man neben dem Beruf beispielsweise per Fernstudium Pädagogik, Psychologie, Sozialarbeit, Heilpädagogik oder ein ähnliches Fach studieren. Im Gegensatz zu einer anderen Weiterbildung winkt dabei ein anerkannter Hochschulabschluss, der der zunehmenden Akademisierung im Erziehungswesen Rechnung trägt. Einen Überblick über geförderte Lehrgänge bietet die Übersicht zur Weiterbildung über das Arbeitsamt.
Persönliche Eignung entscheidet über den Berufserfolg
Im Erziehungswesen kommt es darauf an, dass man gerne mit Menschen zusammenarbeitet, einfühlsam, tolerant und geduldig ist, sich durchsetzen kann und ein gewisses Organisationstalent besitzt. An Kommunikationsstärke und Anpassungsfähigkeit darf es ebenfalls nicht fehlen.
Alternativen zur Umschulung zur pädagogischen Fachkraft
In Betracht kommen dabei vor allem Qualifizierungen aus dem Gesundheitswesen, dem Pflegebereich, dem Sozialwesen oder dem therapeutischen Bereich. Naheliegend sind etwa die Wege zum Heilerziehungspfleger oder in die Kindertagespflege als Tagesmutter. Seminare, Umschulungen und berufsbegleitende Studien stehen zur Auswahl.
Fördermöglichkeiten über die Agentur für Arbeit
Eine Förderung durch die Agentur für Arbeit kann diese Probleme lösen, denn dabei gibt es einen Bildungsgutschein und Leistungen zum Lebensunterhalt. Ein Beratungstermin bei der Agentur für Arbeit kann sich somit im wahrsten Sinne des Wortes bezahlt machen.
Quereinstieg in den pädagogischen Bereich
In Anbetracht des Personalmangels im pädagogischen und sozialen Bereich haben auch Quereinsteiger/innen gute Chancen. Ohne entsprechende Qualifikation können sie sich als Hilfskräfte bewerben und so die pädagogischen Fachkräfte tatkräftig unterstützen. An Jobchancen mangelt es somit in keiner Weise.
Mehrere Bundesländer haben zudem eigene Quereinstiegsprogramme geschaffen, über die Menschen mit einer fachfremden Ausbildung oder einem Studium unter bestimmten Voraussetzungen als pädagogische Fachkraft anerkannt werden können. Häufig ist dafür eine berufsbegleitende Nachqualifizierung erforderlich. Auskunft geben die Landesjugendämter und die Kita-Träger vor Ort.
Berufsbegleitende Ausbildung zur Erzieherin und zum Erzieher
Obwohl ein Quereinstieg ohne Ausbildung oder Umschulung möglich ist, sind die damit einhergehenden Karrierechancen nur begrenzt. Berufswechsler/innen sollten daher auf einen anerkannten Abschluss setzen. Alternativ zu einer klassischen Umschulungsmaßnahme können sie sich für eine berufsbegleitende Ausbildung zur Erzieherin beziehungsweise zum Erzieher entscheiden.
Kennzeichnend dafür ist, dass es sich um eine Teilzeit- oder praxisintegrierte Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin handelt. Diese kann neben familiären Verpflichtungen absolviert werden oder parallel zu einer Tätigkeit im pädagogischen Bereich stattfinden. Bei der praxisintegrierten Ausbildung (PiA) erhalten die Teilnehmenden von Beginn an eine Ausbildungsvergütung, was sie für Umschüler/innen finanziell attraktiv macht.
Der Berufsalltag als pädagogische Fachkraft
Der Arbeitsalltag hängt stark vom Einsatzbereich ab. In der Kindertagesstätte begleiten pädagogische Fachkräfte Kinder beim Spielen, Lernen und in der Alltagsbewältigung, planen Bildungsangebote, beobachten die Entwicklung und dokumentieren sie. Ein wesentlicher Teil der Arbeit besteht in der Erziehungspartnerschaft mit den Eltern, etwa in Tür-und-Angel-Gesprächen und Entwicklungsgesprächen.
In der Kinder- und Jugendhilfe oder der Behindertenhilfe rücken Betreuung, Förderung und Alltagsbegleitung von Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf in den Vordergrund. Zum Berufsbild gehören außerdem Teambesprechungen, die Zusammenarbeit mit Ämtern und Fachdiensten sowie die pädagogische Konzeptarbeit. Schichtdienst, Früh- und Spätdienste sowie ein hohes Maß an körperlicher und emotionaler Belastbarkeit prägen viele Stellen im Sozial- und Erziehungsdienst.
Wer aus einem ganz anderen Berufsfeld kommt, bringt oft wertvolle Lebens- und Berufserfahrung mit, die in der pädagogischen Arbeit ausdrücklich geschätzt wird. Gerade Quereinsteiger/innen berichten häufig, dass ihnen die Sinnhaftigkeit der Tätigkeit den Wechsel erleichtert.
Berufsaussichten und Arbeitsmarkt im pädagogischen Bereich
Der Bedarf an pädagogischen Fachkräften ist seit Jahren hoch und dürfte auch mittelfristig bestehen bleiben. Der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz, der schrittweise Ausbau des Ganztags an Grundschulen und die zunehmende Bedeutung frühkindlicher Bildung sorgen für eine anhaltende Nachfrage. Die Bundesagentur für Arbeit führt Erzieherinnen und Erzieher regelmäßig als Engpassberuf.
Für Umschüler/innen bedeutet das gute Einstellungschancen nach dem Abschluss, häufig schon während der praxisintegrierten Ausbildung. Beschäftigung finden pädagogische Fachkräfte bei kommunalen, kirchlichen und freien Trägern, in Elterninitiativen sowie in Einrichtungen der Eingliederungs- und Jugendhilfe. Die Vergütung im öffentlichen Dienst orientiert sich an der S-Tabelle des TVöD und steigt mit Berufserfahrung und übernommener Verantwortung, etwa als Gruppen- oder Einrichtungsleitung.
So läuft die Abschlussprüfung ab
Weil die Qualifizierung in der Regel als schulische Ausbildung erfolgt, schließt sie mit einer staatlichen Prüfung an der Fachschule oder Berufsfachschule ab. Diese besteht üblicherweise aus schriftlichen Klausuren in den Lernfeldern der pädagogischen Praxis, einer praktischen Prüfung im Rahmen des Berufspraktikums sowie einem Kolloquium oder einer mündlichen Prüfung.
Bei der klassischen Erzieherausbildung folgt auf den fachtheoretischen Teil ein einjähriges Berufspraktikum (Anerkennungsjahr), das mit einem Kolloquium abgeschlossen wird. Erst danach darf die Berufsbezeichnung „staatlich anerkannte Erzieherin“ beziehungsweise „staatlich anerkannter Erzieher“ geführt werden. Die konkreten Prüfungsordnungen legen die Bundesländer fest, weshalb sich Ablauf und Bezeichnungen regional unterscheiden können. Umschüler/innen sollten sich frühzeitig bei der jeweiligen Fachschule über die geltenden Prüfungsanforderungen informieren.
Häufige Fragen zur Umschulung zur pädagogischen Fachkraft
Der hohe Bedarf an Betreuungsplätzen für Kinder sorgt für gute Jobchancen für pädagogische Fachkräfte. Auch ein späterer Einstieg per Umschulung kann sehr aussichtsreich sein und für eine zweite Karriere sorgen. Interessierte sollten zudem den folgenden Tipp aus unserer Redaktion beachten.
Denken Sie über eine Qualifizierung zur Tagesmutter nach!
Anstelle einer Umschulung zur pädagogischen Fachkraft kommt möglicherweise auch eine Qualifizierung zur Tagesmutter in Betracht. Es ist lediglich ein Lehrgang erforderlich, um in der Kindertagespflege tätig werden zu dürfen. Auf diese Art und Weise gelingt der Quereinstieg besonders leicht. Interessierte sollten daher auch beim Jugendamt vorstellig werden und sich dort beraten lassen. Einen Überblick über passende Qualifizierungen bietet die Seite zur Umschulung über das Arbeitsamt.






