Umschulung Integrationshelfer - Quereinstieg ĂĽber das Arbeitsamt
Das Wichtigste in KĂĽrze
- Integrationshelfer, auch Schulbegleiter genannt, unterstützen Kinder und Jugendliche mit Behinderung oder besonderem Förderbedarf im Schulalltag und ermöglichen ihnen die Teilhabe am Unterricht.
- Integrationshelfer ist kein anerkannter Ausbildungsberuf. Statt einer klassischen Umschulung durchlaufen Interessierte einen Lehrgang oder Fernkurs, der meist rund sechs Monate dauert.
- Eine einschlägige Vorbildung aus einem sozialen oder pädagogischen Beruf ist von Vorteil; der Quereinstieg ist über kurze Qualifizierungen möglich.
- Das Arbeitsamt kann die Qualifizierung über einen Bildungsgutschein fördern und Hilfen zum Lebensunterhalt bereitstellen, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind.
- Das durchschnittliche Bruttogehalt liegt je nach Träger, Region und Beschäftigungsumfang etwa zwischen 24.000 und 40.000 Euro im Jahr.
Menschen, die in ihrem bisherigen Beruf keine Perspektiven mehr haben und sich daher umorientieren wollen oder müssen, landen mitunter bei der Umschulung zum Integrationshelfer. Entsprechende Fachkräfte werden vielfach gesucht, woraus sich gute Jobchancen ergeben. Zudem kann das Arbeitsamt eine entsprechende Qualifizierung vermitteln und so die Weichen für einen beruflichen Neuanfang als Integrationshelfer/in stellen.
Wer ernsthaft an einem beruflichen Neuanfang als Integrationshelfer/in interessiert ist, sollte einen strukturierten Weg über eine geeignete Qualifizierung wählen. Die Teilnahme an einer solchen Maßnahme ist zwar mit einem gewissen Aufwand verbunden, schafft aber die Basis für eine zweite Karriere in einem sozialen Tätigkeitsfeld.
Das Arbeitsamt bietet eingehende Beratungen und weitere Hilfestellungen. Wer sich einen breiteren Überblick verschaffen möchte, findet weitere Berufsbilder in unserer Übersicht zur Umschulung über das Arbeitsamt. Zunächst lohnt es sich aber, hier nachzulesen, was es mit der Integrationshelfer-Umschulung auf sich hat.
Integrationshelfer – Berufsbild, Karrierechancen und Verdienstmöglichkeiten
Integrationshelfer/innen werden auch als Schulbegleiter/innen bezeichnet und kümmern sich um Kinder und Jugendliche mit Behinderung oder speziellem Förderbedarf. Sie begleiten diese im schulischen Alltag und ermöglichen ihnen eine Teilhabe am normalen Schulleben.
Ohne die Unterstützung durch Integrationshelfer wäre dies nicht möglich, weil der Förder- und Unterstützungsbedarf ansonsten im schulischen Alltag nicht angemessen berücksichtigt werden kann.
Wenn es darum geht, Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung gemeinsam zu unterrichten, sind Integrationshelfer/innen absolut unverzichtbar. Sie gehen ihren Schützlingen zur Hand und helfen ihnen auf unterschiedliche Art und Weise, den Schulalltag zu bewältigen. In den folgenden Bereichen sind Integrationshelfer/innen daher sehr gefragt:
- Schulen
- Wohlfahrtsverbände
- Soziale Dienste
- Behindertenhilfe
- Kinder- und Jugendhilfe
Die Schulbegleitung kann eine sehr erfüllende Aufgabe sein und wird daher vielfach als Berufung empfunden. Dennoch müssen Integrationshelfer/innen ihren Lebensunterhalt verdienen und interessieren sich daher in besonderem Maße für die Verdienstmöglichkeiten.
Trotz aller Schwankungen von Fall zu Fall lässt sich das durchschnittliche Gehalt auf rund 24.000 Euro bis 40.000 Euro brutto im Jahr beziffern. Die tatsächliche Höhe hängt stark vom Anstellungsträger ab: Bei Beschäftigung nach Tarif (etwa TVöD-SuE bei kommunalen oder kirchlichen Trägern) fällt die Vergütung meist höher aus als bei einer Anstellung über private Dienstleister.
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Die Umschulung zum Integrationshelfer
Eine spezielle Umschulung zum Integrationshelfer im Sinne eines anerkannten Ausbildungsberufs gibt es nicht, da es sich um eine Tätigkeit, aber keinen bundeseinheitlich geregelten Berufsabschluss handelt. Ein Einstieg ist folglich über einen gezielten Lehrgang möglich und erfordert keine mehrjährige Umschulung.
Stattdessen können angehende Integrationshelfer/innen einen Lehrgang absolvieren, der teilweise sogar als Fernkurs angeboten wird. Dabei geht es vornehmlich um die folgenden Inhalte:
- Medizinische Grundlagen
- Psychologie
- Pädagogik
- Kommunikation
- Inklusion
- Dokumentation
- Organisation
- Schulbegleitung
Voraussetzungen, Dauer und Kosten
Die Rahmenbedingungen der Integrationshelfer-Qualifizierung sollten Interessierte an einer solchen Maßnahme unbedingt kennen. Wer in der Schulbegleitung Fuß fassen möchte, kann zwar als Quereinsteiger mitunter Glück haben, sollte aber grundsätzlich eine abgeschlossene Ausbildung aus einem einschlägigen Bereich vorweisen können.
Hier kommen vor allem die folgenden Bereiche in Betracht:
- Erziehung
- Sozialpädagogische Assistenz
- Kinderpflege
- Heilerziehungspflege
Aufbauend darauf kann dann der Lehrgang absolviert werden, der beispielsweise sechs Monate dauert und auch als berufsbegleitende Qualifizierung erfolgen kann. Die Kosten variieren je nach Anbieter und sind beispielsweise im drei- bis vierstelligen Bereich anzusiedeln.
Das Arbeitsamt kann das Ganze allerdings unterstützen und Förderungen bereitstellen, die die Kosten sowie die laufenden Lebenshaltungskosten abdecken können. Es lohnt sich also, beim Arbeitsamt vorstellig zu werden. Verwandte, staatlich anerkannte Wege führen etwa über eine Ausbildung oder Umschulung zum Heilerziehungspfleger oder zum Erzieher.
Weiterbildungsmöglichkeiten für Integrationshelfer/innen
Nach der Qualifizierung als Integrationshelfer/in sollte man nicht nur im Beruf Fuß fassen, sondern sich auch kontinuierlich weiterentwickeln. Ganz im Sinne des lebenslangen Lernens bietet sich die Teilnahme an Seminaren und Workshops zu relevanten Themen an. Eine Übersicht geförderter Angebote bietet unsere Seite zur Weiterbildung über das Arbeitsamt.
DarĂĽber hinaus gibt es unter anderem die folgenden Weiterbildungen:
- Sonderpädagogin/Sonderpädagoge
- Fachwirt/in – Erziehungswesen
- Arbeitserzieher/in
Ein Studium neben dem Beruf kann ebenfalls eine Option sein und lässt sich beispielsweise als Fernstudium bewerkstelligen. In Betracht kommen unter anderem die folgenden Studiengänge:
- Pädagogik
- Psychologie
- Heilpädagogik
- Bildungswissenschaft
- Therapiewissenschaften
- Sonderpädagogik
Wer sich zum Integrationshelfer umschulen lassen sollte
Dass eine einschlägige Vorbildung vorhanden sein sollte, ist bei der Entscheidung für die Integrationshelfer-Qualifizierung zu beachten. Interessierte sollten zudem ihrer persönlichen Eignung Aufmerksamkeit schenken und diese anhand der folgenden Kriterien hinterfragen:
- Einfühlungsvermögen
- Geduld
- Verständnis
- Toleranz
- Organisationsgeschick
- Konsequenz
Alternativen zur Umschulung zum Integrationshelfer
Wer einerseits Gefallen an einer sozialen Tätigkeit findet, sich mit der Umschulung zum Schulbegleiter aber nicht sicher ist, sollte auch Alternativen berücksichtigen.
Hier sind beispielsweise die folgenden Optionen zu nennen:
Die richtige Förderung für Integrationshelfer/innen
Im Rahmen der Integrationshelfer-Qualifizierung können gewisse Kosten anfallen, die zusätzlich zum laufenden Lebensunterhalt finanziert werden müssen. Da Berufswechsler/innen oftmals ohnehin knapp bei Kasse sind, führt einer der ersten Wege daher zum Arbeitsamt.
Dort können sie eine Förderung in Form eines Bildungsgutscheins und Hilfen zum Lebensunterhalt beantragen. Voraussetzung ist unter anderem, dass die Maßnahme bei einem nach AZAV zugelassenen Anbieter stattfindet und die Notwendigkeit der Förderung im Beratungsgespräch anerkannt wird. Dies gilt gegebenenfalls auch für Weiterbildungsinteressierte.
Eine Förderung kann man allerdings nicht nur über das Arbeitsamt erhalten. Aufstiegs-BAföG, Weiterbildungsstipendien und andere Fördermaßnahmen gibt es schließlich auch noch. Angehende Integrationshelfer/innen sollten daher umfassend recherchieren und alle Möglichkeiten ausloten.
Qualifizierung zum/zur Integrationshelfer/in per Fernkurs
Bevor man sich um eine Förderung bemüht, sollte man die richtige Lehrgangsform finden. Auf der Suche stoßen Interessierte auch auf das eine oder andere vermeintliche Fernstudium, das sich bei näherer Betrachtung als Fernlehrgang entpuppt.
Die üblichen Themen werden hier zwar behandelt, aber die Wissensvermittlung findet anhand von Skripten sowie via E-Learning statt. Einzelne Präsenzphasen sorgen für die Praxis und runden die Qualifizierung ab.
Im Gegensatz zu einer klassischen Umschulung bietet ein Fernkurs ein hohes Maß an Flexibilität. So kann dieser nebenbei absolviert werden, woraus sich eine gute Vereinbarkeit mit dem Beruf und/oder der Familie ergibt. Der Berufswechsel kann dadurch auf sehr schonende Art und Weise vollzogen werden.
Stellenangebote fĂĽr Integrationshelfer/innen
Wer von einem Einstieg als Integrationshelfer/in träumt, wünscht sich neue berufliche Perspektiven. Ob sich diese mithilfe einer solchen Qualifizierung realisieren lassen, können Interessierte feststellen, indem sie sich vorab mit aktuellen Stellenangeboten für Integrationshelfer/innen befassen.
Die Stellenausschreibungen geben Auskunft über die erforderlichen Kenntnisse und Kompetenzen, typischen Tätigkeiten und möglichen Arbeitsorte. Eine gute erste Anlaufstelle ist die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit.
Die Anerkennung als Integrationshelfer/in
Die Qualifizierung zum/zur Integrationshelfer/in beziehungsweise Schulbegleiter/in fĂĽhrt zu keinem staatlich anerkannten Berufsabschluss. In Ermangelung einer bundeseinheitlichen Ausbildungsordnung kann es auch keine entsprechende geregelte Umschulung geben.
Seminare und Lehrgänge enden so typischerweise mit internen Abschlüssen und Zertifikaten der jeweiligen Anbieter. Aus diesem Grund ist es überaus wichtig, das Ansehen des betreffenden Bildungsanbieters zu berücksichtigen.
Anbieter der Schulbegleiter-Umschulung
Menschen, die ihre berufliche Zukunft in der Schulbegleitung sehen, sollten sich das betreffende Wissen im Vorfeld aneignen. Unterschiedlichste Anbieter halten spezielle Qualifizierungen fĂĽr angehende Integrationshelfer/innen beziehungsweise Schulbegleiter/innen bereit.
Lohnende Adressen sind unter anderem Wohlfahrtsverbände, Kirchen, Erwachsenenbildungsstätten, IHK, Volkshochschulen und private Bildungsinstitute. Wer eine geförderte Maßnahme sucht, findet AZAV-zugelassene Anbieter über KURSNET, die Datenbank der Bundesagentur für Arbeit.
Umschulung zum/zur Schulbegleiter/in ĂĽber das Arbeitsamt
Wer sich zum Schulbegleiter umschulen lassen möchte beziehungsweise nach einer Qualifizierung zum Integrationshelfer sucht, kann auch beim Arbeitsamt vorstellig werden. Ein Beratungstermin bildet hier den idealen Einstieg für eine persönliche Betreuung.
Interessierte erhalten Adressen von Anbietern, erfahren mehr über das Berufsbild und die Perspektiven und werden zudem auf mögliche Alternativen aufmerksam gemacht.
Checkliste: Das macht eine gute Qualifizierung zum/zur Schulbegleiter/in aus
Empfehlungen des Arbeitsamtes sind stets sehr hilfreich, sollten eine eigene Recherche aber nicht gänzlich ersetzen. Angehende Schulbegleiter/innen sollten wissen, worauf sie beim Vergleich verschiedener Lehrgänge achten sollten.
Die folgende Checkliste kann ihnen dabei als Orientierungshilfe dienen:
- Standorte
- Lehrgangsform
- Voraussetzungen
- Dauer
- Kosten
- Fördermöglichkeiten
- Betreuung
- Qualität der Lehrmittel
- Einbindung von E-Learning-Methoden
- Abschluss
5 Tipps fĂĽr einen erfolgreichen Neustart als Integrationshelfer/in
Gute Berufsaussichten sind Integrationshelferinnen und Integrationshelfern grundsätzlich sicher. Das bedeutet aber nicht, dass die Karriere nach der Qualifizierung ein Selbstläufer ist.
Aus diesem Grund gibt es nachfolgend fünf Tipps für angehende Schulbegleiter/innen, die ihre Chance auf einen beruflichen Neustart bestmöglich nutzen möchten:
- KĂĽmmern Sie sich um praktische Erfahrungen in der Schulbegleitung!
- Nehmen Sie als Schulbegleiter/in auch an Teamsitzungen teil und bringen Sie sich aktiv ein!
- Arbeiten Sie eng mit den Lehrkräften und den Eltern zusammen!
- Informieren Sie sich ĂĽber Ihre Befugnisse als Schulbegleiter/in!
- Bilden Sie sich regelmäßig im pädagogischen, psychologischen und/oder sozialen Bereich weiter!
Der Berufsalltag als Integrationshelfer/in
Der Arbeitstag einer Schulbegleitung richtet sich nach dem Stundenplan des begleiteten Kindes. Integrationshelfer/innen holen ihre Schützlinge in der Regel im Klassenraum ab, unterstützen sie während des Unterrichts, in den Pausen sowie bei Ausflügen und begleiten sie bei Bedarf auch auf dem Schulweg. Die konkreten Aufgaben unterscheiden sich stark je nach Art des Förderbedarfs.
Bei körperlichen Beeinträchtigungen stehen praktische Hilfen im Vordergrund, etwa beim Umgang mit Hilfsmitteln, beim Essen oder beim Bewegen im Schulgebäude. Bei geistigen oder seelischen Beeinträchtigungen geht es eher darum, Aufgaben zu strukturieren, Konzentration zu fördern und in schwierigen Situationen ruhig zu bleiben. Wichtig ist dabei, dass die Schulbegleitung unterstützt, ohne dem Kind die eigenständige Teilhabe abzunehmen.
Zum Alltag gehört auch die Abstimmung mit Lehrkräften, Eltern und dem zuständigen Sozial- oder Jugendamt. Eine sorgfältige Dokumentation der Entwicklung und der Unterstützungsleistungen ist ein fester Bestandteil der Tätigkeit, da sie die Grundlage für die weitere Bewilligung der Maßnahme bildet.
Berufsaussichten und Arbeitsmarkt
Die Nachfrage nach Schulbegleitung ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Hintergrund ist der gesetzlich verankerte Anspruch auf inklusive Beschulung, der aus der UN-Behindertenrechtskonvention abgeleitet ist. Immer mehr Kinder mit Förderbedarf besuchen Regelschulen, wodurch der Bedarf an Integrationshelfer/innen kontinuierlich wächst.
Die rechtliche Grundlage für die Kostenübernahme der Schulbegleitung bildet in der Regel die Eingliederungshilfe nach dem Sozialgesetzbuch (SGB IX beziehungsweise SGB VIII), die über das Sozial- oder Jugendamt bewilligt wird. Angestellt sind Integrationshelfer/innen meist bei sozialen Trägern, Wohlfahrtsverbänden oder speziellen Dienstleistern, die im Auftrag der Ämter tätig werden.
Zu beachten ist, dass viele Stellen an das Schuljahr gebunden sind und in den Ferien Beschäftigungslücken entstehen können. Wer langfristig in dem Feld arbeiten möchte, verbessert seine Aussichten durch eine solide pädagogische oder pflegerische Grundqualifikation sowie durch die Bereitschaft, sich regelmäßig weiterzubilden. Über eine zusätzliche Ausbildung, etwa zum Sozialassistenten, lassen sich die Perspektiven und die Vergütung spürbar verbessern.
Häufige Fragen zur Umschulung zum Integrationshelfer
In Zusammenhang mit der Umschulung zum/zur Integrationshelfer/in besteht bei Interessierten zuweilen Verunsicherung. Diese sollten sich daher umfassend informieren und auch den folgenden Tipp aus unserer Redaktion befolgen.
Nehmen Sie Kontakt zu Anbietern der Integrationshelfer-Qualifizierung auf!
Informationen aus erster Hand sind die beste Basis fĂĽr eine Entscheidung fĂĽr oder auch gegen die Integrationshelfer-Qualifizierung. Interessierte sollten daher nach geeigneten Anbietern suchen und mit diesen in Kontakt treten.
Eine ausführliche Beratung vermittelt einen guten Eindruck von der Qualifizierungsmaßnahme. Zudem können angehende Integrationshelfer/innen kostenloses Informationsmaterial unverbindlich anfordern.






